„Was nützt ein hoher IQ, wenn man ein emotionaler Trottel ist?“ Viele Jahre war der IQ-Test das einzig anerkannte Instrument, um menschliche Intelligenz zu messen, sei es, um festzustellen, ob ein Schüler das Gymnasium besuchen durfte oder ob ein Bewerber für eine Lehrstelle geeignet erschien. Intelligenztests wurden Bestandteil vieler Auswahlverfahren und sind dies bis heute noch. Doch ist ein hoher IQ auch ein Garant für außergewöhnliche Erfolge?
Daniel Goleman war nicht der erste, der erkannte, dass neben dem IQ auch andere Faktoren den Erfolg eines Menschen wesentlich beeinflussen, die von den herkömmlichen Methoden aber nur unzureichend erfasst wurden. Aktuell wurde die Thematik allerdings erst durch sein Buch „Emotionale Intelligenz“, welches Weltruhm erreichte. Die Zeiten, in denen der Mitarbeiter als reiner Produktionsfaktor angesehen wurde, sind vorbei. In vielen Unternehmen ist er mittlerweile sogar mehr als nur ein Faktor zum Erfolg, er ist zum höchsten Gut des Unternehmens – zum strategischen Erfolgsfaktor – avanciert. Daher suchen sich Arbeitgeber heute ihre Mitarbeiter sehr sorgfältig aus und legen neben hohen Anforderungen an die analytisch-logischen Fähigkeiten auch eine hohe Messlatte an die emotionale Intelligenz eines Menschen. So werden bereits bei der Bewerberauswahl Verfahren eingesetzt, die deren Vorhandensein systematisch überprüfen.
Doch wie sieht dies tatsächlich in der Praxis aus? Wie kann emotionale Intelligenz gemessen werden? Ist es überhaupt möglich, Mitarbeiter bezüglich der weichen Faktoren transparent auszuwählen und weiterzubilden?
Ziel dieser Arbeit ist es neben der grundsätzlichen Vorstellung des Begriffs „Emotionalen Intelligenz“, deren Notwendigkeit und praktische Bedeutung darzustellen. Anhand eines Beispiels wird weiterhin die Integration von Komponenten der emotionalen Intelligenz in die Weiterbildung aufgezeigt. Abschließend wird im Fazit die Rolle der emotionalen Intelligenz in der Unternehmenswelt kritisch diskutiert und Stellung dazu bezogen, ob diese Komponenten effektiv in die Mitarbeiter-Auswahl integriert werden können und inwiefern die emotionale Intelligenz von Mitabeitern tatsächlich einen Erfolgsfaktor darstellt.
Inhaltsverzeichnis
- 1 Einleitung
- 2 Was ist emotionale Intelligenz?
- 2.1 Begriffsdefinition
- 2.2 Die fünf Komponenten
- 2.2.1 Selbstreflexion
- 2.2.2 Selbstkontrolle
- 2.2.3 Selbstmotivation
- 2.2.4 Empathie
- 2.2.5 Soziale Kompetenz
- 3 Emotionale Intelligenz in der Praxis
- 3.1 Notwendigkeit von emotionaler Intelligenz
- 3.2 Erfolgsfaktor emotionale Intelligenz
- 3.2.1 Einfluss auf die Führung
- 3.2.2 Einfluss auf die Teamarbeit
- 3.3 Umsetzung in der Praxis – Am Beispiel Merck KGaA
- 4 Emotionale Intelligenz als Allheilmittel?
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die Seminararbeit untersucht den Stellenwert von emotionaler Intelligenz als Erfolgsfaktor in verschiedenen Lebensbereichen.
- Definition und Komponenten der emotionalen Intelligenz
- Relevanz von emotionaler Intelligenz in der Praxis
- Einfluss von emotionaler Intelligenz auf Führung und Teamarbeit
- Beispiele für die Umsetzung von emotionaler Intelligenz in Unternehmen
- Kritik an der Überbewertung von emotionaler Intelligenz
Zusammenfassung der Kapitel
Das erste Kapitel führt in das Thema emotionale Intelligenz ein und liefert eine allgemeine Definition des Begriffs. Das zweite Kapitel befasst sich mit den fünf Komponenten der emotionalen Intelligenz: Selbstreflexion, Selbstkontrolle, Selbstmotivation, Empathie und soziale Kompetenz. Im dritten Kapitel wird die Bedeutung von emotionaler Intelligenz in der Praxis beleuchtet. Es wird erläutert, warum emotionale Intelligenz ein wichtiger Erfolgsfaktor für Führungskräfte und Teams ist und wie sie sich in der Praxis umsetzen lässt. Das Kapitel beinhaltet zudem ein Beispiel für die Anwendung von emotionaler Intelligenz in einem Unternehmen. Das vierte und letzte Kapitel diskutiert die Frage, ob emotionale Intelligenz als Allheilmittel angesehen werden kann.
Schlüsselwörter
Emotionale Intelligenz, Selbstreflexion, Selbstkontrolle, Selbstmotivation, Empathie, soziale Kompetenz, Erfolgsfaktor, Führung, Teamarbeit, Unternehmen, Praxis, Allheilmittel.
Häufig gestellte Fragen
Was versteht man unter emotionaler Intelligenz?
Emotionale Intelligenz beschreibt die Fähigkeit, eigene und fremde Gefühle korrekt wahrzunehmen, zu verstehen und zu beeinflussen. Sie gilt neben dem klassischen IQ als wesentlicher Faktor für persönlichen und beruflichen Erfolg.
Welche fünf Komponenten der emotionalen Intelligenz gibt es?
Nach dem Modell von Daniel Goleman besteht emotionale Intelligenz aus fünf Kernkomponenten: Selbstreflexion, Selbstkontrolle, Selbstmotivation, Empathie und soziale Kompetenz.
Warum ist emotionale Intelligenz für Führungskräfte wichtig?
Emotionale Intelligenz ermöglicht es Führungskräften, die Bedürfnisse ihrer Mitarbeiter besser zu verstehen, Konflikte konstruktiv zu lösen und die Motivation im Team durch empathisches Handeln zu steigern.
Wie beeinflusst emotionale Intelligenz die Teamarbeit?
In Teams fördert eine hohe emotionale Intelligenz die Kommunikation, das gegenseitige Vertrauen und die Fähigkeit zur Kooperation, was letztlich zu effizienteren Arbeitsergebnissen führt.
Kann emotionale Intelligenz gemessen werden?
Ja, es gibt verschiedene psychologische Testverfahren und Auswahlprozesse, die darauf abzielen, die Ausprägung emotionaler Fähigkeiten systematisch zu überprüfen, insbesondere in der modernen Personalauswahl.
Ist emotionale Intelligenz ein Allheilmittel für den Erfolg?
Obwohl sie ein entscheidender Erfolgsfaktor ist, wird in der Fachwelt kritisch diskutiert, ob sie allein ausreicht oder ob eine Überbewertung zulasten analytisch-logischer Fähigkeiten vermieden werden sollte.
- Quote paper
- Beate Mohr (Author), 2005, Emotionale Intelligenz als Erfolgsfaktor, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/51539