Fast jeder kennt einen Menschen, der große Schwierigkeiten beim Lesen und Rechtschreiben hat. Analphabetismus wird in Deutschland mit recht guten Schul- und Weiterbildungs- Möglichkeiten bekämpft. Und doch gibt es Menschen, die trotz guter Schulbildung, hoher Intelligenz und guter Allgemeinbildung, nicht lesen und schreiben können. In diesem Zusammenhang wird in den Medien oft von "Legasthenie" oder "Lese-Rechtschreib-Schwäche" gesprochen.
Schätzungen zufolge haben zwischen 5 und 20 Prozent aller Kinder eines Jahrgangs Lese- Rechtschreibprobleme. Unter diesen Kindern gibt es solche, die Probleme haben, weil sie länger krank oder unkonzentriert waren, weil sie zuwenig geübt haben oder einfach von ihrer Entwicklung her noch nicht reif für das Lesen- und Rechtschreiben-Lernen sind. Aber es gibt auch Kinder die eine gravierende und andauernde Lese-Rechtschreib-Schwäche haben, obwohl sie mindestens durchschnittlich intelligent sind. Gerade in der heutigen Gesellschaft, in der Lesen und Schreiben eines der höchsten Güter darstellt, ist das für Kinder die darunter leiden, eine große Belastung. Zwischen 3 und 5 Prozent der Kinder und Jugendlichen der BRD leiden unter einer LRS, das bedeutet 200.000 Grundschulkinder können nicht ausreichend Lesen oder/und Rechtschreiben. [Schulte-Körne 2001,301]
Doch was ist Lese-Rechtschreib-Schwäche genau und wie entsteht sie? Woran kann man erkennen, dass ein Kind in der Grundschule betroffen ist? Welche Bedeutungen und Folgen hat es für das Kind und das familiäre Umfeld? Kinder mit Lese-Rechtschreib-Problemen benötigen Hilfe von allen Seiten. Diese Hausarbeit beschäftigt sich mit Lese- Rechtschreibschwäche bei Grundschulkindern. Zunächst sollen eine Definition und eine Begriffsabgrenzung der Legasthenie/Lese-Rechtschreibschwäche geschehen, um im Folgenden über mögliche Ursachen zu diskutieren. Aufzuführen. Neben der Abhandlung der Symptomatik und den Erscheinungsbildern im Grundschulalter werden dann kurz Therapie- und Fördermöglichkeiten aufgeführt.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Begriffsbestimmungen
3. Ursachen der LRS
3.1. Im weitesten Sinne neurologische Ursachen
3.1.1. Probleme bei der auditiven Wahrnehmung
3.1.2. Probleme bei der visuellen Wahrnehmung
3.1.3. Probleme bei der visu-motorischen Koordination
3.1.4. Kongenitale Ursachen
3.2. Weitere Ursachen
4. Erscheinungsbilder und Symptomatik
4.1. Im Vorschulalter
4.2. Im Grundschulalter
4.2.1. Schwierigkeiten bei der Graphem-Phonem Zuordnung
4.2.2. Probleme beim Zusammenschleifen von Phonemen
4.2.3. Schwierigkeiten bei der Phonem-Graphem-Beziehung
4.2.4. Schwierigkeiten beim Aufbau eines Sichtwortschatzes
4.2.5. Schwierigkeiten bei der Durchgliederung von Wörtern
4.2.6. Schwierigkeiten bei der Segmentierung von Wörtern
4.2.7. weitere Auffälligkeiten
5. Therapie- und Fördermöglichkeiten
5.1. Schulrechtliche Bestimmungen
5.2. Schulischer Bereich
5.3. Familiärer Bereich
5.4. Außerschulische Förderungsmöglichkeiten
6. Schluss
Zielsetzung und Themen
Diese Hausarbeit untersucht die Lese-Rechtschreib-Schwäche (LRS) bei Grundschulkindern, definiert den Begriff, analysiert mögliche Ursachen und Symptomatiken im Grundschulalter und erläutert diverse schulische sowie außerschulische Fördermöglichkeiten, um betroffenen Kindern trotz ihrer Schwierigkeiten eine angemessene Teilhabe zu ermöglichen.
- Grundlagen und Definition der Lese-Rechtschreib-Schwäche
- Neurologische und weitere Ursachen von LRS
- Symptomatik und Erscheinungsbilder im Vorschul- und Grundschulalter
- Schulrechtliche Rahmenbedingungen für die Förderung
- Didaktische Ansätze und Strategien zur Förderung in Schule und Familie
Auszug aus dem Buch
4.2.1. Schwierigkeiten bei der Graphem-Phonem Zuordnung
Eine notwendige Vorraussetzung für das Lesen- und Schreibenlernen ist die Fähigkeit, graphische Zeichen in ihrer Struktur optisch richtig zu erfassen, und graphomotorisch wiederzugeben. Treten hierbei Schwierigkeiten auf, wird die darauf aufbauende Tätigkeit des Lesens und des Schreibens, also die graphomotorischen Realisierung, entsprechend beeinträchtigt. Konkret manifestieren sich Probleme bei dem Unterscheiden der Buchstaben (Druckschrift) a-o, d-a, m-n, f-t, i-l, und bei mangelndem Wahrnehmen von Details der Buchstaben ( in Schreibschrift) h-k, d-a, f-l. Außerdem fallen Kinder auf, die Probleme bei Buchstaben haben, die sich nur durch eine andere Raumlage voneinander unterscheiden lassen: b-p-P, b-d, g-d, M-W, p-d, u-n, etc. Probleme dieser Art treten bereits kurz nach der Einschulung auf. Die Kinder können diese Laute zwar richtig nachsprechen, sie können sich allerdings die Buchstaben nicht richtig „merken“.2
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Verbreitung und soziale Relevanz der LRS und skizziert das Ziel der Arbeit, Ursachen und Fördermöglichkeiten zu erörtern.
2. Begriffsbestimmungen: Dieses Kapitel zeichnet die historische Entwicklung der Definition von Legasthenie nach und begründet die Verwendung des Begriffes Lese-Rechtschreib-Schwäche.
3. Ursachen der LRS: Hier werden kognitive, neurologische und weitere Faktoren diskutiert, die zur Entstehung von LRS beitragen können.
4. Erscheinungsbilder und Symptomatik: Dieses Kapitel detailliert spezifische Schwierigkeiten beim Lesen und Schreiben vom Vorschul- bis zum Grundschulalter.
5. Therapie- und Fördermöglichkeiten: Es werden rechtliche Grundlagen, schulische Methoden, Unterstützungsmöglichkeiten im familiären Umfeld und außerschulische Hilfen aufgezeigt.
6. Schluss: Das Schlusskapitel resümiert, dass LRS kein unabänderliches Schicksal ist, sondern durch gezielte Zusammenarbeit und Methoden bewältigt werden kann.
Schlüsselwörter
Lese-Rechtschreib-Schwäche, LRS, Legasthenie, Grundschule, Schriftspracherwerb, Lese-Förderung, Rechtschreibstörung, Graphem-Phonem-Zuordnung, Teilleistungsschwäche, pädagogische Förderung, Wahrnehmungsstörungen, Inklusion, Schulerfolg, Lernschwierigkeiten, Diagnostik.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Lese-Rechtschreib-Schwäche bei Kindern im Grundschulalter, analysiert deren Entstehung und diskutiert Lösungsansätze.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind Definitionen, Ursachenforschung, Symptomatik in der Grundschule sowie Möglichkeiten der schulischen und privaten Förderung.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, ein umfassendes Verständnis für LRS zu schaffen und aufzuzeigen, wie betroffene Kinder durch gezielte Förderung unterstützt werden können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine Literaturanalyse bestehender pädagogischer, psychologischer und medizinischer Fachliteratur sowie offizieller Erlasse.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Ursachen, die Beschreibung typischer Erscheinungsbilder beim Schriftspracherwerb und die Darstellung konkreter Förderkonzepte.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind LRS, Legasthenie, Grundschule, Förderung, Graphem-Phonem-Zuordnung und Schriftspracherwerb.
Warum wird der Begriff "Legasthenie" kritisch betrachtet?
Der Begriff wurde aus offiziellen Richtlinien gestrichen, da er oft als medizinische "Krankheit" missverstanden wird, während "LRS" eine "Schwäche" impliziert.
Welche Rolle spielt das Elternhaus bei der Förderung?
Eltern können durch emotionale Unterstützung, das Vermeiden von Leistungsdruck und die Zusammenarbeit mit Lehrern maßgeblich den Verlauf der LRS beeinflussen.
- Quote paper
- Sarah Unthan (Author), 2004, Lese-Rechtschreib-Schwäche und individuelle Förderung im Grundschulalter, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/51442