Gegenwärtig sind durch zahlreiche anthropogene Eingriffe in den Naturhaushalt kaum noch naturnahe, geschweige denn natürliche Ökosysteme vorzufinden. Moore zählen zu den wenigen naturnahen Ökosystemen, die nach wie vor existent sind und eine Besonderheit hinsichtlich ihrer Entstehung und ihrer pflanzlichen sowie tierischen Artenzusamensetzung bilden. Je nach geographischer Lage und daran gekoppelter klimatischer Gegebenheiten lassen sich zahlreiche Klassifikationen und Typen unterscheiden, die in der vorliegenden Arbeit vorgestellt werden sollen. Neben Eigenschaften der Moore und einer daraus abgeleiteten Auswahl an Nutzungsmöglichkeiten wird auf mögliche Schutzmaßnahmen eingegangen, die in Bezug auf den drastischen Rückgang der Verbreitungsgebiete zwingend notwendig sind. Die vorliegende Arbeit zur Genese, Nutzung und Verbreitung von Mooren besitzt lediglich einen Überblicks-Charakter und soll zur intensiveren Befassung mit diesem Ökosystem anregen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Begriffsklärung
3 Genese der Moore
3.1 Niedermoor
3.2 Übergangsmoor
3.3 Hochmoor
4 Klassifikation der Moore
4.1 Die hydrologischen Moortypen
4.1.1 primäre Moorformen
4.1.1.1 Verlandungsmoore
4.1.1.2 Versumpfungsmoore
4.1.1.3 Überflutungsmoore
4.1.1.4 Hangmoore
4.1.1.5 Quellmoore
4.1.2 sekundäre Moorformen
4.1.2.1 Durchströmungsmoore
4.1.2.2 Kesselmoore
4.1.3 tertiäre Moorform
4.1.3.1 Regenmoore
4.1.3.2 Klassische Hochmoore
4.2 Die ökologischen Moortypen
4.2.1 Reichmoore
4.2.2 Kalk-Zwischenmoore
4.2.3 Basen-Zwischenmoore
4.2.4 Sauer-Zwischenmoore
4.2.5 Sauer-Armmoore
5 Eigenschaften der Moore
6 Nutzung und Kultivierung von Mooren
6.1 Kurzer historischer Abriss über die verschiedenen Nutzungsformen
6.2 Beschreibung der Nutzungs- und Kultivierungsformen
6.2.1 Raseneisenerznutzung
6.2.2 Wiesenkalknutzung
6.2.3 Torfnutzung
6.2.4 Kultivierung von Mooren
6.2.4.1 Moorbrandkultur
6.2.4.2 Schwarzkulturen (Niedermoorschwarzkultur)
6.2.4.3 Deutsche Hochmoorkultur
6.2.4.4 Sanddeckkultur
6.2.4.5 Sandmischkultur
6.2.4.6 Fehnkultur
7 Schutz der Moore
8 Verbreitung
8.1 Deutschland
8.1.1 Moore im Hochharz
8.1.1.1 Rotes Moor
8.1.1.2 Königsmoor
8.1.2 Norddeutsche Moore
8.1.3 Moore in den Kammlagen des Thüringer Waldes
8.1.4 Moore des Alpenvorlandes
8.2 globale Verbreitung
8.2.1 Verteilung der Moorzonen in Europa
8.2.2 Verteilung der Moore auf der Erde
9 Zusammenfassung
Zielsetzung und Themen
Diese Arbeit befasst sich mit der Entstehung, den verschiedenen Typen, der Bedeutung sowie der historischen und modernen Nutzung von Mooren als naturnahe Ökosysteme, um deren ökologische Relevanz und Schutzbedürftigkeit zu verdeutlichen.
- Hydrologische und ökologische Klassifikation von Moortypen
- Prozesse der Moorgenese und Torfbildung
- Historische und zeitgenössische Nutzungsformen wie Torfabbau und Kultivierung
- Regionale und globale Verbreitung der Moore
- Ökologische Bedeutung und notwendige Schutzmaßnahmen
Auszug aus dem Buch
3.1 Niedermoor
Die Entstehung der Niedermoore begann im Boreal mit der langsamen Erwärmung. Da die Entstehung von Niedermooren meist subhydrisch im Uferbereich stehender Gewässer erfolgt, werden sie auch als topogen bezeichnet. Das organische Ausgangsmaterial wird von Schilf und Rohrkolben geliefert. Schilf ist eine anspruchslose Pflanze, die sowohl in saurem wie in kalkreichen, oligotrophen und eutrophen Gewässern vorkommt. Die Phase seiner Entstehung wird bereits zu den Niedermooren gezählt. Die absterbenden Pflanzenteile lagern sich auf dem Gewässergrund ab. Da die Biomasseproduktion sehr schnell von statten geht und am Gewässergrund Sauerstoffmangel herrscht, wird das abgestorbene organische Material nur langsam zersetzt. Die unvollständig abgebauten Pflanzenreste führen zur Torfbildung. Der Torfkörper hebt sich allmählich an und die Niedermoorbildung wird seewärts verschoben.
Der neu gewonnene Boden fällt zunehmend trocken und bildet Lebensgrundlage für Pflanzen, die einen geringeren Wasserbedarf haben. In der Regel handelt es sich hierbei um Sauergräser, wie zum Beispiel Seggen. Der Prozess der Niedermoorbildung entspricht im Prinzip der Verlandung. Da der Kontakt mit dem mineralische Untergrund erhalten und die Versorgung durch das Grundwasser bestehen bleibt, können sich, wenn der Boden extrem nass und basisch ist, am äußeren Rand Erlen- und Weiden-Bruchwälder entwickeln, bzw., wenn es sich um saure Moore nährstoffarmer Gebiete handelt, Birken- oder Kieferbruchwälder. Topogene Niedermoore können sich auch in Senken unter dem Einfluss des Grundwasserspiegelanstieges entwickeln.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Kurze Einführung in die Bedeutung der Moore als naturnahe Ökosysteme und deren Gefährdung.
2 Begriffsklärung: Definition zentraler Fachbegriffe wie Moore, Anmoor, Gley und Torf.
3 Genese der Moore: Erläuterung der Entstehungsgeschichte von Nieder-, Übergangs- und Hochmooren.
4 Klassifikation der Moore: Detaillierte Unterteilung in hydrologische und ökologische Moortypen sowie deren spezifische Merkmale.
5 Eigenschaften der Moore: Darstellung der ökologischen Schlüsselfunktionen, insbesondere der Wasserspeicherung und Klimaregulation.
6 Nutzung und Kultivierung von Mooren: Überblick über historische Nutzungsformen und moderne Kultivierungsverfahren.
7 Schutz der Moore: Diskussion über die Notwendigkeit von Schutzmaßnahmen und der Renaturierung.
8 Verbreitung: Regionale Analyse der Vorkommen in Deutschland und globale Betrachtung der Moorzonen.
9 Zusammenfassung: Abschließende Betrachtung der Relevanz des Moorschutzes für die Zukunft.
Schlüsselwörter
Moore, Torf, Moorgenese, Hydrologie, Moorkultivierung, Niedermoor, Hochmoor, Wasserspeichervermögen, Ökosystem, Umweltschutz, Torfabbau, Vegetation, Klimaregulation, Bodenschutz, Feuchtbiotope.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit bietet einen umfassenden Überblick über die natürlichen Grundlagen, die Typologie, die historische Nutzung sowie die Verbreitung und Schutzbedürftigkeit von Mooren.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die Hauptthemen sind die Entstehung (Genese) von Mooren, ihre Klassifikation, ihre ökologischen Eigenschaften, die verschiedenen menschlichen Nutzungsformen sowie ihre globale und regionale Verbreitung.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, ein tiefgreifendes Verständnis für Moore als besondere Ökosysteme zu vermitteln und auf die ökologischen Konsequenzen ihrer Nutzung und Zerstörung hinzuweisen.
Welche wissenschaftliche Methode wird primär verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine fundierte Literaturanalyse geographischer und bodenkundlicher Quellen, um die verschiedenen Moorarten und ihre Entwicklungsgeschichte darzustellen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden detailliert die verschiedenen Moortypen (hydro- und ökologisch), ihre spezifischen Eigenschaften sowie die vielfältigen Verfahren der Moorkultivierung und deren Folgen erläutert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Wichtige Begriffe sind insbesondere Torfbildung, Moorgliederung, ökologische Funktionen, anthropogene Einflussnahme und Maßnahmen zum Moorschutz.
Was unterscheidet ein Niedermoor von einem Hochmoor in ihrer Entstehung?
Niedermoore werden primär durch Grundwasser gespeist und sind nährstoffreicher, während Hochmoore ombrogen, also durch nährstoffarmes Niederschlagswasser, gespeist werden.
Warum ist das Wasserspeichervermögen von Mooren so bedeutend?
Moore können große Mengen Wasser aufnehmen und verzögert abgeben, wodurch sie als Puffer in der Landschaft wirken und maßgeblich zum Hochwasserschutz beitragen.
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- Doreen Wünsche (Author), 2004, Genese, Nutzung und Verbreitung von Mooren, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/51607