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Der adäquate Umgang mit Fehlern im schulischen Kontext

Titel: Der adäquate Umgang mit Fehlern im schulischen Kontext

Seminararbeit , 2019 , 14 Seiten , Note: 1.6

Autor:in: Derya Yüksel (Autor:in)

Pädagogik - Schulpädagogik
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Diese Arbeit thematisiert den Aufbau einer positiven Fehlerkultur im schulischen Kontext. Dafür wird zunächst der Begriff "Fehler" definiert, bevor auf die Theorie der positiven Fehlerkultur sowie das Konstrukt des negativen Wissens eingegangen wird. Anschließend werden die differenzierte Fehleranalyse und signifikante metakognitive Prozesse in den Mittelpunkt gerückt.

Fehler geschehen jedem Menschen und nahezu in jeder Institution, denn Irren ist menschlich. Trotz dessen ist der Begriff Fehler negativ konnotiert und es gilt, ihn weiterhin zu vermeiden. In der Forschung wird immer wieder verdeutlicht, dass Fehler einen positiven Einfluss auf den weiteren Lernprozess haben. Weingardt hebt hervor, dass "[…] durch einen produktiven Umgang mit Fehlern, die sich ereignen, diese für das Erreichen der Lösungsvariante genutzt werden können".

Jedoch sieht die Realität ganz anders aus: Die "Null-Fehler-Gesellschaft", sprich der Perfektionsanspruch in Unternehmen und in unserer Gesellschaft fördert dieses Denken keineswegs, im Gegenteil, Fehler werden auf Hochtouren vertuscht und sollen erst gar nicht produziert werden. Der Umgang mit Fehlern ist von Interessen und Zielen der jeweiligen Institution abhängig. In der Wirtschaft werden Fehler gerne vertuscht, um den maximalen Gewinn auszuschöpfen. In der Medizin sind Fehler ebenso negativ konnotiert. Ziel ist es, Behandlungsfehler zu vermeiden, da sie über Leben und Tod entscheiden können.

Tatsächlich müssen auch im Schulalltag sowohl Lehrkräfte als auch Schüler und Schülerin-nen sich des Öfteren mit Fehlern auseinandersetzen. Überhaupt ist die Fehlerermittlung eines der maßgeblichen Entscheidungskriterien für positiven bzw. negativen Lernprozess in der Schule.

Deshalb ist es lohnenswert, den Blickwinkel auf Schulen als eine der größten Institutionen zu richten. Denn die Schule sollte einen großen Raum für Fehlermachen bieten und Fehler als Lernchancen einstufen. Es stellt sich die Frage, wie eine positive Fehlerkultur im schulischen Kontext aufgebaut sein sollte und welche Fähigkeiten und Fertigkeiten sprich Kompetenzen Lehrkräfte aufweisen sollten, damit sie infolgedessen Unterstützungsmaßnahmen darbieten können.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Definition Fehler

3. Positive Fehlerkultur

4. Negatives Wissen

5. Fehleranalyse

6. Metakognition

7. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht den Stellenwert von Fehlern im schulischen Kontext und analysiert, wie ein konstruktiver Umgang mit Fehlern als Lernchance etabliert werden kann. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, wie Lehrkräfte eine positive Fehlerkultur fördern und welche metakognitiven Kompetenzen Schüler benötigen, um aus ihren Fehlern nachhaltig zu lernen.

  • Bedeutung und Definition von Fehlern im Lernprozess
  • Etablierung einer positiven Fehlerkultur in der Schule
  • Konzept des negativen Wissens als Lerninstrument
  • Methoden der Fehleranalyse und -intervention
  • Rolle der Metakognition beim Lernen aus Fehlern

Auszug aus dem Buch

4. Negatives Wissen

Um das Konstrukt des negativen Wissens darlegen zu können, bedarf es einer Definition des Begriffs, die anhand eines Beispiels veranschaulicht werden soll:

Ein Kind im Vorschulalter möchte die Straße überqueren. Beim Überqueren dieser, ist es ihm bewusst, dass es sowohl die Ampel als auch den Verkehr beachten muss. Sobald sich die Ampel auf Grün umschaltet, überquert das Kind die Straße, wobei es versucht, die Autos trotzdem nicht aus den Augen zu verlieren. Diese Verfahrensweise ist das Resultat des positiven Wissens, das ein Individuum, während seiner Edukation erworben hat.

Durch Warnungen der Eltern die Straße bei Rot nicht zu überqueren, erfährt das Kind mögliche Konsequenzen, die bei der unachtsamen Überquerung auftreten können.

Dadurch wird dem Kind indoktriniert, welche Art und Weise die Falsche ist und wie man es nicht machen soll. Es führt mit dieser Botschaft negatives Wissen mit, das zum Schutz des Kindes dient.

Das Konzept des negativen Wissens von Oser beschreibt, inwieweit Fehler einen Nutzen für den Lernenden haben und welche wertvollen Informationen Fehler beherbergen können.

In dem Beispiel wird deutlich, dass es bis lang nicht das richtige Agieren ist, jedoch ist es hilfreich, sich aus dem falschen Verhalten zu entziehen. Verdeutlicht wird in diesem Beispiel, dass nur durch negatives Wissen, sprich das Wissen, wie man etwas nicht machen soll, einem Fehler ausgewichen werden kann: „Man muss immer wissen, was eine Sache nicht ist, um zu wissen, was sie ist, man muss immer wissen, warum eine Sache nicht funktioniert, damit man weiß, wie sie funktioniert.“

Der Schweizer Psychologe Fritz Oser teilt die Funktionen des negativen Wissens in vier Typen auf: negativ deklarativ, negativ prozedural, negativ strategisch und negativ Schemata-orientiert.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die aktuelle Diskrepanz zwischen der negativen Konnotation von Fehlern in der Gesellschaft und deren Potenzial als Lernchance im schulischen Umfeld.

2. Definition Fehler: Dieses Kapitel definiert den Fehlerbegriff als Abweichung von einem Soll-Zustand und differenziert zwischen produktiven und unproduktiven Fehlern im psychologischen Sinne.

3. Positive Fehlerkultur: Der Fokus liegt hier auf der Verantwortung der Lehrkraft, ein Klima zu schaffen, in dem Schüler Fehler ohne Angst als notwendige Lerngelegenheiten betrachten können.

4. Negatives Wissen: Es wird erläutert, wie das Wissen über das, was nicht funktioniert (negatives Wissen), gezielt dazu genutzt werden kann, Fehler zu vermeiden und Lernprozesse zu stabilisieren.

5. Fehleranalyse: Dieses Kapitel stellt verschiedene Strukturmodelle zur Analyse von Fehlern vor, um Defizite zu erkennen und durch gezieltes Fehlermanagement in Lernzuwachs zu verwandeln.

6. Metakognition: Hier wird der Einsatz metakognitiver Strategien thematisiert, die es Schülern ermöglichen, ihr eigenes Lernen und den Umgang mit Fehlern bewusst zu steuern und zu reflektieren.

7. Fazit: Das Fazit fasst die Relevanz einer positiven Fehlerkultur zusammen und fordert eine stärkere Verankerung dieses Themas in der Lehrerausbildung.

Schlüsselwörter

Fehlerkultur, Lernprozess, Schulpädagogik, Negatives Wissen, Metakognition, Fehleranalyse, Fehlermanagement, Lernchancen, Methodenkompetenz, Fehlerprophylaxe, Lehrer-Schüler-Beziehung, Selbstwirksamkeit, Lernstrategien, Feedback, Didaktik

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der pädagogischen Bedeutung von Fehlern im Schulalltag und plädiert für einen Paradigmenwechsel: weg von der Fehlervermeidung, hin zu einer konstruktiven Fehlerkultur.

Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?

Zentrale Felder sind die Definition von Fehlern, die Etablierung eines positiven Fehlerklimas, das Konzept des negativen Wissens, sowie die Bedeutung von Fehleranalyse und Metakognition.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Schüler durch einen bewussten und produktiven Umgang mit Fehlern ihre Lernprozesse optimieren können und welche Rolle die Lehrkraft dabei spielt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Auseinandersetzung, die auf einer umfassenden Literaturanalyse aktueller pädagogischer Forschungsergebnisse (wie z. B. der Hattie-Studie) basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung des Fehlerbegriffs, die Praxis der Fehlerkultur, die psychologische Bedeutung von negativem Wissen und die Anwendung metakognitiver Strategien.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich maßgeblich durch Begriffe wie Fehlerkultur, Metakognition, Lernchancen, Fehlermanagement und Fehleranalyse beschreiben.

Warum spielt die Lehrer-Schüler-Beziehung eine so große Rolle für den Umgang mit Fehlern?

Eine positive Beziehung reduziert Hemmungen und Ängste, was die Beteiligung der Schüler erhöht und es ihnen ermöglicht, Fehler offen zu kommunizieren, statt sie aus Scham zu vertuschen.

Was genau versteht man unter dem Begriff „negatives Wissen“ in dieser Arbeit?

Negatives Wissen beschreibt das Wissen darüber, wie etwas nicht funktioniert oder welche Strategien nicht zum Ziel führen, was für den Lernprozess eine schützende und aufklärende Funktion einnimmt.

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Details

Titel
Der adäquate Umgang mit Fehlern im schulischen Kontext
Hochschule
Universität Augsburg
Note
1.6
Autor
Derya Yüksel (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2019
Seiten
14
Katalognummer
V516739
ISBN (eBook)
9783346124548
ISBN (Buch)
9783346124555
Sprache
Deutsch
Schlagworte
umgang fehlern kontext
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Derya Yüksel (Autor:in), 2019, Der adäquate Umgang mit Fehlern im schulischen Kontext, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/516739
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Leseprobe aus  14  Seiten
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