Psychologie des Gesundheitsverhaltens. Selbstwirksamkeit zur sportlichen Aktivität


Einsendeaufgabe, 2018

17 Seiten, Note: 2,1


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 SELBSTWIRKSAMKEITSERWARTUNG
1.1 Definition
1.2 Umfrage: Selbstwirksamkeit zur sportlichen Aktivitat
1.3 Vergleich zweier wissenschaftlicher Studien zum Thema Selbstwirksamkeitserwartung

2 ERNAHRUNGSVERHALTEN
2.1 Definition
2.2 Theoretische Grundlagen
2.3 Entstehung
2.4 Daten und Fakten
2.5 Praventions- und Interventionsprogramme zur Reduktion von Gesundheitsrisiken
2.6 Konsequenzen fur eine gesundheitsorientierte Beratung

3 BERATUNGSGESPRACH
3.1 Fallbeispiel: Frau M
3.2 Rolle des Beraters
3.3 Gesprachsverlauf

4 LITERATURVERZEICHNIS
4.1 Abbildungsverzeichnis
4.2 Tabellenverzeichnis

1 Selbstwirksamkeitserwartung

1.1 Definition

Unter dem Begriff „Selbstwirksamkeitserwartung“, der einen wichtigen Bestandteil der Lerntheorie des amerikanischen Psychologen Albert Banduras (1986-1992) darstellt, ver- steht man die Fahigkeit beziehungsweise Uberzeugung einer Person, in einer auch schwierigen Situation ein passendes Verhalten ausuben und Herausforderungen aus eige- ner Kraft bewaltigen zu konnen. Dieses Verhalten beruht auf bestehenden, beziehungs- weise nicht bestehenden Handlungsstrategien und wird dementsprechend ausgefuhrt. Be- steht eine hohe Selbstwirksamkeitserwartung in Verbindung mit einer Handlung, die ab- solviert werden mochte oder muss, ist die Person entsprechend motiviert, diese auszufuh- ren. (Bandura, A., 1992).

1.2 Umfrage: Selbstwirksamkeit zur sportlichen Aktivitat

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1: Spezifische Selbstwirksamkeitserwartung zu dem Thema sportliche Aktivitat im privaten Umfeld (eigene Darstellung, 2018)

Die Daten aus dem vorliegenden Diagramm wurden mithilfe eines Fragebogens ermittelt. Insgesamt wurden funf Personen aus dem privaten Umfeld zu ihrer Selbstwirksamkeits- erwartung in Bezug auf sportliche Aktivitaten befragt. Je hoher die erlangte Punktzahl, desto hoher ist die Selbstwirksamkeitserwartung. Von einer hohen Selbstwirksamkeit zu sportlichen Aktivitaten spricht man, wenn die jeweilige Person bereit ist, eine sportliche Aktivitat in verschiedensten Situationen auszufuhren.

Im Folgenden werden die funf Personen kurz beschrieben und anschlieBend miteinander verglichen.

Person 1 ist weiblich, 51 Jahre alt und als Industriekauffrau tatig. Bislang waren ihre sportlichen Aktivitaten eher gering. Nach mehreren operativen Eingriffen, dem Erhalt einer TEP des linken Kniegelenks und weiteren gesundheitlichen Einschrankungen be- sucht sie einmal wochentlich einen Reha-Sport-Kurs.

Ihre Punktzahl betragt 57.

Person 2 ist mannlich, 54 Jahre alt und gelernter Schlosser. Bis 2017 war er fast 35 Jahre aktiver Handballspieler, in fruheren Jahren betrieb er zusatzlich kurzfristig Basketball- und FuBballsport und widmete sich dem Ausdauersport. Heute besucht er ebenfalls ein- mal wochentlich einen Kurs zum Reha-Sport aufgrund starker Ruckenbeschwerden. Seine Punktzahl betragt 75.

Person 3 ist mannlich, 22 Jahre alt und Student. Zu seinen sportlichen Aktivitaten gehort der regelmaBige Besuch im Fitnessstudio. Bis vor drei Jahren spielte er drei Mal wochent- lich Handball. Mit diesem sportlichen Profil erreicht er 66 Punkte.

Person 4 ist mannlich, 25 Jahre alt und beruflich als IT-Systemelektroniker tatig. Mehrmals wochentlich ist er im Bereich Leichtathletik aktiv und trainiert zudem in einem Fitnessstudio. Seine Punktzahl betragt 64.

Person 5 ist mannlich, 22 Jahre alt und Student. In seinen fruheren Jahren spielte er funf Mal wochentlich FuBball. Seit Beginn des Studiums ubt er keine sportliche Aktivitat mehr aus. Hier liegt das ausgewertete Ergebnis bei 36 Punkten.

Beim Vergleich der funf Personen miteinander fallt Person 5 mit dem niedrigsten Wert ins Auge. Dies kann dadurch erklart werden, dass sein Studium viel Zeit in Anspruch nimmt und er dadurch keine Motivation mehr fur sportliche Aktivitaten findet. Erfah- rungswerte zur Notwendigkeit von praventiven sportlichen Aktivitaten konnen aufgrund des Alters noch nicht vorhanden sein im Gegensatz zu bei Person 2 beispielsweise. Dieser war seit jungen Jahren sportlich aktiv und ist sich der positiven Auswirkung bewusst. Durch seine korperlich anstrengende Arbeit und die dadurch herbeigefuhrten Beschwer- den im Ruckenbereich ist er eher bereit, eine sportliche Aktivitat auszuuben, da der Nut- zen und gesundheitsfordernde Aspekt des Sports fur ihn eine hohere Prioritat besitzt als Kosten, Zeitaufwand und teilweise Uberwindung, die damit verbunden sind.

AuBerdem ist der Vergleich der beiden 22-jahrigen Studenten interessant. Person 3 hat mit einer Punktzahl von 66 einen deutlich hoheren Wert als Person 5 mit 36. Ein Grund fur einen derartigen Unterschied konnte die Resistenz gegenuber auBeren Einflussen sein. Fur Person 3 gehort das Absolvieren einer sportlichen Aktivitat zum Alltag und ist in der Tagesplanung integriert. Person 5 bereitet diese Selbstverstandlichkeit offensichtlich Schwierigkeiten. Er lasst sich nach eigenen Angaben durch auBere Umstande beeinflus- sen und setzt seinen Fokus auf andere Bereiche, zum Beispiel auf das Studium.

AbschlieBend lasst sich sagen, dass die Selbstwirksamkeitserwartung bezuglich sportli- cher Aktivitaten davon abhangt, wie die jeweilige Person deren Nutzen fur sich person- lich gewichtet und wie die Prioritaten fur eine gesunde Verhaltensweise gesetzt werden.

1.3 Vergleich zweier wissenschaftlicher Studien zum Thema Selbstwirksamkeitserwartung

In der folgenden Tabelle werden zwei Studien zur Selbstwirksamkeitserwartung mitei- nander verglichen und anschlieBend kritisch betrachtet.

Tab.1: Vergleich zweier Studien zum Thema Selbstwirksamkeitserwartung

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Beide Studien befassen sich mit der Auswirkung der Selbstwirksamkeitserwartung in Be- zug auf die Therapieergebnisse. Jeder Studie lagen Fragebogen zugrunde. Die Studie von Dohnke et al. bestatigt die Hypothese, dass Patienten mit einer hohen Selbstwirksam- keitserwartung vor Reha-Beginn ein besseres Ergebnis wahrend des Reha-Aufenthaltes erzielen. Die Studie von Schneider und Rief bestatigt ebenfalls, dass durch die Verbesse- rung der Schmerzbewaltigung die Selbstwirksamkeitserwartung erhoht wird. Ein wesent- licher Unterschied zwischen beiden Studien besteht darin, dass der Fokus der Studie der Psychologin Dohnke auf einem positiveren Ergebnis von RehabilitationsmaBnamen durch hohe Selbstwirksamkeitsberatung liegt. Ein guter korperlicher Gesundheitszustand und emotional stabiles Wohlbefinden unterstutzen dieses positive Resultat. Die Studie von Psychologin Schneider und Professor Dr. Rief bezieht sich auf die Reduktion von schmerzbedingen Beeintrachtigungen. Die Patienten dieser Studie hatten von Anfang an eine geringe Selbstwirksamkeitserwartung, da bei diesen eine somatoforme Schmerzsto- rung diagnostiziert wurde. Eine Schlussfolgerung aus diesen Studien ist somit der enorme Einfluss des Schmerzempfindens auf die Selbstwirksamkeitserwartung.

2 Ernahrungsverhalten

In den nachfolgenden Ausfuhrungen wird das Ernahrungs- bzw. Suchtverhalten bei Ma- gersucht (Anorexia nervosa) naher erlautert.

2.1 Definition

Die Magersucht (Anorexia nervosa) ist ein ausgepragtes und eindeutiges Syndrom einer krankhaften Essstorung. Sie ist durch ein extremes Streben nach Schlanksein gekenn- zeichnet, wobei Untergewicht und Gefahrdung der eigenen Gesundheit oft uber lange Zeit geleugnet werden (Huber, Thomas J., 2015, S.2).

2.2 Theoretische Grundlagen

Anorexia nervosa zeichnet sich durch selbst herbeigefuhrtes Untergewicht aus, das bei 15% unterhalb des Normalgewichtes liegt. AuBerdem ist eine Korperschemastorung zu erkennen, in der die betroffene Person das anhaltende Gefuhl hat, trotz messbarem Un- tergewichts dick zu sein. Auch die Gewichtsphobie, die die Angst vor Gewichtszunahme widerspiegelt, ist ein Kriterium.

Typische Symptome der Anorexia nervosa sind unter anderem verzogerte Magenentlee- rung, Schwund des Hirngewebes, Haarausfall, Unterschreitung der altersublichen Herz- frequenz, Herzrhythmusstorungen, Ausbleiben der Regelblutung, Osteoporose, Hypo- thermie, Blutbildveranderung, Wasseransammlung im Korper oder Muskelschwund (Lempp, T., 2011, S.44).

[...]

Ende der Leseprobe aus 17 Seiten

Details

Titel
Psychologie des Gesundheitsverhaltens. Selbstwirksamkeit zur sportlichen Aktivität
Hochschule
Deutsche Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement GmbH
Note
2,1
Autor
Jahr
2018
Seiten
17
Katalognummer
V516789
ISBN (eBook)
9783346124630
ISBN (Buch)
9783346124647
Sprache
Deutsch
Schlagworte
psychologie, gesundheitsverhaltens, selbstwirksamkeit, aktivität
Arbeit zitieren
Rebecca Lengeling (Autor:in), 2018, Psychologie des Gesundheitsverhaltens. Selbstwirksamkeit zur sportlichen Aktivität, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/516789

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