Die so genannte „Theoriediskussion“ bemüht sich schon seit Mitte der sechziger Jahre um eine klare Definition von Kinder- und Jugendarbeit, um den Bereich besser abgrenzen zu können(Vgl. Böhm, 2003). Das Problem dabei ist, das es ziemlich schwierig ist, den kleinsten gemeinsamen Nenner der Jugendarbeit zu finden, da sie ein ungemein breites Spektrum aufzeigt. Folgende Merkmale helfen allerdings, die Kinder- und Jugendarbeit genauer einzugrenzen: Die rechtliche Grundlage für die Kinder- und Jugendarbeit in Deutschland stellt das „Kinder- und Jugendhilfegesetz“ (KJHG, 1990) dar. Nach diesem ist sie Teil der Jugendhilfe, zusammen mit der Jugendsozialarbeit und erzieherischem Kinder- und Jugendschutz (Vgl. Schaub/ Zenke, 2000).
Sie wird von öffentlichen oder freien Trägern angeboten. Öffentliche Träger sind die jeweiligen kommunalen Jugendämter, sie sind verpflichtet entsprechende Einrichtungen und Dienste zur Verfügung zu stellen, wie z.B. Jugendzentren. Zu den freien Trägern gehören alle übrigen Vereine und Initiativen, die sich um Jugendarbeit bemühen, aber auch, je nach Definition, z.B. der Jugendtourismus, Jugendspielplätze und Jugendbibliotheken. Jugendarbeit wird auch als dritter Ort der sekundären Sozialisation neben Familie und Schule gesehen.
Historische Entwicklung in Deutschland
Um das heutige Verständnis von Jugendarbeit zu begreifen, ist es wichtig ihre historische Entwicklung zu kennen. Der Rückblick zeigt auch, wie sehr die Jugendarbeit als Mittel der Sozialisation stets durch die jeweiligen gesellschaftlichen Hintergründe beeinflusst wurde (Vgl. Krafeld, 1984).
Inhaltsverzeichnis
Definition
Historische Entwicklung in Deutschland
Anfänge in Deutschland in der Industrialisierung
Nationalsozialismus
Besatzungspolitik der Alliierten und Jugendarbeit in der DDR
Neuorientierung und Wandel zur „Offenen Jugendarbeit“
Professionalisierung
Studie Jugendarbeit studieren
Erkenntnisse
Konsequenzen für die Professionalisierung in der Kinder- und Jugendarbeit
Fazit
Ausdifferenzierung
Fachhochschulen
Uni
Erzieher
Ehrenamtliche
Bedingungen ehrenamtlicher Arbeit
Arbeits- und Handlungsfelder
Trägerorganisationen
Die öffentlichen Einrichtungen
Die freien Institutionen
Jugendzentren
Fortbildungsmöglichkeiten
Beispiel Kreisjugendring Fürstenfeldbruck
Probleme und Perspektiven
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht die historische Entwicklung, die Professionalisierung sowie die aktuellen Strukturen der Kinder- und Jugendarbeit in Deutschland, um ein fundiertes Verständnis für dieses pädagogische Handlungsfeld zu schaffen.
- Historische Herleitung des Begriffs und der Praxis der Jugendarbeit.
- Analyse der akademischen Ausbildung und Professionalisierung der Jugendarbeit.
- Untersuchung der Rollenverteilung zwischen hauptamtlichen und ehrenamtlichen Kräften.
- Betrachtung von Organisationsformen, insbesondere Jugendzentren und Trägerstrukturen.
- Diskussion aktueller Herausforderungen und Zukunftsperspektiven der Jugendarbeit.
Auszug aus dem Buch
Professionalisierung
Erste Ideen zur akademischen Ausbildung in der außerschulischen Jugendarbeit entstanden Anfang des 20.Jahrhunderts. Dies war der Beginn der sozialwissenschaftlichen Jugendforschung und diese wurde zum ersten Mal mit dem Adjektiv sozialpädagogisch charakterisiert.
Doch welche Qualifikationen sollte ein Mitarbeiter in der Kinder- und Jugendarbeit haben? Diese Frage warf Peter Weigle auf, der ein Verantwortlicher der evangelischen Jünglingsarbeit war. Ein Jahrzehnt später beschäftigte sich auch der Jugendpfleger und –forscher Günther Dehn mit diesem Problem.
„In der Jugendpflege hängt nicht weniger als alles von der Person des Jugendpflegers ab“ und „(…)je mehr Jugendpflege Volkssache wird, je mehr also Jugendpflegersein ein erlernter Beruf wird, desto stärker sollte sein >charismatischer<, das heißt sein von Gott gegebener Charakter betont werden, damit er nicht einer öden Betriebstechnik zum Opfer falle. (…) Ich meine (…), dass eine Verbundenheit der Seele des Leiters mit der des Jugendlichen vorhanden sein muss, die nicht nur auf pädagogischen Vorsätzen und sittlichen Erwägungen beruht, sondern die irgendwie eine natürliche Grundlage hat.“
Günther Dehn war also der Meinung, dass die wichtigste Eigenschaft eines Jugendarbeiters auf einer sozusagen „angeborenen Fähigkeit“ beruht, sich in die Jugend hineinzuversetzen und so mit deren speziellen Problemen umgehen kann.
Zusammenfassung der Kapitel
Definition: Erläutert die Schwierigkeit der Begriffsbestimmung der Jugendarbeit und verortet sie im Kinder- und Jugendhilfegesetz.
Historische Entwicklung in Deutschland: Zeichnet die Entstehung der Jugendarbeit von der Industrialisierung bis zur „Offenen Jugendarbeit“ nach.
Professionalisierung: Beleuchtet die Debatte um die Notwendigkeit akademischer Qualifikationen für Jugendarbeiter und wertet eine Kassler Studie hierzu aus.
Fazit: Reflektiert kritisch über die mangelnde qualitative und quantitative Präsenz der Jugendarbeit in der akademischen Ausbildung.
Ausdifferenzierung: Untersucht die Berufs- und Rollenverteilung zwischen Haupt- und Ehrenamtlichen sowie die Rolle verschiedener Bildungseinrichtungen.
Arbeits- und Handlungsfelder: Differenziert zwischen Trägerorganisationen und fokussiert auf die Bedeutung von Jugendzentren.
Fortbildungsmöglichkeiten: Diskutiert die Notwendigkeit von Qualifizierungsmaßnahmen zur Bewältigung sich wandelnder gesellschaftlicher Anforderungen.
Beispiel Kreisjugendring Fürstenfeldbruck: Illustriert die theoretischen Ausführungen anhand eines konkreten Praxisbeispiels aus dem Landkreis.
Probleme und Perspektiven: Analysiert den bürokratischen Druck, die demografische Entwicklung und die Anforderungen an zukünftige Integrationsleistungen.
Schlüsselwörter
Kinder- und Jugendarbeit, Professionalisierung, Jugendhilfe, Offene Jugendarbeit, Jugendzentren, Ehrenamt, Hauptamt, Ausbildung, Soziale Arbeit, Jugendverbände, Historische Entwicklung, Sozialisation, Pädagogik, Struktur, Integrationsarbeit.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit den Strukturen, der historischen Entwicklung und dem Stand der Professionalisierung in der deutschen Kinder- und Jugendarbeit.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die historische Einordnung, die akademische Ausbildung von Fachkräften, das Zusammenspiel von Haupt- und Ehrenamt sowie die Organisation der Jugendarbeit.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, ein Verständnis für das breite Feld der Jugendarbeit zu entwickeln und aufzuzeigen, wie sich dieses durch historische und gesellschaftliche Einflüsse geformt hat.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es erfolgt eine fundierte Aufarbeitung durch Literaturrecherche sowie die Auswertung spezifischer Studien zur Professionalisierung und Tätigkeitsstatistik.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil behandelt die historische Entwicklung, den aktuellen Forschungsstand zur Qualifizierung, die Rolle der Ehrenamtlichen sowie praktische Einblicke in Trägerstrukturen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind insbesondere Professionalisierung, Offene Jugendarbeit, Jugendzentren sowie das Spannungsfeld zwischen Haupt- und Ehrenamt.
Warum spielt die Unterscheidung zwischen Haupt- und Ehrenamt eine so große Rolle?
Sie ist entscheidend für das Verständnis der Leistungsfähigkeit von Verbänden und der Qualität der pädagogischen Arbeit, da beide Gruppen unterschiedliche Funktionen und Erwartungen erfüllen.
Welchen Einfluss hat die demografische Entwicklung auf die Jugendarbeit?
Die rückläufigen Jugendlichenzahlen führen zu einer stärkeren Konkurrenz und machen eine Neuausrichtung hin zu Integrationsaufgaben erforderlich.
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- Susanne Bechler (Author), Cäcilia Danke (Author), 2005, Kinder- und Jugendarbeit, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/51492