Der Spracherwerb bei Kleinkindern von 0 - 3 Jahren. Was sind die ersten Entwicklungsschritte im Spracherwerb?


Hausarbeit, 2019
21 Seiten

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Definition von Sprache

3. Sprachliche Ebene
3.1 Semantik& Lexikon
3.2 Phonetik- Phonologie
3.3 Morphologie- Syntax
3.4 Kommunikation & Pragmatik

4. Der Spracherwerb von 0-3 Jahren
4.1 Vorstadium ( 0 - 6 Monate)
4.2 Lallen / Lallmonologe (6 - 12 Monate)
4.3 EinwortauBerungen (12- 18 Monate)
4.4 elementare Wortkombinationen (18 - 24 Monate)
4.5 Flexionsmorphologie und Satzformen (24- 36 Monate)

5. Voraussetzungen des Spracherwerbs

6. Sprachbildung der Sprachentwicklung
6.1 Rolle der padagogischen Fachkraft
6.2 Rolle der Eltern
6.3 Bildungsprozesse und Spielideen

7.Fazit

Literaturverzeichnis

Quellenverzeichnis

„Der Besitz der Sprache unterscheidet den Menschen vom Tier. In der Sprache liegen alle Moglichkeiten des Menschseins beschlossen.“(Hans Hormann)

1. Einleitung

Ein Kind zeigt von Geburt an eine besondere Vorliebe far menschliche Stimmen. Kein Ge- rausch ist interessanter als die menschliche Stimme. Den Eltern ist es nicht einmal bewusst, dass sie bereits ihr Neugeborenes mit Sprache „verwohnen“. Auf diese Weise erfahrt es ihre Zuwendung und Warme und fahlt sich willkommen. Bevor ein Kind schon selbst sprechen kann, ist die Sprache bereits ein wichtiges Bindeglied in der Beziehung zwischen dem Kind und den Eltern. (vgl. Bundeszentrale far gesundheitliche Aufklarung 2019)

Aufierdem ist Sprache gleichzeitig der Schlussel und die Grundlage fur die Lebenschancen und den individuellen Bildungserfolg von Kindern. (vgl. Kammermeier & King 2017, S.5) Aber wie kommt das Kind uberhaupt zur Sprache und was sind die ersten Entwicklungsschrit- te im Spracherwerb?

Die vorliegende Arbeit setzt sich mit diesen Fragen auseinander und es wird demzufolge der Spracherwerb bei Kleinkindern von 0 - 3 Jahren untersucht.

Die Arbeit beginnt mit der Bedeutung der Sprache. Dabei wird dargelegt, wie die Sprache durch eine Systemhaftigkeit gekennzeichnet ist.

Im 2. Kapitel werden die sprachlichen Ebenen beschrieben. Dabei wird sich auf Begriffe be- schrankt, die fur die Entwicklung der Sprache unerlasslich sind.

Nach diesen grundlegenden Ausfuhrungen uber das Thema Sprache wird auf einzelne inhalt- lich relevante Bereiche des Spracherwerbs eingegangen. Das sind die einzelnen Phasen der Sprachentwicklung von 0 - 3 Jahren und die Voraussetzungen des Spracherwerbs, denn sie sind Gegenstand der gesamten Arbeit und daher von hoher Bedeutung. Anschliefiend wird auf die Sprachbildung der Sprachentwicklung eingegangen. Diese wird in den Unterpunkten „die Rolle der padagogischen Fachkraft“ „die Rolle der Eltern“ und „Bildungsprozesse und Spiel- ideen“ eingeteilt.

Abschliefiend kommt die Autorin zu ihrem Schlusswort und fasst samtliche Ansatzpunkte zu- sammen.

2. Definition von Sprache

Wenn man sich mit dem kindlichen Spracherwerb auseinandersetzt, ist es sinnvoll, sich erst- mal mit der Sprache selbst zu beschaftigen.

„Die Sprache ist das wichtigste Kommunikationsmittel des Menschen, bei dem uber die An- wendung der Sprechorgane und Sprachwerkzeuge hinaus der ganze Mensch mit all seinen unterschiedlichen Ausdrucksmitteln beteiligt ist“ (Metzinger 2018, S.39).

Das System „Sprache“ ist jedoch sehr komplex. Um das System richtig verwenden zu kon- nen, sind unterschiedliche Fahigkeiten notwendig. Da die erforderlichen Fertigkeiten und Fa- higkeiten sehr komplex sind, ist die Sprachentwicklung sehr storanfallig (vgl. Bunse & Hoff- schildt 2011, S.25).

Zunachst muss die Sprache verstanden und entschlusselt werden. Bevor die Kinder die Wor- ter beim Sprechen einsetzen konnen, mussen sie diese erst verstehen, da das Verstehen sich vor der Produktion entwickelt. Um selbst Satze formen zu konnen, mussen sie aufierdem die verschiedenen Satzkonstruktionen des Deutschen verstehen. Satze und Worter, die die Kinder von den Eltern ubernehmen, ohne sie verstanden zu haben, sind eine Ausnahme. Hiermit sind die Satze gemeint, die die Kinder oft von den Eltern horen. (Vgl. Bunse & Hoffschildt 2011, S.25)

Um Sprache zu verstehen, benotigt der Zuhorer ein gewisses Mafi an Weltwissen sowie Wis- sen uber die Situation, damit er das Gesagte dem Kontext entsprechend einordnen und verste- hen kann. Dies wird zum Beispiel in Horspielen deutlich, da jeder Horer verschiedene Vor- stellungen hinsichtlich des Aussehens der Personen, oder eine andere Vorstellung von dem Umfeld hat. Es hangt also von den jeweiligen Erfahrungswerten der Menschen ab. (Vgl. Bun- se & Hoffschildt 2011 S.25)

Die Sprache wird in vier sprachlichen Ebenen eingeteilt, um die Komplexitat mit ihren Funk- tionen, Elementen und Fertigkeiten besser beschreiben und erfassen zu konnen. Im Folgenden werden die vier sprachlichen Ebenen genauer erlautert. (Vgl. Bunse & Hoffschildt 2011, S. 26)

3. Sprachliche Ebene

Ein Kind muss die Ebenen Phonetik - Phonologie, Semantik - Lexikon, Morphologie - Syntax und Kommunikation- Pragmatik aufbauen, um die Sprache erwerben zu konnen (vgl.Bunse & Hoffschildt 2011, S. 26).

3.1 Semantik& Lexikon

Der Begriff „Semantik“ meint die Bedeutung der Worter und mit „Lexikon“ ist der Wort- schatz gemeint (vgl. Zimmer 2013, S.40).

Im aktiven Wortschatz sind alle Worter gespeichert, die ein Mensch beim Sprechen auch ein- setzen kann. Im passiven Wortschatz dagegen, sind alle Worter verankert, die ein Mensch auch versteht. Die Worter sind wie in einem Lexikon nach bestimmten Merkmalen geordnet. Dies ist notig, damit die gesprochenen Worter in Gesprachen erfasst und verstanden werden konnen. Wenn die Worter, wie im Lexikon nur nach Alphabet geordnet waren, konnten Ge- sprache nicht schnell ablaufen. (Vgl. Bunse & Hoffschildt 2011, S.26)

Geordnet sind die Worter nach ihrer Bedeutung, also nach der Semantik. Jeder Mensch muss nicht die selbe Bedeutung mit einem Wort verbinden, da diese von seinem Weltwissen oder gar seinen Erfahrungswerten abhangen kann. Bei der kindlichen Entwicklung wachsen Wort- und Erfahrungsschatz meistens an, d.h dass Kinder ein Wort meistens mit einer Situation oder einem Bild verbinden. Das Wort „Hund“ kann bei vielen Menschen verschiedene Assoziatio- nen hervorrufen. Der eine denkt an seinen eigenen Hund, der andere verknupft es mit dem Dackel der Freundin und der dritte denkt an einen Pitbull, der ihn angegriffen hat. Naturlich kann es auch vorkommen, dass ohne bestimmte Verknupfungen und Verbindungen ein typi- sches Hundebild vor den Augen erscheint. (ebd.)

3.2 Phonetik- Phonologie

„Um sich sprachlich verstandlich ausdrucken zu konnen, ist es erforderlich, die Worter kor rekt auszusprechen. Beschaftigt man sich mit der Fahigkeit der Aussprache, muss man zu- nachst die Bereiche der Phonetik und der Phonologie unterscheiden.“( Bunse & Hoffschildt 2011, S.29)

Mit der Bildung bzw. der richtigen Aussprache von isolierten Lauten, befasst sich die Phone- tik. Sprachlaute werden auch Phon genannt. Sie konnen auch verschriftlicht werden (vgl. Bunse & Hoffschildt 2011, S.29)

Bei der Phonation entsteht durch die stimmbildenden Mechanismen ein Grundton, der dann im Nasen-, Rachen und Mundraum verandert wird. So werden dann Laute und Worter gebil- det. (Vgl. Bunte & Hoffschildt 2011, S.19)

Die Phonologie betrachtet die lautliche Strukturen und den Lautgebrauch von Wortern. Im Gegensatz zur Phonetik, die sich mit Phonen befasst, widmet sich die Phonologie den Pho­nemen. Mit Phoneme sind die kleinsten bedeutungsunterscheidenden Einheiten einer Sprache gemeint. Die Phoneme sind far sich selber bedeutungslos, jedoch konnen sie in einem Wort durch ein anderes Phonem ersetzt werden wodurch sich die Bedeutung des Wortes andern warde. Beispielsweise wird dann das Wort Fisch zu Tisch und Haus zu Maus. (vgl. Bunse & Hoffschildt 2011 S.30) Ein Unterschied besteht auch zwischen Vokale, die lang oder kurz ausgesprochen werden. Wenn man das „a“ im Wort Schlaf kurz ausspricht, entsteht ein ganz anderes Wort: schlaff. Das Kind lernt in ihrer Entwicklung, die Laute in ihrer sprachfunktio- nellen Bedeutung wahrzunehmen und anzuwenden. Far die Kommunikation ist dies entschei- dend. (vgl. Zimmer 2013, S.37)

Eine wichtige Voraussetzung far den Erwerb der Lese- und Schreibfahigkeiten, aber die auch far die Aussprache wichtig ist, ist die phonologische Bewusstheit (PhB), welches auch zur Phonologie gehort.

„Die PhB bezieht sich auf die formalen Eigenschaften der Sprache und bezeichnet die Fahig- keit, die phonologische Struktur eines Wortes losgelost von dessen Bedeutung zu erkennen, zu analysieren und zu verandern. Dazu gehort das erkennen von Reimen, aber auch das zerle- gen von Wortern in Silben oder Laute.“( Bunse & Hoffschildt 2011, S.30)

3.3 Morphologie- Syntax

„Eine ungestorte Kommunikation ist erst moglich, wenn das Gesagte durch entsprechende grammatikalische Strukturen eindeutig angeordnet werden kann. Das Grammatiksystem des Deutschen ist sehr komplex. Es wird in Morphologie und Syntax unterteilt.“(Bunse & Hoff- schildt 2011, S.32)

Die Morphologie beschaftigt sich mit dem internen Aufbau von Wortern, die in kleine Einhei- ten zerlegt werden konnen. Diese kleinen Einheiten heiBen Morpheme. Zum Beispiel besteht das Wort „Hund“ aus einem Morphem. Wenn man ein „e“ dranhangt, hat man dann die Mehr- zahl. Das Wort besteht also aus zwei Morphemen. Bei diesem Beispiel steht das „e“ also fur die Mehrzahl und wird als ein Flexionsmorphem bezeichnet. Flexionsmorpheme sind dafur da, um die Worter in Geschlecht, Fall, Anzahl und Bestimmtheit zuzuordnen. AuBerdem gibt es Ablautungsmorpheme. Das Wort Verinselung unterteilt sich beispielsweise in verinsel und - ung. Das Ableitungsmorphem ist hier also die Endung -ung, wodurch die Wortart oder die Wortbedeutung verandert wird. Es wird also aus dem Verb „verinseln“ ein Nomen.

Der Syntax bezeichnet die Reihenfolge der Worter in einem Satz. Die Reihenfolge andert sich je nach den Satztypen, ob es Fragesatze oder Aufforderungssatze sind. In einer Frage wurde es heiBen: Hast du einen Stift? Und bei einem Aussagesatz: Du hast einen Stift. In den jewei- ligen Satzkonstruktionen sind beide Varianten richtig. Dass die Reihenfolge von Wortern sehr wichtig ist, erkennt man auch daran, dass z.B den Satz „ Der Tisch und steht die Lampe“ nicht sofort verstehen wurden. Daher ist es von hoher Bedeutung, dass Kinder lernen, die Worter in der richtigen Reihenfolge zu sagen und lernen, sie passend zu verandern damit der Satz einen Sinn ergibt (vgl. Bunse & Hoffschildt 2011, S. 32f.).

3.4 Kommunikation & Pragmatik

Um ein gemeinsames Kommunikationssystem herzustellen, sollte man sich mit jemanden verstandigen konnen, seine Wunsche entziffern, oder die eigene Botschaft ubermitteln kon- nen. Es geht nicht um das fehlerlose Beherrschen der Sprachformen, der vielfaltigen Worter, oder um das grammatikalische korrekt sein, sondern vielmehr darum, dass man uber Sprache sich mitteilen und mit anderen Menschen kommunizieren kann. Diese Ebene wird als Prag- matik bezeichnet. (vgl. Zimmer 2013, S.49)

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Details

Titel
Der Spracherwerb bei Kleinkindern von 0 - 3 Jahren. Was sind die ersten Entwicklungsschritte im Spracherwerb?
Hochschule
Fliedner Fachhochschule Düsseldorf
Autor
Jahr
2019
Seiten
21
Katalognummer
V516742
ISBN (eBook)
9783346118639
ISBN (Buch)
9783346118646
Sprache
Deutsch
Schlagworte
spracherwerb, kleinkindern, jahren, entwicklungsschritte
Arbeit zitieren
Büsra Cetin (Autor), 2019, Der Spracherwerb bei Kleinkindern von 0 - 3 Jahren. Was sind die ersten Entwicklungsschritte im Spracherwerb?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/516742

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