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Die Frauen in Hartmanns "Erec". Zum Kontrast zwischen Rolle und Darstellungsform

Titel: Die Frauen in Hartmanns "Erec". Zum Kontrast zwischen Rolle und Darstellungsform

Hausarbeit , 2019 , 13 Seiten , Note: 2,0

Autor:in: Isabell Horn (Autor:in)

Germanistik - Ältere Deutsche Literatur, Mediävistik
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Zusammenfassung Leseprobe Details

In dieser Arbeit werden die Darstellung der wenigen Frauen in Hartmanns-"Erec" analysiert. Zum einen wird die optische Erscheinung der Frauen und damit einhergehend auch die Kleidung sowie deren Farben und Materialien herausgearbeitet. Zugleich werden Charakterzüge der Frauen anhand passender Textstellen aufgezeigt und mögliche Wertungen durch den Erzähler oder durch andere Figuren herangezogen.

Als Erec und Enite zum ersten Mal gemeinsam an den Artushof kommen, werden sie feierlich empfangen. Obwohl viele der Ritter der Tafelrunde keinen Einfluss auf die Handlung ausüben, werden ihre Namen und ihre Herkunftsorte über mehrere Seiten aufgelistet. Demgegenüber stehen weibliche Figuren, deren Auftritte relevant für den Verlauf der Handlung sind, sie aber dennoch namenlos bleiben, wie zum Beispiel die Jungfrau aus dem Wald oder die 80 Witwen. Auch im Vergleich zum Originaltitel Erec et Enide von Chrétien de Troyes, rückt Hartmann einzig und allein Erec in den Mittelpunkt, da er Enite im Titel nicht nennt. Daraus könnte eine ungleiche Wertung von Mann und Frau geschlossen werden. Ist es nicht Enite, die Erec mehrmals vor dem Tod bewahrt? Heilt ihn nicht Fâmurgâns Pflaster, das im Besitz von Königin Ginower und Guivreiz‘ Schwestern ist? Welche Wirkung haben diese Frauen und welche Rolle spielen sie in der Geschichte? Der Umfang dieser Arbeit lässt eine Beschreibung jeder weiblichen Figur nicht zu. Als Beispiel wird Enite deutlicher im Fokus stehen.

Insbesondere die Szene, in der Erecs erste Begegnung mit Enite und ihrer Familie beschrieben wird, dient hierbei als Grundlage. Weitere Frauen, die näher betrachtet werden sollen, sind die Schwestern von Guivreiz, die Zauberin Fâmurgân, die Frau im Wald und die 80 Witwen. Zuletzt folgen Erläuterungen zu allgemeinen Aussagen über die Frauen im Erec.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Darstellung der Frauen in Hartmanns Erec

2.1. Enite als weibliche Unterstützung für den Helden Erec

2.1.1. Enites Schönheit und ihre Kleidung

2.1.2. Enites Charakterzüge und ihre Entwicklung

2.2. Guivreiz‘ Schwestern und die Zauberin Fâmurgân

2.3. Die Frau im Wald und die 80 Witwen aus der „Joie de la curt“-Episode

2.4. Allgemeine Aussagen über die Frauen in Hartmanns Erec

3. Fazit

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht die Darstellung weiblicher Figuren in Hartmanns Artusroman „Erec“. Dabei wird analysiert, wie diese Charaktere – insbesondere die Protagonistin Enite – konstruiert sind, welche Funktionen sie im Handlungsverlauf einnehmen und inwiefern ein ambivalentes Frauenbild zwischen passiver Objektrolle und handlungsrelevanter Unterstützung besteht.

  • Die ästhetische und symbolische Bedeutung von Kleidung und Farben bei Frauenfiguren.
  • Die Entwicklung und Funktion von Enite als zentrale Mittlerfigur für den Helden Erec.
  • Die Rolle übernatürlicher und helfender Frauenfiguren wie Fâmurgân und den Schwestern von Guivreiz.
  • Das Abhängigkeitsverhältnis zwischen Mann und Frau im Kontext zeitgenössischer gesellschaftlicher Rollenbilder.
  • Die Ambivalenz der Frauenbewertung im Werk durch den Erzähler und andere Figuren.

Auszug aus dem Buch

2.1.1. Enites Schönheit und ihre Kleidung

Diese erste Beschreibung des Erzählers, die nicht die letzte dieser Art bleiben soll, ist typisch für die Figur Enite. Dem Leser wird schnell klar, dass es sich bei ihr um die allerschönste Frau handeln muss, die jemals existiert hat und dass sie gleichzeitig die Idealvorstellung einer höfischen Dame und Ehefrau verkörpert. Diese Szene, in der Enite zum ersten Mal auftritt, ist für die Darstellung ihrer Figur von großer Bedeutung. Hartmann beschreibt Enites Aussehen sehr sorgfältig und umfangreich. Ihre Hautfarbe ist wîz alsam ein swan (V. 330), was im Mittelalter als Zeichen absoluter Schönheit galt. Beachtenswert ist, dass die Farbe ihrer Haut sogar ein zweites Mal beschrieben wird, als sie mit ir hende vil wîze: (V.355) gewissenhaft das Pferd versorgt.

Abgesehen von ihrer Hautfarbe, wird insbesondere Enites Kleidung in den Mittelpunkt gerückt: der megede lîp was lobelich. / der roc was grüener varwe / gezerret begarwe, / abehære über al. (V. 323–326). Aussagekräftig ist der grüne Rock, da Grün als kostspielige Kleiderfarbe gilt und auf die Zeit verweist, bevor Enites Familie verarmt war. Jedoch ist ihr Rock zerrissen und verdeutlicht, dass diese Zeit, die von Wohlstand geprägt war, der Vergangenheit angehört. Grün ist zugleich die Farbe der Hoffnung und deutet darauf hin, dass Enites Ansehen steigen wird und dass ihr durch die Hochzeit mit Erec ein sozialer Aufstieg ermöglicht wird.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung stellt die Fragestellung nach der Rolle und Wirkung der wenigen, aber handlungsrelevanten Frauenfiguren im „Erec“ vor und erläutert die methodische Vorgehensweise.

2. Die Darstellung der Frauen in Hartmanns Erec: Dieses Hauptkapitel analysiert die physischen und charakterlichen Merkmale von Enite, Guivreiz‘ Schwestern, Fâmurgân sowie der Frau im Wald und der achtzig Witwen unter Berücksichtigung ihrer gesellschaftlichen Rollenzuweisungen.

3. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und stellt fest, dass die Darstellung der Frauen bei Hartmann hoch ambivalent ist, da sie zwischen der Rolle als unterstützende Helferin und der eines passiven, abhängigen Objekts oszilliert.

Schlüsselwörter

Hartmann von Aue, Erec, Enite, höfische Literatur, Frauenbild, Mittelalter, Geschlechterrolle, Fâmurgân, Symbolik, Kleidung, Schönheit, Abhängigkeit, Artusroman, Identität, Minne.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit primär?

Die Arbeit befasst sich mit der Analyse der Frauenfiguren in Hartmanns von Aues Artusroman „Erec“ und untersucht, wie diese in Bezug auf ihre äußere Erscheinung, ihren Charakter und ihre Funktion für den Helden Erec dargestellt werden.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Zu den Schwerpunkten gehören die Bedeutung von Kleidung als Symbol, die psychologische Entwicklung von Enite sowie die Funktion von Frauen als Helferinnen oder Leidende, die Erecs ritterliches Handeln motivieren.

Was ist die zentrale Forschungsfrage der Studie?

Die Arbeit untersucht, welche Rolle die Frauen im „Erec“ spielen, welche Wirkung sie auf den Handlungsverlauf haben und wie die Ambivalenz zwischen ihrer oft passiven, abhängigen Position und ihrer gleichzeitigen Relevanz für den Helden interpretiert werden kann.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Es handelt sich um eine literaturwissenschaftliche Analyse, bei der Textstellen aus dem „Erec“ herangezogen und mit sekundärliterarischen Ansätzen zur mittelalterlichen Epik in Bezug gesetzt werden.

Was wird im Hauptteil der Untersuchung behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in Analysen zu Enite (als wichtigste Figur), Nebenfiguren wie den Schwestern von Guivreiz und der Zauberin Fâmurgân sowie eine übergreifende Untersuchung allgemeiner Aussagen über das damalige Frauenbild.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?

Die wichtigsten Schlagworte sind Hartmann von Aue, Enite, höfische Literatur, Geschlechterrolle, Symbolik, Identität und Artusroman.

Welche Rolle spielt die Zauberin Fâmurgân in dieser Untersuchung?

Fâmurgân wird als eine für den verwundeten Erec zentrale, aber ambivalent gezeichnete Heilerin betrachtet, deren übernatürliche Fähigkeiten in einen betont weiblichen Kontext gestellt werden.

Warum wird im Text betont, dass das Frauenbild ambivalent ist?

Die Arbeit stellt fest, dass Frauen einerseits als schwaches, passives Geschlecht dargestellt werden, andererseits aber eine entscheidende Stütze für Erec sind, was zu inhaltlichen Widersprüchen im Text führt.

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Details

Titel
Die Frauen in Hartmanns "Erec". Zum Kontrast zwischen Rolle und Darstellungsform
Hochschule
Ludwig-Maximilians-Universität München  (Deutsche Philologie - Germanistische Mediävistik)
Veranstaltung
Erec oder Ereck? Hartmanns Roman aus editionsphilologischer Sicht
Note
2,0
Autor
Isabell Horn (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2019
Seiten
13
Katalognummer
V514757
ISBN (eBook)
9783346114044
ISBN (Buch)
9783346114051
Sprache
Deutsch
Schlagworte
frauen hartmanns erec kontrast rolle darstellungsform
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Isabell Horn (Autor:in), 2019, Die Frauen in Hartmanns "Erec". Zum Kontrast zwischen Rolle und Darstellungsform, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/514757
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  13  Seiten
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