Phonematische Paraphasien - am Beispiel der Wenicke-Aphasie


Hausarbeit, 2002

29 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

I N H A L T S V E R Z E I C H N I S

0.1 Problemstellung und Thematische Abgrenzung

1. kurze Einleitung zum Wernicke- Syndrom
1.1 Allgemeines
1.2 die Wernicke-Aphasie

2. phonematische Paraphasien
2.1 Klassifizierung S.5
2.1.1 Substitutionen
2.1.2 Addition und Tilgung
2.1.3 Neologismen
2.1.4 Zusammenfassung
2.2 Strukturelle Analyse phonematischer Paraphasien S.8
2.2.1 natürliche Beschränkungen des phonologischen Systems
2.2.2 segmentale Fehler
2.2.3 strukturelle Fehler
2.2.4 Zusammenfassung

3. ein psycholinguistischer Ansatz zur Erklärung phonematischer Paraphasien
3.1 Konzepte eines modularen Sprachproduktionsmodells S.17
3.1.1 Garretts Modell der Satzproduktion
3.1.2 das erweiterte slots-and-fillers Modell nach Shattuk-Huffnagel
3.2 phonematische Fehlberechnungen im Modell S.20
3.2.1 Substitutionen
3.2.2 Addition und Tilgung
3.2.3 Neologismen
3.2.4 Zusammenfassung

Anhang
A. Abbildungsverzeichnis
B. Glossar
C. Literaturverzeichnis

0.1 Problemstellung und Thematische Abgrenzung

Die vorliegende Arbeit will ein zusammenfassendes Gesamtbild phonematischer Paraphasien entwerfen. Hierzu werden, nach einer kurzen Einleitung zur Wernicke-Aphasie, phonematische Paraphasien zunächst in ihren verschiedenen Erscheinungsformen vorgestellt. Anhand einiger empirischer Untersuchungen soll gezeigt werden, worin sich phonematische Paraphasien von sprachgesunden Versprechern unterscheiden und welche charakteristischen Eigenschaften phonematische Paraphasien zueigen sind. Auf der Basis eines modularen Sprachproduktionsmodells soll dann geklärt werden, wie phonematische Paraphasien im Sprachproduktionsprozess entstehen können.

Die Beispieldaten sind sämtlich der angegebenen Literatur entnommen. Sie stammen ausschließlich von Wernicke-Aphasikern. Die Wernicke-Aphasie wurde hier speziell heraus gehoben, da für sie eine ausgeprägte Jargonbildung charakteristisch ist, welche im besonderen auch durch ein gehäuftes Auftreten von Neologismen gekennzeichnet ist. Phonematische Neologismen werden im Rahmen einer Relevanz für phonematische Paraphasien in dieser Arbeit ebenfalls berücksichtigt.

1. kurze Einleitung zum Wernicke-Syndrom

1.1 Allgemeines

Unter einer Aphasie versteht man eine zentrale Sprachstörung, welche auf eine Läsion oder Durchblutungsstörung in der linken, sprachdominanten Hemisphäre zurückzuführen ist. Nach Poeck(2000) entstehen etwa 80% der Aphasien durch einen zerebralen Insult. Seltener sind auch Schädel-Hirn-Traumen, Tumore, Enzephalitis so wie Hirnabbauprozesse Auslöser für eine Aphasie.

Oben bezeichnete Sprachstörungen betreffen unterschiedliche Komponenten des Sprachsystems. Es finden sich Störungen im Bereich der Semantik, der Syntax aber auch im Bereich des Lexikons und der Phonologie.

Aphasien werden mittels geeigneter Tests[1] diagnostiziert und klassifiziert. Im weiteren Verlauf sollen vorrangig phonologische Störungen am Beispiel der Wernicke-Aphasie aufgezeigt werden, weshalb sie hier Gegenstand einer gesonderten Betrachtung ist.

1.2 die Wernicke-Aphasie

Die Wernicke-Aphasie geht auf eine Läsion im Bereich der A.temporalis posterior zurück, welche sich aus der A.cerebri media in den Temporalbereich der linken Hemisphäre verzweigt. (s. Abb.1, VII.). Nach Poeck(2000) soll ein Vorherrschen von semantischen Paraphasien sich mehr nach temporal erstrecken, wohingegen ein Vorherrschen von phonematischen Paraphasien eher auf eine Läsion deutet, welche sich von der A.temporalis posterior nach parietal hin erstreckt.

Die Wernicke-Aphasie hat ein vielfältiges Erscheinungsbild, welches sich aber in vier Gruppen einteilen lässt:

1. Wernicke-Aphasie mit vorwiegend semantischen Paraphasien
2. Wernicke-Aphasie mit vorwiegend semantischem Jargon
3. Wernicke-Aphasie mit vorwiegend phonematischen Paraphasien
4. Wernicke-Aphasie mit vorwiegend phonematischem Jargon

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb.1: Darstellung der Blutversorgung in der linken Hemisphäre. Der gelbe Bereich im Temporalgebiet zeigt das Wernickeareal im Versorgungsgebiet der A.temporalis posterior (VII)

Die Wernicke-Aphasie zählt zu den flüssigen Aphasien. Das heißt, Wernicke-Aphasiker sprechen mit normaler Sprechgeschwindigkeit[2], meist ungestörter Artikulation und gut erhaltener Prosodie. Häufig geraten Wernicke-Aphasiker in einen logorrhoeischen Sprechfluss, den sie schwerlich stoppen können. Trotz starker Verständnisstörungen können sie in der Komunikations-situation rein formale Dialoge führen, was sicherlich auf das noch intakte Intonationsverständnis zurückzuführen ist. Kardinal-symptom der Wernicke-Aphasie ist der einhergehende Paragrammatis-mus, welcher sich durch die Verdoppelung von Satzteilen und die Verschränkung von Sätzen äußert, die ohne sprachliches Suchverhalten in einem zusammenhängenden Intonationsbogen geäußert werden. Es treten viele semantische Paraphasien auf. Diese können in den einfachen Fällen noch einen gut erkennbaren Bezug zum Zielwort aufweisen, beziehungsweise eine Umschreibung für das Zielwort sein, oder in schweren Fällen zum ‚wild paraphrasic missnaming’ führen, in dem jeglicher semantischer Bezug aufgehoben ist. Geschieht dieses vorwiegend und über größere Sprechabschnitte hinweg, so spricht man von einem semantischen Jargon. Ebenso sind Äußerungen phonematisch unterschiedlich entstellt, worauf in Teil 2 genau eingegangen werden soll, weshalb hier auf eine nähere Beschreibung verzichtet wird. Werden Wörter bis zur Unkenntlichkeit deformiert beziehungsweise Wörter erzeugt die zwar möglich[3] aber nicht existent sind, so spricht man von einer Neologismenbildung. Sind die Äußerungen vorwiegend bis zur Unkenntlichkeit entstellt, so spricht man von einem phonematischen oder neologistischen Jargon.

Das Sprachverständnis ist stark gestört. In der Kommunikationssituation wird das mangelnde konkrete Verständnis durch das gut erhaltene Intonationsverständnis teilweise kompensiert. Ausgeprägter zeigt sich die Verständnisstörung bei der Zuordnung einzelner Wörter und am stärksten beim Satzverständnis.

Bei der Rückbildung der Wernicke-Aphasie bessert sich die Verständnisstörung schneller als die gestörte Sprachproduktion. Nach Poeck(2000) ist ein häufiger „Übergang von einer Sprachproduktion mit reichlich phonematischen Paraphasien zu vorwiegend semantischen Paraphasien“ zu beobachten, andersherum aber nicht.

2. phonematische Paraphasien

Definition: Unter phonematischen Paraphasien versteht man lautliche Veränderungen eines Wortes, die unter pathologischen Sprachbedingungen auftreten. Sie treten in verschiedener Gestalt als Substitutionen, Additionen, Tilgungen und Umstellungen auf. Unter bestimmten Umständen können sie auf Wörter und Silben strukturverändernd wirken. Phonematische Veränderungen erfolgen nicht willkürlich, sondern bleiben im Rahmen universalsprachlicher Beschränkungen.

Phonematische Paraphasien sind als Begleitsymptom bei fast allen Aphasien[4] festzustellen. Diese Tatsache misst ihnen eine gewisse Bedeutung bei der Beschreibung psycho-linguistischer Vorgänge zu, welche auch Rückschlüsse auf die Sprachverarbeitung Sprachgesunder zulässt. Abschnitt 3.2 geht auf der Basis eines geeigneten Sprachproduktionsmodells der Frage nach, in wie weit sich beschriebene Fehler auf die verschiedenen Modellebenen einreihen lassen. Zunächst aber sollen auftretende Fehler beschrieben und von lautlichen Fehlleistungen Sprachgesunder abgegrenzt werden. Ein weiterer Abschnitt geht auf strukturverändernde Fehler im Rahmen einer nicht-linearen Phonologie ein.

2.1 Klassifizierung

Blumenstein(1973) kategorisiert phonematische Paraphasien in Substitution, Vereinfachung, Addition und Umgebungsirrtümer. Substitution meint in diesem Fall die Ersetzung eines Segments durch ein anderes. Unter Vereinfachung wird sowohl die Tilgung eines Segments als auch einer ganzen Silbe verstanden[5]. Ebenso wird die Addition als Hinzufügen eines Segments oder einer Silbe gedeutet. In die Kategorie Umgebungsirrtümer fallen Antizipationen, Perseverationen und Metathesen.

Aus Rücksicht auf das in Abschnitt 3 vorgestellte Sprachproduktionsmodell soll hier auch einer etwas anderen, theoretischen Einteilung Raum gegeben werden, welche sich vorwiegend an Buckingham(1991) orientiert. Er klassifiziert die phonematischen Paraphasien grob als Addition, Tilgung und Substitution, zu welcher indirekt auch Antizipation, Perseveration und Metathese gehören.

2.1.1 Substitution

Substitutionen zerfallen zunächst in zwei Unterkategorien, den source-Substitutionen und den non-source-Substitutionen. Die non-source-Substitutionen resultieren aus einem Auswahlproblem zwischen sehr ähnlichen Segmenten, bei dem fälschlicher Weise ein Segment ausgewählt wird, welches nicht in die Planungseinheit gehört[6]. Im Gegensatz dazu sind source-Substitutionen Transpositonen bei denen Segmente vertauscht werden, die ihren Ursprung innerhalb der Planungseinheit haben und darin verschoben werden. Das einfachste Beispiel ist hier die reine Vertauschung wie beispielsweise bei /L/eite/r/ – /R/eide/l/. Antizipationen wie Sch/m/etterling -Sch/l/etterfink oder Perseverationen wie Psal/m/ - Psal/p/ sind nur teilweise ausgeführte Vertauschungen. Dieser Umstand wird später noch erläutert. Antizipationen und Perseverationen können entweder additiv oder substituiv sein, je nachdem, ob ein Segment dabei ausgetauscht oder hinzugefügt wird. Eine weitere Art von Transposition ist die Metathese, bei der nicht nur zwei Segmente die Plätze tauschen, sondern viele Segmente innerhalb des Wortes oder der Phrase wechseln.

2.1.2 Addition und Tilgung

Bei der Addition werden eine oder mehrere segmentale Einheiten zu einem Wort oder einer Phrase hinzugefügt. Auch hier haben wir die Einteilung in source-Addition und non-source-Addition. Source-Additionen sind additive Antizipationen oder Perseverationen, wie oben schon erläutert. Bei den non-source-Additionen liegt ein Abruffehler zugrunde[7].

Tilgungen sind Auslassungen von Segmenten, aber auch von Silben. Auffällig oft sind Konsonantencluster anfällig für Segment-Tilgungen, was zur Vereinfachung der Cluster und damit der Wort- und/oder Silbenstruktur[8] führt. Additionen können diesem Zweck auch dienen und zwar vorrangig im Bezug auf eine Silbenstrukturvereinfachung – dazu später.

2.1.3 Neologismen

Neologismen sind keine eigene Klasse von Paraphasien. Bei Neologismen handelt es sich um phonologisch mögliche Wortbildungen, die aber in der Standardsprache nicht vorkommen. Man unterscheidet semantische Neologismen von phonologischen Neologismen. Semantische Neologismen entstehen aufgrund von Wortformationen, die zwar möglich sind aber keine konkrete Bedeutung besitzen (Bsp.:Haartelefon ® gemeint war ein Kamm).

Schwieriger wird die eindeutige Abgrenzung phonologischer Neologismen von Wörtern, die durch phonematische Paraphasien entstellt sind. Der Übergang zwischen diesen beiden Begriffen ist fließend, und häufig wird die Abgrenzung durch eine willkürliche Festlegung der Quantität definiert[9] (Peuser/Winter (1992)). Eine solche Abgrenzung setzt allerdings voraus, dass das Zielwort entweder bekannt ist oder aufgrund einer gewissen Ähnlichkeit aus dem Neologismus erschließbar ist. Jedoch finden sich auch Neologismen, die sich keinem der beiden oben beschriebenen Typen zuordnen lassen. Sie werden als abstruse Neologismen bezeichnet (Christman/Buckingham(1991)).

Zusammenfassend kann man phonologische Neologismen also in drei Gruppen einteilen:

1. Neologismen als ein Synonym für eine übermäßige Veränderung eines Wortes durch phonematische Paraphasien, bis hin zur Unkenntlichkeit
2. übermäßig entstellte Wörter, welche aber zusätzlich erkennbare Teile von realen Wörtern der Standardsprache enthalten
3. abstruse Neologismen, die keinerlei Rückschlüsse mehr auf die beabsichtigte Zielform erkennen lassen

Neologismen an sich sind also sinnleere Wortformen, die dennoch den abstrakten Regeln und Beschränkungen der jeweiligen Sprache unterliegen. Dies ist insofern interessant, als hier die Semantik in einer nicht unerheblichen Weise von der bloßen Form der Äußerung differenziert wird, was dem Sprachsystem eine gewisse Autonomie verleiht und charakteristisch für seine effiziente Arbeitsweise ist.

2.1.4 Zusammenfassung

Nachfolgend soll noch einmal anhand eines Schemas eine Zusammenfassung über die zuvor beschriebenen phonematischen Paraphasien und deren generelle Zuordnung gegeben werden. Die Einteilung nach Blumenstein folgt einer Strukturierung, welche die Basis für eine empirische Untersuchung bildet, während Buckingham einer etwas anderen Struktur den Vorzug gibt, welche die Grundlage für theoretische Überlegungen zur Pathologie eines Sprachproduktionsmodells vorzeichnet. In diesem Teil werden zunächst Ergebnisse empirischer Analysen zu den phonematischen Paraphasien vorgestellt, so dass hier die Einteilung nach Blumenstein vorteilhaft sein wird. Folgendes Schema gibt einen zusammenfassenden Überblick:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb.2: Lautliche Fehlleistungen nach Blumenstein

Im dritten Abschnitt sollen phonematische Fehlleistungen und ihre Ursache im Sprachproduktionssystem genauer beleuchtet werden. Hierzu ist die Einteilung nach Christman/Buckingham(1991) vorteilhaft. Zur Orientierung soll auch hier ein zusammenfassendes Schema weiterhelfen:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb.3: Lautliche Fehlleistungen nach Chritman/Buckingham(1991)

2.2 Strukturelle Analyse phonematischer Paraphasien

Treten lautliche Fehlleistungen in Erscheinung, so geschieht dies nicht willkürlich oder zufällig. Sowohl bei sprachgesunden Versprechern als auch bei aphasischen Paraphasien bleibt die zugrundeliegende Tiefenstruktur der betreffenden Sprache intakt. Selbst bei sehr starken Sprachstörungen werden diese Regeln nur in den wenigsten Fällen verletzt. Dies wirft ein erstaunliches Licht auf die Beschaffenheit des Sprachproduktionssystems. Geht man von einem modular organisierten System aus, so bedeutet dies, dass einige Module angreifbarer sind als andere. Dies wiederum spricht für eine ausgeprägte Unabhängigkeit der einzelnen Module untereinander. Ein modularer Aufbau arbeitet schnell und effizient durch die zugrundeliegende Arbeitsteilung. Besonders bedeutend für pathologisches Sprachverhalten ist die Modularität deshalb, weil sie in der Lage ist, die Störungen des Sprachsystems gering zu halten. Da nur einzelne Module gestört werden, kommt es nur in seltensten Fällen zum Ausfall des gesamten Sprachsystems. Auch die Regeneration wird dadurch positiv beeinflusst. Da hier zum Teil sehr genau abgegrenzte Module ersetzt werden müssen, können die entsprechenden Funktionen leichter von anderen Gehirnregionen übernommen werden, falls die natürlichen Gebiete, welche die Funktionen sonst ausführen, zerstört worden sind.

Von Störungen betroffen sind vornehmlich die Sprachverarbeitungsmechanismen, nicht die Universalien der jeweiligen Muttersprache. Es kann von einer Nullhypothese ausgegangen werden. Das bedeutet, dass sowohl das Lautsystem[10] sowie die Tiefenstrukturen der Sprache intakt und noch vorhanden sind, und dass lediglich der Zugriff auf derartige Informationen, welche im Lexikon abgelegt sind, sowie deren Verarbeitung, gestört ist.

[...]


[1] zur genaueren Beschreibung dieser Testbatterien siehe Poeck(2000), S.88-104

[2] normale Sprechgeschwindigkeit: 100 und mehr Wörter pro Minute, in zusammenhängenden Phrasen von durchschnittlich 4 Wörtern

[3] da auch bei schweren Störungen spezielle sprachliche Beschränkungen so gut wie nie verletzt werden kommt es fast ausnahmslos nur zu möglichen Formen, siehe hierzu auch den Abschnitt 2.2.1 über die natürlichen Beschränkungen

[4] Eine Ausnahme hierzu ist zum Beispiel die Amnestische-Aphasie, welche vorrangig als eine Wortfindungsstörung auftritt

[5] Leuninger(1989a) erweitert die Bedeutung der Vereinfachung, indem sie nicht nur von einem bloßen Weglassen von Segmenten und Silben ausgeht, sondern zusätzlich die Vereinfachung der Silbenstruktur durch Weglassen oder auch Hinzufügen von Segmenten untersucht, hierauf wird aber in Abschnitt 2.2.3 noch näher eingegangen.

[6] In Abschnitt 2.2.2 ergibt sich dieses Auswahlproblem aus der Analyse des Kriteriums der Merkmals-ähnlichkeit (F), für genauere Erläuterungen siehe dort Abschnitt a)

[7] genauere Erläuterung siehe unter 3.2.2 Punkt 2.

[8] je nachdem ob X-Positionen oder C-Positionen betroffen sind

[9] Beispielsweise wird festgelegt, dass es sich um einen Neologismus handelt, sobald über die Hälfte der Segmente vom Zielwort abweicht

[10] Aphasiker sind in der Lage, das gesamte Lautsystem zu verwenden. Die Laute treten allerdings an inkorrekten Stellen auf. Es kann hier nicht von einem Rückfall in ein kindliches Stadium ausgegangen werden, in dem gewisse Laute und Regeln noch nicht im Sprachsystem getriggert sind und daher nicht oder nur ungenügend oder falsch verwendet werden (Leuninger (1989a)). Eine Ausnahme für die Verwendung des gesamten Lautsystems findet sich in einer extremen Sprachstörung, in der nur noch Äußerungen in Form von ‚recurring utterances’ und Sprachautomatismen möglich sind, hier kann man einen nahezu Totalausfall des Sprachzentrums in der linken Hemisphäre annehmen, da solche Äußerungen sehr wahrscheinlich aus der rechten Hemisphäre kommen, wo gelegentlich auch eingeprägte Gedichte oder Lieder, öfters auch Phrasen, gespeichert sind, die von Globalaphasikern mit Totalausfall plötzlich abgerufen werden.

Ende der Leseprobe aus 29 Seiten

Details

Titel
Phonematische Paraphasien - am Beispiel der Wenicke-Aphasie
Hochschule
Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main  (Institut für deutsche Sprache und Literatur 2)
Veranstaltung
Einführung in die Neurolinguistik
Note
1,0
Autor
Jahr
2002
Seiten
29
Katalognummer
V5159
ISBN (eBook)
9783638131391
ISBN (Buch)
9783638722865
Dateigröße
1139 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Der Text enthält zusätzlich ein Glossar der wichtigsten Begriffe zum Text, mit Erläuterungen. Sehr dichte Arbeit, einzeiliger Zeilenabstand, 10-Punkt-Schrift.
Schlagworte
Phonematische, Paraphasien, Beispiel, Wenicke-Aphasie, Einführung, Neurolinguistik
Arbeit zitieren
Dipl. Inf. Hermine Reichau (Autor:in), 2002, Phonematische Paraphasien - am Beispiel der Wenicke-Aphasie, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/5159

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