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Die Presse im Dritten Reich (1933-1945)

Title: Die Presse im Dritten Reich (1933-1945)

Seminar Paper , 2004 , 23 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Irene Orf (Author)

Communications - Media History
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Einleitung

„Der Sieg einer Idee wird umso eher möglich sein, je umfassender die Propaganda die Menschen in ihrer Gesamtheit bearbeitet hat und je ausschließlicher, straffer und fester die Organisation ist, die den Kampf praktisch durchführt.“ (Adolf Hitler, Mein Kampf, hier München, 1943, S.203, zit. n. Fischer, 1982, S. 229) Das Thema „Die Presse im Dritten Reich“ könnte kaum besser auf den Punkt gebracht werden als mit den eigenen Worten desjenigen, der mit zahleichen Mithelfern – oder Mittätern - diese Epoche inszenierte und prägte. Nationalsozialismus und der Zweite Weltkrieg stellen zweifellos einen ebenso tiefen wie dunklen Einschnitt in die Geschichte der Deutschen Presse dar. Es ist dies eine Epoche, die gezeigt hat, was geschehen kann, wenn die Presse der Macht einer Regierung untertan wird, für deren Ideologien missbraucht und auf diese Weise ein Mittel zur Manipulation eines ganzen Volkes wird. Aus der heutigen Sicht, besonders der Nachgeborenen, scheint es kaum fassbar und nachvollziehbar, wie es eine Regierung auf eine einerseits so barbarische und hetzerische, andererseits so systematisch und bis ins kleinste Detail geplante Art und Weise vermochte, gegen alle demokratischen Grundsätze das gesamte öffentliche Leben unter ihre Kontrolle zu bringen und jeden Widerstand im Keim zu ersticken.

Doch Unverständnis und vorschnelles Verurteilen ist oft die Folge von Unkenntnis. Am Beispiel der Presselenkung im Dritten Reich soll daher in folgender Arbeit der Versuch gemacht werden, durch das Aufzeigen von Fakten und das Darlegen der systematischen Vorgehensweise der damaligen Regierung dieses Unverständnis zumindest zu mildern und sich so der Gefahr der historischen Besserwisserei zu entziehen. Im ersten Teil der Arbeit soll die nationalsozialistische Idee der „Gleichschaltung der Presse“ erläutert werden und die damit verbundene Presselenkung auf den verschiedenen Ebenen aufgezeigt werden. Die Lenkungsschwächen dieses Systems sollen hierbei nicht ausgespart bleiben. Nach einem Überblick über die damalige Presselandschaft, sowohl über die NS-Presse als auch über die großen demokratischen Tageszeitungen, soll zum Schluss auf die Frage eingegangen werden, ob und in welcher Art und Weise es Möglichkeiten zur publizistischen Opposition gab.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Die Situation der Presse vor der Machtergreifung 1933

3 Bedeutung der Presse für die Nationalsozialisten / Medienpolitische Ziele

4 Gleichschaltung der Presse

5 Die vier Ebenen der Presselenkung

5.1 Institutionelle Ebene

5.2 Rechtliche Ebene

5.3 Wirtschaftliche Ebene

5.4 Inhaltliche Ebene

6 Lenkungsschwächen im System

7 Die Presse im Dritten Reich

7.1 Die NS-Presse

7.1.1 Die NS-Gaupresse

7.1.2 Die nationalsozialistische Parteipresse

7.1.3 Die Wochenzeitung das Reich

7.2 Die großen demokratischen Zeitungen

8 Möglichkeiten zum publizistischen Widerstand

8.1 Exilpresse

9 Fazit

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Diese Arbeit untersucht die systematische Lenkung und Gleichschaltung der Presse im nationalsozialistischen Deutschland zwischen 1933 und 1945. Ziel ist es, die Mechanismen der totalen Kontrolle über publizistische Produkte aufzuzeigen und die Frage zu beantworten, inwieweit Möglichkeiten zur publizistischen Opposition unter den gegebenen diktatorischen Bedingungen existierten.

  • Die Entstehung und der Prozess der Gleichschaltung der deutschen Presse.
  • Die vier zentralen Ebenen der staatlichen Presselenkung (institutionell, rechtlich, wirtschaftlich, inhaltlich).
  • Analyse der nationalsozialistischen Parteipresse und ihrer Propaganda-Instrumente.
  • Der Umgang mit noch bestehenden demokratischen Zeitungen und deren allmähliche Ausschaltung.
  • Die Rolle der Exilpresse als Form des Widerstands gegen das NS-Regime.

Auszug aus dem Buch

5.2 Rechtliche Ebene

Ebenso eifrig, wie die Nationalsozialisten vor ihrer Machtergreifung auf das Recht der Presse- und Versammlungsfreiheit gepocht hatten, machten sie sich nach ihrem Wahlsieg daran, diese mittels Notverordnungen Stück für Stück außer Kraft zu setzen. Erster Schritt in diese Richtung stellte das am 04. Februar 1933 erlassene sogenannte „Schubladengesetz“ mit dem fast schon ironisch anmutenden Titel „Verordnung zum Schutz des deutschen Volkes“ dar. In ihm waren unter anderem Begründungen von Beschlagnahme und Verbot von Druckschriften politischer Gegner festgelegt.

Zitat Goebbels hierzu: „Jetzt haben wir auch eine Handhabe gegen die Presse, und nun knallen die Verbote, daß es nur so eine Art hat“ (zit. n. Koszyk, 1960, S.307-310).

Der nächste Schritt bestand in der Verhängung der sogenannten Reichstagsbrandverordnung „zum Schutz von Volk und Staat“ am 28. Februar 1933, welche ganz offen bestimmte, dass alle nach Artikel 48 der Weimarer Verfassung suspendierbaren Grundrechte bis auf weiteres außer Kraft zu setzen seien: Freiheit der Person, Recht auf freie Meinungsäußerung, Presse-, Vereins- und Versammlungsfreiheit sowie die Unverletzlichkeit des Brief-, Post- und Fernsprechgeheimnisses. Bei Zuwiderhandlungen musste mit verschärfter Strafandrohung gerechnet werden (Pürer / Raabe, 1996, S. 68).

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung führt in die historische Zäsur des Nationalsozialismus für die deutsche Presse ein und erläutert die Zielsetzung der Arbeit, die systematische Presselenkung zu analysieren.

2 Die Situation der Presse vor der Machtergreifung 1933: Dieses Kapitel skizziert die bereits bestehende Praxis von Zeitungsverboten in Krisenzeiten der Weimarer Republik und die frühen propagandistischen Aktivitäten der NSDAP.

3 Bedeutung der Presse für die Nationalsozialisten / Medienpolitische Ziele: Es wird die zentrale Rolle der Presse als Instrument zur Massenbeeinflussung und Ideologisierung durch die Nationalsozialisten dargelegt.

4 Gleichschaltung der Presse: Dieses Kapitel erläutert den Begriff der Gleichschaltung im Kontext des nationalsozialistischen Führerprinzips und der totalen Kontrolle.

5 Die vier Ebenen der Presselenkung: Detaillierte Darstellung der institutionellen, rechtlichen, wirtschaftlichen und inhaltlichen Instrumente, mit denen die Presse unter Kontrolle gebracht wurde.

6 Lenkungsschwächen im System: Analyse der internen Machtkämpfe und Kompetenzüberschneidungen zwischen den NS-Funktionären im Pressewesen.

7 Die Presse im Dritten Reich: Überblick über die NS-Parteipresse, ihre Organe sowie das Schicksal der großen demokratischen Tageszeitungen.

8 Möglichkeiten zum publizistischen Widerstand: Beleuchtung der schwierigen Bedingungen für Opposition und die Bedeutung der Exilpresse.

9 Fazit: Zusammenfassung der Macht des Mediums Presse und abschließende Reflexion über die Bedeutung von Pressefreiheit heute.

Schlüsselwörter

Nationalsozialismus, Presselenkung, Gleichschaltung, Propaganda, Medienkontrolle, Schriftleitergesetz, NS-Presse, Parteipresse, Pressezensur, Auslandspressekonferenz, Exilpresse, Berufsverbot, Pressefreiheit, Völkischer Beobachter, Franz Eher Verlag

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit untersucht, wie das NS-Regime zwischen 1933 und 1945 die Presse vollständig unter seine Kontrolle brachte, um sie als Propagandainstrument zu nutzen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Im Fokus stehen die Methoden der staatlichen Presselenkung, die Ausschaltung demokratischer Medien und die Rolle der Parteipresse bei der ideologischen Manipulation des Volkes.

Welches ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, die systematische Vorgehensweise des Regimes zu entschlüsseln und zu verstehen, wie Pressefreiheit gezielt untergraben und ausgeschaltet wurde.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden angewandt?

Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse zeitgeschichtlicher Quellen, Memoiren und Sekundärliteratur zur Mediengeschichte des Dritten Reiches.

Was wird schwerpunktmäßig im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die vier Ebenen der Presselenkung (institutionell, rechtlich, wirtschaftlich, inhaltlich) sowie die internen Konflikte innerhalb der NS-Propaganda-Apparate.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?

Gleichschaltung, Presselenkung, NS-Propaganda, Medienkontrolle, Exilpresse und totale Überwachung sind die entscheidenden Begriffe.

Welche Funktion hatte das sogenannte „Schriftleitergesetz“ von 1933?

Es diente dazu, den Zugang zum Journalistenberuf staatlich zu regeln, Journalisten auf eine bestimmte politische Linie zu verpflichten und sie einer lückenlosen Überwachung zu unterstellen.

Warum blieb die „Frankfurter Zeitung“ lange Zeit erhalten?

Sie diente als „Aushängeschild“ für das Ausland, da das Regime sie nutzte, um moderate Berichterstattung vorzutäuschen und so internationale diplomatische Interessen zu wahren.

Wie organisierte die NSDAP den Aufkauf von Zeitungen?

Dies geschah primär über den Zentralverlag der NSDAP (Franz Eher Nachf.) und mithilfe von Holdinggesellschaften, um den Staatseinfluss durch scheinbar neutrale wirtschaftliche Schritte zu verschleiern.

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Details

Title
Die Presse im Dritten Reich (1933-1945)
College
LMU Munich  (Institut für Kommunikationswissenschaft)
Course
Proseminar Medienlehre
Grade
1,0
Author
Irene Orf (Author)
Publication Year
2004
Pages
23
Catalog Number
V51406
ISBN (eBook)
9783638473910
ISBN (Book)
9783656784128
Language
German
Tags
Presse Dritten Reich Proseminar Medienlehre
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Irene Orf (Author), 2004, Die Presse im Dritten Reich (1933-1945), Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/51406
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