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Aberglaube und Magie im Werk Martin Luthers

Title: Aberglaube und Magie im Werk Martin Luthers

Term Paper (Advanced seminar) , 2002 , 22 Pages , Grade: 2

Autor:in: Marcel Tenud (Author)

History of Europe - Middle Ages, Early Modern Age
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Auch in der Frühen Neuzeit bildete die christliche Religion noch den Mittelpunkt des Lebens und ein hergekommenes Deutungsmuster vieler Menschen. Parallel zu den christlich religiösen Riten bewahrte sich auch ein starker Aberglaube
sowie der Glaube an die Wirksamkeit von Magie, der sich in der Frühen Neuzeit trotz der beginnenden Reformbewe
gung in der katholischen Kirche und der beginnenden lutherischen Reformation erhielt. Vielfach fällt in dieser Epoche
die Trennung zwischen religiösen und abergläubischen Kulthandlungen während der Phase der beginnenden Reforma
tion schwer, da vielfach Misch- und Parallelformen existierten.
Doch wie stellte sich der nun wichtigste auftretende Reformator Martin Luther zum Thema der Aberglauben- und Magie
vorstellungen. Er äußerte sich dazu innerhalb seines reichen Schriftwerks. Luthers Auslegung des Dekalogs gibt hier
die Möglichkeit, sowohl seine frühe Haltung zu Aberglauben und Magie sowie deren spätere Veränderung aufzuzeigen
und in Bezug zu seiner Biografie zu setzen. Zum Ende wird der Versuch gemacht, einen kurzen Ausblick auf die Möglichkeit der Umsetzung seiner postulierten Forderungen in Bezug auf angewandte superstitöse Praktiken zu geben.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

I. Inhaltsverzeichnis

II. Einleitung

III. Martin Luther – Eine Einführung in sein Leben

IV. Begriffsklärung von Aberglaube und Magie

IV.I Aberglaube

IV.II Magie

V. Beispiele von Aberglaube u. Magie in ausgewählten Werken Martin Luthers

V.I Das Präzeptorium „Decem praecepta Wittenbergensi praedicata populo“

V.II Aberglauben und Magie in der weiteren Dekalogauslegung

VI. Umsetzung des lutherischen Verbots superstitiöser Praktiken

VII. Schlussbemerkung

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit analysiert das Verhältnis Martin Luthers zu Aberglauben und Magie, deren Wandlung im Laufe seines Lebens sowie die Rezeption seiner Ansichten in der weltlichen Gerichtsbarkeit und Bevölkerung der Frühen Neuzeit.

  • Entwicklung von Luthers Aberglaubensverständnis anhand seiner Schriften.
  • Einfluss der lutherischen Theologie auf die Kriminalisierung magischer Praktiken.
  • Gegenüberstellung von kirchlichen Lehren und volksmagischer Alltagsrealität.
  • Die Rolle der weltlichen Obrigkeit bei der Durchsetzung lutherischer Verbote.

Auszug aus dem Buch

V. Beispiele von Aberglaube u. Magie in ausgewählten Werken Martin Luthers

Eine der frühesten bekannten Quellen über Aberglauben- und Magievorstellungen Luthers bildet das in der Überschrift benannte Werk, das am 20.7.1518 in Wittenberg erschien und schon ein Jahr später ins Deutsche übersetzt wurde. Es handelt sich hierbei um eine Auslegung der Zehn Gebote, die auf Luthers Dekalogpredigten zurückgeht. Im Rahmen der Abhandlung des ersten Gebots kommt es zu einer Zweiteilung. Der erste Teil befasst sich mit der übertriebenen Heiligenverehrung, während sich der zweite Teil mit dem Aberglauben zu Luthers Zeiten beschäftigt. Dieser zweite Teil soll hier im Mittelpunkt stehen und anhand einiger Beispiele Luthers frühe Sicht der Aberglaubenthematik gezeigt werden.

So behandelt der erste Abschnitt, unter dem Titel „Adolescentia“, unter anderem Schwertsegen und deren Beseitigung, die Beachtung von Mondphasen und Monaten bei der Heirat oder der Empfängnis, die Verwendung von characteres und literae für Zauber, Segen und Beschwörungen und den Missbrauch von Sakramentalien, wie zum Beispiel den Missbrauch von Weihwasser zum Auffinden eines Diebes. Gerade an diesem Beispiel, wie auch durch die Verwendung christlicher Symbolik, wird schon deutlich wie schnell der Sprung von der richtigen zur falschen Verwendung der kirchlichen Symbole getan ist und somit der Schritt vom richtigen zum falschen Glauben im Blick Luthers vollzogen ist.

Zusammenfassung der Kapitel

II. Einleitung: Diese Einleitung skizziert die Problematik der Abgrenzung von religiösen und abergläubischen Praktiken in der Frühen Neuzeit und erläutert die Bedeutung der Untersuchung Luthers für die Volkskunde.

III. Martin Luther – Eine Einführung in sein Leben: Ein biographischer Abriss, der Luthers Werdegang vom Mönchtum bis zur Reformation nachzeichnet, um seine spätere theologische Argumentation zu kontextualisieren.

IV. Begriffsklärung von Aberglaube und Magie: Hier werden die theoretischen Grundlagen gelegt, indem Aberglaube und Magie als Phänomene der Zeit definiert und voneinander abgegrenzt werden.

V. Beispiele von Aberglaube u. Magie in ausgewählten Werken Martin Luthers: Dieser Hauptteil analysiert Luthers Schriften, insbesondere seine Auslegung der Zehn Gebote, um seine wachsende Kritik an superstitiösen Praktiken zu dokumentieren.

VI. Umsetzung des lutherischen Verbots superstitiöser Praktiken: Untersuchung der sozio-kulturellen Folgen der lutherischen Lehre, inklusive der Schwierigkeiten bei der Implementierung in der ländlichen Bevölkerung und der Rolle der Obrigkeit.

VII. Schlussbemerkung: Zusammenfassende Reflexion über die Radikalisierung Luthers in seiner Haltung gegenüber Magie und Aberglauben bis hin zur Forderung nach drakonischen Strafen.

Schlüsselwörter

Martin Luther, Aberglaube, Magie, Reformation, Frühe Neuzeit, Volksmagie, Dekalogauslegung, Superstition, Teufelsglaube, Kriminalisierung, Volkskunde, Sakramentalien, Hexenbild, Kirchenvisitationen.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das Verhältnis Martin Luthers zu Aberglauben und Magie, wie er diese theologisch bewertete und wie seine Schriften zu einer veränderten Sichtweise in der Gesellschaft beitrugen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Im Fokus stehen die Definition von Aberglauben in der Frühen Neuzeit, Luthers Schriften zur Dekalogauslegung und die gesellschaftliche Umsetzung seiner theologischen Verbote.

Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?

Das Ziel ist es aufzuzeigen, wie Luthers frühe, eher als "Dummheit" bewertete Sichtweise auf den Aberglauben im Laufe der Zeit zu einer scharfen Kriminalisierung führte.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor nutzt eine textanalytische Methode, indem er exemplarische Schriften Luthers (z.B. das Präzeptorium) unter Einbeziehung volkskundlicher und historischer Fachliteratur auswertet.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert Luthers konkrete Kritik an Praktiken wie dem Heilszauber, der Astrologie und dem Schadenszauber und untersucht deren Einbettung in seine biblische Argumentation.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am stärksten?

Neben dem zentralen Begriff Aberglaube prägen Termini wie "Superstition", "Teufelspakt", "Dekalogauslegung" und "Radikalisierung" die Argumentationslinie des Autors.

Wie bewertet Luther laut der Untersuchung den "Missbrauch" von Sakramentalien?

Luther wandelt seine Sichtweise: Während er den Missbrauch anfangs als dumm bezeichnet, stuft er ihn später als bewussten Missbrauch des heiligen Wortes und damit als schweren Verstoß gegen das zweite Gebot ein.

Welchen Stellenwert nimmt die weltliche Obrigkeit bei der Unterbindung von Aberglauben ein?

Die Arbeit stellt fest, dass die weltliche Obrigkeit Aberglauben primär als kriminellen Akt verfolgte, wobei die Beamten oft selbst in traditionellen Strukturen verhaftet waren, was die Durchsetzung der Verbote erschwerte.

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Details

Title
Aberglaube und Magie im Werk Martin Luthers
College
University of Bonn  (Volkskundliches Seminar)
Course
Religion und Kultur
Grade
2
Author
Marcel Tenud (Author)
Publication Year
2002
Pages
22
Catalog Number
V5148
ISBN (eBook)
9783638131339
ISBN (Book)
9783638638883
Language
German
Tags
Luther Reformation Aberglaube Magie
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Marcel Tenud (Author), 2002, Aberglaube und Magie im Werk Martin Luthers, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/5148
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