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Die Praxis der räumlichen Marktabgrenzung in der amerikanischen Antitrustpolitik

Title: Die Praxis der räumlichen Marktabgrenzung in der amerikanischen Antitrustpolitik

Term Paper (Advanced seminar) , 2003 , 25 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Bodo Elsner (Author)

Economics - Industrial Economics
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Intention und Motivation der Arbeit

Um die Zulässigkeit oder Unzulässigkeit unternehmerischen Handelns in Bezug auf den Schutz des Wettbewerbs beurteilen zu können, ist es notwendig den für das Handeln relevanten Markt zunächst sachlich, räumlich und zeitlich abzugrenzen.1 Wie umstritten die Abgrenzung räumlicher Märkte in der Praxis ist, veranschaulichen u. a. die folgenden Aussagen. So schreibt Kaufer 1968: „Der relevante Markt wird dem Fall und dem Gesamturteil entsprechend zurecht- ‚geschneidert’“.2

Andere Autoren sprechen später zumindest von einer „subjektiven Wertentscheidung“.3 Aber auch über zwanzig Jahre später, nach Herausgabe von Merger Guidelines durch die Antitrust Division des Department of Justice (DOJ) und die Federal Trade Commission (FTC) und zahlreichen Gerichtsurteilen, deren Entscheidung die räumliche Marktabgrenzung wesentlich beeinflusste, urteilt Pitofsky 1990 kritisch: „Unfortunately, no aspect of antitrust enforcement has been handled nearly as badly as market definition. This failure has resulted in part because of persistent and unreconciled conflicts of approach in important judicial opinions.“4 In der vorliegenden Arbeit soll daher die Praxis der räumlichen Marktabgrenzung als ein Teilprozess der amerikanischen Antitrustpolitik untersucht und beurteilt werden. Die Entscheidungen verschiedener Gerichte, die Analysen des DOJ und der FTC wurden im zeitlichen Verlauf sowohl durch die Entwicklung neuer wissenschaftlicher Modelle zur Abgrenzung des relevanten Markes, als auch durch politische Einflussnahme stark beeinflusst.
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1 Vgl. Schmidt, 2001, S. 49.

2 Kaufer, 1966 S. 4.

3 Vgl. Maxeiner, 1986, S. 34.

4 Pitofsky, 1990, S. S. 1807.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Intention und Motivation der Arbeit

2 Theoretische Ansätze und Probleme zur räumlichen Marktabgrenzung

2.1 Test auf uniforme und parallele Preisentwicklung

2.2 Test der Handelsströme (Shipment Test) von Elzinga und Hogarty

2.3 Tests der Preis-Mengen-Reaktion

3 Schwierigkeiten und Folgen der räumlichen Marktabgrenzung

4 Die Abgrenzung räumlicher Märkte in der Rechtsprechung

4.1 Der Fall Brown Shoe und King Shoe

4.1.1 Darstellung und Analyse

4.1.2 Kritik

4.2 Hospital Mergers

4.2.1 Darstellung und Analyse

4.2.2 Kritik

4.3 Die Abgrenzung des räumlichen Marktes durch die Regulierungsbehörde für Energie

4.3.1 Darstellung und Analyse

4.3.2 Kritik

5 Zusammenfassung und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Praxis der räumlichen Marktabgrenzung als kritischen Teilprozess der amerikanischen Antitrustpolitik. Dabei wird analysiert, wie Gerichte und Regulierungsbehörden (wie DOJ, FTC und FERC) durch die Wahl unterschiedlicher methodischer Ansätze den relevanten Markt abgrenzen und wie diese Entscheidungen die Wettbewerbsintensität sowie die Genehmigung von Unternehmenszusammenschlüssen maßgeblich beeinflussen.

  • Analyse theoretischer Ansätze zur räumlichen Marktabgrenzung (z.B. Shipment Test, Preiserhöhungstests).
  • Untersuchung der Rechtsprechung am Beispiel von Brown Shoe und Krankenhauszusammenschlüssen.
  • Kritische Beleuchtung der regulatorischen Praxis bei Gas- und Energieversorgern.
  • Diskussion über die Auswirkungen der Marktabgrenzung auf die amerikanische Wettbewerbspolitik und Rechtssicherheit.

Auszug aus dem Buch

4.1.1 Darstellung und Analyse

Im Fall Brown Shoe Co. v. United States hatte das Gericht über die Übernahme der G. R. Kinney Company, der landesweit größten Schuhverkaufskette für Familien und zwölftgrößten Schuhhersteller, durch die Brown Shoe Company, des bisher viertgrößte Schuhhersteller in den USA, zu entscheiden. Neben der räumlichen Marktabgrenzung war ebenso die Abgrenzung des relevanten Produktmarktes stark umstritten, die hier jedoch nicht betrachtet werden soll.

Das Gericht erklärte alle Städte mit mehr als zehntausend Einwohnern in denen beide Unternehmen vertreten waren jeweils einzeln zu einem räumlich relevanten Markt. Das Gericht argumentierte, dass Preisveränderungen weder zu Abwanderungen der Konsumenten in andere Städte, noch zu einem Eintritt von Konsumenten aus anderen Städten führen würden.

Warum der relevante Markt auf Städte mit einer Einwohnerzahl größer zehntausend beschränkt wurde ist unklar. Diese Sichtweise wurde aber ebenso unkommentiert vom court of appeal im weiteren Verfahren beibehalten.

In 32 der betrachteten Städte lag der kombinierte Marktanteil beider Anbieter bei über zwanzig Prozent.

Es ist der der erste Fall, der 1926 nach section 7 clayton act entschieden wurde, nachdem das Gesetz 1950 überarbeitet worden war. Interessant ist dieser Fall unter mehreren Aspekten. Zum einen formulierte das zuständige Gericht zum ersten Mal explizit die Frage nach der Abgrenzung des relevanten Marktes. Die Entscheidung wurde gefällt bevor zum ersten Mal 1982 Merger Guidelines von dem DOJ herausgegeben wurden, an denen die Gerichte ihre Entscheidungen orientieren konnten. Zum anderen zeigt die enge räumliche Marktabgrenzung (eine Entscheidung würde heute möglicherweise ganz anderes getroffen werden), wie sehr die Abgrenzung des räumlichen Marktes Schwankungen im Zeitverlauf, sei es durch neue wissenschaftliche Erkenntnisse oder politische Einflussnahme, unterlegen ist.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Intention und Motivation der Arbeit: Einführung in die Notwendigkeit der räumlichen Marktabgrenzung als essenziellen Bestandteil der amerikanischen Wettbewerbspolitik und Darstellung der damit verbundenen methodischen Schwierigkeiten.

2 Theoretische Ansätze und Probleme zur räumlichen Marktabgrenzung: Vorstellung der wissenschaftlichen Indikatoren zur Marktabgrenzung, insbesondere Preis- und Handelsstromtests, sowie Erläuterung der zugrunde liegenden Herausforderungen bei der Umsetzung.

3 Schwierigkeiten und Folgen der räumlichen Marktabgrenzung: Analyse der Probleme, die bei der praktischen Anwendung theoretischer Modelle auftreten, sowie die Auswirkungen der Abgrenzung auf die spätere Wettbewerbsbeurteilung.

4 Die Abgrenzung räumlicher Märkte in der Rechtsprechung: Detaillierte Untersuchung spezifischer Präzedenzfälle aus verschiedenen Branchen, die illustrieren, wie unterschiedliche Auslegungen den Wettbewerb beeinflussen können.

5 Zusammenfassung und Ausblick: Resümee über den Stand der amerikanischen Antitrustpolitik und den noch ausstehenden Bedarf an einheitlichen, wissenschaftlich fundierten Standards für die Marktabgrenzung.

Schlüsselwörter

Antitrustpolitik, räumliche Marktabgrenzung, Merger Guidelines, Wettbewerbspolitik, Shipment Test, Preiserhöhungstest, SSNIP, Marktdefinition, Unternehmenszusammenschluss, Fall Brown Shoe, FERC, DOJ, FTC, Marktmacht, Preis-Mengen-Reaktion.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Praxis der räumlichen Marktabgrenzung innerhalb der US-amerikanischen Antitrustpolitik und untersucht, wie verschiedene Institutionen Märkte definieren.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder umfassen theoretische Modelle der Marktabgrenzung, deren Anwendung in der Rechtsprechung und die spezifische Regulierungspraxis in Sektoren wie dem Gesundheitswesen und der Energiewirtschaft.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es, die Auswirkungen der räumlichen Marktabgrenzung auf die Wettbewerbskontrolle kritisch zu beurteilen und aufzuzeigen, wie unterschiedliche methodische Ansätze die Entscheidungsgewalt von Gerichten und Behörden prägen.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?

Es werden Ansätze wie der Test auf uniforme Preisentwicklung, der Shipment Test von Elzinga und Hogarty sowie verschiedene Preiserhöhungstests (SSNIP) analysiert und kritisch hinterfragt.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen, praktische Anwendungsbeispiele aus der Rechtsprechung sowie eine detaillierte Betrachtung regulatorischer Eingriffe durch Energiebehörden.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich primär über Begriffe wie Antitrustpolitik, räumliche Marktabgrenzung, Merger Guidelines und verschiedene wettbewerbsökonomische Testverfahren definieren.

Welche Rolle spielt der Fall Brown Shoe?

Der Fall dient als historisches Beispiel für eine besonders enge räumliche Marktabgrenzung, die maßgeblichen Einfluss auf die spätere Rechtsprechung im Rahmen des Clayton Acts hatte.

Warum ist die Marktabgrenzung bei Krankenhausfusionen umstritten?

Die Kritik entzündet sich daran, dass die angewandten Kriterien oft nicht den offiziellen Merger Guidelines entsprechen und zu einer zu weiten Marktabgrenzung führen, die letztlich den Wettbewerb schädigt.

Wie unterscheidet sich die Praxis der FERC von anderen Behörden?

Die FERC fokussiert bei ihrer Analyse auf die Auswirkungen auf den Lieferpreis beim Endabnehmer, während DOJ und FTC häufig vom Produktionspreis ausgehen, was zu divergierenden Ergebnissen bei der Abgrenzung führen kann.

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Details

Title
Die Praxis der räumlichen Marktabgrenzung in der amerikanischen Antitrustpolitik
College
Technical University of Ilmenau  (Institut für Betriebswirtschaft, Fachgebiet VWL / Industrieökonomik)
Grade
1,7
Author
Bodo Elsner (Author)
Publication Year
2003
Pages
25
Catalog Number
V51394
ISBN (eBook)
9783638473866
ISBN (Book)
9783656777311
Language
German
Tags
Praxis Marktabgrenzung Antitrustpolitik
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Bodo Elsner (Author), 2003, Die Praxis der räumlichen Marktabgrenzung in der amerikanischen Antitrustpolitik, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/51394
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