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Warum hilft niemand? Der Bystander-Effekt - Unterrichtsentwurf zum Thema prosoziales Verhalten und Altruismus

Titel: Warum hilft niemand? Der Bystander-Effekt - Unterrichtsentwurf zum Thema prosoziales Verhalten und Altruismus

Unterrichtsentwurf , 2017 , 11 Seiten , Note: 2,0

Autor:in: Isabell Nolte (Autor:in)

Psychologie - Sozialpsychologie
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Thema der Unterrichtsstunde ist das Hilfeverhalten von Menschen und warum weniger Menschen helfen, desto mehr in einer Notsituation anwesend sind. In der Einstiegsphase sehen die Schüler einen Filmausschnitt, in dem die Hilfsbereitschaft in einer U-Bahn getestet wurde. Nachdem über das Gesehene gesprochen wurde, liest jeder Schüler einen von zwei Texten, die sich mit dem Fall Kitty Genovese und jeweils einem Experiment von Darley und Latané beschäftigen. Die herausgearbeiteten Ergebnisse werden anschließend anhand von Folien vorgestellt, die anderen Schüler und der Lehrer ergänzen. Die Hausaufgabe vertieft das Thema Hilfsbereitschaft noch einmal und schafft einen Transfer zur nächsten Stunde.

Die Schüler können die Begriffe Hilfeverhalten, Bystander-Effekt, Verantwortungsdiffusion und das Definitionsproblem anhand des Textes erläutern. Sie können sozialpsychologische Feldexperimente analysieren und bewerten. Sie erkennen Situationen, in denen es schnell zu Verantwortungsdiffusion kommen kann und können ihr Wissen darüber nutzen, auf den Alltag übertragen und eingreifen. Außerdem können die Schüler Möglichkeiten zur Förderung prosozialen Verhaltens erörtern.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Tabellarischer Unterrichtsentwurf

2. Überblick Stunde

3. Lernziel der Stunde

4. Bedingungsanalyse

5. Verankerung im Lehrplan

6. Kurze Sachanalyse

7. Paradigmatischer Bezug

8. Begründung didaktisch-methodischer Entscheidungen

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Diese Arbeit entwirft ein Unterrichtskonzept für die gymnasiale Oberstufe, das den sogenannten Bystander-Effekt sowie die psychologischen Mechanismen untersucht, die Menschen in Notsituationen von der Hilfeleistung abhalten. Ziel ist es, den Schülern durch die Analyse historischer Fälle und sozialpsychologischer Experimente ein tiefgreifendes Verständnis für prosoziales Verhalten zu vermitteln und Handlungsoptionen für reale Notfallsituationen aufzuzeigen.

  • Analyse sozialpsychologischer Feldexperimente zu Hilfeverhalten.
  • Untersuchung der psychologischen Phänomene Verantwortungsdiffusion und pluralistische Ignoranz.
  • Kritische Reflexion des Falls Kitty Genovese.
  • Entwicklung von Strategien zur Förderung prosozialen Verhaltens im Alltag.
  • Ethische Bewertung sozialpsychologischer Forschungsmethoden.

Auszug aus dem Buch

Warum hilft niemand?

Am 27. März 1964 druckte die New York Times einen der schockierendsten Artikel in ihrer 155-jährigen Geschichte. Er begann mit dem Satz: "Mehr als eine halbe Stunde lang schauten 38 achtbare, gesetzestreue Bürger in Queens zu, wie ein Mörder eine Frau in Kew Gardens belästigte und auf sie einstach." Die Frau hieß Kitty Genovese. Sie war 28 Jahre alt und starb in dieser Nacht.

Es war nicht so sehr ihr Tod, der die Leserinnen und Leser erschütterte - dafür kamen solche Verbrechen in New York zu häufig vor -, es war die Reaktion der Nachbarn. Laut dem Zeitungsbericht hatte die Frau wiederholt um Hilfe gerufen, doch hatte keiner der Bewohner, die aus den Fenstern blickten, während des Angriffs die Polizei alarmiert.

Nach den Gründen für die Passivität befragt, gab einer später an: "Ich wollte da nicht hineingezogen werden." Während die Medien die 38 Zeugen kollektiv als unbarmherzige Charakterlumpen darstellten und die Politiker den moralischen Zerfall der amerikanischen Gesellschaft beklagten, trafen sich zwei junge Psychologen in New York zu einem Abendessen. John Darley und Bibb Latané unterhielten sich fast den ganzen Abend über den Fall Kitty Genovese. "Wir betrachteten die Reaktion der Zeugen aus dem Blickwinkel der Sozialpsychologie. Nicht wie die Zeitungen, die sie als Monster abstempelten", erinnert sich Darley.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Tabellarischer Unterrichtsentwurf: Detaillierte zeitliche Planung der Unterrichtsstunde inklusive Methoden, Medien und Lernzielkontrollen.

2. Überblick Stunde: Kurze Zusammenfassung des geplanten Unterrichtsverlaufs von der Einstiegsphase bis zum Transfer.

3. Lernziel der Stunde: Auflistung der zu erwerbenden Kompetenzen, insbesondere das Verständnis für das Bystander-Phänomen.

4. Bedingungsanalyse: Beschreibung der Lerngruppe sowie der organisatorischen Rahmenbedingungen des Leistungskurses.

5. Verankerung im Lehrplan: Zuordnung der Unterrichtseinheit zu den verbindlichen Kompetenzerwartungen des Lehrplans für die gymnasiale Oberstufe.

6. Kurze Sachanalyse: Psychologische Definitionen und Erläuterungen zu den Kernthemen Hilfeverhalten, Verantwortungsdiffusion und pluralistischer Ignoranz.

7. Paradigmatischer Bezug: Anwendung ganzheitspsychologischer Ansätze zur Erklärung der Gruppendynamik in Notsituationen.

8. Begründung didaktisch-methodischer Entscheidungen: Erläuterung des methodischen Vorgehens, insbesondere der Handlungsorientierung und der schülerzentrierten Arbeitsformen.

Schlüsselwörter

Bystander-Effekt, Prosoziales Verhalten, Altruismus, Verantwortungsdiffusion, Pluralistische Ignoranz, Sozialpsychologie, Kitty Genovese, Hilfeverhalten, Feldexperimente, Gruppendynamik, Notfallsituationen, Zivilcourage, Psychologie, Unterrichtsentwurf, Hilfeleistung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in diesem Unterrichtsentwurf grundlegend?

Der Entwurf beschäftigt sich mit der psychologischen Ursachenforschung, warum Menschen in Notsituationen trotz anwesender Zeugen oft keine Hilfe leisten.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Zentrale Themen sind der Bystander-Effekt, die Verantwortungsdiffusion, das Definitionsproblem in Notfällen sowie die historische Analyse des Falls Kitty Genovese.

Welches primäre Ziel verfolgt die geplante Unterrichtsstunde?

Die SuS sollen die Mechanismen hinter unterlassener Hilfeleistung verstehen, ethisch bewerten und Methoden erlernen, wie man in Krisensituationen aktiv intervenieren kann.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden im Entwurf reflektiert?

Es werden klassische sozialpsychologische Feldexperimente von Darley und Latané analysiert und kritisch hinsichtlich ihrer ethischen Durchführung bewertet.

Welche Aspekte werden im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine Sachanalyse der psychologischen Phänomene, den theoretischen Bezug zur Ganzheitspsychologie und eine didaktische Begründung der gewählten Methoden.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Die wichtigsten Begriffe sind Bystander-Effekt, Verantwortungsdiffusion, Zivilcourage und prosoziales Verhalten.

Warum ist die Analyse des Falls Kitty Genovese für den Unterricht so wichtig?

Der Fall dient als historischer Ausgangspunkt, um zu illustrieren, wie eine verzerrte mediale Darstellung zu einer weitreichenden sozialpsychologischen Forschung führte, die den Bystander-Effekt belegte.

Welche Bedeutung haben die Begriffe „Verantwortungsdiffusion“ und „Pluralistische Ignoranz“ in der Arbeit?

Diese Begriffe sind die theoretischen Kernkonzepte, um zu erklären, warum sich Zeugen einer Notsituation in ihrer Verantwortung gelähmt fühlen und sich gegenseitig in ihrer Passivität bestätigen.

Ende der Leseprobe aus 11 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Warum hilft niemand? Der Bystander-Effekt - Unterrichtsentwurf zum Thema prosoziales Verhalten und Altruismus
Hochschule
Technische Universität Dortmund
Note
2,0
Autor
Isabell Nolte (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2017
Seiten
11
Katalognummer
V516826
ISBN (eBook)
9783346126146
ISBN (Buch)
9783346126153
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Psychologieunterricht Oberstufe Leistungskurs
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Isabell Nolte (Autor:in), 2017, Warum hilft niemand? Der Bystander-Effekt - Unterrichtsentwurf zum Thema prosoziales Verhalten und Altruismus, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/516826
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  11  Seiten
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