Wasser des Lebens


Hausarbeit, 2004

13 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

1. Allgemein

Zwei Drittel der Erdoberfläche der Erde bestehen aus Wasser, woraus der Name

„der Blaue Planet“ resultiert. Alle an der Erdoberfläche befindlichen oder oberflächennahen, mit flüssigem Wasser erfüllten Räume nennt man Hydrosphäre. Zu der Hydrosphäre gehören die Weltmeere, die Seen, Flüsse und das Grundwasser. Doch das Verhältnis der einzelnen Teile ist nicht ausgeglichen: 93% der Hydrosphäre nehmen die Weltmeere ein, wogegen nur 7% der Hydrosphäre Süßwasser einnimmt. Aus dieser Tatsache wird sehr schnell deutlich, dass es sehr wichtig ist, das Wasser zu schützen, denn es ist Lebensgrundlage für alle Lebewesen. (WEDER 2003, S.47)

2. Bedrohung

Laut der Welt-Gesundheits-Organisation WHO sollte der Mensch pro Tag 100l sauberes Wasser zur Verfügung haben. Dies ist jedoch nicht in allen Teilen der Welt der Fall. Nach einem UNO-Bericht von 1999 sterben jährlich 5,3 Millionen Menschen an den Folgen von unsauberem Trinkwasser. Durch starken Bevölkerungswachstum und den damit verbundenen zunehmenden globalen Nahrungs- und Wasserbedarf, werden diese Zahlen Schätzungen zufolge noch weiter ansteigen. (www.trinkwasser.ch)

2.1. Bedrohtes Grundwasser

Es gibt viele Faktoren die das Grundwasser bedrohen. Die meisten Schadstoffe werden aus der Landwirtschaft eingetragen. Durch den Einsatz von Kunstdüngern, Insekten- und Pflanzengiften und durch Überdüngung der Felder werden ständig sehr viele Schadstoffe in den Boden und von dort in das Grundwasser eingetragen. Auch die Industrie hat Anteile an der Bedrohung des Grundwassers. Flüsse, die durch verseuchte Industrie- und Gewerbegebiete fließen nehmen viele Schadstoffe auf, und tragen sie zudem ins Grundwasser ein. Ebenso schädlich sind Sickerflüssigkeiten aus Altdeponien und undichten Kanalisationen. Ferner können u.a. auch Unfälle bei Gefahrentransporten zur Verschmutzung des Grundwassers beitragen.

2.2. Bedrohtes Oberflächengewässer ( Flüsse und Seen)

Im Bezug auf die Bedrohung der Flüsse und Seen hat auch hier die Landwirtschaft einen starken Einfluss. Wirtschaftsdünger die mit Ammoniak und Phosphaten versetzt sind, schädigen in großen Mengen nicht nur den Boden sondern vor allem auch das Grundwasser. Die Schadstoffe gelangen über das Grundwasser auch in die Flüsse und Seen, wo sich die Folgen zeigen. Eine starke Eutrophierung von Gewässern wird vor allem durch Ammoniak und Phosphate verursacht. Ammoniak wirkt sauerstoffzehrend und Phospate fördern zum Beispiel das Algenwachstum. In Seen setzt durch das große Nährstoffangebot ein Massenwachstum von Algen ein. Die Algen trüben das Wasser, so dass nach einiger Zeit nur noch in der oberflächennahen Schicht genügend Licht für die Photosynthese vorhanden ist. In den tieferen Schichten des Gewässers sterben die Algen ab. Durch die anschließenden Zersetzungsprozesse werden große Mengen an Sauerstoff verbraucht, was im fortgeschrittenen Stadium zu Fäulnis und Bildung toxischer Stoffe wie z.B. Ammoniak, Schwefelwasserstoff und Methan führt. Die Gesamtartenzahl sinkt sehr stark ab, es kann zu einem verstärktem Fischsterben kommen, der See „kippt um“ (Hypertrophie). Außerdem werden durch Mineraldünger auch hormonelle Schadstoffe eingetragen, die die Fruchtbarkeit und Fortpflanzung der Lebewesen stark beeinflussen können. Hormonaktive Chemikalien können bei wildlebenden Tieren Störungen der Keimdrüsen-, Schilddrüsen- und Nebennierenrindenhormon-Produktion verursachen. Dies kann u. a. bei Fischen eine Verringerung der Fruchtbarkeit, Verweiblichung der Männchen, Missbildungen und eine Veränderung des Sexualverhaltens zur Folge haben. ( www.idw-online.de )

Des Weiteren können Schäden entstehen durch Abwässer, die von der Industrie, aber auch von Privathaushalten in das Wasser eingetragen werden. Gerade wenn die Abwässer mit Lacken, Farben, Ölen und sogar Medikamenten belastet sind, sind Kläranlagen häufig überfordert. Die folgenden „Güteklassen zur Zustandsbeurteilung von Gewässern“ klassifizieren Gewässer im Bezug auf Güte-Anforderungen. Die Einteilung in die Güteklassen (Saprobienbereiche) geschieht nach biologischen Merkmalen, daher nach den im Gewässer lebenden Pflanzen und Tieren, vor allem Kleinlebewesen. Damit ein Gewässer seine Funktion als Teil unserer Umwelt erfüllen kann, darf es zumindest keine schlechtere Gewässergüte als Güteklasse 2 aufweisen.

Oligosarob: Zur Güteklasse I (unbelastet bis sehr gering belastet) zählen Gewässerabschnitte mit reinem, stets annähernd sauerstoffgesättigtem und nährstoffarmen Wasser. In der Zone ist die organische Belastung minimal und die Sichttiefe daher sehr hoch. Sie ist gekennzeichnet durch geringen Bakteriengehalt (<1000 Bakterien pro cm3) und durch eine mäßig bis dichte Besiedelung mit Algen (Kieselalgen, Cyanobakterien), Moosen, Strudelwürmern (Planaria, Lumbriculidae) und Insektenlarven. Diese Güteklasse weisen nur Quellbäche und sehr gering belastete Oberläufe von Fließgewässern in von Menschen unbeeinträchtigten Gebieten auf (Alpen und Mittelgebirge).

Oligo bis Beta-Mesaprob: Gewässer die zur Güteklasse I-II gehören, (gering belastet) sind Gewässerabschnitte mit geringer anorganischer Nährstoffzufuhr und organischer Belastung ohne nennenswerte Sauerstoffzehrung. Sie sind dicht und meist in einer großen Artenvielfalt besiedelt. Indikatororganismen sind Strudelwürmer, Wasserkäfer (Elmidae, Hydraenidae) und Flussschwimmschnecken. Auch bei diesen Gewässern handelt es sich in den meisten Fällen um die Oberläufe von Gebirgs- und Mittelgebirgsbächen, vereinzelt lassen sie sich jedoch auch im Flachland an Quellbereichen finden.

Beta-Mesaprob: Zur Güteklasse II (mäßig belastet) zählen Gewässerabschnitte mit mäßiger Verunreinigung und guter Sauerstoffversorgung. Die Artenvielfalt und Individuendichte ist dort sehr hoch, es handelt sich um artenreiche Fischgewässer. Eine große Individuendichte aller Algenarten und Süßwasserschwämme, Kugelmuschel, Bachtaumelkäfer, Posthornschnecke, Bachflohkrebs und Libellenlarven zählen zu den Indikatororganismen. Diese Gewässerabschnitte findet man vor allem in den Mittel- und Unterläufen der großen Flüsse.

Beta-Mesaprob bis Alpha-Mesaprob: Gewässer die zur Güteklasse II-III (kritisch belastet) zählen, sind durch eine kritische Belastung durch organische und sauerstoffzehrende Stoffe ausgezeichnet. Bedingt durch den Sauerstoffmangel kann man einen starken Rückgang der Artenzahl beobachten. Indikatororganismen sind Schlammschnecke, Schwämme, Krebse, Muscheln, Egel (Plattegel) und Steinfliegenlarven. Gewisse Arten neigen in diesem Stadium des Gewässers zu einer Massenentwicklung und einige fädige Algen (Cladophora) bilden flächendeckende Bestände.

Alpha- Mesaprob Die Güteklasse III (stark verschmutzt) beschreibt Gewässerabschnitte mit starker organischer, sauerstoffzehrender Verschmutzung und meist niedrigem Sauerstoffgehalt. Diese Gewässer zeichnen sich durch örtliche Faulschlammablagerungen, große Kolonien von Abwasserbakterien und nur wenige gegen den Sauerstoffmangel unempfindliche, tierische Organismen wie Egel ( Rollegel) und Wasserasseln aus. Mit freiem Auge erkennbar zeigen sich große Kolonien von Wimperntierchen. Periodische Fischsterben und die dargestellten Verhältnisse deuten deutlich auf eine Verschmutzung des Gewässers durch Abwassereinleitung hin.

Mesaprob- Polysaprob: Zur Güteklasse III-IV (sehr stark verschmutzt) zählen Gewässerabschnitte mit weitgehend eingeschränkten Lebensbedingungen, hervorgerufen durch sehr starke Verschmutzung mit organischen, sauerstoffzehrenden Stoffen. Oft wird die Verschmutzung durch toxische Einflüsse verstärkt. Diese Gewässer zeichnen sich durch zeitweise totalen Sauerstoffschwund, eine starke Trübung durch Abwasserschwebstoffe und ausgedehnte Faulschlammablagerungen aus. Diese Gewässer sind dicht besiedelt von „roten“ Zuckmückenlarven ( Chirnonomus, Polypedilum), Schlammröhrenwürmer (Tubiticidae) und oft bedeckt der „Abwasserpilz“ (Sphaerotilus natans) den Grund teilweise oder ganz. Das Wasser riecht deutlich nach Abwasser, bisweilen auch nach Schwefel. Beständige Fischpopulationen findet man nur selten. Die sehr starke Verschmutzung dieser Gewässer erklärt sich meist durch massive Abwassereinleitung.

Polysaprob: Die Güteklasse IV (übermäßig verschmutzt) bezeichnet Gewässer mit übermäßiger Verschmutzung durch organische und sauerstoffzehrende Abwässer. In diesen Gewässern herrschen Fäulnisprozesse vor, der Sauerstoffgehalt geht gegen Null. Besiedelt werden diese Gewässer vorwiegend durch Bakterien (1.000.000 pro cm3), Fische fehlen völlig. Das ganze Gewässer erscheint durch die Massenentwicklung des Abwasserpilzes und der Schwefelbakterien weißlich. Vor allem luftatmende Formen wie Stechmückenlarven, Schwebfliegenlarven und Schlammröhrenwürmer, sowie Wimpern- und Geißeltiere zählen zu den Indikatororganismen. Es kommt zu einer massiven Geruchsbelästigung. Hier handelt es sich um völlig mit Abwasser verunreinigte Gewässerabschnitte, bzw. um Graben oder Bäche, an Stellen wo mit der Einleitung von Abwasser begonnen wurde. ( KALBE, Limnische Ökosytheme, S.79; BREHM, Fließgewässerkunde, S.159 ff.)

2.3. Bedrohtes Meer

Die Bedrohung und Verschmutzung des Meeres vollzieht sich zum einen durch Eintrag durch die Flüsse. Das verschmutze Grund- und Oberflächenwasser gelangt in das Meer als Auffangbecken. Auf direktem Weg wird das Meer wird vor allem durch die Industrie bedroht. 1997 wurden in der Nordsee von dreihundert Öl- und Gasförderplattformen 17.000 Tonnen Erdöl unkontrolliert in das Meer gepumpt. Erschreckend wirkt die Tatsache, dass es 1984 sogar 27.000 Tonnen waren.

Weitere Faktoren sind auch Schiff-Anstriche. Die Schiffe werden mit Pestiziden gegen sich festsetzende Algen und Muscheln behandelt (z.B. Tributyl-Zinn), welche z.B. auf Wasserschnecken wie Hormone wirken und so eine Fortpflanzung unmöglich machen.

Ein weiteres Beispiel für die Verschmutzung des Meeres ist die Tatsache, dass in der südlichen Nordsee jährlich 500 bis 1000 der Fracht-Container über Bord gehen. Leider haben sie oft Chemikalien oder Öl geladen.

Die Hälfte der Tanker die zurzeit auf den Weltmeeren eingesetzt werden ist über 20 Jahre alt. Diese Tanker sind erst teilweise den neuen Richtlinien angepasst und zum Beispiel mit einer doppelwandigen Außenhülle versehen. Aus solchen „Kleinigkeiten“ resultierten in der Vergangenheit über 100 große Tankerunglücke, die weitere Tonnen Schadstoffe in die Meere eingetragen haben. Ganze Küsten sind von großen Ölteppichen verseucht und nicht mehr zu retten.

Weitere Eintragswege sind zum Beispiel die atomaren Wiederaufbereitungsanlagen die ihre Abwässer ins Meer leiten. Ebenso zerstören Lachs- und Shrimpsfarmen nicht nur die ufernahen Meereszonen sondern leiten vor allem auch Abwässer, oft mit Antibiotika versetzt, ins Meer. Die Folgen sind neben überdüngten Meeresarmen auch große Massensterben der dort lebenden Tiere und Pflanzen.

Laut der WHO ist zurzeit die Hälfte der artenreichsten Lebensräume im Meer, die Korallenriffe, gefährdet. Durch Verschmutzung, Überwärmung und Raubfischerei mit Dynamit und Gift werden diese Lebensräume zerstört.

Auch die Überfischung stellt einen Faktor für die Bedrohung des Meeres dar. Der Ertrag der Fischerei hat sich seit 1960 verdreifacht, nicht selten landet der tote „Beifang“ wieder ungenutzt im Meer. Laut den Angaben der FAO (Landwirtschaftsorganisation der Vereinigten Nationen) wird ¼ der 200 Nutzarten voll ausgebeutet und 1/3 der Bestände ist bereits überfischt. (www.umwelt-online.de)

3. Bewahrung

Die Bundesrepublik Deutschland ist eines der wasserreichsten Länder der Erde; trotz hoher Bevölkerungsdichte und intensiver industrieller Produktion bestehen in der Regel bei uns keine Probleme mit der Wassermenge. Die ausreichenden Wasservorräte werden jedoch wie in anderen Ländern auch durch Stoffeinträge verschmutzt. Die regelmäßige Überprüfung der Fließgewässer auf gefährliche Stoffe sowie sauerstoffzehrende organische Stoffe stellt daher eine wichtige Maßnahme im Gewässerschutz dar. Zentrale rechtliche Instrumente zum Schutz unserer Gewässer sind das Wasserhaushaltsgesetz und das Abwasserabgabengesetz. Zukünftig wird die neue EG-Wasserrahmenrichtlinie die Gewässerbewirtschaftung europaweit bestimmen.

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Details

Titel
Wasser des Lebens
Hochschule
Westfälische Wilhelms-Universität Münster
Note
1,7
Autor
Jahr
2004
Seiten
13
Katalognummer
V51444
ISBN (eBook)
9783638474160
ISBN (Buch)
9783656810469
Dateigröße
502 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Wasser, Lebens
Arbeit zitieren
Sarah Unthan (Autor:in), 2004, Wasser des Lebens, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/51444

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