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Rituelle Aufführungen im Sport. Zur Beeinflussung von Ritualen auf das sportliche Handeln

Titel: Rituelle Aufführungen im Sport. Zur Beeinflussung von Ritualen auf das sportliche Handeln

Bachelorarbeit , 2019 , 43 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Lena Rathmann (Autor:in)

Gesundheit - Sportwissenschaft
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Wann wird eine regelmäßige Handlung zu einem Ritual, und was überhaupt zeichnet ein Ritual aus? Wie lässt sich außerdem die große Bedeutung von Ritualen für Sportler_innen und Mannschaften erklären? Ob und inwieweit ein Ritual Auswirkungen auf das sportliche Handeln hat und worin überhaupt die Unterschiede zu einer Gewohnheit liegen, wird unter anderem in dieser Arbeit erläutert.

Beim Anschauen von sportlichen Wettkämpfen fällt den aufmerksamen Beobachtern auf, dass sich Sportler_innen oftmals ganz individuell auf die anstehenden Herausforderungen vorbereiten. Dabei sind Rituale im Sport so verschieden wie die Sportler_innen selbst. Der Tennis Spieler Rafael Nadal hat vor jedem seiner Aufschläge einen ganz bestimmten Handlungsablauf, den er bei jedem seiner Turnierteilnahmen wiederholt. Dabei zupft er sich zunächst vor seinem Aufschlag an seiner Hose, an seinem T-Shirt, an der linken Schulter und an der rechten Schulter. Anschließend berührt er seine Nase, das linke Ohr, wieder die Nase und schließlich das rechte Ohr, bevor er den Ball fünfmal auftippt und zum Aufschlag ansetzt. Der Golfer Tiger Woods trug an Finaltagen eines Turniers immer ein rotes Shirt, weil ihm seine Mutter mal gesagt hat, dass ihm die Farbe Rot Energie verleiht. Die rituellen Handlungen zeigen die große Bandbreite von Ritualen im Sport, die sowohl von normalen, als auch sehr skurrilen Handlungen geprägt ist. Solche und ähnliche Rituale sieht man bei Athleten_innen sehr häufig. Sie treten ganz individuell in Einzel- und Mannschaftssportarten auf.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. EINLEITUNG

2. DEFINITION RITUAL

2.1 MERKMALE UND FUNKTIONEN VON RITUALEN

2.2 ABGRENZUNG ZU ROUTINEN UND GEWOHNHEITEN

3. RITUALE IM SPORT

3.1 ABERGLÄUBISCHE RITUALE

3.2 NICHT ABERGLÄUBISCHE RITUALE IM SPORT

3.2.1 KOGNIZIERTE KONTROLLE

3.2.2 SELBSTWIRKSAMKEIT

3.2.3 MACHT DEMONSTRIERENDE RITUALE

3.2.4 JUBELRITUALE

3.2.5 MENTALE VORBEREITUNGSRITUALE

3.2.6 DAS RITUAL ALS PERFORMANCE

3.2.7 ZUSCHAUERRITUALE

3.3 PERSÖNLICHKEITS- UND SITUATIONSEIGENSCHAFTEN

4. MERKMALE UND FUNKTIONEN VON RITUALEN IM SPORT

4.1 DIE FUNKTION DES MAGISCHEN DENKENS

4.2 ABWEHR- UND SICHERUNGSMECHANISMUS

4.3 MOTIVATIONS- UND KONZENTRATIONSFAKTOR

4.4 KARTHARSISFUNKTION

4.5 RITUALE ZUR PERFORMATIVEN BILDUNG VON GEMEINSCHAFTEN

5. DAS RITUAL ALS PERFORMATIVE HANDLUNG MIT AUFFÜHRUNGSCHARAKTER

6. ANALYSE ZU RITUELLEN AUFFÜHRUNGEN BEI DER FRAUENWELTMEISTERSCHAFT 2019

7. FAZIT

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Bedeutung, Funktion und psychologische Wirkung von Ritualen im sportlichen Kontext. Dabei wird insbesondere der Frage nachgegangen, wie Rituale das sportliche Handeln beeinflussen, Sicherheit vermitteln und zur Gruppenidentität beitragen.

  • Theoretische Fundierung des Ritualbegriffs und Abgrenzung zu Routinen.
  • Unterscheidung zwischen abergläubischen und nicht abergläubischen Ritualen im Sport.
  • Analyse der psychologischen Mechanismen wie Selbstwirksamkeit und Stressreduktion.
  • Bedeutung von Ritualen als performative Handlungen zur Gemeinschaftsbildung.
  • Fallanalyse der rituellen Praktiken bei der FIFA Frauen-Weltmeisterschaft 2019.

Auszug aus dem Buch

3.1 ABERGLÄUBISCHE RITUALE

Aufgrund der hohen Unberechenbarkeit in den meisten Sportarten und der gleichzeitig hohen Motivation der Sportler_innen immer zu gewinnen, ist es nicht verwunderlich, dass sie alles versuchen, um die Wahrscheinlichkeit des Wettkampferfolges zu erhöhen. Leistungssportler_innen, die ihre Leistung normalerweise bis ins kleinste Detail wissenschaftlich analysieren, vertrauen in den bedeutenden Wettkämpfen ihren Glücksbringern und Ritualen. Dabei greifen sie häufig auch auf Handlungen zurück, die für Außenstehende als sinnlos und negativ betrachtet werden.

Der ehemalige deutsche Schwimmer Mark Warnecke schwamm bei den Olympischen Spielen 1996 in Atlanta nicht mit einem technisch verbesserten Badeanzug, sondern griff auf seine alte Badehose zurück. Seine Begründung hierfür war, dass er an seiner Badehose ein Hosenband hat, in der er immer vor dem Wettkampf einen Knoten reinmacht. Die psychische Belastung, die in ihm entstehen würde, wenn er dieses Ritual nicht mehr praktizieren könnte, brachte ihn schließlich zum Entschluss, seine alte Badehose anzubehalten, entgegen vieler Meinungen, dass diese nicht mit den neuesten Badeanzügen mithalten könne (vgl. Vyse, 1999).

Zusammenfassung der Kapitel

1. EINLEITUNG: Einführung in die Thematik der Rituale im Sport anhand von Beispielen und Darstellung der zentralen Forschungsfragen.

2. DEFINITION RITUAL: Theoretische Herleitung des Ritualbegriffs und Differenzierung von routinemäßigen Alltagshandlungen.

3. RITUALE IM SPORT: Untersuchung verschiedener Ritualtypen im Sport, inklusive abergläubischer Handlungen und mentaler Vorbereitungsmethoden.

4. MERKMALE UND FUNKTIONEN VON RITUALEN IM SPORT: Detaillierte Betrachtung psychologischer Funktionen wie Magie, Stressabwehr und Motivationssteigerung durch Rituale.

5. DAS RITUAL ALS PERFORMATIVE HANDLUNG MIT AUFFÜHRUNGSCHARAKTER: Erläuterung der performativen Dimension von Ritualen und ihrer sozialen Bedeutung.

6. ANALYSE ZU RITUELLEN AUFFÜHRUNGEN BEI DER FRAUENWELTMEISTERSCHAFT 2019: Praktische Anwendung der Theorie auf konkrete Szenen und Verhaltensweisen der deutschen Frauen-Nationalmannschaft.

7. FAZIT: Zusammenfassende Beantwortung der Forschungsfragen und Reflexion über die Rolle von Ritualen als stützende Elemente im Leistungssport.

Schlüsselwörter

Rituale, Sport, Aberglaube, Selbstwirksamkeit, Performative Handlung, Gemeinschaftsbildung, Stressregulation, Psychologie im Sport, Leistungssport, Identitätsbildung, Wettkampfvorbereitung, Gruppenkohäsion, Mentale Stärke, Fußball-Weltmeisterschaft, Kognitive Strategien.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert das Phänomen der Rituale im Sport und untersucht, warum Athleten_innen ritualisierte Handlungen vollziehen und welche psychologischen Funktionen diese erfüllen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind die theoretische Definition von Ritualen, deren psychologische Wirkmechanismen (wie Selbstwirksamkeit und Stressbewältigung) sowie ihre soziale Funktion in der Gemeinschaftsbildung.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, die Beeinflussung des sportlichen Handelns durch Rituale zu verstehen und zu erklären, warum diese sowohl im Training als auch im Wettkampf für Sportler_innen von großer Bedeutung sind.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine fundierte Literaturanalyse sowie eine qualitative Analyse ritueller Handlungen am Beispiel der deutschen Frauen-Nationalmannschaft während der Weltmeisterschaft 2019.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden verschiedene Ritualtypen (abergläubisch vs. nicht abergläubisch) erläutert, die Rolle von Ritualen als performative Handlungen analysiert und die psychologischen Hintergründe der Ritualisierung aufgearbeitet.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die zentralen Begriffe sind Rituale, Aberglaube, Sportpsychologie, Leistungssteigerung, Selbstwirksamkeit und performative Identitätsbildung.

Wie unterscheidet die Arbeit zwischen Routinen und Ritualen?

Routinen sind zweckgerichtete, flexible Abläufe zur Leistungsoptimierung, während Rituale eine symbolische, oft magische Bedeutung haben, die über die rein funktionale Handlung hinausgeht.

Welche Bedeutung haben Rituale für die deutsche Frauen-Nationalmannschaft bei der WM 2019?

Die Analyse zeigt, dass Rituale wie das Spalierstehen oder der Mannschaftskreis wesentlich zur Stärkung des Gruppenzusammenhalts und zur psychologischen Entlastung der Spielerinnen in der Drucksituation des Turniers beitragen.

Können Rituale im Sport auch negative Auswirkungen haben?

Ja, sofern eine zwanghafte Ausführung vorliegt oder der Ausfall eines Rituals zu einer massiven Verunsicherung führt, kann die sportliche Leistung beeinträchtigt werden.

Ende der Leseprobe aus 43 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Rituelle Aufführungen im Sport. Zur Beeinflussung von Ritualen auf das sportliche Handeln
Hochschule
Universität Hildesheim (Stiftung)
Note
1,3
Autor
Lena Rathmann (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2019
Seiten
43
Katalognummer
V514771
ISBN (eBook)
9783346118141
ISBN (Buch)
9783346118158
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Rituale Sportwissenschaft
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Lena Rathmann (Autor:in), 2019, Rituelle Aufführungen im Sport. Zur Beeinflussung von Ritualen auf das sportliche Handeln, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/514771
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Leseprobe aus  43  Seiten
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