Diese Arbeit stellt die beiden Romane "Großes Solo für Anton" von Herbert Rosendorfer und "Die Arbeit der Nacht" von Thomas Glavinic gegenüber. Der Schwerpunkt liegt auf der Fragestellung, ob die beiden Robinsonfiguren sich in ihrem Handeln ähneln. Es wird davon ausgegangen, dass beide Werke Robinsonaden sind. Verglichen werden die Romane vor allem anhand der von Mara Stuhlfauth erarbeiteten Grundmerkmale für dieses Genre. Um langsam in das Thema einzuführen, folgt ein kurzer geschichtlicher Rückblick auf den Ursprung der Robinsonaden. Dann werden die genannten Grundmerkmale sowie einige weitere Fakten zur Gattung der Robinsonade vorgestellt. Anschließend wird, mit Hilfe von zwei Analysen, näher auf den Inhalt und besondere Auffälligkeiten in Bezug auf das Handeln der beiden Helden eingegangen.
Gegründet wurde die eigenständige Gattung der Robinsonade durch das 1719 veröffentlichte Werk "The Life and Strange Surprising Adventures of Robinson Crusoe of York, Mariner" von Daniel Defoe. In diesem Roman geht es um den Helden Robinson Crusoe, der nach einem Schiffsunglück alleine auf einer ihm unbekannten Insel in der Karibik strandet. Dort muss er um sein Überleben kämpfen und mit den von der Natur gegebenen Mitteln auskommen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Kurzer Rückblick zum Ursprung der Gattung Robinsonade
3. Grundmerkmale der Gattung Robinsonade
4. Analyse zu dem Roman: „Großes Solo für Anton“
5. Analyse zu dem Roman: „Die Arbeit der Nacht“
6. Vergleich der beiden Romane
6.1. Gemeinsamkeiten
6.2. Unterschiede
7. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht anhand der beiden Romane „Großes Solo für Anton“ von Herbert Rosendorfer und „Die Arbeit der Nacht“ von Thomas Glavinic die Fragestellung, ob sich die jeweiligen Robinsonfiguren in ihrem Handeln in einer isolierten Situation ähneln. Ziel ist es, die Romane unter Anwendung der von Mara Stuhlfauth definierten Grundmerkmale des Genres Robinsonade zu analysieren und komparativ gegenüberzustellen.
- Historischer Ursprung und Definition der Gattung Robinsonade
- Analyse der fünf thematischen Grundmuster der Robinsonade nach Stuhlfauth
- Detaillierte Charakterisierung der Handlungsweisen von Anton L. und Jonas
- Gegenüberstellung von Gemeinsamkeiten und Unterschieden in der Krisenbewältigung
- Psychologische und soziologische Aspekte des modernen Robinson-Motivs
Auszug aus dem Buch
4. Analyse zu dem Roman: „Großes Solo für Anton“
Der 1981 erschienene Roman „Großes Solo für Anton“, geschrieben von Herbert Rosendorfer, weist viele Merkmale der Gattung Robinsonade auf. Rosendorfer geht der Frage nach, wie ein komplett alleingelassener Mensch in der modernen Welt zurecht kommen könnte.
Im Folgenden teile ich den Roman in vier Sinnabschnitte ein, anhand derer man die Wandlung im Verhalten der Hauptfigur Anton L. erkennen kann. Die Seitenzahlen der Abschnitte sind nur grobe Angaben, denn an vielen Stellen liegen auch Überlappungen oder Rückblicke vor.
Im ersten Abschnitt werden einige Charakteristika Anton L.s angesprochen, sowie seine ersten Reaktionen und Handlungen auf die Katastrophe beschrieben.
Anton L. lebt zur Untermiete bei Herrn und Frau Hommer in einem kleinen Zimmer. In dem Haushalt gibt es genaue Regelungen darüber, wann er sich in welchem der Gemeinschaftsräume aufhalten darf. Er hat eine Vorliebe, alles in Quartale einzuteilen. So bezeichnet er sich als Quartalshypochonder (er leidet unter imaginären „Sonnengeflechtsstörungen“), Quartalssäufer und Quartalsreiniger (zu den Reinigungszeiten reinigt er sich exzessiv). Diese zahlreichen Neologismen veranschaulichen die Kreativität mit der Anton L. nach neuen manischen Beschäftigungen sucht.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Arbeit führt in das Thema Robinsonade ein und stellt die zentrale Fragestellung zum Handlungsvergleich der beiden Romanfiguren vor.
2. Kurzer Rückblick zum Ursprung der Gattung Robinsonade: Dieses Kapitel erläutert die Entstehung der Gattung ausgehend von Defoes „Robinson Crusoe“ als sozialwissenschaftliches Gedankenexperiment.
3. Grundmerkmale der Gattung Robinsonade: Hier werden die fünf thematischen Grundmuster nach Mara Stuhlfauth vorgestellt, die als analytisches Raster für die Hausarbeit dienen.
4. Analyse zu dem Roman: „Großes Solo für Anton“: Das Kapitel untersucht die Entwicklung von Anton L. in der postapokalyptischen Welt und unterteilt den Roman in vier Sinnabschnitte.
5. Analyse zu dem Roman: „Die Arbeit der Nacht“: Dieser Abschnitt analysiert die Isolation von Jonas in Wien und die Rolle des Träumens sowie der Suche nach Erklärungen.
6. Vergleich der beiden Romane: Die Kapitel 6.1 und 6.2 stellen Gemeinsamkeiten und Unterschiede der beiden Protagonisten in Bezug auf ihre Isolation, ihr Handeln und ihre mentale Verfassung gegenüber.
7. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bestätigt, dass die Helden trotz ähnlicher Ausgangslagen unterschiedlich auf ihre Isolation reagieren.
Schlüsselwörter
Robinsonade, Herbert Rosendorfer, Thomas Glavinic, Isolation, Postapokalypse, Robinson-Figur, Mara Stuhlfauth, Moderne Literatur, Entfremdung, Überlebensstrategien, Wahnsinn, Identitätsverlust, Gattungsmerkmale, Handlung, Vergleich.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit einem Vergleich der beiden Romane „Großes Solo für Anton“ und „Die Arbeit der Nacht“ unter dem Aspekt der modernen Robinsonade.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Zentrale Themen sind die Isolation von Individuen, das Handeln in einer Welt ohne Mitmenschen, die Bewältigung des Alltags und die psychologische Entwicklung der Protagonisten.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist die Beantwortung der Forschungsfrage, ob sich die beiden Robinsonfiguren in ihrem Handeln und ihrem Umgang mit der Isolation ähneln.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt die literaturwissenschaftliche Analyse anhand der von Mara Stuhlfauth erarbeiteten fünf Grundmerkmale für die Gattung der Robinsonade.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in zwei Einzelanalysen der Romane sowie einen anschließenden komparativen Vergleich der Gemeinsamkeiten und Unterschiede.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Robinsonade, Isolation, moderne Identität, Überlebensstrategien und der Vergleich der spezifischen Roman-Charaktere Anton L. und Jonas.
Welche Rolle spielt der Wahnsinn bei Anton L.?
Der Wahnsinn entwickelt sich bei Anton L. als Folge der Isolation, wobei die Katastrophen metaphorisch für seinen mentalen Zusammenbruch und den Verlust der alten kulturellen Welt stehen.
Warum endet der Roman „Die Arbeit der Nacht“ mit einem Suizid?
Jonas begeht Selbstmord, da er aus Verzweiflung und der ausweglosen Angst vor dem „Schläfer“ sowie dem Verlust jeglicher Hoffnung auf eine Rückkehr der Menschheit keinen anderen Ausweg sieht.
- Arbeit zitieren
- Franziska Michels (Autor:in), 2015, Robinsonfiguren in den Romanen "Großes Solo für Anton" von Herbert Rosendorfer und in "Die Arbeit der Nacht" von Thomas Glavinic, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/513885