Das Erkenntnisinteresse der vorliegenden Arbeit zielt vor allem auf die Voraussetzungen und Bedingungen einer inklusiven Schule ab. Hierbei stehen vor allem schulisch unabhängige Faktoren im Mittelpunkt, das heißt: Bedingungen und Voraussetzung die von außen herangetragen werden. Die Frage, die den Mittelpunkt der weiteren Auseinandersetzung darstellen wird, ist folgende: In wieweit beeinflussen außerschulische Faktoren die Voraussetzung, Bedingung und Umsetzung der inklusiven Schule in Deutschland
Inklusion geht uns alle an und lässt sich in unterschiedlichsten gesellschaftlichen Bereichen verordnen. Seit der Behindertenrechtskonvention der Vereinten Nationen (2006) und deren Ratifizierung in Deutschland (2009) ist die Forderung nach Inklusion vor allem in der schulischen Bildung in aller Munde und ist damit zu einem der größten internationalen Schulentwicklungsprojekte geworden. Daher gilt die inklusive Schul- und Unterrichtsentwicklung gegenwärtig als „eine wichtige Aufgabe und als eine große Herausforderung im Bildungswesen der Bundesrepublik Deutschland.“ (Hellmich; Görel; Löper 2018, 7).
Zunächst soll in der vorliegenden Arbeit eine Begriffsdefinition von Inklusion und Integration vorgenommen werden, da Inklusion nicht als Synonym für Integration genutzt werden kann. Inklusion beschreibt vielmehr ein neues Konzept der gesellschaftlichen Teilhabe aller Individuen. Das große Ziel der Inklusion im Themenfeld Schule ist, eine Schule für alle zu schaffen, wobei jede*r Einzelne*r die Möglichkeit bekommen soll, entsprechend der individuellen Stärken und Schwächen, Fähigkeiten, Beeinträchtigungen und Begabungen in einer allgemeinen Schule gefördert und gefordert zu werden. Der Fokus soll also nicht mehr darauf gerichtet werden, ob ein*e Schüler*in als ‚beschulbar‘ oder ‚integrierbar‘ eingestuft werden kann, sondern alle Schüler*innen sollen an einer Regelschule angenommen werden. Dabei muss eine Umstellung der gesamten Institution Schule entstehen, um auf alle individuellen Bedürfnisse und Bedingungen eingehen und umgehen zu können und damit sich auch alle Kinder und Jugendliche als wichtiger Bestandteil der Klasse fühlen. Die Akzeptanz innerhalb des Bildungssystems für solche individuellen Bedürfnisse kann auch dazu beitragen, dass der gesellschaftliche Umgang mit Behinderung einer positiven Entwicklung unterliegt.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
1) Begriffsdefinition Inklusion und Integration
1.1) Inklusion
1.2) Integration
1.3) Differenz von Inklusion und Integration
2) Körperliche und motorische Entwicklung
3) Forschungsstand über Schüler*innen mit dem Förderschwerpunkt körperliche und motorische Entwicklung
3.1) Durchführung der Befragung
3.2) Stand der Forschung zur inklusiven Schulentwicklung
4) Herausforderung der inklusiven Schule
Fazit und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Voraussetzungen, Bedingungen und die Umsetzung einer inklusiven Schule in Deutschland, wobei ein besonderer Fokus auf außerschulische Faktoren gelegt wird. Die zentrale Forschungsfrage zielt darauf ab, inwieweit diese externen Einflussgrößen den Prozess der inklusiven Schulentwicklung bei Schülerinnen und Schülern mit dem Förderschwerpunkt körperliche und motorische Entwicklung prägen.
- Grundlagen und Abgrenzung der Begriffe Inklusion und Integration
- Analyse schulisch unabhängiger Bedingungen für Inklusion
- Einfluss des Förderschwerpunkts körperliche und motorische Entwicklung
- Bedeutung der Einstellung und Haltung aller Beteiligten
- Herausforderungen der Schulentwicklung in der Bundesrepublik Deutschland
Auszug aus dem Buch
3.1) Durchführung der Befragung
Qualitative Studie
Insgesamt nahmen 84 Personen, darunter Schüler*innen mit dem Förderbedarf körperliche und motorische Entwicklung, sowie deren Eltern und Lehrkräfte an Förderschulen und integrativen/inklusiven Schulen und dessen Schulleitungen an der qualitativen Studie teil. Dabei wurden vor allem Schüler*innen miteinbezogen und interviewt, insgesamt 22, die „sich in ihrem oder dem elterlichen Wunsch nach einer integrativen Lernsituation als gescheitert beschreiben und die deshalb eine Förderschule […] aufsuchten.“ (Lelgemann et.al 2012). Dadurch bestand die Hoffnung, Bedingungen schulischer Inklusion aus beiden Perspektiven, der gelungenen und der misslungenen inklusiven Bedingungen, ableiten zu können.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Die Einleitung führt in das Thema Inklusion ein, verortet es gesellschaftlich sowie rechtlich durch die Behindertenrechtskonvention und formuliert die zentrale Forschungsfrage zur Rolle außerschulischer Faktoren.
1) Begriffsdefinition Inklusion und Integration: Dieses Kapitel arbeitet die wesentlichen Unterschiede zwischen Inklusion und Integration heraus und betont die Notwendigkeit, Inklusion als ein umfassendes, gesamtgesellschaftliches Konzept zu verstehen.
2) Körperliche und motorische Entwicklung: Der Abschnitt fokussiert auf den Förderschwerpunkt körperliche und motorische Entwicklung, erläutert dessen Relevanz in der aktuellen Schullandschaft und thematisiert die Vielfalt der betroffenen Schülerschaft.
3) Forschungsstand über Schüler*innen mit dem Förderschwerpunkt körperliche und motorische Entwicklung: Das Kapitel reflektiert den aktuellen Forschungsstand anhand einer zweijährigen Studie, beleuchtet die Durchführung der Untersuchung und analysiert Gelingensbedingungen für Inklusion.
4) Herausforderung der inklusiven Schule: Hier werden die strukturellen und didaktischen Herausforderungen für das Bildungssystem sowie die Notwendigkeit einer veränderten pädagogischen Haltung ausführlich diskutiert.
Fazit und Ausblick: Das Fazit fasst die zentralen Erkenntnisse der Arbeit zusammen und gibt einen Ausblick auf die notwendigen Weiterentwicklungen im inklusiven Bildungssystem.
Schlüsselwörter
Inklusion, Integration, Körperbehinderung, Schule für alle, Förderschwerpunkt, Schulentwicklung, Bildungsgerechtigkeit, UN-Behindertenrechtskonvention, Heterogenität, außerschulische Faktoren, Gelingensbedingungen, Stigmatisierung, Lehrereinstellung, sonderpädagogischer Förderbedarf.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die Voraussetzungen und Bedingungen für die Umsetzung einer inklusiven Schule in Deutschland mit einem speziellen Blick auf den Förderschwerpunkt körperliche und motorische Entwicklung.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die Begriffsabgrenzung von Inklusion und Integration, der Einfluss außerschulischer Faktoren, die Haltung von Lehrkräften sowie die Bedingungen für ein Gelingen der Inklusion im Schulalltag.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das primäre Ziel ist es, zu klären, inwieweit außerschulische Faktoren die Voraussetzung, Bedingung und Umsetzung inklusiver Schulentwicklung beeinflussen.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse sowie der Auswertung der qualitativen und quantitativen Daten einer zweijährigen Studie des Landschaftsverbandes Rheinland.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden die theoretischen Begrifflichkeiten geklärt, der Förderschwerpunkt körperliche und motorische Entwicklung beschrieben sowie Forschungsergebnisse zu Gelingensbedingungen und Herausforderungen inklusiver Schulen diskutiert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den wichtigsten Begriffen zählen Inklusion, Integration, Bildungsgerechtigkeit, Förderschwerpunkt, Heterogenität und Schulentwicklung.
Welche Rolle spielt die UN-Behindertenrechtskonvention?
Sie dient als rechtlicher Rahmen, der den bedeutsamen Schritt zur Erreichung von Zugänglichkeit und Chancengleichheit in der Bildung für Kinder mit Behinderungen darstellt.
Wie wirkt sich die Erfahrung von Lehrkräften auf die Inklusion aus?
Die Studie zeigt, dass die Akzeptanz und Bereitschaft zur Mitarbeit in einer inklusiven Schule signifikant mit der gesammelten Erfahrung der Lehrkräfte steigt.
- Arbeit zitieren
- Anonym (Autor:in), 2019, Inklusion und inklusive Schule in Deutschland. Außerschulische Faktoren, Bedingungen und Voraussetzungen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/514357