Die Informationsgesellschaft. Chancen und Risiken


Hausarbeit, 2016

15 Seiten

Anonym


Leseprobe

Gliederung

1. Einleitung

2. Informationsgesellschaft; Merkmale und Kennzeichen
2.1 Von der Industriegesellschaft zur Informationsgesellschaft
2.2 Information : Basis der Gesellschaft

3. Die vier Hauptvorstellung der Informationsgesellschaft
3.1 Informationsgesellschaft als „information economy“ 7-
3.2 Informationsgesellschaft als „Dritte Welle“
3.3 Informationsgesellschaft als postindustrielle Gesellschaft
3.4 Informationsgesellschaft: neue industrielle Revolution

4. Chancen und Risiken der Informationsgesellschaft
4.1 Chancen und Risiken auf betrieblicher Ebene 9-
4.2 Datenschutz und Datensicherheit
4.3 Chancen und Risiken durch neue Biotechnologien

5. Fazit

6. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Im Zuge des Seminars „Arbeit in der modernen Industriegesellschaft“ setzte sich die Arbeitsgruppe mit der Abhandlung „The Control Revolution - Technological and Economic Origins of the Information Society (1986)“ von James R. Beniger auseinander. Ergänzend zum abgehaltenen Referat, bietet die Hausarbeit einen Überblick über die Merkmale der Informationsgesellschaft. Anschließend werden die wesentlichen Veränderungen im Übergang von industrieller zur postindustriellen Gesellschaft skizziert. Im weiteren Verlauf wird der Frage nachgegangen, wieso Kommunikation die Basis für das Ent- und Bestehen von Gesellschaften ist. Des Weiteren werden die vier Hauptvorstellungen der Informationsgesellschaft anhand ihrer wesentlichen Merkmale präsentiert. Zusätzlich dazu, wird auf Chancen und Risiken eingegangen, die die umwälzenden Veränderungen der Gesellschaft durch den Übergang von Industrie- in Informationsgesellschaft mit sich gebracht haben. Wie auch bei Beniger stellt sich anfangs die Frage, wie Information an sich einen derartigen Stellenwert in der Gesellschaft erlangen konnte und mittlerweile als Gradmesser für den Entwicklungsstand eines Landes unabdinglich geworden ist. „Why has information, among the multitude of commodities, come to dominate economic statistics – come indeed to replace industry as the sector best reflecting the extent of a nation´s development?“ (Beniger 1986, S. 31) Die Antwort auf diese Frage lässt sich finden, indem man zum einen die historische Perspektive herbeizieht und sich vor Augen hält, welche Entwicklungen in der Vergangenheit, Information so wichtig machten. Zum anderen kann eine Antwort im gesellschaftstheoretischen Bereich gefunden werden, wenn man die Gesellschaft als selbst als einen Prozessor begreift, der von Informationen und dem Austausch dieser lebt.

Doch noch bevor diese Fragen beantwortet werden soll, soll ein wesentlicher Überblick gegeben werden, was allgemein unter Informationsgesellschaft verstanden wird.

2. Informationsgesellschaft; Merkmale und Kennzeichen

Die wesentlichen Entwicklungen und deren Benennung finden ihren Anfang in den 1960er Jahren. Als wesentliche Merkmale dürfen die ausgereifte Entwicklung der Halbleiterelektronik, Netz- und Kommunikationstechnologien, der Internetzugang, und die digitale Entscheidungsfindung (künstliche Intelligenz) genannt werden. (vgl. Banse 2008, S.81) . „Expertensysteme und 'künstliche Intelligenz' bilden die Grundlage für das Funktionieren von Entscheidung unterstützenden Systemen im Bereich von Finanzen, Buisness, Medizin [und] Militärwesen […] .“ (Banse 2008 S.81). Auch eine veränderte Wahrnehmung der Zeit ist ein wesentliches Kennzeichen der Informationsgesellschaft. Höher, schneller, weiter! Die verbesserte Rechenleistung von Computern und Systemen bietet vor allem im wirtschaftlichen Sektor enorm schnelle Datenverarbeitung und garantiert damit eine hohe Produktivität.

Die Steigerung der Lebensqualität durch die Versorgung der Haushalte mit Mikroprozessorsystemen (z.B. Waschmaschinen, Navigationssysteme etc.) ist ein weiteres Kennzeichen der Informationsgesellschaft.

Aber vor allem die globale Vernetzung der Menschen über das Internet macht die heutige Gesellschaft zu dieser fortschrittlichen. Vor allem das Herausbilden verschiedener Sozialen Netzwerke wie Facebook, Twitter und Instagram und auch verschiedener Kurznachrichtendienste wie Whatsapp und Telegram zeigen, wie stark der Alltag der Menschen von Informationen geprägt ist.

Zwar gibt es auf der Erde wesentliche Unterschiede in der Verbreitung der Informationstechnologie, doch vor allem in der westlichen Welt lässt sich eine ubiquitäre Präsenz von Computersystemen erkennen. Auch die Spiele und Unterhaltungsindustrie hat sich die neuesten Technologien zu Nutze gemacht. (Vgl. Banse 2008, S.39)

Ein letzter und entscheidender Aspekt ist die „Miniaturisierung von Bauteilen, Baugruppen und Geräten, was einerseits mit enormen Handhabungs- und Transportvorteilen, andererseits mit der Erhöhung des Leistungsumfangs bzw. -angebots verbunden ist.“ (Banse 2008, S.40)

2.1 Von der Industriegesellschaft zur Informationsgesellschaft

Nachdem die wichtigsten Merkmale der Informationsgesellschaft nun dargelegt wurden, wird nun der Übergang von der Industriegesellschaft in die Informationsgesellschaft beleuchtet, um die zunehmende Bedeutung von Information und deren Austausch aus historischer Sichtweise nachzuvollziehen.

Um die Bedeutung des historischen Kontextes hervorzuheben und die Möglichkeit einer Entstehung der Informationsgesellschaft, unabhängig von der Vergangenheit, auszuschließen, soll ein Zitat von Karl Marx dienen:

„Men make their own history, but they do not make it just as they please; they do not make it under circumstances chosen by themselves, but under circumstances directly encountered, given and transmitted from the past.“ (Marx in Beniger 1986, S.32)

Welche wesentlichen Veränderungen haben nun aber die Transformation von industrieller in postindustrieller Gesellschaft vorangetrieben?

Daniel Bell hat in seiner Studie „The Coming of Post-Industrial Society“ diesen Vorgang in fünf Dimensionen zusammengefasst:

„1. Wirtschaftlicher Sektor: der Übergang von einer güterproduzierenden zu einer Dienstleistungswirtschaft;
2. Berufsstruktur: der Vorrang einer Klasse professionalisierter und technisch qualifizierter Berufe;
3. Axiales Prinzip: die Zentralität theoretischen Wissens als Quelle von Innovationen und Ausgangspunkt der gesellschaftlich-politischen Programmatik;
4. Zukunftsorientierung: die Steuerung des technischen Fortschritts und die Bewertung der Technologie;
5. Entscheidungsbildung: die Schaffung einer 'intellektuellen Technologie'“ (Bell in Bühl 1996, S.28)

Bell macht die Entwicklungen vor allem an einer Veränderung der Sektoren fest. So tritt die expandierende Bedeutung des Informationssektors gegenüber dem der Güterproduktion in den Vordergrund. Entscheidend für die empirische Nachweisbarkeit dieser Tatsache, ist der Rückgang der Beschäftigungszahlen in Industrie und Landwirtschaft. (vgl. Bühl 1996, S.29)

Die große Differenz von industrieller und postindustrieller Gesellschaft kann folgendermaßen zusammengefasst werden: „Im Unterschied zur Industriegesellschaft, in der primär Güter mit Maschinen hergestellt würden und das Privateigentum die Leitmaxime sein, ginge es in der postindustriellen Gesellschaft primär um die Gewinnung und Verwertung von Wissen.“ (Bühl 1996, S. 29) Dieses gesammelte Wissen kann nun dazu verwendet werden ökonomische Prozesse, Politik und gesellschaftliche Entwicklungen zu planen und zu steuern. Diesen Aspekt thematisiert auch Beniger in der Primärquelle.

Aber auch die Umwälzungen im Berufsleben, die vor allem in der zweiten Dimension angesprochen werden, spielen bei der Transformation eine wichtige Rolle. „An die Stelle der Handwerksarbeit trete geschicktes Informationshandeln, an die Stelle des Handwerkers der mit Handy und vernetztem Notebook ausgestattete „Informationsbroker“. (Bühl 1996 S.30) Dies wiederum schlägt sich auch im Bildungssektor nieder. Der Unterricht für Hauswirtschaft und Werken verschwindet mit Beständigkeit aus den Lehrplänen der verschiedenen Bildungseinrichtungen, an Stelle dessen treten Informatik und Datenbankenkurse, die die Schüler schon in jungen Jahren auf die immer höher werdenden Anforderungen im IT-Bereich vorbereiten sollen.

Zusammengefasst stellten sich im Übergang von der industriellen in die postindustrielle Gesellschaft folgende wesentlichen Veränderungen ein: ein sektoraler Wandel mit Schwerpunktverlagerung vom industriellen und landwirtschaftlichen Sektor hin zu dem informationstechnischen Sektor; die Information als Ressource im weiteren Sinne gewinnt an Priorität gegenüber der herkömmlichen industriellen Ware; veränderte Anforderungen an Ausbildungs- und Bildungssysteme, mit dem Fokus auf professionalisiertes technisches Knowhow; die Hinzunahme von künstlich erzeugter Intelligenz in der ökonomischen Entscheidungsfindung und die zukunftsorientierte Steuerung.

[...]

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Details

Titel
Die Informationsgesellschaft. Chancen und Risiken
Hochschule
Technische Universität Darmstadt
Jahr
2016
Seiten
15
Katalognummer
V513172
ISBN (eBook)
9783346105660
ISBN (Buch)
9783346105677
Sprache
Deutsch
Schlagworte
informationsgesellschaft, chancen, risiken
Arbeit zitieren
Anonym, 2016, Die Informationsgesellschaft. Chancen und Risiken, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/513172

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