Einleitung
Folgend auf die Wirren des 1. Weltkriegs hielt die Neue Sachlichkeit neben der Bildenden Kunst Einzug in der Deutschen Literatur. Im Folgenden sollen einige der wichtigsten Charakteristika der Neuen Sachlichkeit dargestellt werden. Diese Merkmale sollen in Bezug zu dem Gedicht Großstadtliebe der jüdischen Autorin Mascha Kaléko untersucht werden. Abschließend wird die Frage zu stellen sein, aus welchen Gründen Kaléko in den 20er und 30er Jahren des 20. Jahrhunderts einen hohen Bekannheitsgrad genoss, heute jedoch selbst in bekannten Bibliographien zum Teil nicht mehr erwähnt wird und warum es trotzdem so scheint, als würde sie den Nerv der heutige Zeit treffen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Die Neue Sachlichkeit und deren spezifische Merkmale
3. Mascha Kaléko in der Neuen Sachlichkeit
4. Bekanntheitsgrad und Gegenwartsbezug von Kalékos Lyrik
5. Literaturverzeichnis
Zielsetzung und Themen
Die Arbeit untersucht die Charakteristika der Neuen Sachlichkeit und deren literarische Umsetzung anhand des Gedichts "Großstadtliebe" von Mascha Kaléko, wobei der Fokus auf der Analyse des Wandels in der literarischen Darstellung von Liebe und der Rezeptionsgeschichte der Autorin liegt.
- Merkmale und historische Einordnung der Neuen Sachlichkeit
- Literarische Analyse von Mascha Kalékos "Großstadtliebe"
- Die Darstellung von Beziehungen im Kontext des modernen Großstadtlebens
- Wandel des Frauenbildes in der Weimarer Republik
- Gründe für die schwankende Rezeption des Werks von Mascha Kaléko
Auszug aus dem Buch
3. Mascha Kaléko in der Neuen Sachlichkeit
Man lernt sich irgendwo ganz flüchtig kennen Und gibt sich irgendwann ein Rendezvous. Ein Irgendwas, - ´s ist nicht genau zu nennen – Verführt dazu, sich gar nicht mehr zu trennen. Beim zweiten Himbeereis sagt man sich <du>.
Man hat sich lieb und ahnt im Grau der Tage Das Leuchten froher Abendstunden schon. Man teilt die Alltagssorgen und die Plage, Man teilt die Freuden der Gehaltszulage, …Das übrige besorgt das Telefon.
Man trifft sich im Gewühl der Großstadtstraßen. Zuhause geht es nicht. Man wohnt möbliert. - Durch das Gewirr von Lärm und Autorasen, - Vorbei am Klatsch der Tanten und der Basen Geht man zu zweien still und unberührt.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Epoche der Neuen Sachlichkeit ein und formuliert die zentrale Fragestellung bezüglich der Rezeption von Mascha Kaléko im Verhältnis zu ihrem heutigen Wiedererkennungswert.
2. Die Neue Sachlichkeit und deren spezifische Merkmale: Dieses Kapitel beleuchtet den historischen Kontext, die ästhetischen Prinzipien der Nüchternheit und den bewussten Bruch mit dem Pathos des Expressionismus.
3. Mascha Kaléko in der Neuen Sachlichkeit: Anhand des Gedichts "Großstadtliebe" wird untersucht, wie Kaléko die neusachlichen Ideale der Entmythisierung und Distanz in ihre Liebeslyrik überträgt.
4. Bekanntheitsgrad und Gegenwartsbezug von Kalékos Lyrik: Hier wird der Frage nachgegangen, warum Kaléko zeitweise in Vergessenheit geriet und warum ihr Werk heute wieder an Aktualität gewinnt.
5. Literaturverzeichnis: Auflistung der für die Arbeit verwendeten Primär- und Sekundärquellen.
Schlüsselwörter
Neue Sachlichkeit, Mascha Kaléko, Großstadtliebe, Lyrik, Weimarer Republik, Entmythisierung, Antiindividualismus, Moderne, Beziehungsdarstellung, Rezeptionsgeschichte, Literaturwissenschaft, Großstadtlyrik, Frauenbild, 20er Jahre
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit untersucht die literarischen Merkmale der Neuen Sachlichkeit und wie diese spezifisch in den Werken der Lyrikerin Mascha Kaléko, insbesondere im Gedicht "Großstadtliebe", zum Ausdruck kommen.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Im Zentrum stehen die Ästhetik der Neuen Sachlichkeit, die Darstellung von Liebe und Partnerschaft unter modernen Bedingungen sowie das Frauenbild der Weimarer Republik.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, die Verbindung zwischen dem neusachlichen Schreibstil und Kalékos Lyrik aufzuzeigen und zu ergründen, warum die Autorin trotz ihrer damaligen Popularität zeitweise aus dem literarischen Kanon verschwand.
Welche methodische Herangehensweise wird gewählt?
Die Autorin verwendet eine literaturwissenschaftliche Textanalyse, um anhand des Gedichts "Großstadtliebe" stilistische Merkmale der Epoche zu belegen und diese in den historischen Kontext einzuordnen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit analysiert?
Der Hauptteil befasst sich mit der Abkehr vom expressionistischen Pathos hin zur Sachlichkeit, der Entmythisierung von Beziehungen und dem soziokulturellen Wandel der Frau in den 1920er Jahren.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Die wichtigsten Charakteristika sind Entmythisierung, Nüchternheit, Antiindividualismus, urbane Moderne und die literarische Auseinandersetzung mit der Realität der Weimarer Republik.
Warum spielt das Gedicht "Großstadtliebe" eine so zentrale Rolle?
Es dient als Paradebeispiel für die Entromantisierung der Liebe und spiegelt die Flüchtigkeit und Anonymität des großstädtischen Lebens der 20er Jahre wider.
Wie erklärt die Arbeit das nachlassende Interesse an Mascha Kaléko nach dem Krieg?
Der Autor führt dies vor allem auf ihr Exil, den Bruch mit Deutschland, ihre weitgehende politische Zurückhaltung in der Nachkriegszeit und den Verlust ihrer Präsenz im deutschen Kulturbetrieb zurück.
Warum wirkt Mascha Kalékos Lyrik heute wieder modern?
Ihre unpersönliche, ironische und distanzierte Art der Darstellung korrespondiert mit dem heutigen Lebensgefühl, das ebenfalls von Unverbindlichkeit und der Suche nach Normalität geprägt ist.
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- Franziska Sperner (Author), 2006, Die Neue Sachlichkeit und Mascha Kaléko, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/51498