Der Status der ambulanten Suchthilfe in Deutschland. Reicht das Angebot aus?


Hausarbeit, 2019

19 Seiten, Note: 2,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung:

2. Theoretische Grundlagen
2.1 Die Diagnostik der Suchthilfe
2.2 Entstehung von Sucht

3. Das Angebot der ambulanten Suchthilfe
3.1 Präventionsangebote
3.2 Aktive Angebote der Suchthilfe

4. Chancen und Grenzen der ambulanten Suchthilfe
4.1 Die Quantität der ambulanten Suchthilfe
4.2 Die Qualität der ambulanten Suchthilfe

5. Fazit

6. Literaturverzeichnis

7. Onlineverzeichnis

8. Abbildungsverzeichnis

1. Einleitung:

In Deutschland sind derzeit mehr als 3,5 Millionen Menschen von einer Abhängigkeitserkrankung betroffen.

Eine Abhängigkeitserkrankung führt häufig zu erheblichen negativen Folgeerscheinungen, die sich auf die Gesundheit, das Sozialleben und die beruflichen Perspektiven der Betroffenen auswirkt.

Dies verdeutlicht die gesellschaftliche Prägnanz des Themas Abhängigkeit/Sucht und unterstreicht die Notwendigkeit eines funktionsfähigen Hilfesystems.

Die Soziale Arbeit hat auf Grund dessen in Kooperation mit diversen anderen beruflichen Disziplinen das Hilfesystem der ambulanten Suchthilfe konzipiert.

Dieses Hilfesystem soll folgend anhand der Forschungsfrage, Steht der Klientel der ambulanten Drogen-Suchthilfe ein quantitativ und qualitativ ausreichendes Angebot zur Verfügung?, auf seine Funktionalität und Erreichbarkeit überprüft werden.

Um dem Leser einen rudimentären Einblick in den Arbeitsbereich der ambulanten Suchthilfe zu geben, soll in einem ersten Gliederungspunkt zunächst auf die theoretischen Grundlagen der Suchtthematik eingegangen werden.

In einem nachfolgenden Gliederungspunkt 3 soll mit der Vorstellung von diversen Maßnahmen der ambulanten Suchthilfe ein praktischer Bezug geschaffen werden.

Hierauf folgend soll die Forschungsfrage der Arbeit, durch die Anführung von diversen Studien, untersucht werden.

Ein Fazit und ein kurzer Ausblick werden weiterhin die vorliegende Arbeit beschließen.

Allein aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird auf die gleichzeitige Verwendung männlicher und weiblicher Sprachformen verzichtet. Sämtliche Personenbezeichnungen gelten für beide Geschlechter.

2. Theoretische Grundlagen

Das Wort Sucht leitet sich ursprünglich vom althochdeutschen Wort suht = Krankheit ab.

(vgl. Hillmann 2007, S.873)

Nach der World Health Organisation (WHO) wurde der Terminus Sucht 1957 wie folgt definiert:

„Es handelt sich um ein Stadium chronischer oder periodischer Berauschung durch wiederholte Einnahme einer natürlichen oder synthetischen Droge. Der Abhängige erreicht durch Einnahme bestimmter Substanzen (legale, illegale) einen anderen, von ihm angestrebten und als angenehm empfundenen Bewusstseinszustand.“

(Müller2019, S.l)

Weiterhin kann zwischen substanzgebundenen und substanzungebundenen Süchten differenziert werden. In diesem Verbund beinhalten substanzgebundene Süchte den Konsum von legalen und illegalen psychoaktiven Substanzen, welche den Bewusstseinszustand des Konsumenten verändern.

Nach der WHO zählen hierzu:

Cannabinoide, Opioide, Sedativa, Hypnotika, Kokain, Halluzinogene, flüchtige Lösungsmittel andere psychotrope Substanzen, sowie Alkohol, Tabak und Koffein.

Da sich die vorliegende Arbeit primär mit substanzgebundenen Süchten befasst, sollen die substanzungebunden Süchte nur am Rande erwähnt werden.

Substanzungebundene Süchte beziehen sich in diesem Verbund auf zwanghafte Verhaltensweisen eines süchtigen Klienten.

Hierzu zählen unter anderem: Die Glücksspielsucht, die Sexsucht, die Kaufsucht und die Internetsucht.

(vgl. Laging 2018, S. 15)

Um den Krankheitsaspekt der Abhängigkeit der Betroffenen hervorzuheben und so einer negativen Stigmatisierung entgegenzuwirken, wurde der Terminus Sucht 1963 von der WHO durch die Begrifflichkeit der Abhängigkeit ersetzt.

(vgl. Laging 2018, S. 155)

2.1 Die Diagnostik der Suchthilfe

Der Terminus Abhängigkeit findet weiterhin auch in der Diagnostik seine Anwendung.

Die WHO erstellte hierfür mit dem ICD-10 ein bio-medizinischen Klassifikationssystem, das als Diagnosekriterium für das Abhängigkeitssyndrom dient.

Nach dem ICD-10 kann ein Abhängigkeitssyndrom diagnostiziert werden, wenn mindestens 3 der folgenden 6 Kriterien als zutreffend erachtet werden können:

- ein starker Wunsch/Zwang psychotrope Substanzen zu konsumieren
- verminderte Kontrollfähigkeit des Beginns und der Beendigung und der Menge des Konsums
- ein körperliches Entzugssyndrom bei Beendigung oder Reduktion des Konsums
- Nachweis einer Toleranz gegenüber den Dosen der konsumierten Substanz
- Eine Vernachlässigung anderer Interessen und Vergnügen zugunsten des Substanzkonsums
- Anhaltender Substanzkonsum, trotz des Nachweises eindeutiger schädlicher Folgen

(vgl. Langig 2018, S.155 f.)

2.2 Entstehung von Sucht

Neben der Notwendigkeit ein diagnostisches Werkzeug zu erschaffen, nimmt die Fragestellung, welche Einflüsse die Entwicklung einer Abhängigkeit der Klienten der Suchthilfe begünstigt, einen wichtigen Stellenwert ein.

Gerade in der Suchtprävention, als Teilgebiet der ambulanten Suchthilfe, ist die Frage nach der Ursache einer Abhängigkeit von essentieller Natur.

MultifaktorielleModelle der Suchtentstehung:

Gegenwärtig gilt es als allgemeiner Konsens, dass eine Abhängigkeitsentwicklung auf eine Mehrzahl von verschiedenen Faktoren zurückgeführt werden kann. Diese stehen hierbei nicht isoliert von einander, sondern bedingen sich in einem wechselseitigen Verhältnis.

Bei multifaktoriellen Modellen der Suchtprävention wird hierbei zwischen Risiko- und Schutzfaktoren unterschieden.

Risikofaktoren beschäftigen sich in diesem Verbund mit allen Faktoren, die eine Entwicklung einer Abhängigkeitserkrankung wahrscheinlicher werden lassen (bspw. Drogenkonsum im Freundeskreis oder positive Darstellung von Konsum in den Medien).

Schutzfaktoren hingegen beruhen auf den Annahmen eines salutogenetischen Konzepts.

Die Salutogenese stellt nicht die Risiken, die das Auftreten einer Suchterkrankung begünstigen in den Fordergrund, sondern beschäftigt sich mit den Faktoren, die ein Ausbrechen einer Suchterkrankung, trotz bestehender Risiken, verhindern (bspw. intakte familiäre Strukturen).

(vgl. Laging 2018, S.24 ff.)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

(Abbildung 1: Risiko- und Schutzfaktoren des Substanzkonsums, Bühler et al. 2016: S.59)

3. Das Angebot der ambulanten Suchthilfe

Der Arbeitsbereich der modernen Suchthilfe ist gekennzeichnet durch ein multidisziplinäres Berufsfeld.

Zu den hier existierenden Berufsdisziplinen zählen unter anderem die Soziale Arbeit, die Sozialpädagogik, die Psychologie, die Psychiatrie und die somatische Medizin.

In der ambulanten Suchthilfe bilden die Sozialarbeiter und Sozialpädagogen mit einem Anteil von 62,2% die mit Abstand am häufigsten vertretene Berufsgruppe. (vgl.Laging2018, S. 167)

Die Aufgabe der Sozialen Arbeit in der Suchthilfe ist es weiterhin nach Laging:

„Allgemein gesprochen ist die Soziale Arbeit in der Suchthilfe zuständig für die Bearbeitung der sozialen Dimension von Suchtgefährdung, Suchtentwicklung, Rehabilitation und Lebensführung unter den Bedingungen von Sucht.“ (Laging 2018, S.167)

Im Wesentlichen lassen sich die Leistungen der ambulanten Suchthilfe in neun Leistungssegmente unterteilen (in Anlehnung an DHS, 1999):

Prävention, Schadensminimierung, aufsuchende Sozialarbeit, Beratung, Psychosoziale Betreuung, Behandlung/ambulante Rehabilitation, Integrationshilfen, Ergänzende Angebote/sonstige Angebote/Modellprojekte, Versorgungsübergreifende Maßnahmen.

(vgl. AKS 2003, S.3)

3.1 Präventionsangebote

Die Suchtprävention stellt einen eigenständigen und strukturierten Arbeitsbereich in der ambulanten Suchthilfe dar.

[...]

Ende der Leseprobe aus 19 Seiten

Details

Titel
Der Status der ambulanten Suchthilfe in Deutschland. Reicht das Angebot aus?
Hochschule
DIPLOMA Fachhochschule Nordhessen; Zentrale
Note
2,0
Autor
Jahr
2019
Seiten
19
Katalognummer
V514707
ISBN (eBook)
9783346114020
ISBN (Buch)
9783346114037
Sprache
Deutsch
Schlagworte
status, suchthilfe, deutschland, reicht, angebot
Arbeit zitieren
Jan Block (Autor), 2019, Der Status der ambulanten Suchthilfe in Deutschland. Reicht das Angebot aus?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/514707

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