Der Risikostrukturausgleich ist ein finanzieller Ausgleichsmechanismus zur Vermeidung von Risikoselektion, der in vielen solidarisch finanzierten Krankenversicherungssystemen angewandt wird. Um Risikofälle innerhalb einer Versichertenstruktur aufzugreifen und gleichzeitig eine angemessene Versorgung zu gewährleisten, bedienen sich die Länder unterschiedlicher RSA-Systeme. Die Niederlande gelten als Vorreiter, wenn es um die Ausgestaltung und Weiterentwicklung der Parameter geht. In Deutschland stößt der RSA derzeit vermehrt auf Kritik, weshalb ein Blick über die Grenze sinnvoll ist (Buchner; Schillo, 2016). Ziel dieser Arbeit ist es, ausgewählte RSA Kriterien des niederländischen und deutschen Systems, die als relevant erachtet worden
sind gegenüberzustellen. Hierzu wird zunächst ein Überblick über den derzeitigen RSA in den Ländern gegeben. Anschließend wird eine Empfehlung für die Weiterentwicklung des deutschen RSA, bezogen auf die gewählten Kriterien, ausgesprochen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Zielsetzung der Arbeit
3. Hintergrund
3.1. Der Morbi-RSA in Deutschland
3.2. Der Morbi-RSA in den Niederlanden
4. Methodisches Vorgehen
4.1. Identifikation und Aufstellung der Vergleichskriterien
4.2. Durchführung einer systematischen Literaturrecherche
4.2.1. Gründe für die Wahl der Methode
4.2.2 Vorgehen bei der Literaturrecherche
4.3 Wahl der Literatur
5. Ergebnisse
6. Diskussion
6.1. Methode
6.2 Ergebnisse
7. Fazit
Zusammenfassung
Zielsetzung & Themen
Ziel dieser Bachelorarbeit ist der literaturgestützte Vergleich ausgewählter Kriterien des deutschen und des niederländischen Risikostrukturausgleichs (Morbi-RSA), um zu prüfen, ob das deutsche System aus den Erfahrungen und Ansätzen der Niederlande Erkenntnisse für die eigene Weiterentwicklung gewinnen kann.
- Analyse und Vergleich der Morbi-RSA-Modelle in Deutschland und den Niederlanden
- Gegenüberstellung von Rahmenbedingungen wie Berechnungsverfahren und Aktualisierungszyklen
- Untersuchung des Faktors Region innerhalb der Ausgleichsmechanismen
- Vergleich der Morbiditätsspektren und Klassifikationsmodelle
- Ableitung von Handlungsempfehlungen für das deutsche Gesundheitssystem
Auszug aus dem Buch
3.1. Der Morbi-RSA in Deutschland
Die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) in Deutschland fußt seit der Einführung durch Otto von Bismarck auf dem Solidaritätsprinzip, nachdem die Starken die Lasten der Schwachen mit übernehmen. Versicherte mit hohem Einkommen zahlen höhere Beiträge als Einkommensschwächere und Gesunde tragen die Risiken und Kosten der Kranken mit (Wasem et al., 2008).
Die private Krankenversicherung (PKV) bildet dabei eine Ausnahme. Das Gesundheitssystem in Deutschland ist nach wie vor von einer dualen Krankenversicherungssystematik aus privaten und gesetzlichen Krankenversicherern geprägt. Im Vergleich zu den meisten anderen Demokratien hat die PKV in Deutschland einen substitutiven Charakter und keinen komplementären. Die PKV unterliegt einer anderen Rechtsgrundlage und ist folglich anders organisiert, finanziert und geregelt. Personengruppen, die nicht versicherungspflichtig sind, dazu gehören u.a. Selbstständige und Freiberufler, Beamte und Arbeitnehmer mit einem Einkommen oberhalb der Versicherungspflichtgrenze, können sich privat versichern. Etwa 90% der Bevölkerung sind in der GKV pflicht- oder freiwillig versichert. Die privaten Versicherer sind nicht in den RSA eingebunden (Gerlinger; Sauerland, 2018).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung erläutert die Funktion des Risikostrukturausgleichs zur Vermeidung von Risikoselektion und begründet den Vergleich zwischen dem deutschen und niederländischen System.
2. Zielsetzung der Arbeit: Dieses Kapitel definiert das Ziel der Arbeit, ausgewählte Faktoren des Morbi-RSA in beiden Ländern zu vergleichen, um Erkenntnisse für das deutsche Gesundheitssystem zu gewinnen.
3. Hintergrund: Es werden die Grundlagen der Gesundheitssysteme sowie die spezifische Ausgestaltung des Morbi-RSA in Deutschland und den Niederlanden dargestellt.
4. Methodisches Vorgehen: Hier wird die systematische Literaturrecherche in den Datenbanken PubMed und Nomos eLibrary als qualitative Forschungsmethode begründet und dokumentiert.
5. Ergebnisse: Dieses Kapitel stellt die Vergleichsergebnisse zu den ausgewählten RSA-Parametern prospektiv gegenüber.
6. Diskussion: Die Ergebnisse werden kritisch hinterfragt, wobei Stärken und Schwächen der jeweiligen Ansätze sowie Herausforderungen im Vergleich beleuchtet werden.
7. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und spricht Empfehlungen für die Weiterentwicklung des deutschen Morbi-RSA aus.
Schlüsselwörter
Risikostrukturausgleich, Morbi-RSA, Gesundheitswesen, Risikoselektion, Deutschland, Niederlande, Krankenversicherung, Morbidität, Vergleich, Regionalkomponente, Gesundheitsfonds, Klassifikationsmodell, Pharmakostengruppen, Diagnosekostengruppen, Solidaritätsprinzip
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit vergleicht das deutsche und das niederländische System des morbiditätsorientierten Risikostrukturausgleichs, um Verbesserungspotenziale für das deutsche System zu identifizieren.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Im Fokus stehen die Ausgleichsmechanismen (Ex-ante), die Versichertenstruktur, der regionale Faktor, das Morbiditätsspektrum sowie die Klassifikationsmodelle für Erkrankungen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, aus dem Vergleich mit den in der RSA-Weiterentwicklung als Pioniere geltenden Niederlanden Handlungsempfehlungen für das deutsche Morbi-RSA-System abzuleiten.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Autorin wählte eine systematische Literaturrecherche in den Datenbanken PubMed und Nomos eLibrary unter Einbeziehung relevanter wissenschaftlicher Gutachten und Fachliteratur.
Welche Aspekte werden im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der theoretischen Hintergründe, die Dokumentation des methodischen Vorgehens und eine detaillierte Ergebnisanalyse sowie Diskussion der gewählten Vergleichskriterien.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind insbesondere Risikostrukturausgleich, Morbi-RSA, Risikoselektion, Regionalkomponente und Krankheitskostengruppen.
Warum wird gerade ein Vergleich mit den Niederlanden gezogen?
Die Niederlande gelten international als Vorreiter in der Ausgestaltung und Weiterentwicklung von Risikostrukturparametern und bieten durch ihre langjährige Erfahrung wertvolle Impulse für Deutschland.
Welche konkrete Empfehlung leitet die Arbeit für Deutschland ab?
Die Arbeit empfiehlt primär die Entwicklung und Simulation einer Regionalkomponente sowie die Prüfung eines Vollmodells und die Einführung von Pharmakostengruppen.
- Quote paper
- Xenia Schönhals (Author), 2019, Ein Vergleich ausgewählter Kriterien des niederländischen und deutschen Morbi-RSA-Systems, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/515310