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Die soziolinguistischen Aspekte des Galicischen

Title: Die soziolinguistischen Aspekte des Galicischen

Term Paper , 2001 , 16 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Livia Janos (Author)

Romance Studies - Spanish Studies
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Einleitung

Spanien ist sprachlich gesehen ein heterogener Staat, in dem neben der National- und Mehrheitssprache, dem Kastilischen, drei anerkannte Minderheitensprachen – das Katalanische, das Baskische und das Galicische – existieren, die ihre Akzeptanz in mehreren Jahrhunderten erkämpft haben. Etwa ein Viertel der Gesamtvölkerung Spaniens spricht eine Minderheitensprache.

Was den Sprachkonflikt betrifft, ist eine Minderheitensprache mit Hilfe des Sprachgebrauchs, der Sprechereinstellung und Tendenzen des Ausbaus zu betrachten. Diese Merkmale möchte ich in dieser Arbeit im Hinblick auf die galicische Sprache vorstellen. Bevor die heutige Situation des Galicischen erläutert wird, ist es unerlässlich, den Begriff Soziolinguistik zu klären. Hirbei interessiert insbesondere die Frage, welche Disziplin im Sprachsystem und welche Funktion die soziologische/linguistische Untersuchung des Sprachgebrauchs hat. Es wird weiterhin besprochen, unter welchen Aspekten die soziolinguistische Lage untersucht werden muss, wobei Sprachkompetenz, Sprachkontakt und Sprachgebrauch eine wesentliche Rolle spielen.

Das dritte Kapitel ermöglicht einen Einblick in die Geschichte der soziolinguistischen Entwicklung des Galicischen, damit das Prestige dieser Sprache eingeschätzt und mit dem heutigen Status verglichen werden kann. Hierzu ist ein tieferer Einlick in die heutige soziolinguistische Lage in Galicien notwendig, der die Sprachfähigkeit der Galicier, den Bilinguismus und die Diglossie und das Galicische als Mutter- und Alltagssprache analysiert. Zu diesem Thema geben die Tabellen mit Prozentzahlen1 einen besseren Überblick. Die Entwicklung einer Sprache hängt vor allem von der Sprachplanung und den Sprachausbau ab. Die Bereiche, in denen die Galegisierung erfolgt bzw. Konzeptionen für die Normalisation des Galicischen ausgearbeitet werden, werden im letzten Kapitel besprochen.
---
1 Zu den in dieser Arbeit repräsentierten Prozentzahlen - die aus den Untersuchungen gewonnen worden - muss ich allerdings beifügen, dass sie mehr oder weniger genau der Wahrheit entsprechen, da die Angaben immer eine ungefähre Selbsteinschätzung der Informanten sind und daher sind solche Umfragen generell schwierig auszuwerten. Die Daten in den Büchern und aus dem Internet decken einander nur teilweise , deshalb schlage ich vor, man denkt sich, vor jede Zahl ein “ca.“ hinzu.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Allgemeine Soziolinguistik

2.1. Definition der Soziolinguistik

2.2. Soziolinguistische Aspekte

3. Sprachgeschichte

3.1. Historische Entwicklung des Sprachgebrauchs

3.2. Entwicklung des Prestiges der Sprache

3.3. Sprachplanung

4. Die soziolinguistische Lage heute

4.1. Das Galicische heute

4.2. Sprachkompetenz

4.3. Das Galicische als Muttersprache und als Alltagssprache

4.4. Ausbau der Sprache

5. Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die soziolinguistische Situation des Galicischen in Spanien. Dabei wird analysiert, wie sich der historische Sprachkonflikt, das Prestige der Sprache sowie aktuelle Tendenzen der Sprachplanung auf die heutige Sprachkompetenz und den Sprachgebrauch der Bevölkerung auswirken.

  • Historische Entwicklung des galicischen Sprachgebrauchs
  • Soziolinguistische Analyse von Sprachkompetenz und Diglossie
  • Entwicklung des gesellschaftlichen Prestiges des Galicischen
  • Maßnahmen der Sprachplanung und Normalisierung
  • Gegenwärtige Sprachverwendung im Alltag und in Medien

Auszug aus dem Buch

3.1. Historische Entwicklung des Sprachgebrauchs

Bis zum 14. Jahrhundert kann man über das Phänomen des Bilinguismus in Galicien noch nicht sprechen. Es herrschte Einsprachigkeit auch in der schriftlichen Verkehrssprache des Galicischen.

Ab dem 14. Jahrhundert kann man die ersten Kontakte mit der kastilischen Sprache feststellen, als sich kastilische Adelige und Beamte in Galicien ansiedelten. Immer mehr Menschen kamen durch die Assimilierungspolitik der Reyes Católicos mit der neue Sprache in Berührung. Aristokraten und höhere städtische Schichten verzichteten aus Prestigegründen zunehmend auf den Gebrauch des Galisischen. So entwickelte sich eine sprachliche Trennung, die mit der Klassengrenze identisch war. 85% der Galicischsprechenden kamen aus den unteren Schichten der Bauer und Landarbeiter. Sie verwendeten die Sprache ausschließlich mündlich vor allem in der Familie und im Freundeskreis. 10% der Galicischsprechenden waren zweisprachig und kamen aus der Mittelschicht, wie Verwaltungsbeamte und Landbourgeoisie. Sie benutzten Galicisch mündlich im informellen, Kastilisch mündlich und auch schriftlich im formellen Bereich. Nur etwa 5% aus der Adels und höheren Beamtenschicht sprach Kastilisch. Trotz des wachsenden Einflusses der angesiedelten Sprache in den Städten blieb die Mehrheit der Bevölkerung in den kleinen, schwer erreichbaren Ortschaften über Jahrhunderte weiterhin galicischsprachig. Wegen der schlechten Infrastruktur kamen sie kaum in Berührung mit dem Kastilischen. Die einzige kastilischsprachige Institution mit der die Landbevölkerung in Kontakt kam, war die Kirche.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Vorstellung des Themas und der Zielsetzung der soziolinguistischen Untersuchung des Galicischen im heterogenen Sprachstaat Spanien.

2. Allgemeine Soziolinguistik: Definition soziolinguistischer Begriffe und Erläuterung der Analyseebenen wie Sprachkompetenz und Sprachkontakt.

3. Sprachgeschichte: Überblick über die historische Entwicklung der Sprache, ihr schwindendes Prestige und die Anfänge der Sprachplanung.

4. Die soziolinguistische Lage heute: Detaillierte Betrachtung der aktuellen Situation, inklusive Sprachkompetenz, täglichem Sprachgebrauch und dem Ausbau der Sprache.

5. Ausblick: Einschätzung der Zukunftsaussichten für das Galicische und die Notwendigkeit weiterer bildungspolitischer Bemühungen.

Schlüsselwörter

Galicisch, Soziolinguistik, Minderheitensprache, Spanien, Sprachplanung, Bilinguismus, Diglossie, Sprachgebrauch, Sprachkompetenz, Normalización lingüística, Sprachwandel, Galegisierung, Sprachprestige, Kastilisch, Soziologie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit?

Die Arbeit analysiert die soziolinguistische Situation der galicischen Sprache in Spanien und beleuchtet deren Entwicklung und heutigen Status.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die Schwerpunkte liegen auf der Sprachgeschichte, dem gesellschaftlichen Prestige, der Sprachplanung und dem tatsächlichen Sprachgebrauch im modernen Galicien.

Was ist das Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, den Status des Galicischen als Minderheitensprache unter Berücksichtigung historischer und sozialer Faktoren zu erläutern und Perspektiven für den weiteren Ausbau aufzuzeigen.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Es handelt sich um eine soziolinguistische Analyse, die auf theoretischen Grundlagen und der Auswertung statistischer Daten zum Sprachgebrauch basiert.

Was umfasst der Hauptteil der Arbeit?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der theoretischen Grundlagen, die historische Herleitung des aktuellen Sprachstatus und eine empirische Analyse der gegenwärtigen Sprachkompetenz.

Welche Schlagworte charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Galicisch, Bilinguismus, Sprachplanung, Diglossie und der soziolinguistische Wandel in der galicischen Gesellschaft.

Welche Rolle spielt die "Normalización lingüística" in der Arbeit?

Dieser Begriff steht für die gesetzgeberischen Initiativen seit 1983, die darauf abzielen, die rechtliche und gesellschaftliche Gleichstellung des Galicischen zu fördern.

Wie hat sich die Rolle der Sprache in der Familie verändert?

Die Arbeit zeigt, dass während früher das Galicische in der Familie dominierte, heute ein starker Sprachwechsel zugunsten des Kastilischen stattgefunden hat, wodurch Jüngere oft nur noch von Großeltern Galicisch lernen.

Warum ist das Medienspektrum für das Galicische wichtig?

Medien dienen als gesellschaftliches Vorbild und können durch den Ausbau galicischsprachiger Angebote das Prestige der Sprache nachhaltig heben.

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Details

Title
Die soziolinguistischen Aspekte des Galicischen
College
LMU Munich  (Romanistik)
Course
Minderheitensprachen in Spanien
Grade
1,7
Author
Livia Janos (Author)
Publication Year
2001
Pages
16
Catalog Number
V51685
ISBN (eBook)
9783638475846
ISBN (Book)
9783656360780
Language
German
Tags
Aspekte Galicischen Minderheitensprachen Spanien
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Livia Janos (Author), 2001, Die soziolinguistischen Aspekte des Galicischen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/51685
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