Besonderheiten des ökologischen Erdbeeranbaus


Hausarbeit, 2020
22 Seiten, Note: 1,7

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Zielstellung

3. Ergebnisse aus der Literaturrecherche
3.1 Wahl des richtigen Standortes
3.2 Bodenpflege und Bodenvorbereitung
3.3 Fruchtfolge, Vorkulturen und Anbaupausen
3.4 Sortenwahl
3.5 Anbausysteme und Kulturführung
3.6 Düngung und Nährstoffzufuhr
3.7 Unkrautbekämpfung
3.8 Schädlingsbekämpfung

4. Diskussion der Ergebnisse

5. Zusammenfassung

Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Die Gartenerdbeere, Fragaria x ananassa, gehört botanisch zu den Sammelnussfrüchten und ist innerhalb der Familie der Rosengewächse, Rosaceae, anzusiedeln. Prinzipiell eine mehrjährige krautige Pflanze, wird sie aufgrund des geringen Ertrags älterer Vertre- ter meist nur einjährig angebaut.

In Deutschland wurden im Jahr 2016 auf rund 18.000 Hektar Erdbeeren angebaut, so - dass die Erdbeere in Deutschland nach dem Apfel die zweitwichtigste Kultur im Obst- bau darstellt und wirtschaftlich die größte Bedeutung innerhalb des Beerenobstes ein- nimmt (vgl. GARMING et al. 2018, S.105; SZALATNAY et al. 2011, S.34). Ökologisch er - zeugte Erdbeeren wurden in Deutschland im Jahr 2016 auf etwa 454 Hektar angebaut, womit der Bio-Anteil an der gesamten Erdbeerfläche nur 2,5% beträgt (vgl. SCHAACK et al. 2017, S.11). In den letzten Jahren hat die Nachfrage nach ökologisch erzeugten Erd- beeren kontinuierlich zugenommen, wodurch der Import dieser Früchte eine immer größere Rolle spielt, da die inländische Produktion den hohen Bedarf durch ein unzurei - chendes Angebot nicht zu decken weiß (vgl. RANK UND KRIEGHOFF 2017, S.8). Zwi - schen 30 und 40% der angebotenen Menge an frischen Erdbeeren in Deutschland wer - den importiert, dazu kommen noch gefrostete Erdbeeren, deren Importmenge ebenfalls in den letzten Jahren angestiegen ist (vgl. GARMING et al. 2018, S.127). Dem Bericht des Thünen-Instituts zufolge wird „die steigende inländische Produktion [wird] an - scheinend nicht verdrängt, vielmehr kann durch Importe der Angebotszeitraum dieser nur kurz lagerfähigen und daher sehr saisonalen Früchte verlängert werden, was auch die Nachfrage nach Inlandsware befeuert.“ (GARMING et al. 2018, S.127).

Doch im Vergleich zu anderen Beerenobstkulturen ist der Erdbeeranbau sehr arbeits - aufwändig, wobei sich die Hauptarbeit auf den Juni beschränkt und dort eine hohe Ar - beitsspitze auslöst, die bei anderen Obstkulturen bei weitem nicht in diesem Maß exis- tiert. Die Erträge schwanken besonders im ökologischen Erdbeeranbau stark, was in Er - tragsunsicherheiten resultiert (vgl. STEEN et al. 2013, S.2). Laut STEEN et al. (2013, S.2) sind die wichtigsten Ursachen hierfür der Erdbeerblütenstecher, die große Unkrautpro - blematik und verschiedene Wurzelfäulen. Auch Wettereinflüsse spielen hierbei eine große Rolle, da Erdbeeren beispielsweise sehr kälteempfindlich sind und sensibel auf Spätfröste reagieren.

Demzufolge ist der Anbau ökologisch erzeugter Erdbeeren aufgrund ihrer recht hohen Anfälligkeit für Pathogene und ihrer Witterungsabhängigkeit mit einem großen Anbau- risiko verbunden, weshalb dort besonders großen Wert auf Maßnahmen zur Vorbeugung gelegt werden muss (vgl. SCHMID 2010, S.3). Im Gegensatz zum konventionellen An - bau wird im biologischen Landbau auf leichtlösliche Mineraldünger verzichtet und stattdessen hofeigener Dünger eingesetzt, ebenso wird auf Herbizide verzichtet und im Gegenzug werden mechanische oder thermische Verfahren zur Unkrautregulierung an - gewendet, sowie die Bodengesundheit gefördert. Außerdem werden widerstandsfähige resistente Sorten genutzt und Nützlinge, sowie Pflanzenstärkungsmittel eingesetzt. Demnach kann im Ökolandbau eher selten auf direkten Pflanzenschutz und nicht auf chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel, wie Herbizide, Insektizide und weitere Mittel zurückgegriffen werden. Dies birgt große Herausforderungen für den Anbauer, der sich dann vor allem auf prophylaktische Methoden zum Schutz der Pflanzen berufen muss. Im Vergleich zum konventionellen Erdbeeranbau existieren folglich einige Be- sonderheiten bei der Kultivierung, deren Kenntnis die Schwierigkeiten beim Anbau vermindert.

2. Zielstellung

In Anbetracht der steigenden Nachfrage nach ökologisch erzeugten Erdbeeren und der wirtschaftlich großen Bedeutung des Erdbeeranbaus allgemein und des ökologischen im Besonderen, ist es von großer Wichtigkeit die Besonderheiten beim Anbau ökologischer Erdbeeren, vor allem im Vergleich zum konventionellen Anbau herauszuarbeiten.

Denn der biologische Erdbeeranbau steht vor allem aufgrund des hohen Unkrautdrucks, besonders auf bestimmten Böden, Schwierigkeiten gegenüber. Durch den Verzicht auf Herbizide wird das Hauptaugenmerk im ökologischen Landbau besonders auf das An - bausystem als Ganzes gerichtet. Der direkte Pflanzenschutz, wie Herbizide zur Un - krautbekämpfung oder Insektizide, Molluskide, Akarizide u.s.w. zur Schädlingsbekämp - fung im konventionellen Landbau, spielt hier nur eine untergeordnete Rolle, weshalb prophylaktische indirekte Maßnahmen einen wichtigen Stellenwert einnehmen (vgl. SCHMID 2010, S.13).

Die Untersuchung und Herausarbeitung von Methoden zur Vorbeugung von Krankheits- oder Schädlingsbefall und zur Gesunderhaltung der Pflanzen, welche zur Erzielung ei - nes höchstmöglichen Ertrags notwendig sind, ist Ziel dieser Arbeit. Diese betreffen un - terschiedlichste Aspekte, angefangen bei der Wahl des richtigen Standortes, der Boden- pflege bzw. -vorbereitung, über die passende Fruchtfolge mit den besten Vorkulturen und einzuhaltenden Anbaupausen, die Wahl der richtigen Sorte passend zum Standort und zu vorherrschenden Bedingungen, hin zum Anbau allgemein, welcher Pflanzenab - stand, Anbausystem und Kulturtechnik betrifft, und letztendlich die passende Düngung, Unkrautbekämpfungsmaßnahmen, Schädlingsbekämpfung und Pflanzenschutz generell.

3. Ergebnisse aus der Literaturrecherche

Beim ökologischen Erdbeeranbau gibt es einige Besonderheiten, die ihn vom konven- tionellen Anbau unterscheiden und die hauptsächlich vorbeugende Maßnahmen des in- direkten Pflanzenschutzes betreffen. Diese sind unabdingbar, um sowohl die Gesunder - haltung der Pflanze zu erhöhen als auch einen möglichst hohen Ertrag zu erzielen, damit die Wirtschaftlichkeit dieses Betriebszweigs erhalten bleibt. Wie bereits erwähnt, wird hier das Anbausystem als Ganzes betrachtet. Diese Vorgehensweise soll sich in dieser Arbeit widerspiegeln und alle einzelnen Stellschrauben beim Anbau miteinbeziehen, um der Pflanze ein optimales gesundes Wachstum zu garantieren.

3.1 Wahl des richtigen Standortes

Neben vielen weiteren Aspekten ist bei Erdbeeren die Wahl des Standortes von sehr großer Bedeutung, denn individuelle Standortverhältnisse wie Klima, Flächenbelastung, Bodenart und -fruchtbarkeit haben einen großen Einfluss auf das Wachstum und die Widerstandskraft der Pflanze (vgl. STEEN et al. 2013, S.158). Der Begriff Standort um - fasst hier alle Faktoren und deren Wechselwirkungen, die im Zusammenhang mit Kli - ma, Lage und Boden stehen.

Für den Anbau von Beeren eignen sich allgemein sonnige, luftige, aber vor starken Winden und Spätfrösten geschützte Lagen am besten (vgl. LIND 1998, S.89). Befindet sich der Standort in zu großer Nähe zu Waldgebieten, tritt vermehrt der Erdbeerblütens- techer auf, da Wälder für ihn das Überwinterungsquartier darstellen, aus denen die Rüs - selkäfer dann im Frühjahr in den Bestand einwandern (vgl. STEEN et al. 2013, S.23). Symptome sind angenagte und abgeknickte Blütenstiele und die Blütenknospen ver- trocknen und fallen ab, da sich in ihnen die Larven befinden (vgl. BÖRNER et al. 2009, S.255). Wiesen in unmittelbarer Nähe hingegen erhöhen das Risiko von Drahtwürmern und bei Lagen in Kälteseen können Spätfröste während der Blüte zu Ernteausfällen füh - ren (vgl. SCHMID 2010, S.4). Weiterhin sind verdichtete oder vernässte Böden ungüns - tig, denn Erdbeeren brauchen durchlässige Böden, sodass Nährstoffmangelerscheinun - gen, Wurzelfäulen und Ernteausfällen vorgebeugt werden kann (vgl. SCHMID 2010, S.4). Durch die Wahl des besten Standortes, die wichtigste vorbeugende Maßnahme des Pflanzenschutzes, kann der Erdbeeranbau in vielerlei Hinsicht simplifiziert werden, in - dem schlechte Bedingungen für den Anbau direkt im Voraus vermieden werden.

3.2 Bodenpflege und Bodenvorbereitung

Wie bereits erwähnt, benötigen Erdbeeren für ein optimales Wachstum möglichst durch - lässige, mittelschwere bis leichte Böden, die weder vernässt, noch verdichtet sein soll - ten. Dies ist wichtig, um eine gute Nährstoffversorgung der Pflanzen sicherzustellen und um Fäulen an den Wurzeln vorzubeugen, da beides den Ertrag mindern und sogar zu Ernteausfällen führen kann.

Bereitet man den Boden für die Pflanzung vor, sollten vorher kein unverrotteter Mist, grünes Pflanzenmaterial oder Stroh eingearbeitet werden, da das Wachstum der Pflan - zen sonst gehemmt werden könnte (vgl. SCHMID 2010, S.5). Auch sollte der Boden we - der zu nass noch zu trocken sein und eine Pflugsohle oder jegliche andere Art von Ver - dichtung bei der Bodenbearbeitung vermieden werden, um den Pflanzen ein optimales Wurzelwachstum zu ermöglichen (vgl. SCHMID 2010, S.5).

Die Bodenvorbereitung und die Pflege dessen nehmen demnach einen wichtigen Stel - lenwert im Erdbeeranbau, wie auch allgemein im Anbau, ein, um den Pflanzen eine ideale Grundlage zum optimalen Gedeihen und Wachsen zu bieten. Dadurch wird die Widerstandskraft und Robustheit der Pflanze gegenüber ungünstigen Witterungsbedin - gungen, sowie Schädlings- oder Krankheitsbefall erhöht und es kommt zu geringeren Ausfällen.

3.3 Fruchtfolge, Vorkultur und Anbaupausen

Vorkulturen und die passende Fruchtfolge spielen eine entscheidende Rolle, besonders im ökologischen Anbau, da über diese Kulturmaßnahmen eine gute Basis für den Erd - beeranbau geschaffen wird. Prinzipiell gilt, dass das Risiko der Übertragung von Patho - genen sinkt, je weiter entfernt die botanische Verwandtschaft der Vorkultur zur Erdbeere ist (vgl. LIND 1998, S.90).

Bekanntlich ist der Nachbau von Erdbeeren aufgrund bodenbürtiger Pathogene ein Pro - blem, welches durch die Optimierung der Fruchtfolge reduziert werden kann (vgl. SCHUBERT 2014). Laut SCHMID (2010, S.4) sollte außerdem zwischen zwei Erdbeerkul - turen eine mindestens drei- bis vierjährige Anbaupause liegen. Durch eine gezielte Fruchtfolge kann der Boden auch dauerhaft gestärkt werden, um so die Anfälligkeit der Erdbeerpflanzen für Schädlinge und Krankheiten zu verringern (vgl. STEEN et al. 2013, S. 155).

Für den Erdbeeranbau geeignete Vorkulturen sind eine einjährige Wiesenansaat, Buch - weizen, Getreide oder eine einjährige Gründüngung. Ungeeignet sind stark verunkraute - te Bestände, Naturwiese und Bestände, die den Boden in einem schlechten Strukturzu - stand hinterlassen (vgl. SCHMID 2010, S.4). Besonders auch Leguminosen als Vorkultur führen durch die Stickstofffixierung ihrer symbiontischen Knöllchenbakterien zu einer entscheidenden Verbesserung der Wachstumsbedingungen für Erdbeeren, ebenso wie für viele andere Kulturen (vgl. EIS et al. 2006, S.57). Ebenfalls als Vorkultur bewährt hat sich Winterroggen als Gründüngung im Versuchsbetrieb in Bamberg (vgl. SCHU- BERT 2014).

Vorkulturen stellen ebenfalls eine wichtige Komponente in der Unkrautregulierung im ökologischen Landbau dar, da sie den Unkrautdruck maßgeblich beeinflussen können.

3.4 Sortenwahl

Neben der Wahl des richtigen Standortes ist auch die Wahl der richtigen Sorte im Öko - landbau sehr wichtig, da die Erdbeere ganz unterschiedlich auf verschiedene Standorte reagiert und die Sorte dementsprechend sorgfältig ausgewählt werden muss. Seit dem Jahr 2004 wurden deshalb über 10 Jahre hinweg Erdbeersortenversuche unter ökologi - schen Anbaubedingungen im Gemüsebauversuchsbetrieb Bamberg der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau durchgeführt (vgl. SCHUBERT 2014). Aus den mehr als 70 Sorten, die teilweise über mehrere Jahre hinweg geprüft wurden, „werden robuste Sorten im Anbau mit guter Ertragsleistung, guten Fruchteigenschaften und aus - reichender sensorischer Qualität“, letztere vor allem im ökologischen Landbau aufgrund der Vermarktung zu höheren Preisen bedeutend, ausgesucht (SCHUBERT 2014). SCHMID (2010, S.8) ergänzt als weitere wichtige Kriterien die hohe innere Qualität der Früchte, eine hohe Widerstandskraft gegenüber Schadorganismen und eine hohe Ertragssicher - heit. Allerdings ist es aufgrund der großen Abhängigkeit der Sorte von den Verhältnis - sen des Bodens, den Klimabedingungen und der Vermarktungsform nicht möglich eine allgemein gültige Empfehlung für die passendste Erdbeersorte zu geben (vgl. SCHMID 2010, S.8).

Im Allgemeinen sollte(n) die ausgewählte(n) Sorte(n) möglichst unempfindlich und sehr widerstandsfähig sein, um die Wahrscheinlichkeit von Schäden und den Einfluss abioti - scher und biotischer Faktoren auf den wirtschaftlichen Erfolg so gering wie möglich zu halten. Beispielsweise können so die robustesten Sorten für einen verticilliumbelasteten Standort ausgesucht werden, damit diese Fläche für den Anbau nicht verloren geht.

[...]

Ende der Leseprobe aus 22 Seiten

Details

Titel
Besonderheiten des ökologischen Erdbeeranbaus
Hochschule
Humboldt-Universität zu Berlin
Note
1,7
Autor
Jahr
2020
Seiten
22
Katalognummer
V513531
ISBN (eBook)
9783346104922
ISBN (Buch)
9783346104939
Sprache
Deutsch
Schlagworte
besonderheiten, erdbeeranbaus
Arbeit zitieren
Lisa Stahlschmitt (Autor), 2020, Besonderheiten des ökologischen Erdbeeranbaus, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/513531

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