Die Rolle der Massaker in den französischen Religionskriegen von 1562-1598


Hausarbeit (Hauptseminar), 2014

27 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Hintergründe

3. Rolle der Religion

4. Massaker
4.1 Michelade de Nîmes
4.2 Bartholomäusnacht

5. Folgen

6. Schlussbetrachtung

Literaturverzeichnis

1. Einleitung

„Du sollst nicht töten“, heißt es in den Zehn Geboten der Bibel. Dennoch zieht sich der rote Faden der Gewalt durch die ganze Geschichte der Menschheit. Nicht selten waren es religiöse Differenzen, die diese Konflikte entfachten und Gewalt wurde als probates Mittel zur Lösung dieser Probleme betrachtet. Dies wird auch durch die zahlreichen Religionskriege Frankreichs von 1562 bis 1589 bestätigt. Und obwohl in diesem jahrzehntelangen Konflikt viele Feldschlachten geführt wurden, starben in dieser Zeit mehr Menschen durch Massenmorde als in den Schlachten selbst.1

Die vorliegende Hausarbeit beschäftigt sich daher mit der Frage, welche Rolle diese Massaker spielten, die sowohl von Katholiken als auch von Protestanten begangen worden waren. Um diese Frage beantworten zu können, werden die direkten und indirekten Ursachen und Folgen der Massaker beleuchtet.

Zunächst wird der Begriff des Massakers erläutert und der Forschungsstand zur Gewalt in den Religionskriegen dargelegt. Im zweiten Kapitel erfolgt eine Beschreibung der gesellschaftlichen und politischen Situation, die die Massaker im 16. Jahrhundert begünstigte. Aufgrund der besonderen Relevanz des religiösen Aspektes für das Aufkommen der Massaker wird dieser gesondert im dritten Kapitel betrachtet. Dort geht es um die religiösen Ansichten beider Konfliktparteien und um die Frage, wie Katholiken und Protestanten Gewaltausübung legitimierten. Das vierte Kapitel untersucht jeweils eins von Katholiken und eins von Protestanten verübtes Massaker. Danach erfolgt eine Darstellung, welche Auswirkungen die Massaker für Frankreich hatten. Die Schlussbetrachtung rundet die Arbeit mit einer Zusammenfassung der gewonnenen Ergebnisse ab.

Der Begriff massacre bekam erst während der Religionskriege seine moderne Bedeutung. Bis 1540 bezeichnete er lediglich die Schlachtbank eines Metzgers, doch nach einer brutalen Verfolgung der zum Calvinismus übergetretenen Waldenser in den 1540er und 1550er Jahren, bezeichnete ein Pamphlet diese Gewaltakte erstmalig als „Massaker“.2 Die Bedeutungserweiterung des Begriffs implizierte nun, dass Menschen wie Tiere grausam abgeschlachtet wurden. In der Tat stellen die Massaker in Frankreich ein neues Phänomen der frühen Neuzeit dar, die den Übergang vom Mittelalter in die Moderne markiert. Die Gewalt war nicht neu, aber die Grausamkeit nahm ein neues Ausmaß an. Voges merkt an: „Die semantischen Veränderungen des Wortes Massaker lassen sich insofern als Folge tiefgreifender gesellschaftlicher Umbrüche und ihrer gewaltsamen Eruptionen verstehen.“3 Ein Massaker wird als die „Tötung einer größeren Anzahl von unschuldigen und wehrlosen Menschen definiert.“4 Es stellt sich aber die Frage, wie viele Opfer es geben muss, um von einem Massaker sprechen zu können. Eine wissenschaftlich begründete Zahl ist unmöglich; jede Angabe könnte zu Recht als subjektiv bewertet werden. Aber um einen Bezugspunkt zu haben: Der Historiker Tulchin hat sich auf eine Mindestzahl von 10 getöteten Personen festgelegt.5

Die Geschichtsforschung hat sich mit verschiedenen Formen der Gewalt in den französischen Religionskriegen befasst, zum Beispiel den politischen Attentaten und den Feldschlachten der Konfliktparteien. Hinsichtlich der Massenmorde liegt der Forschungsschwerpunkt auf den von Katholiken an Hugenotten begangenen Massakern. Dies ist vor allem auf die Bartholomäusnacht zurückzuführen, die in ihrem Ausmaß und in ihrer Bedeutung alle anderen Ereignisse der Religionskriege überschattete. Lange Zeit wurden die protestantischen Gewaltexzesse daher vernachlässigt oder heruntergespielt.

Eine Neubewertung der Gewalt erfolgte 1973 in einem von Natalie Zemon Davis veröffentlichten Aufsatz.6 Sie kommt zu dem Ergebnis, dass nicht soziale oder wirtschaftliche Faktoren zu den Gewaltausbrüchen führten, sondern die konfessionelle Teilung des Reiches und die religiöse Kultur mit ihren Vorstellungen und die Rituale der Gläubigen ursächlich waren. Davis machte bestimmte Muster in der Gewaltausübung der Katholiken und Protestanten aus, sodass sie den Begriff der Rites of violence prägte. Sie fand heraus, dass die Massaker nicht unkontrollierte Gewaltexzesse waren, sondern kontrollierte Gewaltakte darstellten, ungeachtet ihrer Brutalität. Davis‘ Ergebnisse erwiesen sich als wegweisend für das tiefere Verständnis von Strukturen und Ursachen der Gewalt. Anders als Davis sieht Henry Heller (1986)7 die Ursache für die Gewaltexzesse in einer Kulmination gesellschaftlicher Probleme, nämlich der gegenseitigen Bekämpfung der Klassen und der aufkeimenden Reformation, die die herrschende Gesellschaftsordnung in Frage stellte. Die anhaltende Wirtschaftskrise, die vor allem die niederen Gesellschaftsschichten belastete, tat ihr übriges. Heller spricht daher von einer violence de pauvreté, die sich gegen die etablierte Aristokratie richtete.

Denis Crouzet (2008)8 argumentiert, dass die Menschen der damaligen Zeit von einer eschatologischen Angst ergriffen sind, die die Katholiken dazu trieb, Gewalt an den Protestanten auszuüben, um die Nation von der Häresie zu befreien und Gott wohlgefällig zu stimmen. Er unterscheidet zwischen einer irrationalen blindwütigen Gewalt der Katholiken und der rationalen Gewaltausübung der Protestanten. Er kommt zu dem Ergebnis, dass die Katholiken in die Zukunft schauten weil sie die Wiederkunft Christi erwarteten, während die Protestanten zurückblickten und die verloren gegangene Unschuld und Reinheit der Nation und Kirche wiederherzustellen suchten.9

2. Hintergründe

Als die Reformation in Frankreich Fuß fasste, war sie in den anderen europäischen Staaten bereits in vollem Gange. Schweden wurde 1531 offiziell als lutherisch erklärt, fünf Jahre später folgte Dänemark-Norwegen. Etwa zur gleichen Zeit rang König Henry VIII. in England mit der katholischen Kirche um die Vormachtstellung. 1560 wurde auch Schottland calvinistisch.10 Die Reformation veränderte die politische und religiöse Lage in Europa grundlegend, was in Frankreich nicht unbemerkt blieb.

Dort bahnten sich tiefgreifende Veränderungen an: Seit den 1520er Jahren wuchs die Skepsis des neu entstehenden Bürgertums gegenüber der übermächtigen katholischen Kirche mit ihren Lehren und Institutionen.11 Um 1560 herum erreichte die protestantische Bewegung Frankreichs ihren Höhepunkt; ungefähr zehn Prozent der 16 bis 18 Millionen Franzosen bekannten sich nun zum Protestantismus.12 Zeitgleich wurde Frankreich von reformatorischer Literatur aus Genf geflutet.13

Die gesellschaftlichen Paradigmen beunruhigten weite Teile der Gesellschaft. Die Reformierten wurden als unmittelbare Bedrohung wahrgenommen. Überhaupt war Angst ein ständiger Begleiter der damaligen französischen Bevölkerung: peur toujours, peur partout, schreibt Mieck.14 Diese permanenten Angstzustände führten schon bei den geringsten Anlässen zu Gewaltexzessen. Überall war Aggressivität zu beobachten und das menschliche Leben wurde nur wenig geschätzt. Öffentliche Bestrafungen, Exekutionen und Verstümmelungen von Toten führten zu einer Desensibilisierung der Menschen. Im Jahre 1535 war in Frankreich offiziell die Praxis des Rädern eingeführt worden.15 Die Hemmschwelle zur Gewaltanwendung war niedrig. Wichtig ist auch der Umstand, dass die Menschen es gewohnt waren, Selbstjustiz zu üben, zum Beispiel, weil königliche Edikte die eigenständige Verfolgung von Kriminellen erlaubten.16 Diese gefährliche Mischung entlud sich später in den kollektiv begangenen Gewalttaten.

Es soll noch auf die Bedeutung der Städte hingewiesen werden. Die Städte, in denen der Protestantismus zuerst aufgeblüht war, wurden zu Brutstätten der Gewalt.17 Sie lockten viele Immigranten an, sodass mit der steigenden Bevölkerungsdichte auch erhöhte Kriminalitätsraten zu verzeichnen waren. Diebstähle und sexuelle Übergriffe traten gehäuft auf, Morde waren eher die Ausnahme.18

Die Unsicherheit hatte auch ökonomische Ursachen. Die Wirtschaft Frankreich kriselte seit längerem und der König war durch seine Kriege hoch verschuldet. Als nach 1560 immer mehr Adlige zum protestantischen Glauben konvertierten, brach die französische Wirtschaft endgültig zusammen.19 Dies hatte wiederum zur Folge, dass die Einnahmen der katholischen Kirche einbrachen. Für die ganze Misere wurden die Protestanten verantwortlich gemacht.20

Problematisch war jedoch auch die Politik des Königshauses, das durch Toleranzedikte die zahlreichen in kurzen Abständen aufeinanderfolgenden Religionskriege beendete und immer wieder Zugeständnisse an die Hugenotten machte. Mieck folgert: „Ursache und Folge zugleich der permanenten Staatskrise in (und auch zwischen) den Bürgerkriegen war der schwere Autoritätsverfall der Krone.“21 Die Kompromisshaltung des Königs und seine vermittelnde Position wurden als Schwäche gewertet und diese Kompromisse stellten keine der Konfliktparteien zufrieden.

3. Rolle der Religion

Die Religion spielte im 16. Jahrhundert eine immens große Rolle, sowohl für das Individuum im privaten Leben, als auch für das Kollektiv in der Gesellschaft. Die Religion war somit ein Dreh- und Angelpunkt des menschlichen Lebens.22 Mit dem Erscheinen des Protestantismus entstand ein politisches und religiöses Vakuum in Frankreich, denn der alte Grundsatz Une foi, une loi, un roi entsprach nicht mehr der Realität.23 Die Gesellschaft war in ihren Grundfesten erschüttert worden, weil fundamentale Werte in Frage gestellt worden waren.24 Es herrschte Ungewissheit, wie es weitergehen sollte.

Die Idee der Toleranz war zu dieser Zeit nicht bekannt und stand daher nicht zur Disposition und die gesellschaftlichen Spannungen blieben bestehen. Seit jeher galt der alte Grundsatz: Cuius regio, eius religio.25 Wenn sich die Hugenotten und Katholiken in einem Punkt einig waren, dann in dem, dass beide Seiten im Falle eines Sieges die gegnerische Seite nicht dulden wollten.

Die theologischen Differenzen schienen unüberbrückbar. So lehnten die Hugenotten die Anbetung der Mutter Gottes und der Statuen und Heiligen ab. Calvin wiederholte regelmäßig, dass der katholische Gottesdienst eine Verunreinigung darstelle und Götzendienst sei.26 Sich auf der Seite Gottes wähnend, verhöhnten die Reformierten katholische Priester und machten sich über die Mönche lustig.27 Sie spotteten über die Prozessionen und Traditionen der Katholiken.28 Doch es blieb nicht bei Beleidigungen und Erniedrigungen. Die Protestanten führten Bilderstürme durch29, bei denen sie die kultische Gegenstände und Heiligtümer der Katholiken schändeten und zerstörten. So wurden Statuen mit Dreck beworfen, Taufbecken entweiht und Altäre zerstört.30 Die Protestanten begründeten ihren Vandalismus damit, dass die Bilder der Katholiken Götzen seien. Diese Blasphemie würde den Zorn Gottes über die Nation bringen, deshalb müssten sie das Land von diesen Götzen reinigen.31 Eine entschiedene Verurteilung der Bilderstürme und somit eine Entschärfung der angespannten Lage durch die protestantische Führung erfolgte nicht.32 Problematisch war auch, dass die Hugenotten eigene Kirchen organisierten, was einen Verstoß gegen damals geltendes Recht darstellte. Sie forderten außerdem, dass man ihnen einige der katholischen Kirchengebäude überlassen sollte.33

Für die Katholiken war das Schisma eine Katastrophe, da für sie die Spaltung der Nation einer Teilung des Körpers Christi gleichkam. Für sie war es eine Ungeheuerlichkeit, dass die Reformierten „eine über tausend Jahre alte Tradition zu negieren versuchten“34. In dieser Zeit wurde die Tradition mit Recht und Wahrheit gleichgesetzt, wie Fuchs anmerkt.35 Verstärkt wurde die Wahrnehmung der Katastrophe durch den Umstand, dass die Katholiken untereinander sehr zerstritten waren, während die junge protestantische Gemeinschaft große Einheit demonstrierte.36 Für die Katholiken war die „angeblich reformierte Kirche“37, wie sie sie nannten, pure Häresie.38 Sie fanden, dass die Gottesdienste der Protestanten falsch abliefen, dass die Hugenotten die heiligen Orte und die heiligen Rituale der Katholiken alleine schon durch ihre Anwesenheit verunreinigten und deswegen der Zorn Gottes sich an der Nation entladen würde. Sie befürchteten Gerichte Gottes in Form von Stürmen, Fluten und Epidemien.39 Diese Angst gipfelte in der Vorstellung, dass die Zeit des Antichristen, Armageddon und das Ende der Welt umittelbar bevorstanden.40 Deshalb war den katholischen “Zeloten“ jedes Mittel recht, um die Einheit des Glaubens wiederherzustellen.41 Die Katholiken waren zudem sehr darüber verärgert, dass die Krone die Hugenotten mal tolerierte, mal verfolgte.42

Durch böse Gerüchte und zahlreiche Pamphlete heizten beide Konfliktparteien die geladene Atmosphäre weiter an. So behaupteten die Katholiken, dass die Hugenotten, deren Versammlungen oft nachts stattfanden, die Kerzen zu löschen pflegten und nach dem Psalmensingen Sexorgien durchführten. Darauf entgegneten die Protestanten, dass der katholische Klerus lüstern sei und die Konkubinen des Klerus Teil von Tempelprostitution seien.43

Doch wie standen die Katholiken und Protestanten zur Gewaltfrage? Calvin, der Anführer der protestantischen Bewegung, lehnte Gewalt gegen den Herrscher grundsätzlich ab.44 Für ihn stellte die Rebellion gegen den König ein Verbrechen dar45, vom Königsmord ganz zu schweigen. Er erlaubte Widerstand nur dann, wenn die Princes du sang, also der Adel zusammen mit den Parlamenten, das Vorgehen der Regierung verurteilten.46 Calvins Aussage von 1559, dass ein Herrscher seine Befugnisse überschreite, wenn er sich Gott widersetze, wurde nach der Bartholomäusnacht von seinem Nachfolger Theodor de Beza und anderen führenden Calvinisten aufgegriffen und weiterentwickelt.47 Sie begründeten ihre Lehren mit dem Bibelwort, dass man „Gott mehr gehorchen müsse, als den Menschen“.48

Unter dem Eindruck der Ereignisse der Bartholomäusnacht veröffentlichte de Beza 1574 das politische Manifest der Reformierten mit dem Namen De jure magistratuum, welches das Recht auf Widerstand gegen Tyrannei erläuterte. Neu an dieser Schrift war, dass das Widerstandsrecht konstitutionalisiert wurde.49 De Beza argumentierte: Ein Tyrann sei kein rechtmäßiger Herrscher, deswegen müssten sich ihm alle widersetzen. Dieses Widerstandsrecht gelte für die politische Freiheit und erst recht für die Glaubensfreiheit.50 Wenn die Regierung nicht für Ordnung sorge, so sei das Individuum verpflichtet, einzugreifen und für Recht zu kämpfen.51 Vor allem Regierungsbeamte dürften sich gegen den Tyrannen wenden, wenn nötig auch mit Waffengewalt.52 Wichtig ist, dass er auch niedrigeren Magistraten (Stadträten) das Widerstandsrecht einräumte. Dies kam den Hugenotten zugute, zumal einige Städte unter hugenottischer Administration standen.53 Eine radikalere Theorie wurde von den „Monarchomanen“ um François Hotman entwickelt. Sie betrachteten den Mord des Tyrannen als ihre Pflicht.54 Die anfängliche Haltung, das Martyrium über sich ergehen zu lassen, verschwand je mehr sich die Massaker häuften.

Auf der katholischen Seite waren in hohem Maße die Geistlichen für die Eskalation der Gewalt verantwortlich. Um die Massen zu erreichen, redeten die Kleriker zum Volk, da nur wenige lesen konnten.55 Sie sorgten dafür, dass das Volk nicht auf die Toleranzpolitik des Königs „hereinfiel“.56 Der Klerus missbrauchte die Bibel für politische Zwecke. So wurde die Bibelstelle (Matthäus 12,25), in der Jesus Christus davon spricht, dass jedes geteilte Königreich zugrunde gehen würde, aus dem Kontext gerissen und auf Frankreich übertragen, mit der Begründung, dass Gott nicht mehr als eine Religion in Frankreich tolerieren könne.57 Die Priester stellten Religionszugehörigkeit und politisches Verhalten in einen kausalen Zusammenhang, indem sie behaupteten, dass die Ketzerei nicht nur die Erlösung des Einzelnen, sondern die gesamte soziale Ordnung bedrohe. Wer diese Ordnung störte, wäre somit des Todes würdig.58 Außerdem erklärten sie, dass die Häretiker versuchen würden, ganz Frankreich unter ihre Kontrolle zu bringen und alle wahren Anbeter zu töten.59 Die Kleriker hatten solch ein schlimmes Bild vom Gegner gezeichnet, dass die Katholiken nicht mehr daran zweifelten, dass die Hugenotten keine Menschen waren, sondern Würmer und Teufel, von Dämonen besessene Kreaturen, die umgebracht werden mussten. Das Massaker wurde zwangsläufig zum notwendigen Gottesdienst, zu einer radikalen Form der Messe. Die Täter blendeten aus, dass ihre Opfer Geschöpfe Gottes waren.60 Eindrucksvoll zeigt sich hier die Wirkung des gepredigten Wortes aus dem Mund des Klerus. Als die Menschen dann vom Wort zur Tat schritten, waren sie überzeugt, dass sie als Klerikale, Priester, Reiniger und Richter fungierten.61

[...]


1 Ilja Mieck: Die Entstehung des modernen Frankreich, 1450-1610. Strukturen, Institutionen, Entwicklungen, Stuttgart 1982, S. 263.

2 Mark Greengrass: Hidden Transcripts: Secret Histories and Personal Testimonies of Religious Violence in the French Wars of Religion, in: Mark Levene/Penny Roberts (Hg.): The Massacre in History, Oxford 1999, S. 69-88.

3 Ramon Voges: Macht, Massaker und Repräsentationen: Darstellungen asymmetrischer Gewalt in der Bildpublizistik Franz Hogenbergs, in: Jörg Baberowski/Gabriele Metzler (Hg.): Gewalträume: Soziale Ordnungen im Ausnahmezustand, Frankfurt am Main 2012, S. 32.

4 David El Kenz: Le « Massacre » est-il né aux Guerres de Religion?, in: La Révolution Française. Les Massacres aux Temps des Révolutions 3 (2011), S. 6.

5 Allan A. Tulchin: Massacres during the French Wars of Religion, in: Graeme Murdock/Penny Roberts/Andrew Spicer (Hg.): Ritual and Violence: Natalie Zemon Davis and Early Modern France, New York 2012, S. 105.

6 Natalie Zemon Davis: The Rites of Violence: Religious Riot in Sixteenth-Century France, in: Past and Present 59 (1973), S. 53-91.

7 Henry Heller: The Conquest of Poverty: The Calvinist Revolt in Sixteenth Century France, Leiden 1986.

8 Denis Crouzet: Dieu en ses Royaumes. Une Histoire des Guerres de Religion, Seyssel 2008.

9 Gabriel Audisio, Denis Crouzet: Les Guerriers de Dieu. La Violence au Temps des Troubles de Religion, vers 1525 - vers 1610, in: Revue de l'histoire des Religions, 211: 1 (1994), S. 109.

10 Shannon L. Speight: Social Context for Religious Violence in the French Massacres of 1572, Master thesis. Wright State University, USA 2010, S. 3f.

11 Alister E. McGrath: Johann Calvin: Eine Biographie, Zürich 1991, S. 228f.

12 Eckehard Quin: Personenrechte und Widerstandsrecht in der katholischen Widerstandslehre Frankreichs und Spaniens um 1600, Berlin 1999, S. 20.

13 McGrath: Johann Calvin, S. 232.

14 Mieck: Entstehung des modernen Frankreich, S. 112.

15 Ebd.

16 Robert J. Knecht: The Rise and Fall of Renaissance France, 1483-1610, Fontana 1996, S. 367.

17 McGrath: Johann Calvin, S. 239f.

18 Speight: Social Context for Religious Violence, S. 18.

19 McGrath: Johann Calvin, S. 245.

20 Roberta S. de la Roche: Collective Violence as Social Control, in: Sociological Forum 11:1 (1996), S. 100.

21 Mieck: Entstehung des modernen Frankreich, S. 264.

22 Quin: Personenrechte und Widerstandsrecht, S. 181ff.

23 Mieck: Entstehung des modernen Frankreich, S. 236.

24 Speight: Social Context for Religious Violence, S. 19.

25 Julien Coudy, Ernst Mengin: Die Hugenottenkriege in Augenzeugenberichten, München 1980, S. 14.

26 Mark Greengrass: France in the Age of Henri IV: The Struggle for Stability, New York 1984, S. 33.

27 Greengrass: Hidden Transcripts, S. 71.

28 Crouzet: Dieu en ses Royaumes, S. 109.

29 Ikonoklastische Aufstände

30 Ebd.

31 Hans J. Hillerbrand (Hg.): The Oxford Encyclopaedia of the Reformation, Bd. 3, New York 1996, S. 469.

32 Knecht: Rise and Fall, S. 367.

33 Barbara B. Diefendorf: The Religious Wars in France, in: Ronnie Po-chia Hsia (Hg.): A Companion to the Reformation World, Oxford 2004, S. 152.

34 Thomas Fuchs: Reformation, Tradition und Geschichte: Erinnerungsstrategien der reformatorischen Bewegung, in: Joachim Eibach/Marcus Sandl (Hg.): Protestantische Identität und Erinnerung, Göttingen 2003, S. 73.

35 Ebd.

36 Stuart Carroll: Martyrs and Murderers: The Guise Family and the Making of Europe, Oxford 2009, S. 195.

37 Mieck: Entstehung des modernen Frankreich, S. 235.

38 Eine große Streitfrage war die Lehre der Eucharistie. Die katholische Kirche lehrte, dass Jesus Christus im Abendmahl leibhaftig anwesend ist, während die Hugenotten lehrten, dass das Abendmahl nur ein Symbol ist.

39 Knecht: Rise and Fall, S. 366.

40 Tulchin: Massacres, S. 121.

41 Davis: Rites of Violence, S. 350.

42 Speight: Social Context for Religious Violence, S. 1.

43 Davis: Rites of Violence, S. 350.

44 Otto Weber, Matthias Freudenberg: Unterricht in der christlichen Religion, Neukirchen- Vluyn 2012 (Orig.: Calvin, Johannes: Institutio Christianae Religionis, Basel 1536), S. 852.

45 Ebd, S. 842.

46 Quin: Personenrechte und Widerstandsrecht, S. 38.

47 McGrath: Johann Calvin, S. 242.

48 Bibel: Apostelgeschichte Kapitel 5 Vers 29.

49 N. M. Sutherland: The Massacre of St. Bartholomew and the Problem of Spain, in: Soman, Alfred (Hg.): The Massacre of St. Bartholomew: Reappraisals and Documents, The Hague 1974, S. 28.

50 Ebd, S. 38.

51 Ebd, S. 49.

52 Ebd, S. 57.

53 Ebd, S. 29.

54 Quin: Personenrechte und Widerstandsrechte, S. 303ff.

55 Speight: Social Context for Violence, S. 38.

56 Ebd, S. 39.

57 Dahlia M. Leonardo: "Cut off This Rotten Member": The Rhetoric of Heresy, Sin, and Disease in the Ideology of the French Catholic League, in: The Catholic Historical Review 88:2 (2002), S. 253.

58 Quin: Personenrechte und Widerstandsrechte, S. 22.

59 Leonardo: Cut off This Rotten Member, S. 252.

60 Davis: Rites of Violence, S. 357.

61 Mack P. Holt: The French Wars of Religion, 1562–1629, Cambridge 2005, S. 88.

Ende der Leseprobe aus 27 Seiten

Details

Titel
Die Rolle der Massaker in den französischen Religionskriegen von 1562-1598
Hochschule
Universität Trier
Note
1,0
Autor
Jahr
2014
Seiten
27
Katalognummer
V513268
ISBN (eBook)
9783346105745
ISBN (Buch)
9783346105752
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Massaker, Hugenotten, Bartholomäusnacht, Religionskriege, Frühe Neuzeit
Arbeit zitieren
Denis Gusakov (Autor:in), 2014, Die Rolle der Massaker in den französischen Religionskriegen von 1562-1598, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/513268

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