Subversion und Männlichkeit in "Fight Club"

Tyler Durdens "Fight Club" als Subversion und sein Scheitern an den eigenen Hierarchien und Machtsystemen innerhalb seines eigen konstruierten elitären Patriarchats


Hausarbeit, 2019

20 Seiten, Note: 1,9


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Exposé

2. Annäherung an den Begriff der Subversion
2.1 Wie viel Subversionspotential steckt hinter der Idee des Fight Clubs?
2.2 Die Subversion des Protagonisten anhand Fight Clubs Konsumkritik und Philosophie

3. Ein Versuch zur Annäherung an den Topos Männlichkeit u. Geschlechterrollen
3.1 Patriarchat und Männlichkeit im Fight Club
3.2 Die Krise der Männlichkeit in Fight Club
3.3 Tyler Durden und das Dionysische nach Nietzsche

4. Schluss und Resümee

Literaturverzeichnis

1. Exposé

Der Fokus vorliegender Untersuchung widmet sich der näheren Betrachtung und anschließender Analyse von Fight Club in Literatur und Film. Zur Veranschaulichung dient mir die deutsche Textgrundlage von Chuck Palahniuks Roman Fight Club. Diese Ausgabe beinhaltet ein nachträgliches Vorwort des Autors, zu welchem im späteren Verlauf näheren Bezug genommen wird. Die Arbeit gliedert sich generell in zwei Teile, in welchen mein Hauptaugenmerk den Ausdrücken Subversion und Männlichkeit gewidmet ist, diese werden danach in Relation mit einzelnen Elementen aus Fight Club gesetzt.

Um die kontroverse Philosophie Tyler Durdens besser durchblicken zu können, bedarf es zuerst der terminologischen Klärung des Begriffs der Subversion mithilfe ausgewählter Lexika. Zur Verdeutlichung der Begrifflichkeiten verhelfen die Tagungsbeiträge Karol Sauerlands und die Textgrundlagen Thomas Ernst, welche sich beide mit den Begrifflichkeiten der Subversion und Literatur auseinandersetzen. Darauf aufbauend werden die genannten Ergebnisse auf einige ausgewählte textuelle Beispiele Fight Clubs und Tyler Durdens übertragen, um diese anschließend in ihrem Subversionspotential diskutieren zu können.

Der zweiten Teil dieser Untersuchung hat den Anspruch sich mit dem Phänomen Männlichkeit und Geschlechterrollen näher auseinanderzusetzen, die Enzyklopädie Brockhaus und Yuval Noah Hararis Eine kurze Geschichte der Menschheit dienen hierbei zur Begriffserklärung. Anhand dieser Grundlage richte ich meine Aufmerksamkeit auf die Darstellung von Männlichkeitsidealen, Stereotypen und der folgenden Krise der Männlichkeit innerhalb des Fight Clubs und gehe der Frage nach, ob Männlichkeit seine Bestätigung im Fight Club findet oder diese widerlegt.

Ein Fazit und ein kurzer Ausblick auf den Vergleich Tyler Durdens mit dem Dionysischen nach Friedrich Nietzsches Geburt der Tragödie beschließen die Arbeit und dienen zur Verdeutlichung und Charakterisierung des Protagonisten. Einerseits setzt sich der Schlussteil zusammen aus der Antwort auf die Frage, ob Tyler Durdens Fight Club Philosophie an seinen eigenen Strukturen und Hierarchien scheitern musste und andererseits, ob und wie viel Subversions-, und Freiheitspotential hinter der Idee des Fight Clubs und Project Mayhems steckt.

2. Annäherung an den Begriff der Subversion

Zu Beginn dieses Kapitels wird der Terminus Subversion, sowie subversiv als Adjektiv lexikalisch hergeleitet. Als zweiten Schritt gilt es zu klären, welche Verwendungs- und Interpretationsmöglichkeiten sich aus dem Begriff des Subversiven ergeben. Der Versuch einer Definition und Deutung von Subversion und subversiv wird in den folgenden Abschnitten gegeben.

Unter Anführung einiger essentieller Lexika und Duden wie zum Beispiel Wahrigs Deutsches Wörterbuch, Duden – Die deutsche Sprache und Kluges Etymologisches Wörterbuch verschaffen einen Überblick und geben eine Definition des Begriffs der Subversion. Anhand des deutschen Sprachgebrauchs wird der Terminus Subversion in Wahrigs Wörterbuch als „Staatsumsturz“ beschrieben, Adjektive wie „umstürzend, umstürzlerisch, zerstörend“ nähern sich als Synonyme angewendet der Benennung des Subversiven an. Hinzu kommt Kluges Etymologisches Wörterbuch, welches subversiv ebenfalls als „umstürzlerisch“ umschreibt. Im Duden wird Subversion aus dem lateinischen Wort subvertere abgeleitet und gleichgesetzt mit „(um)stürzen“, hierbei ist subverte ein Kompositum aus sub, lateinisch für „unter“ und vertere wird aus dem Lateinischen übersetzt mit „(um)kehren, -wenden, -drehen“. Darüber hinaus wird Subversion in der Bildungssprache laut Duden als eine „ meist im Verborgenen betriebene, auf die Untergrabung, den Umsturz der bestehenden staatlichen Ordnung zielende Tätigkeit “ verstanden. Subversiv als Adjektiv wird im Duden als „umstürzlerisch: -e Elemente, Pläne; sich s. betätigen“ umschrieben.

Daraus lässt sich erkennen, dass Subversion und Umsturz in ihrer Semantik Relationen und analoge Bedeutungszuschreibungen aufweisen, denn beide Begriffe werden in den Lexika synonym angewandt. Doch was genau versteckt sich hinter dem Begriff der Subversion? Implizit verdeutlichen die genannten Beispiele, dass Subversion und subversive Aktivitäten generell auf einen Umsturz oder eine Veränderung innerhalb politischer und sozialer Ebene abzielen. Da subversive Prozesse und Tätigkeiten im Geheimen vonstattengehen, richten sie sich auch gegen soziale Gruppen und deren Wertesystem, sie repräsentieren einen passiven, im Unsichtbaren agierenden Widerstand, welcher sich gegen führende Hierarchien richtet. Subversives intendiert somit kulturelle und gesellschaftliche Wertevorstellungen zu beeinträchtigen, zu manipulieren und im konsequentesten Fall das herrschende Machtsystem zu Fall zu bringen. Subversion bedient sich auch verschiedener Strategien worunter sich auch das Verfremdungsprinzip nach Brecht, Collage und Montage wiederfinden (vgl. Ernst 74, 75). Laut Ernst wurde Subversion als Begriff in den achtziger Jahren „inflationär gebraucht“ (73). Dieser Optimismus auf die Chance einer politischen Veränderung ebbte nach 1990 ab und gewann ab dem Millennium in der Kunstszene, Film-, Medien-, Kultur-, und Literaturwissenschaft wieder an Interesse (vgl. 73-76) Sauerland beschreibt das Subversive in seinem Werk Das Subversive in der Literatur, die Literatur als das Subversive wie folgt:

Das Subversive ist noch nicht Widerstand als solcher, schon gar nicht das Revolutionäre. Es ist etwas, das sich aus den Möglichkeiten des Vorhandenen ergibt. Jede zufällige Abweichung von einer allgemein anerkannten Norm kann bereits subversiv wirken […] Bewußte Abweichungen von der Norm, wie wir sie von der Ironie und Parodie her kennen, werden dagegen fast immer als subversive Tätigkeit empfunden

(Sauerland 5).

Die Tagungsbeiträge Sauerlands geben meines Erachtens eine nachvollziehbare Umschreibung, denn Subversion wird nicht als die Revolte verstanden, sondern als Aktivität, die sich aus gegebenen Konditionen und Zuständen heraus formt. Erst die möglichen Alternativen und Aussichten sind der Anlass und legen den Grundbaustein für subversive Prozesse. Laut Textausschnitt kann jede unbewusste, willkürliche Differenz gegen den Maßstab der Gesetze oder gegen die Regeln, Normen und Wertevorstellung der kulturellen Gesellschaft bereits in ihrer Ausführung subversiv erscheinen, dies kann bereits schon eine Ablehnung oder ein Verstoß gegenüber Traditionen oder Normen sein. Sauerland beschreibt ebenso die Unumgänglichkeit, dass Menschen nach festen Regeln und Gesetzen leben müssen, um das gemeinsame Leben in einer Gesellschaft zu ermöglichen. Allerdings gibt er auch zur Kenntnis, dass Menschen stets Verbote nicht befolgen, da sie diese als zweifelhaft oder fraglich einschätzen (vgl. 3). Und genau an diesem Punkt nimmt Subversion Gestalt an: Die Destabilisierung und Untergrabung des aktuellen Wertekonsens wird erst durch kritisches Hinterfragen und Anzweifeln derzeitiger Verhältnisse ausgelöst. Daraus lässt sich die Schlussfolgerung ziehen, dass die Destabilisierung und der Umsturz der sozialen und politischen Ordnung in spezifischen Fällen notwendig ist, um den Realitätsanspruch und die Aktualität fragwürdiger Regeln kritisch zu betrachten. Subversion kann durch einen Umsturz der sozialen Ordnung zur Erneuerung oder Überholung veralteter Werte, Regeln und Traditionen beitragen. Hierbei lässt sich bereits erkennen, dass subversive Vorgänge und Prozesse stets situationsbedingt und kontextabhängig sind und in ihrer Präsenz und Ausführung immer individuell verlaufen.

Subversion ist auf der einen Seite ein Mittel zum Zweck um die soziokulturellen Strukturen und Traditionen aufzulösen und zu durchbrechen, mithilfe von Leugnung und Untergrabung der herrschenden Ordnung ist das anzustrebende Ziel vernichtend zu agieren. Den Staat in seinen Grundlagen erschüttern und zerstören, lässt sich weitaus sinnvoller im Untergrund organisieren, als an der Oberfläche. Daraus lässt sich ableiten, dass eine subversive Aktivität umso besser im Untergrund agieren und funktionieren kann, desto unauffälliger die jeweilige Gruppierung oder Subkultur für die Allgemeinheit ist. Außerdem reflektiert Subversion meist zerstörerische und destruktive Züge, da sich subversive Tätigkeiten stets gegen etwas oder jemanden richten.

Auf der anderen Seite ist Subversion als Widerspruch, Gegengewicht und kritische Opposition gegenüber herrschenden Machtmechanismen durchaus auch als ein positiver Prozess des Umdenkens, Anzweifelns und kritischen Hinterfragens des existierenden Wertekonsens zu betrachten. Unkontrollierbare Subkulturen stellen sicherlich ein gewisses Risiko für das herrschende Machtsystem dar, weil sie gegen den Staatsapparat agieren, sie verbindet aber auch eine Abweichung von der Norm und damit einen Gegenpol zur Allgemeinheit. Dieser Fortgang subversiver Aktivität ist essentiell für die Überholung veralteter Traditionen bis hin zur möglichen Befreiung von diesen.

Aufgrund der Auflösung des Status quo beinhaltet Subversion auch revolutionäre Eigenschaften. Meines Erachtens kann Subversion Raum zu neuen Freiheiten geben und gibt Anleitung zu kritischem Hinterfragen. Subversion entsteht also auf der Basis einer gegebenen Unzufriedenheit oder Kritik an der derzeitigen Ordnung oder des Systems. Sie steht in Abhängigkeit zu den aktuell herrschenden Konditionen und kann daher nicht einheitlich verlaufen. Ohne benannte Gegebenheiten wäre die Subversion sinnentstellt und ihrer Daseinserlaubnis beraubt. Subversion als Aktualisierungsmethode ist essentiell und notwendig für die Erneuerung unserer heutigen globalisierten Welt. Grenzüberschreitungen, Tabu,- und Traditionsbrüche sind von hoher Bedeutung und Wichtigkeit, da diese normierte Stereotypen und Traditionen bewusst durchbrechen, um neue Wege und Möglichkeiten für nachfolgende Generationen offen zu legen.

2.1 Wie viel Subversionspotential steckt hinter der Idee des Fight Clubs?

Dieses Kapitel beschäftigt sich mit der Darstellung von subversiven Elementen und Vorgängen in dem Roman Fight Club.Generell werden Textstellen mit Subversionspotential aufgegriffen und analysiert. Zur Eingrenzung meines Themengebietes bezieht sich diese Erläuterung auf folgende Frage: Inwiefern lässt sich die Fight Club Philosophie und Project Mayhem als Subversion werten und worauf begründet sich diese? Mein Ziel ist es, die internen Strukturen und Ziele des Fight Clubs näher zu durchleuchten, aber auch die planmäßige Destabilisierung und Zerstörung der Ordnung durch Projekt Chaos sollen in ihrem Subversionspotential näher betrachtet werden.

Um den Hyphe in und um Fight Club verstehen zu können ist es von Bedeutung zu erwähnen, dass der Film mit einem Budget von 63 Millionen Dollar in der ersten Woche in den USA nur rund 11 Millionen Dollar einspielte, allerdings erlangte Fight Club auf der ganzen Welt internationale Beliebtheit und spielte in anderen Ländern insgesamt rund 100 Millionen Dollar ein, erst später wurde der Film zu einem Kult (vgl. Ramey 5). In dieser Diskussion ist meine Konzentration aber besonders dem Roman gegolten, die Begründung dafür ist, dass ich diesen als detaillierter und vielschichtiger bewerte, als die dazugehörige Verfilmung. Dies soll jedoch nicht als Abwertung der Filmadaption interpretiert werden. Zu Beginn sind vor allem Palahniuks Schilderungen verschiedenster Ereignisse und Erfahrungen von besonderem Interesse. „Das gab's als Buch ?“ (Palahniuk 8), ist eine der ersten Fragen, die direkt an den Autor selbst gestellt wird und genau an dieser Textstelle findet man sich schon mitten im Vorwort wieder. Denn wer, wenn nicht der Autor höchstpersönlich, kennt die Problematik von populären Buchverfilmungen und mangelnder Buchkenntnis am besten? Auf selbstironische Art weist der Autor Tyler Durden (im Text als „Cowboy“ betitelt) darauf hin, dass er Fight Club geschrieben habe (vgl. 8). Dieser Paratext lässt sich als subversiv bewerten, da hier der Verfremdungseffekt nach Brecht in Kraft tritt. Palahniuk durchbricht damit die Grenzen seiner eigenen Handlung, indem er seine real existierende Person in seinen Roman nachträglich einfügt und widersetzt sich damit den Grenzen seines eigenen Buches. Besonders anschaulich wird dies im Film durch den Protagonisten, welcher sich direkt an das Publikum richtet und sämtliche Tätigkeiten Tyler Durdens kommentiert, durch seine Appelle an den Zuschauer durchbricht er die vierte Wand.

Anschließend folgt im Vorwort eine Aufzählung von Nachahmungstaten, die meist gewaltbereite Botschaften wiedergeben oder satirische Handlungen, Streiche und Vandalismus darstellen, vertreten werden diese durch unterschiedliche Gesellschaftsschichten, Vereine und Konzerne. Folgende Anspielungen weisen in ihrer Ausführung parodistische Züge auf, wie zum Beispiel im Roman beschriebene Nähkränzchen „alter Damen, die sich im Keller einer Kirche trafen um 'mit bloßen Händen auf ihre Stickrahmen loszugehen', und 'Regel Nummer eins des Nähkränzchens heißt: Man redet nicht darüber...'“ (9, 10). Als weitere Anführung ist ebenfalls die Rede von „Flughäfen [in welchen man] scherzhafte Aufrufe hörte wie 'Tyler Durden... Tyler Durden bitte ans weiße Servicetelefon...'“ (10). Kehrt man zu Sauerland und seiner Auffassung des Subversiven zurück, sind diese Handlungen eine Abweichung der allgemein geltenden Norm. Selbst wenn die Sätze auf den ersten Blick als „Witz“ erscheinen, so werden sie doch zum subversiven Chiffre für all diejenigen, welche Fight Club gelesen oder gesehen haben. So setzen die einzelnen Subgruppierungen diese Anspielungen doch ganz bewusst auf ironische und parodistische Art und Weise ein, entgegengesetzt der Erwartungshaltung an einen Flughafenangestellten, welche in der Regel Seriosität und Professionalität beinhaltet. Angesichts dieser repräsentativ angeführten Beispiele und der Textvorlage Sauerlands gehe ich davon aus, dass diese paratextuellen Schilderungen als subversiv gewertet werden können, da auch ein Streich oder ein Appell die gesellschaftlich konstruierte Norm in Frage stellt und daher ebenso umkehrende oder umstürzlerische Auswirkungen auf gesellschaftliche Werte haben kann.

Diese internen Hintergrundinformationen Palahniuks sind deshalb von besonderem Interesse, da besonders durch polarisierende Sätze wie: „Junge Männer, [die] sich mit Lauge oder Sekundenkleber Kussmünder in die Hände ätzten...“ (9) oder „in brasilianischen Nachtclubs Faustkämpfe organisiert wurden, bei denen junge Männer sich gelegentlich totprügelten...“ (9), das Ausmaß und der enorme Einfluss von Fight Club auf die Gesellschaft dargestellt wird. Ebenso ist von Studenten die Rede, die „für das Recht kämpften, sich an Montagabenden zu prügeln“ (9) und Palahniuk gibt an, dass „Gucci-Models ohne Hemd und mit Veilchenaugen, blutig und bandagiert über den Laufsteg gingen“ (8). Dies sind nur einige prägnante Ausführungen und Beispiele, die nahelegen, dass sich besonders junge, vorzugsweise weiße Männer und Männer mittleren Alters, sowie Studenten von der Philosophie des Fight Clubs angesprochen fühlen. Die Subversion des Fight Clubs nimmt bereits bei der ersten Regel Gestalt an: „Man redet nicht darüber“ (63). Im Fight Club geht es nicht um Profitmaximierung oder Kommerzialisierung. Die Mitglieder agieren im Verborgenem und können keiner Kontrolle oder Beobachtung unterzogen werden. Die anfängliche Subversion des Fight Clubs endet allerdings in der totalitären Hierarchie Project Mayhems.

Woran liegt es aber, dass Fight Club eine subversive Idee für alle und keinen zu sein scheint? Die Antwort auf diese Frage findet sich in der rezeptionsästhetischen Sicht, in welcher Literatur und Film erst dann als subversiv gewertet werden können, sofern der Rezipient diese auch als solches erkennt, beziehungsweise dementsprechende Codierung entschlüsselt und die Semiotik interpretieren und verstehen kann, im direktesten Falle sich damit identifizieren kann. Subversion muss also als solches erst einmal erkannt werden. Sobald der Rezipient folgende Aussage Tylers: „Erst wenn du alles verloren hast […], hast du die Freiheit, alles zu tun, was du willst“ (90), begreift und verinnerlicht, wird aus den bloßen Wörtern eine reale Botschaft mit subversiver Bedeutung. Es ist also am Konsumenten zu entscheiden, ob er den Inhalt auf subversive oder faschistische Lesart interpretieren möchte.

Die Voraussetzung für die Entstehung subversiver Tätigkeiten gründet sich auf einer gesellschaftlichen Unzufriedenheit, zur Verdeutlichung nennt es Sauerland das „Untergraben der Grundlagen, hervorgerufen durch Zweifel an der Ordnung oder Widerspruch gegen sie“ (3). Die subversiven Ideen und Vorgänge des Fight Clubs entstehen und reifen somit durch kritisches Hinterfragen und Anzweifeln der existierenden Hierarchien und Machtverteilungen und zielen auf einen Umsturz der gesellschaftlichen Normen ab. Auch die parodistischen und satirischen Aktivitäten des Fight Clubs, die sich auf Freiheit und Selbstfindung berufen und die unkommerzielle Non-Profit Einstellung sind in ihrer Darstellung als subversiv zu bewerten. Fight Clubs Philosophie hat Subversionspotential und ist revolutionär, der Revolutionsgedanke findet allerdings in den zerstörerischen Absichten des Projekt Chaos sein jähes Ende.

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Ende der Leseprobe aus 20 Seiten

Details

Titel
Subversion und Männlichkeit in "Fight Club"
Untertitel
Tyler Durdens "Fight Club" als Subversion und sein Scheitern an den eigenen Hierarchien und Machtsystemen innerhalb seines eigen konstruierten elitären Patriarchats
Hochschule
Universität Augsburg
Veranstaltung
Subversion und Widerstand
Note
1,9
Autor
Jahr
2019
Seiten
20
Katalognummer
V515240
ISBN (eBook)
9783346114730
ISBN (Buch)
9783346114747
Sprache
Deutsch
Schlagworte
subversion, machtsystemen, hierarchien, scheitern, durdens, tyler, club, fight, männlichkeit, patriarchats
Arbeit zitieren
Janis Alina Hindelang (Autor), 2019, Subversion und Männlichkeit in "Fight Club", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/515240

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