In dieser Arbeit wird der Frage nachgegangen, wie im 17. Jahrhundert die East India Company und der Import von indischen Textilien im Wechselspiel durch die Gesellschaft und die Textilindustrie beeinflusst wurden. Dies soll anhand von zwei Analysen geschehen. Im ersten Teil der Arbeit sollen die beiden Ostindien-Kompanien und deren historische Entwicklung skizziert werden, wie die EIC sich auf dem Subkontinent etablierte, während der zweite Teil sich dem ersten großen „Standbein“ der EIC, dem Textilhandel, widmet, somit der Import von Textilgütern, deren Nachfrage und dem resultierenden Konflikt zwischen der East India Company und der in England ansässigen Textilindustrie.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung und theoretische Vorüberlegungen
2. Ostindien-Kompanien
2.1 Vereenigte Oostindische Compagnie (VOC)
2.2 East India Company (EIC)
2.3 Der Handel der EIC
3. Die Textilindustrie in England
3.1 Konsumenten-Nachfrage
3.2 Konflikt zwischen Import und Wollindustrie
4. Zusammenfassung und Schlussbemerkungen
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht den Einfluss der britischen East India Company (EIC) auf die englische Textilindustrie im 17. Jahrhundert. Im Fokus steht dabei die Analyse des Wechselspiels zwischen dem wachsenden Import indischer Textilien durch die EIC und der daraus resultierenden wirtschaftlichen sowie sozialen Konfrontation mit der heimischen, auf Wolle basierenden Textilproduktion Englands.
- Historische Entwicklung der Ostindien-Kompanien (VOC und EIC)
- Strukturen des Überseehandels und der Warenströme im 17. Jahrhundert
- Veränderung des Konsumentenverhaltens und Entstehung neuer Modetrends
- Wirtschaftliche Auswirkungen der Konkurrenz zwischen Importwaren und heimischer Wollproduktion
- Politischer Lobbyismus und staatliche Regulierung des Außenhandels
Auszug aus dem Buch
3.2 Konflikt zwischen Import indischer Tuche und der Wollindustrie
Die in dieser Zeit vorherrschende Grundgedanke, der Merkantilismus, prägte die in England ansässige Textilindustrie. Um positive Erträge zu erzielen, war es üblich, die Exporte zu erhöhen.
Die Konsumenten aller Schichten hatten höhere Ansprüche an die Textilien. Es entwickelte sich der Trend, nicht wie früher nackt, sondern mit einem Nachthemd zu schlafen, welches sich auf der Haut noch gut anfühlen sollte. Ebenso etablierte sich der Trend zu sanfter Unterwäsche, die nun öfters gewechselt wurde und noch leicht zu reinigen war. Anfang des 17. Jahrhunderts wurden diese Kleidungsstücke wie Hausröcke, Schürzen, Halstücher und auch Bettüberzüge und Tischdecken aus Leinen hergestellt.
Anscheinend verschlechterte sich die Qualität der englischen Wolle tendenziell im Laufe des 17. Jahrhunderts, weil die Ernährung der Schafe sich wandelte. Charles Wilson beschreibt den Niedergang der „old Draperies“ (Produkte aus schwerer Wolle) als „die größte wirtschaftliche Herausforderung“, da die Leidtragenden die Heimarbeiter waren, die auf diesen Erwerbszweig angewiesen waren. Schließlich sank der Export von Textilien aus Wolle von 80 Prozent im Jahr 1640 auf 48 Prozent bis 1700. Weiterhin stieg der Konkurrenzdruck auf die Wollindustrie, weil sie für viele Arbeitnehmer an Attraktivität verlor.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung und theoretische Vorüberlegungen: Die Einleitung erläutert die Zielsetzung der Arbeit, die Expansionsgeschichte der Ostindien-Kompanien zu beleuchten und deren ökonomischen Einfluss auf die englische Textilbranche zu untersuchen.
2. Ostindien-Kompanien: Dieses Kapitel skizziert die Gründung, Entwicklung und Handelsstrategien der niederländischen VOC sowie der britischen EIC als zentrale Akteure im asiatischen Überseehandel.
3. Die Textilindustrie in England: Der Hauptteil analysiert den Wandel der Konsumentennachfrage in England sowie den daraus resultierenden wirtschaftlichen Konflikt zwischen importierten indischen Stoffen und der traditionellen einheimischen Wollproduktion.
4. Zusammenfassung und Schlussbemerkungen: Das Fazit fasst die ökonomischen Verschiebungen durch den Import von Textilien zusammen und reflektiert die strukturellen Auswirkungen auf die englische Konsumgesellschaft des 17. Jahrhunderts.
Schlüsselwörter
East India Company, Ostindien-Kompanien, englische Textilindustrie, Merkantilismus, Import, Wollindustrie, Konsumenten-Nachfrage, Handelsmonopol, 17. Jahrhundert, Globalisierung, Außenhandel, Kolonialgeschichte, Stoffe, Handelsbeziehungen, Modetrends.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?
Die Arbeit analysiert die historische Bedeutung der britischen East India Company für die englische Textilindustrie während des 17. Jahrhunderts.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die Schwerpunkte liegen auf der Entwicklung der Handelskompanien, dem Aufkommen neuer Konsumgewohnheiten in England und dem Konkurrenzkampf zwischen indischen Importtextilien und englischer Wolle.
Welches ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, das komplexe Wechselspiel zwischen der globalen Expansion der EIC und den daraus resultierenden wirtschaftlichen Veränderungen auf dem englischen Heimatmarkt aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Es handelt sich um eine historische Analyse, die durch die Auswertung zeitgenössischer Dokumente und fachwissenschaftlicher Literatur die wirtschaftliche Entwicklung des 17. Jahrhunderts nachzeichnet.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil befasst sich detailliert mit der Etablierung der Handelsstützpunkte, der Veränderung der Nachfrage nach leichteren Stoffen bei der Bevölkerung und den Bemühungen der Wollindustrie, sich gegen die Konkurrenz durch Importe zu wehren.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Zu den prägenden Schlüsselwörtern zählen East India Company, Merkantilismus, Wollindustrie, Konsumgesellschaft und Außenhandel.
Warum litt die englische Wollindustrie laut den Ausführungen unter den Importen?
Die Wollindustrie sah sich mit einer sinkenden Qualität der heimischen Wolle sowie einer veränderten Konsumentennachfrage konfrontiert, die zunehmend leichtere, aus Asien importierte Stoffe bevorzugte.
Welche Rolle spielte der Merkantilismus in diesem Zusammenhang?
Der Merkantilismus war die vorherrschende Wirtschaftsdoktrin, die den Schutz heimischer Exporte und die Reduzierung von Importen forderte, was zu den politischen Konflikten mit der EIC führte.
- Arbeit zitieren
- Tom Schäfer (Autor:in), 2017, East India Company. Welchen Einfluss hatte die EIC auf den Textilhandel im 17. Jahrhundert?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/515002