Auf Grund der PISA-Studien und ihren Ergebnissen, die die Lesekompetenz betreffen, ist es meiner Meinung nach wichtig, die Lesemotivation der Kinder anzuregen um so den Deutschunterricht zu fördern. Doch wie ist dies im Zeitalter des Internets, Fernsehens und der Computerspiele möglich?
Comics weisen zu den o.g. Medien Parallelen auf, so dass der Sprung von der Trickfilmsendung am Mittag zum Lesen eines Comics nicht zu weit erscheint.
Comics sind schon lange nicht mehr nur unterhaltende Familienlektüre in der Zeitung. Sie sind sowohl inhaltlich, künstlerisch als auch in der Intention vielfältiger geworden. Nicht nur die Kleinen, sondern auch Erwachsenen kennen und schätzen sie. Doch weiß auch jeder was und wie ein Comic ist und welche Möglichkeiten sich in ihnen verstecken?
In meiner Hausarbeit möchte ich erst einmal einen groben Begriff vom Comic darstellen, so dass keine Missverständnisse über das Medium entstehen können.
Danach beschäftige ich mich mit der Fragestellung „Können Comics Gegenstand des Deutschunterrichts sein?“ und „Welche Anwendungsmöglichkeiten bietet das Comic?“.
Ich möchte das Comic als Alternative zum altbekannten Stoff des Deutschunterrichts zeigen, das nicht nur den Spaß an Texten vermitteln kann, sondern auch einen Einsatz als Hilfsmittel in verschieden Unterrichtseinheiten ermöglicht.
Leider hatte ich nicht die Möglichkeit meine Überzeugung und verschiedenen Aussagen aus Büchern in einem Praktikum zu überprüfen, so dass diese Hausarbeit als eine durch Bücher verstärkte Annahme zu sehen ist.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Was versteht man unter „Comic“?
2.1 Begriffsdefinition
2.2 Charakteristische Merkmale
2.3 Geschichte des Comics
2.4 Die Comickritik der Fünfziger
3. Anwendungsgebiete
3.1 NRW Richtlinien
3.2 Förderung der Lesemotivation
3.3 Comics als Gegenstand der Textinterpretation
3.4 Comic als Hilfsmittel am Bespiel des Passivs
3.5 Weitere Einsatzmöglichkeiten
4. Abschlussreflexion
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die pädagogische Relevanz von Comics im Deutschunterricht und analysiert, inwiefern das Medium als motivierende Alternative oder ergänzendes Hilfsmittel eingesetzt werden kann, um Lesekompetenz und grammatikalische Lerninhalte zu vermitteln.
- Grundlagen zur Definition und Geschichte des Comics
- Kritische Auseinandersetzung mit der historischen Rezeption
- Möglichkeiten zur Förderung der Lesemotivation bei Kindern und Jugendlichen
- Methoden der Textinterpretation am Beispiel von Comic-Strips
- Didaktische Konzepte zur Vermittlung grammatischer Kategorien
Auszug aus dem Buch
3.3 Comics als Gegenstand der Textinterpretation
Wie schon im obigen Kapitel erwähnt, zeigen Comics nicht immer einen eigenen und neuen Inhalt auf, sondern sie nutzen oft auch klassische Stoffe (vgl. Grünewald 1998, S. 842).
Ähnlich wie beim Inhalt gibt es auch andere Übereinstimmungen mit der klassischen Literatur, z.B. in den erzählerischen Mitteln und somit auch in der Interpretation von Texten. Comics verwenden nicht nur Bestandteile der Fotografie (z.B. die Wahl der Bildausschnitte, Nähe bzw. Distanz zum Motiv u.ä.) und des Films (z.B. Standortwechsel, verschiedene Perspektiven und Bildfolgen wie dem harten Schnitt oder Überblendung etc.) (vgl. ebd., S. 834), sondern auch des Dramas und der Erzählungen. So findet man neben dem Autor den Erzähler und sein unterschiedliches Erzählverhalten, verschiedene Personen oder Akteure, die erlebte Rede und den inneren Monolog (oft durch wolkenförmige Umrandung der Sprechblase dargestellt), die Erzählzeit und den pyramidaler Aufbau des Dramas durch Steigerung (Aufstiegt des Helden), Peripetie (der Wendepunkt, der den Fall des Helden einleitet), retardierendes Moment (das die negative Entwicklung auf zu halten scheint) und zum Abschluss die Katastrophe.
Comics sind ebenso Gegenstand der Übermittlung von Geschichten wie Theater und Film, mündliche und schriftliche Erzählungen (vgl. Grünewald 2000. S. 27). Die Comicinterpretation verwandelt die Bildgeschichte in einen zusammen hängenden Text.
Der Unterschied zur klassischen Lektüre besteht darin, dass der Comic nicht nur das Lesen fordert, sondern durch sein Zusammenspiel von Bild und Text auch das Betrachten (vgl. Grünewald 1998, S. 828). Oft benötigt man zum Verständnis und zur Interpretation eines Comic Strip ein Vorwissen bzw. immanentes Wissen, das man sich bspw. durch das Verfolgen einer Comicserie aneignet. Das Comic verlangt somit nicht nur aufmerksames Betrachten und die Kombination von Bild und Text, sondern es „verlangt [auch] ein kombinierendes, konstruierendes Lesen, dass das Gezeigte mit dem Vorwissen in Beziehung setzt und wertet“ (Grünewald 2000, S. 11).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Motivation der Autorin, Comics angesichts sinkender Lesekompetenz als zeitgemäßes Medium im Unterricht zu prüfen.
2. Was versteht man unter „Comic“?: Dieses Kapitel definiert den Begriff Comic, erörtert dessen charakteristische Merkmale und beleuchtet die historische Entwicklung sowie die einstige kritische Rezeption.
3. Anwendungsgebiete: Das Kapitel veranschaulicht konkrete Einsatzmöglichkeiten von Comics im Unterricht, von der Förderung der Lesemotivation bis hin zur Textinterpretation und Grammatikvermittlung.
4. Abschlussreflexion: Die Reflexion fasst die gewonnenen Erkenntnisse zusammen und betont das Potenzial von Comics als bereicherndes Lehrmittel.
Schlüsselwörter
Comic, Deutschunterricht, Lesemotivation, Medienpädagogik, Textinterpretation, Bildzeichensprache, Didaktik, Literaturdidaktik, Sprachunterricht, Grammatik, Passiv, Comickritik, Unterrichtsmodell, Rezeptionskompetenz
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht das pädagogische Potenzial von Comics im Deutschunterricht und hinterfragt, ob sie als sinnvolles Unterrichtsmedium zur Förderung von Kompetenzen geeignet sind.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Die Schwerpunkte liegen auf der Definition und Geschichte des Comics, der didaktischen Aufarbeitung von Texten mittels Bildgeschichten sowie der Integration des Mediums in den Schulalltag.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, dass Comics eine ernstzunehmende Alternative oder Ergänzung zu klassischen Lehrtexten darstellen, die den Unterricht motivierender gestalten können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin stützt sich auf eine theoretische Auseinandersetzung mit Fachliteratur und veranschaulicht ihre Thesen anhand praktischer Beispiele für Unterrichtseinheiten.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung des Begriffs "Comic" sowie eine praktische Anwendung, die konkrete Unterrichtsmodelle und Interpretationsansätze beschreibt.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich vor allem über Begriffe wie Deutschunterricht, Lesemotivation, Didaktik, Textinterpretation und Medienpädagogik erschließen.
Warum wird im Abschnitt 3.4 das Passiv gewählt?
Das Passiv dient als Beispiel, um zu zeigen, wie durch visuelle Impulse (hier ein Bild-Strip) grammatikalische Kategorien schülerfreundlich und handlungsorientiert erarbeitet werden können.
Welche Bedeutung kommt der "Comickritik der Fünfziger" zu?
Dieser Abschnitt dient der historischen Einordnung, um zu verdeutlichen, wie sich der pädagogische Blick auf das Medium von massiver Ablehnung hin zu einer sachlichen, literaturwissenschaftlichen Betrachtung gewandelt hat.
Was ist die zentrale Botschaft der Abschlussreflexion?
Die Autorin unterstreicht, dass Comics vielfältige Möglichkeiten bieten, den Deutschunterricht abwechslungsreicher zu gestalten, auch wenn sie selbst noch keine Praxiserfahrung in diesem Bereich sammeln konnte.
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- Katharina Plottke (Author), 2005, Können Comics Gegenstand des Deutschunterrichts sein?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/51688