Das Ziel dieser Arbeit besteht darin, die DIN EN ISO 9001:2015 auf der Grundlage der Qualitätsdifferenzierung für Dienstleistungs- und produzierende Unternehmen auszulegen. Darüber hinaus soll im Kontext des ganzheitlichen Managementgedankens, sowie der herausgestellten Effizienz einer Prozessorientierung, ein Bezug zu der Integration von Managementsystemen hergestellt werden.
Als Ergebnis ist somit zum einen eine branchenspezifische Auslegung der DIN EN ISO 9001:2015 beabsichtigt, um eine Sensibilisierung der Unterschiedlichkeit von Qualität und dessen Management branchenspezifisch zu schaffen. Zum anderen soll eine beispielhafte Integration auf Basis der unterschiedlichen Prozessstrukturen der Branchen dargestellt werden, damit eine Grundlage für die Anwendung des prozessorientierten Integrationsansatzes visualisiert werden kann.
Die Einleitung dieser Arbeit erfolgt durch den Bezug auf Herausforderungen von Unternehmen durch aktuelle Marktbedingungen und die Implementierung von Qualitätsmanagementsystemen (QMS) als Wettbewerbsvorteil. Um hierbei eine Eingrenzung der Thematik zu schaffen, wird sich insbesondere auf einen Vergleich zwischen Dienstleistungs- und produzierende Unternehmen bezogen.
Anschließend an die Einleitung folgt im zweiten Kapitel die Vorstellung und Abgrenzung der zu vergleichenden Branchen, sowie einer Differenzierung von Sachgütern und Dienstleistungen auf Grundlage der unterschiedlichen Eigenschaften der Leistungen. Weiterhin werden im dritten und vierten Kapitel eine Definition vom Aufbau und der Strukturvon Unternehmen, sowie einem ganzheitlichen Management als Basis des in Kapitel fünf definierten Qualitätsmanagements vorgenommen.
Im fünften Kapitel wird neben einer branchenspezifischen Differenzierung von Qualität, das Qualitätsmanagement branchenspezifisch ausgelegt, sowie die DIN EN ISO 9001:2015 als mögliche Normierung vorgestellt. Als Bezugspunkt für die in Kapitel sechs ausgearbeitete Integration, wird zudem das Umweltmanagementsystem erläutert. Das sechste Kapitel bezieht sich auf die im Rahmen dieser Arbeit einbezogenen Integrationsansätze von Managementsystemen, zuzüglich einer vergleichenden Auswertung der Ansätze auf Basis literaturbasierter Bewertungskriterien. Weiterhin wird in Betrachtung einer Prozessorientierung im Unternehmen im siebten Kapitel das Prozessmanagement definiert.
Inhaltsverzeichnis
1 Einführung
1.1 Problemstellung
1.2 Aufbau
1.3 Methodik
1.4 Zielsetzung der Arbeit
2 Vorstellung der Vergleichsbranchen
2.1 Dienstleistungsbranche
2.2 Branche der produzierenden Unternehmen
3 Aufbau und Strukturen in Unternehmen
3.1 Aufbau- und Ablauforganisation
3.2 Unternehmensstrukturen
4 Management in Unternehmen
4.1 Managementebenen
4.1.1 Normatives Management
4.1.2 Strategisches Management
4.1.3 Operatives Management
4.2 Dynamisches Management in Unternehmen
4.3 Ganzheitliches Denken im Management
5 Qualitätsmanagement
5.1 Definition des Qualitätsbegriffs
5.2 Qualitätsdefinition in produzierenden Unternehmen
5.3 Dienstleistungsqualität
5.4 Vergleichsmatrix der Qualitätsdefinitionen
5.5 Definition Qualitätsmanagement
5.6 Qualitätsmanagementsysteme
5.6.1 Managementsysteme
5.6.2 Definition von Qualitätsmanagementsystemen
5.6.3 Definition der nationalen und internationalen Standardisierungsformen
5.6.4 ISO 9001 als Qualitätsmanagement-Zertifizierung
5.6.5 Umweltmanagement als Bezugspunkt
5.7 Unterschiede eines Qualitätsmanagements zwischen Dienstleister und Produzent
5.7.1 Aufbau der branchenspezifischen Qualitätsmanagementmatrix
5.7.2 Auswertung der Vergleichsmatrix
5.7.3 Adaption der Differenzierung auf Qualitätsmanagementsysteme
6 Integrierte Managementsysteme
6.1 Integrationsansätze von Managementsystemen
6.1.1 Additiver Integrationsansatz
6.1.2 Partieller Integrationsansatz
6.1.3 Systemübergreifender Integrationsansatz
6.1.4 Prozessorientierter Integrationsansatz
6.2 Bewertungskriterien der Integrationsansätze
6.2.1 Auswertung der Integrationsansätze auf Grundlage der Kriterien
6.2.2 Auswertungsmatrix der Integrationsansätze
7 Prozessmanagement in Unternehmen
7.1 Prozessmanagement
7.2 Prozessdefinition
7.3 Idealtypische Prozesse
7.4 Unternehmensspezifische Adaption der idealtypischen Prozesse
8 Konzeptionelle Ausarbeitung der DIN EN ISO 9001 für Dienstleistungs- und produzierende Unternehmen und Integrationsbeispiel
8.1 Ausarbeitungsergebnisse auf Grundlage der DIN EN ISO 9001:2015
8.1.1 Abschnitt 4: Kontext der Organisation
8.1.2 Abschnitt 5: Führung
8.1.3 Abschnitt 6: Planung
8.1.4 Abschnitt 7: Unterstützung
8.1.5 Abschnitt 8: Betrieb
8.1.6 Abschnitt 9: Bewertung der Leistung
8.2 Beispielhafte Integration von Elementen der DIN EN ISO 14001:2015
8.2.1 Abschnitt 4.2: Verstehen der Erfordernisse und Erwartungen interessierter Parteien
8.2.2 Abschnitt 4.3: Festlegung des Anwendungsbereichs des Umweltmanagementsystems
8.2.3 Abschnitt 5.2: Umweltpolitik
8.2.4 Abschnitt 7.3: Bewusstsein
9 Integration der Qualitätsmanagementsysteme in die Unternehmensprozesse
9.1 Integration in die Führungsprozesse
9.2 Integration in die Kernprozesse
9.2.1 Integration in die spezifischen Dienstleistungsprozesse
9.2.2 Integration in die spezifischen Prozesse produzierender Unternehmen
9.3 Integration in die Supportprozesse
9.4 Vor- und Nachteile einer Integration
10 Fazit
10.1 Zusammenfassung
10.2 Ausblick
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Die Arbeit verfolgt das Ziel, die Norm DIN EN ISO 9001:2015 als Qualitätsmanagementsystem auf Basis einer branchenspezifischen Qualitätsdifferenzierung für Dienstleistungs- und produzierende Unternehmen auszulegen. Dabei wird untersucht, wie durch einen prozessorientierten Integrationsansatz eine ganzheitliche Managementstruktur geschaffen werden kann, die sowohl die Effizienz steigert als auch die Transparenz innerhalb der Unternehmensprozesse erhöht.
- Vergleich der Leistungs- und Qualitätsmerkmale zwischen Dienstleistungs- und produzierenden Branchen
- Analyse und Bewertung verschiedener Integrationsansätze für Managementsysteme
- Konzeptionelle Auslegung der DIN EN ISO 9001:2015 für unterschiedliche Unternehmensstrukturen
- Integration von Umweltmanagementsystemen (DIN EN ISO 14001:2015) in bestehende Prozesslandschaften
- Prozessorientierte Verknüpfung von Führung-, Kern- und Supportprozessen
Auszug aus dem Buch
3.1 Aufbau- und Ablauforganisation
Eine Organisation wird im Rahmen dieser Arbeit als Gesamtheit von Maßnahmen und Strukturen gesehen, durch welche ein soziales System geordnet wird. In dem sozialen System werden die zugehörigen Menschen und ihre Arbeitsaktivitäten durch die Maßnahmen und Strukturen strukturiert und ganzheitliche Ziele können realisiert werden (vgl. BEA F. X. ET AL., 2019, S. 352). Die Organisation wird somit hier als Instrument gesehen, welches zur Realisierung der gesamtheitlichen Unternehmensziele beiträgt.
Innerhalb einer solchen Organisation kann zwischen einer Aufbau- und einer Ablauforganisation (auch Prozessstruktur genannt) unterschieden werden. Von einer Aufbauorganisation wird im Sinne einer Strukturierung eines Unternehmens gesprochen, in welcher in Positionen und Abteilungen gegliedert wird. Dagegen wird unter einer Ablauforganisation die Tätigkeit verstanden, die auf einer bestimmten Unternehmensposition in einer bestimmten Abteilung ausgeführt wird (vgl. WILHELM R., 2007, S. 10).
Die Aufbauorganisation kann weiterhin als fixe, organisatorische Infrastruktur eines Unternehmens verstanden werden, welche die Gesamtheit aller Unternehmensprozesse umfasst. Die Ablauforganisation kann dagegen als flexible Unternehmensstruktur verstanden werden. Hierbei werden die Zusammenhänge einzelner Tätigkeiten zu den gesamtheitlichen Unternehmensprozessen, sowie die zeitliche und räumliche Abstimmung fokussiert (vgl. SCHUH G. ET AL., 2011, S. 135).
In der Vergangenheit kam es vermehrt dazu, dass sich Unternehmen mehr auf die Aufbauorganisation konzentriert haben, als auf die Ablauforganisation. Ab den 90er Jahren ist dann ein Umdenken in Kraft getreten, durch welches die Aktivitäten innerhalb einer Position stärker fokussiert wurden als zuvor und ein Prozessdenken in die Unternehmen impliziert wurde. Im Zuge dessen wurde die „Ablauforganisation“ durch „Prozessorganisation“ ersetzt.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einführung: Die Einleitung beleuchtet die Herausforderungen durch Marktveränderungen und die Rolle von Managementsystemen, wobei das Ziel der Arbeit in der differenzierten Auslegung der DIN EN ISO 9001:2015 liegt.
2 Vorstellung der Vergleichsbranchen: Es erfolgt eine Abgrenzung zwischen der Dienstleistungsbranche und dem produzierenden Gewerbe, wobei insbesondere die Immaterialität der Dienstleistung vs. die materielle Greifbarkeit von Sachgütern hervorgehoben wird.
3 Aufbau und Strukturen in Unternehmen: Dieses Kapitel erläutert die Grundlagen von Aufbau- und Ablauforganisation und zeigt den historischen Wandel hin zur Prozessorientierung auf.
4 Management in Unternehmen: Es werden die Ebenen des normativen, strategischen und operativen Managements sowie der Ansatz des dynamischen und ganzheitlichen Managements detailliert.
5 Qualitätsmanagement: Dieses Kapitel definiert den Qualitätsbegriff branchenspezifisch und setzt sich intensiv mit der ISO 9001 Normenreihe sowie der Matrix-basierten Differenzierung auseinander.
6 Integrierte Managementsysteme: Es werden verschiedene Integrationsansätze (additiv, partiell, systemübergreifend, prozessorientiert) bewertet und hinsichtlich ihrer Integrationskraft analysiert.
7 Prozessmanagement in Unternehmen: Hier werden Prozesskategorien in Kern-, Führungs- und Supportprozesse unterteilt und grafisch für beide Branchen adaptiert.
8 Konzeptionelle Ausarbeitung der DIN EN ISO 9001 für Dienstleistungs- und produzierende Unternehmen und Integrationsbeispiel: Der Hauptteil analysiert die Abschnitte der DIN EN ISO 9001:2015 sowie die beispielhafte Integration der Umweltmanagementnorm ISO 14001.
9 Integration der Qualitätsmanagementsysteme in die Unternehmensprozesse: Dieses Kapitel verknüpft die normativen Anforderungen mit der prozessorientierten Struktur des Unternehmens.
10 Fazit: Die Arbeit schließt mit einer Zusammenfassung der Erkenntnisse zur prozessorientierten Integration und einem Ausblick auf zukünftige Managementanforderungen.
Schlüsselwörter
Qualitätsmanagement, DIN EN ISO 9001:2015, Prozessmanagement, Dienstleistungsqualität, Produzierendes Gewerbe, Integrierte Managementsysteme, Prozessorganisation, Qualitätsdifferenzierung, Normenintegration, Kundenorientierung, Wertschöpfung, Unternehmensstruktur, Zertifizierung, Leistungsfähigkeit, Prozessorientierung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit primär?
Die Arbeit untersucht, wie die Qualitätsmanagementnorm DIN EN ISO 9001:2015 in unterschiedlichen Unternehmensarten (Dienstleistung vs. Produktion) spezifisch angewendet werden kann, um eine effiziente, ganzheitliche Prozessstruktur zu schaffen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die zentralen Schwerpunkte liegen auf der Differenzierung von Qualitätsdefinitionen zwischen Branchen, der Analyse von Integrationsansätzen für Managementsysteme und der operativen Umsetzung der Normen in der Prozesslandschaft.
Welches primäre Ziel verfolgt die Forschungsarbeit?
Das Hauptziel besteht in der Erarbeitung einer konzeptionellen Basis, die es Unternehmen ermöglicht, ihre Managementsysteme branchenspezifisch und prozessorientiert auszugestalten.
Welche wissenschaftlichen Methoden wurden verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse und dem Vergleich von Branchentypologien, die in einer Bewertungsmatrix für verschiedene Integrationsmodelle mündet.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung des Prozessmanagements, die Analyse der Normabschnitte der DIN EN ISO 9001:2015 und die praktische Übertragung dieser auf Kern-, Führungs- und Supportprozesse.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Qualitätsmanagement, Prozessorientierung, Integrationsansätze, Dienstleistungs- und Sachgüterbranchen sowie Normenkonformität bestimmt.
Wie unterscheidet sich die Qualitätssicherung bei Dienstleistern von der in der Produktion?
Während in der Produktion die Qualität oft am materiellen Produkt und dem abgeschlossenen Produktionsprozess festgemacht wird, ist sie bei Dienstleistern aufgrund der Immaterialität, der Untrennbarkeit von Erstellung und Konsum sowie der direkten Kundenbeteiligung deutlich komplexer und interaktiver.
Warum ist die Prozessorientierung für moderne Managementsysteme entscheidend?
Prozessorientierung ermöglicht eine ganzheitliche Sichtweise, die Silo-Strukturen aufbricht, die Transparenz erhöht und eine flexiblere Reaktion auf Marktanforderungen und Kundenwünsche erlaubt.
Welchen Stellenwert nimmt die DIN EN ISO 14001:2015 in dieser Arbeit ein?
Sie dient als exemplarisches Beispiel für die Integration weiterer Managementsysteme in ein bestehendes QM-System, um Synergien zu nutzen und die Komplexität bei der Umsetzung zu reduzieren.
- Arbeit zitieren
- Anonym (Autor:in), 2019, Die DIN EN ISO 9001:2015 als Konzept einer branchenspezifischen Auslegung integrierter Managementsysteme mit Bezug zum prozessorientierten Integrationsansatz, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/513729