Lehrmethoden in der Erwachsenenbildung


Hausarbeit, 2005

17 Seiten, Note: 1


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Was bedeutet Erwachsenenbildung?
2.1 Kurze Geschichte Erwachsenenbildung
2.2 Aufgaben und Gründe, die für die Weiterbildung sprechen
2.3 Institutionen und Formen in der Erwachsenen- und Weiterbildung

3. Didaktik in der Erwachsenenbildung
3.1 Grundlagen einer Ermöglichungsdidaktik

4. Methoden in der Erwachsenenbildung
4.1 Methoden
4.2 Vorstellungsgruppen mit inhaltlichem Zentrum
4.3 Die Sandwich-Methode
4.4 Das Rollenspiel

5. Zusammenfassung

1.Einleitung

In meiner Hausarbeit werde ich mich mit den Methoden in der Erwachsenenbildung auseinandersetzen. Zunächst werde ich aber den Begriff Erwachsenenbildung und Weiterbildung erläutern und auf geschichtliche Aspekte eingehen. Im Hauptteil wende ich mich der Didaktik und den Methoden in der Erwachsenenpädagogik zu und werde einige exemplarische Beispiele aufführen. Im Anschluss folgt die Zusammenfassung.

2.Was bedeutet Erwachsenenbildung?

Was ist gemeint, wenn von Erwachsenenbildung geredet oder geschrieben wird?

Wie das Wort Erwachsenenbildung bereits andeutet, werden damit in erster Linie Bildungsveranstaltungen für Erwachsene bezeichnet. Man muss nur an die Kurse in Volkshochschulen, Seminare in kirchlichen Bildungseinrichtungen, oder aber an Fernunterricht, an betriebliche Bildungsveranstaltungen oder auch Online-Seminare denken. Erwachsenenbildung bezeichnet also

„...die Gesamtheit der in der Regel institutionalisierten Lehr-Lern-Prozesse von und mit Erwachsenen“ (Arnold 1996, S.41).

Man findet aber neben institutionellen und organisiertem Lernen von Erwachsenen auch Lernformen, die jenseits von Institutionen anzusiedeln sind.

Denn Erwachsene lernen auch im Alltag, unbewusst nebenbei oder durch autodidaktische Lernanstrengungen, wie im Musikverein, in Selbsthilfegruppen oder auch in der Familie.

Dieser Bereich wird ebenso von der Erwachsenenbildung abgedeckt.

In weiten Teilen der Öffentlichkeit, Wirtschaft und Verwaltung sowie in der Bildungspolitik wird der Begriff „Weiterbildung“ synonym zum Begriff „Erwachsenenbildung“ verwendet (Bruns/ Faber 2003, S. 212 f).

Diese Definition und die Gleichwertigkeit der Begriffe lässt sich auf das Jahr 1970 zurückführen. In diesem Jahr definierte der deutsche Bildungsrat, dass Weiterbildung die Erwachsenenbildung, die Umschulung sowie Fortbildung subsumiert (Lenz 1979, S.44).

Dieser Definitionsvorschlag des Deutschen Bildungsrates hat sich seitdem durchgesetzt und beinhaltet, dass, dann von Erwachsenenbildung oder Weiterbildung zu sprechen ist, wenn Erwachsene (freiwillig) neben oder nach einer Berufstätigkeit organisierte und zielgerichtete Lernprozesse auf sich nehmen (Lenz 1979, S.15).

2.1 Kurze Geschichte Erwachsenenbildung

Die „Arbeiterbildung“ und die „Volksbildung“ sind die historischen Vorläufer der Erwachsenenbildung. Sie stellten den Anspruch auf Bildung im Erwachsenenalter.

Diese Vorläufer hatten schon charakteristische Merkmale der Erwachsenenbildung und stellten einen engen Zusammenhang zwischen gesellschaftlichen Veränderungsbewegungen und Motivation für das Lernen Erwachsener dar

(Bruns/ Faber 2003, S.213).

Die Entstehung der modernen Erwachsendenbildung jedoch, ist bereits unmittelbar mit der Epoche der Aufklärung verknüpft.

Aus dem Leitbegriff der Bildung erwuchs zugleich der Status der Mündigkeit Möglichkeit wie Anspruch, individuelle Entwicklung in eigenständiger Lebensführung anzustreben, aber auch Verantwortung für gesellschaftliche Belange zu übernehmen.

Die Entstehung der Erwachsenenbildung ist somit eingebettet in die Entstehung der bürgerlichen Gesellschaft, wobei auch andere Faktoren wie Demokratisierung und der Industrialisierungsprozess im 19. Jh. eine große Rolle spielten (Vogel 2003. S. 234).

Die Konstituierungsphase der Erwachsenenbildung lässt sich demnach in den Zeitraum ca. ab der Mitte des 18. Jh. bis ins zweite Drittel des 19. Jh. zurückverfolgen.

Man kann die volksbildnerischen Bemühungen in der Phase an den entsehenden moralischen Wochenschriften des 18. Jh., Lesekabinetten, Lesevereinen, öffentlichen Büchereien und Volksschriftenvereinen sowie den Arbeiterbildungsvereinen im 19. Jh. erkennen (Lenz 1979, S.16f).

Die in dieser Zeit entstandenen Ideen und Konzepte wirken zum Teil noch heute fort.

Die ersten realisierten bildungspraktischen Ansätze bereiteten den Boden für die bis zum Ende des Ersten Weltkriegs reichende Institutionalisierungsphase, in der Erwachsenenbildung mehr und mehr institutionell gefasst wurde und überdies neue konzeptionelle Impulse erfuhr (Vogel 2003 S.234).

Seit 1945 entwickelte sich die Erwachsenenbildung vor allem zu einer politischen Bildung (Lenz 1979, S.25).

In den 60er Jahren, in der „realistischen Wende“, hat die Erwachsenenbildung an Bedeutung gewonnen. Der rasche gesellschaftliche Wandel mache die dauernde Weiterbildung aller Gesellschaftsmitglieder notwendig, um den ständig wechselnden Anforderungen gerecht zu werden. Diese Ansicht bezog sich vor allem auf den Beruf und auf berufsbildende Inhalte in der Erwachsenenbildung (Lenz 1979, S.44).

Um somit erhielt die Erwachsenenbildung bzw. Weiterbildung ihren heutigen Stellenwert in der Gesellschaft.

2.2 Aufgaben und Gründe, die für die Weiterbildung sprechen

Weiterbildung ist in der heutigen Zeit notwendig geworden und es gibt verschiedene Gründe dafür.

Da wären z.B. wirtschaftliche Erfordernisse zu nennen.

Der technische Wandel und sein Einfluss auf die Produktionsweisen verändert laufend die Qualifikationsanforderungen. Auffrischen des alten Wissensstandes, ergänzende Kenntnisse oder völliges Neu- und Umlernen sind eine wichtige Vorraussetzung, um wirtschaftlich konkurrenzfähig zu bleiben.

Ein weiterer Grund sind die Ansprüche der Gesellschaft.

Demokratie verlangt die dauernde Anstrengung und Bewährung aller Staatsbürger. Mitbestimmung und Mitentscheidung im Gemeinwesen, Engagement und Einsatz für öffentliche Angelegenheiten setzen eine Weiterbildung voraus, die den Umgang mit Informationen, die Erweiterung des Wissensstandes sowie Formen der Entscheidungsfindung den Teilnehmern anbietet. Dies gehört in den Bereich der politischen Bildung.

Ferner sind ein wichtiger Grund für die Notwendigkeit der Erwachsenenbildung, die individuellen Erwartungen.

In verschiedener Hinsicht stellen Erwachsene an die Weiterbildung Ansprüche, die durch den gesellschaftlichen Wandel mitverursacht werden: sinnvolle Beschäftigung in der wachsenden Freizeit; Erweiterung des Wissenshorizonts; detaillierte Informationen von Fachleuten; Diskussion und Problematisierung aktueller gesellschaftspolitischer Sachverhalte; Kennenlernen von und Auseinandersetzung mit Kunst; Selbstständige künstlerische oder handwerkliche Betätigung; Fragen nach Lebenssinn, Religion und Politik; Vorbereitung, Hilfe und Beratung für Situationen, auf die in der Jugend zu wenig vorbereitet werden konnte- z.B.: Eltern-; Familien-; Altenbildung. Dieser Bereich ist der Lebenshilfe gewidmet.

Erwachsenenbildung wird zufolge den verschiedenen Aufgaben als Maßnahme charakterisiert, die dem Menschen in beruflichen, gesellschaftspolitischen und persönlichen Angelegenheiten Entscheidungshilfen bereitstellt (Lenz 1979, S.9).

2.3 Institutionen und Formen in der Erwachsenen- und Weiterbildung

Die institutionelle Struktur in der Erwachsenen-/Weiterbildung ist durch Heterogenität gekennzeichnet. Man kann unterschiedliche Institutionen vorfinden, die verschiedene Anbieter und Träger haben.

Es gibt zum einen Träger, die in Verbindung zu Organisationen gesellschaftlicher Gruppen stehen, wobei in erster Linie an die Kirchen und Gewerkschaften zu denken ist.

Zum anderen, deren Träger in Verbindung zum ökonomischen System stehen, wobei dies Betriebe, Wirtschaftsverbände, Berufsverbände, Kammern, Arbeitsverwaltungen etc. sein können.

Ferner gibt es Institutionen, die privatwirtschaftlich zum Zweck von Weiterbildungsangeboten organisiert sind und abschließend, die direkt oder indirekt von den Gebietskörperschaften getragen werden und die der Öffentlichkeit in Form der Volkshochschule erscheinen (Tietgens 1981, S.51).

Was die Form der Erwachsenenbildung angeht, so gibt es Innovationen und eine große Vielfalt auf diesem Gebiet. Da wären die Beispiele zu nennen wie: Training, Controlling, Coaching, Consulting und Superlearning. Diese Formen haben in der Schule noch nicht den gleichen Eingang gefunden wie in der Erwachsenenbildung (Siebert 1993, S.50).

3. Didaktik in der Erwachsenenbildung

Die Begriffe Didaktik und Methodik sind ursprünglich in schulischen Zusammenhängen beheimatet. Didaktische Konzepte in der Erwachsenenbildung werden ebenso diskutiert, seit sich die Erwachsenenpädagogik als eigenständige Disziplin etabliert hat.

Auf der Basis der allgemeinen Definition von Didaktik bedeutet Erwachsenendidaktik das Lehren und Lernen im Erwachsenenalter, wobei die Frage, wer warum was wozu wann wie und womit lernen bzw. lehren soll, nicht nur auf organisierte bzw. institutionalisierte Lernprozesse verweist, sondern auch auf das Lernen im Alltag und in nichtorganisierten Zusammenhängen. Dieser Aspekt gewinnt im Zuge des lebenslangen Lernens immer mehr am Bedeutung.

Siebert definiert Erwachsenendidaktik folgendermaßen:

„Didaktik ist prinzipiell die Vermittlung zwischen der Sachlogik des Inhalts und der Psychologik des/der Lehrenden. Zur Sachlogik gehört eine Kenntnis der Strukturen und Zusammenhänge der Thematik, zur Psychologik die Berücksichtigung der Lern- und Motivationsstrukturen der Adressat/innen“ (Siebert 1996, S.2).

[...]

Ende der Leseprobe aus 17 Seiten

Details

Titel
Lehrmethoden in der Erwachsenenbildung
Hochschule
Technische Universität Carolo-Wilhelmina zu Braunschweig  (Erziehungswissenschaft)
Veranstaltung
Lehr- und Lernmethoden
Note
1
Autor
Jahr
2005
Seiten
17
Katalognummer
V51390
ISBN (eBook)
9783638473842
Dateigröße
485 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Lehrmethoden, Erwachsenenbildung, Lehr-, Lernmethoden
Arbeit zitieren
Isabella Wiesner (Autor), 2005, Lehrmethoden in der Erwachsenenbildung , München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/51390

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