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Die Berichterstattung über die Ermordung Walther Rathenaus

Ein Vergleich der Reaktionen der zwei größten jüdischen Zeitschriften der Weimarer Republik

Title: Die Berichterstattung über die Ermordung Walther Rathenaus

Term Paper (Advanced seminar) , 2019 , 19 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Jana Sosnitzki (Author)

History of Germany - World War I, Weimar Republic
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"1933 kamen die Nazis an die Macht und dann waren alle Deutschen Antisemiten", ist eine Aussage, die politische und ideengeschichtliche Entwicklung in der Weimarer Republik für nichtig oder als irrelevant deklariert und diese als eine reine "Zwischenzeit" zwischen den zwei Weltkriegen abtut. So darf und kann die Zeit der Weimarer Republik jedoch nicht gesehen werden, denn dort gab es bereits starke antisemitische Hetze und gewaltsame Ausschreitungen. Einen ersten Höhepunkt der antisemitischen Gewalt stellte die Ermordung des jüdisch-deutschen Außenministers Walther Rathenau dar.

Die Deutschvölkischen hetzten schon seit einiger Zeit gegen ihn, jedoch nicht wegen seiner politischen Entscheidungen. Die Weimarer Republik war eine Zeit in der jüdische Zeitungen eine Blütezeit erlebten und vermehrt tagespolitische Geschehnisse aufgriffen. Um einen kleinen Einblick in die Wahrnehmung des Rathenaumordes der deutschen Juden zu bekommen, werden in dieser Arbeit die Reaktionen, in Form von Zeitungsartikeln, der zwei auflagenstärksten jüdischen Zeitungen der Zeit, der C.V.-Zeitschrift und der Jüdischen Rundschau, verglichen.

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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Historischer Kontext zur Ermordung Walther Rathenaus

3. Analyse der Quellen

3.1. Jüdische Rundschau

3.1.1. Kontext der Jüdischen Rundschau

3.1.2. Jüdische Rundschau 27. Jg Nr. 51 (27.06.1922)

3.2. C.V.-Zeitung

3.2.1. Kontext der C.V.-Zeitung

3.2.2. C.V.-Zeitung 1. Jg Nr. 9 (30.06.1922)

4. Unterschiede und Gemeinsamkeiten

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die unterschiedlichen Reaktionen der zwei auflagenstärksten jüdisch-deutschen Zeitschriften der Weimarer Republik, der „Jüdischen Rundschau“ und der „C.V.-Zeitung“, auf die Ermordung des Außenministers Walther Rathenau. Das zentrale Ziel besteht darin, die inhaltliche Ausrichtung, sprachliche Gestaltung sowie die spezifische Intention beider Publikationen in Bezug auf die Instrumentalisierung des Mordes für ihre jeweiligen politischen Ziele zu vergleichen.

  • Historischer Kontext der Ermordung Walther Rathenaus und Rolle des Alldeutschen Verbands
  • Analyse und Interpretation der Berichterstattung in der zionistisch geprägten "Jüdischen Rundschau"
  • Analyse und Interpretation der Anklageschrift in der "C.V.-Zeitung"
  • Vergleichende Untersuchung der sprachlichen Stilmittel und politischen Absichten
  • Rolle des Antisemitismus in der Weimarer Republik und dessen Wahrnehmung in der jüdischen Presse

Auszug aus dem Buch

3.1.2. Jüdische Rundschau 27. Jg Nr. 51 (27.06.1922)

Die vorliegende Quelle ist ein Zeitungsartikel der Jüdischen Rundschau mit dem Titel „Rathenau“, veröffentlicht am 27.06.1922 auf der dritten Seite der 51. Ausgabe. Der Autor wird nur mit den Initialen F.L. angegeben, wobei es sich vermutlich um den ehemaligen Chefredakteur Fritz Löwenstein (1918-1919) handelte.

Der Zeitungsartikel wurde auf der dritten Seite der Ausgabe abgedruckt und die Schlagzeile der Ausgabe ist „Die Lords gegen das Palästinamandat. Überraschende Abstimmung im Oberhaus – Große prozionistische Rede Balfours – Eine Erklärung der Zionistischen Exekutive“. Die Zeitung maß der Abstimmung im Oberhaus eine höhere Relevanz als der Ermordung Walter Rathenaus zu. Die Quelle kann in vier Abschnitte gegliedert werden, deren Inhalt kurz wiedergegeben wird, um dann eine sprachliche und inhaltliche Deutung auf Grundlage des historischen Kontexts des Rathenaumordes und der Zeitung anzuschließen.

Der erste kurze Abschnitt setzt die Leserin oder den Leser in Kenntnis über die Ermordung des Außenminister Walther Rathenau. Gleichzeitig verweist der Autor auf die „Verschärfung der republikfeindlichen, deutschvölkischen und antisemitischen Tendenzen“ und auf den Umstand, dass der Außenminister trotz erhaltender Warnungen keinen polizeilichen Schutz wünschte.

Im folgenden Abschnitt werden die Beziehung von Rathenau zum Judentum und ein Teil seines Werdegangs beschrieben. Er sei einer jüdischen Familie entstammt, aber in seinem eigenen Bewusstsein wenig jüdisch gewesen. Dennoch habe der Charakter des Außenministers „viele Grundzüge jüdischer Eigenart“ besessen. Kurz werden die Tätigkeiten Rathenaus im Industrieunternehmen seiner Familie und seine Autorentätigkeit, in der er ebenfalls jüdische Fragen aufgriff, angeschnitten.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die historische Relevanz der Weimarer Republik ein und erläutert die Fragestellung bezüglich der Berichterstattung über den Mord an Walther Rathenau.

2. Historischer Kontext zur Ermordung Walther Rathenaus: Dieses Kapitel skizziert die Rolle des Alldeutschen Verbands und die Radikalisierung antisemitischer Strömungen, die zu einer Atmosphäre der Gewalt führten, welche den Mord an Rathenau begünstigte.

3. Analyse der Quellen: Dieser Hauptteil analysiert detailliert die Artikel der „Jüdischen Rundschau“ und der „C.V.-Zeitung“, wobei sowohl der inhaltliche Fokus als auch die Intentionen der Autoren untersucht werden.

4. Unterschiede und Gemeinsamkeiten: Hier werden die Ergebnisse der Quellenanalyse gegenübergestellt, um die signifikanten Differenzen in der journalistischen Verarbeitung und die Gemeinsamkeit der politischen Instrumentalisierung herauszuarbeiten.

5. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bestätigt, dass beide Zeitungen den Mord primär nutzten, um für ihre spezifischen politischen Wege der Antisemitismusbekämpfung zu werben.

Schlüsselwörter

Walther Rathenau, Weimarer Republik, C.V.-Zeitung, Jüdische Rundschau, Antisemitismus, Alldeutscher Verband, Instrumentalisierung, politische Agitation, Zionismus, Central-Verein, Pressegeschichte, Attentat, Deutschvölkischer Schutz- und Trutzbund, jüdische Identität, Weimarer Politik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit analysiert die Reaktionen der zwei bedeutendsten jüdisch-deutschen Zeitschriften auf das Attentat auf Walther Rathenau im Jahr 1922.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Im Fokus stehen die Berichterstattung über das Attentat, die antisemitische Agitation der Weimarer Zeit sowie die politische Selbstbehauptung jüdischer Organisationen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist der Vergleich der unterschiedlichen journalistischen Strategien und der Absichten hinter der Berichterstattung der „C.V.-Zeitung“ und der „Jüdischen Rundschau“.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine vergleichende Quellenanalyse, die den Inhalt, die sprachliche Gestaltung und den historischen Kontext der Zeitungsartikel untersucht.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil bietet eine Einordnung des historischen Kontextes, eine detaillierte Analyse der Artikel von F.L. sowie Alfred Wiener und einen anschließenden Vergleich beider Publikationen.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Antisemitismus, Instrumentalisierung, zionistische Ausrichtung, Central-Verein und politischer Mord.

Warum wird im Artikel der C.V.-Zeitung von „Anklagen“ gesprochen?

Der Autor Alfred Wiener nutzte den Artikel bewusst als politische Anklageschrift, um die Mitverantwortung der Deutschvölkischen, der Deutschnationalen Volkspartei und der Justiz für den Mord zu verdeutlichen.

Wie unterscheidet sich die Jüdische Rundschau in ihrer Darstellung?

Die Jüdische Rundschau verbindet die Nachricht vom Mord mit der zionistischen Forderung nach einer Rückkehr zum jüdischen „Stamm“ und der Gründung eines jüdischen Staates als Ausweg aus der deutschen Antisemitismus-Krise.

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Details

Title
Die Berichterstattung über die Ermordung Walther Rathenaus
Subtitle
Ein Vergleich der Reaktionen der zwei größten jüdischen Zeitschriften der Weimarer Republik
College
University of Siegen  (Historisches Seminar)
Grade
1,0
Author
Jana Sosnitzki (Author)
Publication Year
2019
Pages
19
Catalog Number
V513748
ISBN (eBook)
9783346101167
ISBN (Book)
9783346101174
Language
German
Tags
Rathenau Walter Antisemitismus Weimarer Republik Ermordung Mord Politischer Mord jüdische Zeitschriften Jüdische Rundschau C.V.-Zeitung Allgemeine Zeitung des Judentums Deutschland Vergleich
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Jana Sosnitzki (Author), 2019, Die Berichterstattung über die Ermordung Walther Rathenaus, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/513748
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