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Das neue Kassengesetz, elektronische Aufzeichnungssysteme (§ 146a AO) und die Kassen-Nachschau (§ 146b AO). Potenzial und Herausforderungen

Titel: Das neue Kassengesetz, elektronische Aufzeichnungssysteme (§ 146a AO) und die Kassen-Nachschau (§ 146b AO). Potenzial und Herausforderungen

Masterarbeit , 2018 , 73 Seiten , Note: 2,7

Autor:in: Kevin Jalowi-Kowar (Autor:in)

Jura - Steuerrecht
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die Arbeit untersucht, ob und wie Manipulation an Kassenaufzeichnungen vermindert werden können. Die Kontrolle und Überprüfung der bargeldintensiven Branchen (Einzelhandel, Gastronomie) stellt die Finanzbehörden seit langem vor große Herausforderungen. Insbesondere aufgrund der Manipulationsanfälligkeit entsprechender Aufzeichnungen besteht seitens der Finanzbehörden ein Impuls zur strukturellen Vollzugssicherung.

Durch die Einführung entsprechend verpflichtender und allgemein gültiger Regelungen für den Einsatz elektronischer Aufzeichnungssysteme erhofft die Bundesregierung den Manipulationen in den Kassengeschäften Einhalt zu gebieten und eine nachträgliche Änderung entsprechender Buchungen und Eintragungen zu verhindern.

Ob die durch den Gesetzgeber eingeführten Regelungen dazu in der Lage sind die Manipulation an Kassenaufzeichnungen zu vermindern oder sogar ganz zu vermeiden soll in dieser Arbeit untersucht werden. Auch sollen die Verhältnismäßigkeit der Regelung untersucht und auch die technischen Voraussetzungen und Anforderungen an die von der Bundesregierung aufgestellten technischen Vorstellungen an die elektronischen Aufzeichnungssysteme erläutert und diskutiert werden.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einführung

2. Bisherige Regelungen

2.1. Darstellung gesetzlicher Grundlagen

2.2. Probleme und Manipulationsmöglichkeiten

3. Neue Regelung

3.1. OECD Studie

3.2 Überblick über wesentliche Neuregelungen

3.2.1 § 146a AO

3.2.2 KassenSichV

3.2.3. § 146b AO

4. Anwendungsbereich

4.1 Anwendungsbereich der Vorschriften

4.2. Zeitlicher Anwendungsbereich

5. Technische Umsetzung

5.1. Allgemeine Voraussetzungen

5.2. Technische Vorüberlegungen

5.3. Praktische Ansätze zur Herstellung der Manipulationssicherheut

5.4 Technische Sicherheitseinrichtung

5.4.1 Das Sicherheitsmodul

5.4.2 Die einheitliche digitale Schnittstelle

5.4.3 Das Speichermedium

5.5. Zertifizierung

6. Verhältnismäßigkeit, Praktikabilität und Geeignetheit

7. Gesamtbewertung gesetzlicher Neuregelung

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Herausforderungen und die Wirksamkeit der gesetzlichen Neuregelungen zur Sicherung digitaler Grundaufzeichnungen im Steuerverfahren. Im Fokus steht die Frage, ob die Einführung elektronischer Aufzeichnungssysteme, der Kassen-Nachschau sowie spezifischer technischer Sicherheitsvorgaben dazu geeignet ist, Manipulationen in bargeldintensiven Branchen effektiv zu unterbinden.

  • Analyse der Manipulationsmöglichkeiten bei elektronischen Kassensystemen
  • Bewertung des gesetzlichen Rahmens durch § 146a und § 146b AO
  • Technische Anforderungen an Sicherheitseinrichtungen (TSE, Sicherheitsmodul, digitale Schnittstelle)
  • Untersuchung der Verhältnismäßigkeit und Praktikabilität der neuen Dokumentationspflichten
  • Kritische Würdigung des Zertifizierungsprozesses durch das BSI

Auszug aus dem Buch

2.2. Probleme und Manipulationsmöglichkeiten

Die Bemühungen der Finanzbehörde, dem Bestreben der Steuerpflichtigen ihre Steuerlast durch legale oder illegale Maßnahmen zu verkürzen, stehen im Fokus der Gesetzesinitiative vom 18.03.2016. Aufgrund der maschinellen Auswertbarkeit der elektronischen Kassensysteme gelten diese als transparent, bergen allerdings auch die Gefahr der unentdeckten Manipulation. Dieser organisierte Betrug ist in Deutschland spätestens seit 2003 bekannt und führt zu einer signifikanten Wettbewerbsverzerrung zuungunsten steuerehrlicher Unternehmen.

Insbesondere moderne Kassensysteme wie elektronische Registerkassen (ECR) oder elektronische Point-of-Sales-Systeme (POS-System) werden häufig genutzt und stellen zentrale Instrumente für die Verwaltung eines Unternehmens dar. Neben der Bediensicherheit, der Reduzierung von Buchungsfehlern und der wirksamen Kontrolle von Kassenbeständen, erleichtern diese Systeme die Buchführung und Berichtslegung sowie Bestandskontrolle. Insbesondere in Bargeldbranchen - wie beispielsweise der Gastronomie- spielen Registerkassen eine essenzielle Rolle und können verschieden komplex ausgebaut sein. Die modernen Systeme verfügen dabei über zahlreiche Programmiermöglichkeiten, wobei sich einige von diesen auch zum Zweck der Umsatzverkürzung eignen. Einfache Maßnahmen wie beispielsweise die Unterdrückung bestimmter Buchungen und Positionen sowie der Verwendung von einem Trainingsmodus führen dazu, dass die am Ende erstellen Journale nicht vollständig sind. Diese Manipulation erfordert ein gewisses technisches Talent, da eine Umprogrammierung am Aufzeichnungssystem erforderlich wird. Einfacher und dabei auch schwieriger zu entdecken ist der Einsatz von sog. „Zappern“ oder „Phantomware.“ Zapper stellen dabei externe Softwareprogramme dar, die zur Durchführung der Umsatzverkürzung auf einem externen elektronischen Speichermedium (USB-Stick, CD, Internetlink) bereitgehalten werden und durch Aktivierung in Form einer besonderen Maske das Löschen und die Modifikation einzelner Umsätze ermöglichen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einführung: Die Einleitung beleuchtet die gesetzliche Lage des Steuervollzugs in Deutschland und erläutert die Problematik der Manipulationsanfälligkeit in bargeldintensiven Branchen.

2. Bisherige Regelungen: Hier werden die ursprünglichen Aufzeichnungs- und Buchführungspflichten dargestellt sowie deren Schwachstellen hinsichtlich digitaler Manipulationen aufgezeigt.

3. Neue Regelung: Dieses Kapitel analysiert die gesetzliche Neuregelung, insbesondere die OECD-Studie zur Umsatzverkürzung sowie die spezifischen Anforderungen der §§ 146a, 146b AO und der KassenSichV.

4. Anwendungsbereich: Hier wird definiert, welche Unternehmen und Systeme unter die neuen Vorschriften fallen und ab wann diese zeitlich anzuwenden sind.

5. Technische Umsetzung: Das umfangreichste Kapitel beschreibt die technischen Anforderungen an die Sicherheitseinrichtung (TSE), bestehend aus Sicherheitsmodul, Speichermedium und digitaler Schnittstelle, inklusive Zertifizierungsprozessen.

6. Verhältnismäßigkeit, Praktikabilität und Geeignetheit: Dieses Kapitel prüft kritisch, ob die neuen Maßnahmen verhältnismäßig sind und ob sie das Ziel der Manipulationsprävention ohne übermäßige Belastung erreichen.

7. Gesamtbewertung gesetzlicher Neuregelung: Die Abschlussbewertung fasst die Effektivität der eingeführten Maßnahmen zusammen und reflektiert über die Herausforderungen bei der praktischen Umsetzung.

Schlüsselwörter

Kassengesetz, Abgabenordnung, AO, 146a AO, 146b AO, Kassen-Nachschau, KassenSichV, TSE, Technische Sicherheitseinrichtung, Manipulationssicherheit, Umsatzverkürzung, Finanzbehörde, Betriebsprüfung, Steuerehrlichkeit, Zertifizierung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Masterthesis grundlegend?

Die Arbeit behandelt die rechtlichen und technischen Herausforderungen, die durch die Einführung des neuen Kassengesetzes (§ 146a AO) und der Kassen-Nachschau (§ 146b AO) für Unternehmen und Finanzbehörden entstehen.

Welche Branchen sind von den neuen Regelungen besonders betroffen?

Besonders im Fokus stehen bargeldintensive Branchen wie die Gastronomie und der Einzelhandel, da hier ein hohes Risiko für Umsatzverkürzungen besteht.

Was ist das primäre Ziel dieser gesetzlichen Neuerungen?

Das Ziel ist die Erhöhung der Steuerehrlichkeit durch die Sicherstellung der Unveränderbarkeit digitaler Grundaufzeichnungen und die Bekämpfung von Manipulationssoftware wie „Zappern“.

Welche technischen Anforderungen werden an Kassensysteme gestellt?

Kassensysteme müssen zukünftig über eine zertifizierte technische Sicherheitseinrichtung (TSE) verfügen, die aus einem Sicherheitsmodul, einem Speichermedium und einer einheitlichen digitalen Schnittstelle besteht.

Was ist der Zweck der Kassen-Nachschau?

Die Kassen-Nachschau ist ein unangekündigtes Kontrollinstrument, das der Finanzbehörde erlaubt, während der Geschäftszeiten die Ordnungsmäßigkeit der Kassenführung und Aufzeichnungen zu prüfen.

Welche Rolle spielt die OECD-Studie in dieser Arbeit?

Die OECD-Studie dient als internationale Basis zur Identifikation von Manipulationsmustern und als Referenzpunkt für die Entwicklung der deutschen Gegenmaßnahmen.

Was unterscheidet „Zapper“ von „Phantomware“?

Zapper sind externe Softwareprogramme zur Manipulation, während Phantomware bereits direkt in die Kassensystem-Software implementiert ist und vor dem Anwender versteckt bleibt.

Ist eine Nutzung der „offenen Ladenkasse“ weiterhin erlaubt?

Ja, die Nutzung einer offenen Ladenkasse bleibt grundsätzlich weiterhin möglich, da bisher keine allgemeine Registrierkassenpflicht eingeführt wurde.

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Details

Titel
Das neue Kassengesetz, elektronische Aufzeichnungssysteme (§ 146a AO) und die Kassen-Nachschau (§ 146b AO). Potenzial und Herausforderungen
Hochschule
Hochschule Aalen
Veranstaltung
TaxMaster
Note
2,7
Autor
Kevin Jalowi-Kowar (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2018
Seiten
73
Katalognummer
V514738
ISBN (eBook)
9783346131317
ISBN (Buch)
9783346131324
Sprache
Deutsch
Schlagworte
kassengesetz aufzeichnungssysteme kassen-nachschau potenzial herausforderungen
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Kevin Jalowi-Kowar (Autor:in), 2018, Das neue Kassengesetz, elektronische Aufzeichnungssysteme (§ 146a AO) und die Kassen-Nachschau (§ 146b AO). Potenzial und Herausforderungen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/514738
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Leseprobe aus  73  Seiten
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