Erinnerungskultur als Thema der Geschichtsdidaktik


Seminararbeit, 2005
12 Seiten, Note: gut

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Erinnerungskultur
2.1. Kollektives, kommunikatives und kulturelles Gedächtnis

3. Die Rösser von San Marco

4. Schlussfolgerungen

Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Was ist Erinnerungskultur und welche Rolle spielt die historische Wirklichkeit dabei? Das ist die Frage, um die es in dieser Seminararbeit geht.

Inspiriert wurde diese Arbeit von einem Vortrag Johannes Frieds im Mai 2004 zum Thema „Schuld und Mythos: Die Eroberung Konstantinopels im kulturellen Gedächtnis“ während einer internationalen Studienwoche mit dem Thema La quarta crociata , der Vierte Kreuzzug, in Venedig. Es ging um die Umdeutung der Geschichte, die die Stadt Venedig Jahrhunderte lang betrieb um die Eroberung Konstantinopels 1204 zu rechtfertigen. Die vorliegende Arbeit greift die Geschichte der Bronzerosse auf der Basilika San Marco auf und verdeutlicht an ihnen, was Erinnerung, Erinnerungskultur und kulturelles Gedächtnis bedeuten.

Wie wir noch sehen werden, entstand die Erinnerungskultur im religiösen (jüdischen) Kontext. Aber auch in anderen Bereichen nimmt sie mehr oder weniger große Dimensionen ein. Das gilt besonders für die Politik, die sich in ihrer Argumentation oft auf Geschichtsbilder bezieht, mit denen z. B. Kriege legitimiert werden, die aber auch das Nationalbewusstsein bilden oder das Grundgesetz ausweisen. Daraus entwickeln sich oft staatlich geförderte Projekte, Skulpturen oder Feiertage zum Gedenken an bestimmte Ereignisse oder Personen. Aber auch in anderen öffentlichen Bereichen spielt Erinnerungskultur eine wichtige Rolle, so z. B. in der Kunst, im Theater, der Literatur, in Ausstellungen und Museen. Ein wahrer Geschichtsboom breitet sich derzeit transnational besonders in Film und Fernsehen aus. Hierbei haben wir es mit einer starken Kommerzialisierung von Geschichte zu tun, wird sie doch nach Einschaltquoten bzw. Besucherzahlen aufbereitet und dient zum persönlichen Amüsement und Infotainment. Dazu kommen noch zahlreiche Fernsehshows, die mit ihrem Rückblick auf verschieden Epochen (ost- und west) deutscher Geschichte Nostalgiewellen auslösen.[1]

Grundlage für die Erinnerungskultur ist das Geschichtsbewusstsein, denn dieses macht das Erinnern überhaupt erst möglich. Als Geschichtsbewusstsein bezeichnet man „die Art, in der die Vergangenheit in Vorstellung und Erkenntnis gegenwärtig ist“.[2] Das Geschichtsbewusstsein ist also nicht bloßes Wissen über Geschichte, sondern es meint das Zusammenbringen von Vergangenem mit der Situation der Gegenwart und den Perspektiven für die Zukunft. Es geht um das Bewusstsein von Geschichtlichkeit, das nicht starr an Geschichtsbildern festhält, sondern permanent konkrete Fragen stellt und Vergangenes in Beziehung zu Gegenwart und Zukunft setzt. Es kann so erstarrte Geschichtsbilder aufdecken und es weiß um die Möglichkeit eines sich wandelnden Geschichtsbildes.

Vom reflexiven Geschichtsbewusstsein spricht man, wenn man um sein eigenes Geschichtsbewusstsein weiß und auch die eigenen Weiten und Grenzen dessen kennt. Auch ist Geschichtsbewusstsein nicht nur bloße Theorie, das heißt im kognitiven Bereich zu finden, sondern es ist mit der Lebenswirklichkeit verbunden, die vom Geschichtsbewusstsein akzeptiert und untersucht werden muss[3], wie es noch exemplarisch an der Geschichte der Bronzepferde aufgezeigt wird.

[...]


[1] http://www.bpb.de/publikationen/JSE0YE,0,0,Zug%E4nge_zur_Zeitgeschichte:_Prim%E4rerfahrun g _Erinnerungskultur_Geschichtswissenschaft.html#index

[2] Jeismann, K.-E., Geschichtsbewusstsein - Theorie, in: Bergmann, K. (Hrsg), Handbuch der Geschichtsdidaktik, Seelze-Velber5 1997 , 42.

[3] Ebd..

Ende der Leseprobe aus 12 Seiten

Details

Titel
Erinnerungskultur als Thema der Geschichtsdidaktik
Hochschule
Westfälische Wilhelms-Universität Münster  (Institut für Didaktik)
Note
gut
Autor
Jahr
2005
Seiten
12
Katalognummer
V51692
ISBN (eBook)
9783638475907
Dateigröße
484 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Erinnerungskultur, Thema, Geschichtsdidaktik
Arbeit zitieren
Natascha Peselmann (Autor), 2005, Erinnerungskultur als Thema der Geschichtsdidaktik, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/51692

Kommentare

  • Noch keine Kommentare.
Im eBook lesen
Titel: Erinnerungskultur als Thema der Geschichtsdidaktik


Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden