Können Comics Gegenstand des Deutschunterrichts sein?


Hausarbeit, 2005
21 Seiten, Note: 2,0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Was versteht man unter „Comic“?
2.1 Begriffsdefinition
2.2 Charakteristische Merkmale
2.3 Geschichte des Comics
2.4 Die Comickritik der Fünfziger

3. Anwendungsgebiete
3.1 NRW Richtlinien
3.2 Förderung der Lesemotivation
3.3 Comics als Gegenstand der Textinterpretation
3.4 Comic als Hilfsmittel am Bespiel des Passivs
3.5 Weitere Einsatzmöglichkeiten

4. Abschlussreflexion

5. Literaturverzeichnis

6. Abbildungsnachweis

7. Selbständigkeitserklärung

1. Einleitung

Auf Grund der PISA-Studien und ihren Ergebnissen, die die Lesekompetenz betreffen, ist es meiner Meinung nach wichtig, die Lesemotivation der Kinder anzuregen um so den Deutschunterricht zu fördern. Doch wie ist dies im Zeitalter des Internets, Fernsehens und der Computerspiele möglich?

Comics weisen zu den o.g. Medien Parallelen auf, so dass der Sprung von der Trickfilmsendung am Mittag zum Lesen eines Comics nicht zu weit erscheint.

Comics sind schon lange nicht mehr nur unterhaltende Familienlektüre in der Zeitung. Sie sind sowohl inhaltlich, künstlerisch als auch in der Intention vielfältiger geworden. Nicht nur die Kleinen, sondern auch Erwachsenen kennen und schätzen sie. Doch weiß auch jeder was und wie ein Comic ist und welche Möglichkeiten sich in ihnen verstecken?

In meiner Hausarbeit möchte ich erst einmal einen groben Begriff vom Comic darstellen, so dass keine Missverständnisse über das Medium entstehen können.

Danach beschäftige ich mich mit der Fragestellung „Können Comics Gegenstand des Deutschunterrichts sein?“ und „Welche Anwendungsmöglichkeiten bietet das Comic?“.

Ich möchte das Comic als Alternative zum altbekannten Stoff des Deutschunterrichts zeigen, das nicht nur den Spaß an Texten vermitteln kann, sondern auch einen Einsatz als Hilfsmittel in verschieden Unterrichtseinheiten ermöglicht.

Leider hatte ich nicht die Möglichkeit meine Überzeugung und verschiedenen Aussagen aus Büchern in einem Praktikum zu überprüfen, so dass diese Hausarbeit als eine durch Bücher verstärkte Annahme zu sehen ist.

2. Was versteht man unter „Comic“?

Durch die Begriffsklärung, den groben geschichtlichen Überblick und die Entwicklung bzw. die Publikation soll in diesem Kapitel ein Verständnis über Comics als Grundlage für die Hausarbeit skizziert werden.

2.1 Begriffsdefinition

Der Begriff „Comic“ wurde aus dem Amerikanischen übernommen und seit Ende des 2. Weltkriegs wird er sowohl in Deutschland als auch international verwendet (vgl. Grünewald 2000, S. 3).

„´Comic` (ursprünglich Comics) leitet sich von englischen Begriff comic strip (komischer Streifen) ab.“ (Wikipedia, S. 1)

Früher verstand man den Begriff inhaltlich (engl. komisch), „heute hat sich die Bedeutung auf die strukturellen Merkmale verschoben“ (Lange 2001, S.16).

Durch diese Begriffserklärung grenzt man die Auffassung, was zur Gattung Comic gezählt wird, ein. Beispielsweise werden die Wandmalereien der Vorzeit, die Schlachtdarstellung auf der Trajanssäule in Rom (113 n. Chr.) oder der siebzig Meter lange Teppich von Bayeux (auf ihm wird mit Bildstickerei die Eroberung Englands durch die Normannen 1066 gezeigt) als Vorläufer des Comics interpretiert (vgl. Grünewald 2000, S. 13).

Man kann Comic als „unscharfen Sammelbegriff für modernere Bildgeschichten verstehen“ (Grünewald 2000, S. 3), da auch die Charakteristika nicht genau beschrieben werden können. „Jeder weiß, was gemeint ist, doch niemand kann ihn erklären“ (Pohl 1970, S. 7, zit. n. Grünewald 2000, S. 5).

Grund für die schwache Definition des Begriffs Comic sind die verschiedenen, oft auftretenden, jedoch nicht obligaten „Aspekte wie Bildfolge, Sprechblase, Onomatopöie (lautmalende Wörter), graphische Indizies (z.B. Bewegung verstärkende Speedlines), Serien mit stehender Figur (unveränderbarer Charakter eines Akteurs), […] gestalterische Aspekte“ (Grünewald 2000, S. 4), da sie nicht in jedem Comic vorgefunden werden.

Comics sind eine literarische Gattung, die charakteristisch aus einer Bildfolge mit Text besteht (vgl. Lange 2001, S. 16).

2.2 Charakteristische Merkmale

Im vorherigen Kapitel fielen schon einige Begriffe, die in diesem Kapitel zu erklärende Gegenstände sind.

Der Inhalt eines Comics wird in einer Bildfolge (seltener auch nur in einem Bild) durch immer wiederkehrende typisierte Handlungsträger (serienhafte Charaktere) dargestellt (vgl. Lange 2001, S.16). Durch das zusätzliche Ausdrucksmittel Sprache unterscheidet sich das Comic von der Bildergeschichte, die ausschließlich auf der Bilderebene besteht (vgl. ebd., S. 16). Am Ende einer Bildfolge, auch Strip genannt, steht oft eine Pointe (vgl. Wikipedia, S. 2).

Die periodische Erscheinung und die Publikation in Form von Fortsetzungen in Zeitungen und Zeitschriften oder in zusammengefasster Form in Heften und Büchern zeichnet ein Comic ebenso aus (vgl. Lange 2001, S. 16). Es ist „meist ein regelmäßig wöchentlich oder monatlich erscheinendes Heft […] mit Fortsetzungscomics oder abgeschlossener Episode“ (Grünewald 2000, S. 4).

Das im Laufe der Zeit immer weiter entwickelte comiceigene Zeichensystem ist wohl das größte Charakteristikum. Texteinblendungen in Form von eckigen Klammern am oberen oder unteren Bildrand haben eine epische, blasenförmige Texteinblendungen mit einer Spitze zu einer Person in der Bildmitte haben eine dialogische Funktion. Ersteres bietet Informationen zur Handlungssituation, letzteres wird zur Kennzeichnung einer Aussage einer Person verwendet und kann durch unterschiedliche Gestaltung eine jeweils andere Aussagefunktion haben. Zum Beispiel wird durch eine gestrichelte Blase Flüstern und durch eine stachelige Schreien ausgedrückt (vgl. Lange 2001, S. 16).

Neben dem comiceigenen Zeichensystem „gibt es eine allgemein verständliche Bildzeichensprache“ (ebd., S.16). Beispielsweise werden Flüche durch Rufzeichen und Bewegungen durch speed lines (Bewegungslinien) dargestellt. Sterne deuteten einen K.-o.-Schlag an und Herzen Verliebtsein (vgl. ebd., S. 17).

Zu der Bildzeichensprache gehören auch die Onomatopöien (lautmalende Wörter) wie „CHRRR für Schnarchen, SCHMATZ für Essen […] usw.“ (ebd., S. 17).

Comics besitzen einen unterhaltenden Charakter und nutzen dafür verschiedene Genres. „Ihre Inhalte und die Darstellungsweisen bereiten den Lesern aller Altersstufen viel Spaß und Spannung“ (ebd., S. 17).

Zu den verschiedenen Inhalten findet man Tier-, Abenteuer-, Wildwest-, Seefahrt-, Krimi-, Sciencefiction- und Kriegs-Comics (vgl. ebd., S. 17).

Auch Sachinformationen werden über das Medium Comic vermittelt (vgl. Dolle-Weinkauf 1990, S. 9).

Man unterscheidet drei verschiedene Grundtypen: ´funnies` sind cartoonhafte, witzige, komische Bildgeschichten, unter ´semi-funnies` versteht man cartoonhaft gezeichnete Abenteuercomics mit witzigem Anteil und in den realistisch gezeichneten ´adventure-strips`, reinen Abenteuercomics (vgl. Grünewald 2000, S. 3f), geht „es um Kampf, Spannung und Dramatik“ (Lange 2001, S. 17).

2.3 Geschichte des Comics

Bis zum 20. Jahrhundert kommt es auf die Definition an, welche Formen des graphischen Ausdrucks zu den Comics gezählt werden. Deshalb ist es umstritten, wann die ersten Comics entstanden. Unter 2.1 habe ich schon einige Beispiele dazu genannt. Man kann zu den Höhlenmalereien, der Trajanssäule in Rom und dem Teppich von Bayeux noch verschiedenen Graphiken hinzufügen, wie bspw. traditionelle japanische Holzschnitte aus dem 16. bis 19. Jahrhundert und Leonardo da Vincis ´Grotesken` in Italien, den Neuruppiner Bilderbögen und Wilhelm Buschs Bildergeschichten in Deutschland (vgl. Wikipedia, S. 3).

Am Anfang des 20. Jahrhunderts entstehen Comics vor allem in den USA (vgl. ebd., S. 3), ihre Entwicklung ist eng mit der Entwicklung der Tages- und Wochenzeitungen verbunden, in denen sie zuerst abgedruckt wurden (vgl. Lange 2001, S. 17).

Zwischen 1930 und 1950 entstehen die bis heute bestehenden US-amerikanischen Superheldencomics. In Europa, vor allem in Belgien und Frankreich entsteht eine rege Comicproduktion in den Kinderbeilagen der Zeitungen und in Jugendzeitschriften (vgl. Wikipedia, S. 3).

Mit dem zweiten Weltkrieg entstehen die Kriegscomics. „Im besetzten Europa sind mit Kriegseintritt der USA keine US-amerikanischen Comics mehr zu kaufen.“ (ebd., S. 4)

Im Sinne des Jugendschutzes entsteht in den fünfziger Jahren (vgl. ebd., S. 4) „eine massive Kritik, die […] vorwiegend mit ästhetischen, moralischen, bildungspolitischen und pädagogischen Argumenten vorgetragen wurde“ (Lange 2001, S. 17), gegen die Comickultur.

[...]

Ende der Leseprobe aus 21 Seiten

Details

Titel
Können Comics Gegenstand des Deutschunterrichts sein?
Hochschule
Bergische Universität Wuppertal
Veranstaltung
Problemorientierter Unterricht
Note
2,0
Autor
Jahr
2005
Seiten
21
Katalognummer
V51688
ISBN (eBook)
9783638475877
Dateigröße
498 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Diese Hausarbeit ist sowohl erziehungswissenschaftlich als auch in der Deutschdidaktik zu Hause.
Schlagworte
Können, Comics, Gegenstand, Deutschunterrichts, Problemorientierter, Unterricht
Arbeit zitieren
Katharina Plottke (Autor), 2005, Können Comics Gegenstand des Deutschunterrichts sein?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/51688

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