Design als Intervention


Seminararbeit, 2006

24 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe


Inhalt

1. Grundlagen, Ziel und Aufgabenstellung der Arbeit
1.1 Ziel und Aufbau der Arbeit
1.2 Design
1.3 Intervention

2. Verschiedene Blickwinkel auf Design
2.1 Design aus Sicht von Kunst und Geschichte
2.2 Design aus Sicht der Ökonomie

3. Design im Sinne von Designmanagement
3.1 Designmanagement als Integrationsleistung
3.2 Design, Marketing und Technik

4. Designorientierte Organisation

5. Corporate Design als Teil der Corporate Identity
5.1 Unternehmensidentität
5.2 Corporate Identity
5.3 Corporate Design

6. Image-Design
6.1 Unternehmens-Image
6.2 Marken-Image und dessen Erfolgsbeitrag am Beispiel PUMA

7. Bionik als Anleitung für Produkt-Design

8. Fazit

1. Grundlagen, Ziel und Aufgabenstellung der Arbeit

1.1 Ziel und Aufbau der Arbeit

Kern und Hauptziel dieser Arbeit ist es, aufzuzeigen, dass der häufig unreflektiert verwendete Begriff des Designs eine extreme Bedeutungsvielfalt auf sich vereint, und dass diese einzelnen Formen des Designs im Unternehmensalltag mannigfaltige und teilweise existentielle Gestaltungs- und Managementmöglichkeiten eröffnen.

Nach einer kurzen Erörterung der Begriffe Design und Intervention wird im weiteren Verlauf dieser Arbeit die Thematik des Designs aus verschiedenen Sichtweisen dargestellt. Dabei wird in Kapitel zwei zunächst der Fokus auf eine eher kunst-geschichtliche Betrachtungsweise gelegt, um anschließend Gemeinsamkeiten mit oder Kontroversen zur ökonomischen Sicht aufzuzeigen. Des Weiteren wird speziell auf Design als Interventionsform bei der Unternehmensentwicklung eingegangen. Dazu erläutert Kapitel drei die Aufgaben des Designmanagements und anschließend geht Kapitel vier auf die Voraussetzungen einer designorientierten Organisation ein.

Nach diesen Designformen, die den Fokus auf die unternehmensinterne Gestaltung legen, wird sich die Arbeit denjenigen Ansätzen des Designs widmen, die die Schnittstelle zwischen Unternehmen und dessen Umwelt betreffen. Hierbei werden die Kontaktpunkte zwischen Unternehmen und Kunden im Mittelpunkt stehen. So werden in den Kapiteln fünf bis sieben die Aspekte Corporate Design, Imagedesign und Produktdesign näher betrachtet. Doch auch dies stellt nur eine sehr begrenzte, individuelle Auswahl der Möglichkeiten dar, die Design als Intervention bietet.

1.2 Design

Design bestimmt bewusst und unbewusst das Leben jedes Einzelnen. Es nimmt gleichermaßen Einfluss auf das Privatleben und auf die Arbeitswelt des Menschen. Wohnungen, Büros, Straßenbahnen, Häuser, Freizeitanlagen, Maschinen, Gebrauchsgegenstände und vieles mehr werden durch die Formgebung vom Design bestimmt. Gewissermaßen lebt der Mensch in einer modernen eigens „designten Welt“.[1]

Der Bereich des Designs ist breit gestreut und es ist möglich die Thematik aus vielen Blinkwinkeln zu betrachten. Design ist in einer Menge von Aktionsfeldern zu finden, die sich zumindest auf den ersten Blick wesentlich unterscheiden. Zu diesen Aktionsfeldern zählen neben vielen Weiteren die Ästhetik, Technik, Ökologie, Ökonomie, Information und Kommunikation.[2] Eine ebenso spannende wie teilweise schwierige Thematik ist die Bildung von Schnittstellen zwischen den einzelnen, vermeintlich in sich abgeschlossenen Aktionsfeldern. Design bietet die Möglichkeit die Bereiche miteinander in Verbindung zu bringen, da es als interdisziplinäre Größe betrachtet werden kann.[3] Durch diese Schnittstellenbildung gelingt es, einen Erkenntnistransfer zwischen den verschiedenen Wissensgebieten zu vollziehen.[4] Somit werden für Anhänger einer bestimmten Disziplin Möglichkeiten des Diskurses und der Erweiterung des eigenen Fachgebietes erzeugt.[5]

Ein wesentlicher Bereich des Designs ist im Management zu sehen. Die Vergangenheit zeigt eine dynamische Entwicklung in diesem Wissensgebiet. Das Bewusstsein für den hohen Einflussgrad des Designs auf die Unternehmensentwicklung wird durch eine Vielzahl an Publikationen in diesem Fachgebiet deutlich.[6] Design wird in die Lenkungs-, Steuerungs- und Entwicklungsaufgaben eines Unternehmens eingebunden.[7]

1.3 Intervention

Die Intervention (lat. intervenire = dazwischenkommen) bezeichnet das Eingreifen einer bis dahin unbeteiligten Partei in eine Situation. Meist ist damit das Einschreiten in einen fremden Konflikt gemeint mit dem Ziel, diesen zu lösen oder in eine bestimmte Richtung zu lenken. Nach Herbert Euschen (1984) ist die Intervention der bewusste, zielgerichtete und geplante, mit Ressourcen versehene Eingriff in ein System oder einen Prozess mit der Absicht der Strukturstabilisierung oder Strukturveränderung. (Situationsdynamik).[8]

Im Kontext dieser Arbeit soll untersucht werden, inwieweit Design in seinen verschiedenen Ausprägungen als Instrument der unternehmerischen Gestaltung und Steuerung geeignet ist, um die gesetzten Ziele zu verfolgen und zu erreichen. Design als Intervention bedeutet also, an verschiedensten Schnittstellen, die ein Unternehmen aufweist, Design als Verbindungsglied „dazwischen kommen“ zu lassen, um die Interaktionen der verbundenen Instanzen bestmöglich und im eigenen Sinne zu beeinflussen.

2. Verschiedene Blickwinkel auf Design

Die Thematik des Designs ist äußerst vielfältig und betrifft die unterschiedlichsten Wissensgebiete. In diesem Kapitel werden nun einige Eindrücke aus den verschiedenen Blickwinkeln auf Design gegeben.

2.1 Design aus Sicht von Kunst und Geschichte

Mit dem Begriff Design wird ein Muster oder eine Entwurfszeichnung benannt. In „Der Kunst Brockhaus“ wird Design für die Gestaltung formgerechter Gebrauchsgegenstände verwendet. Ein Designer schafft bzw. kreiert Gebrauchs- oder Industriegegenstände. Dementsprechend spricht man von Grafik- bzw. Industrie-Design.[9]

Design bezeichnet die Formgebung und -gestaltung von zumeist seriellen Produkten unter dem Gesichtspunkt, möglichst vollständig ästhetische und funktionelle Aspekte zu vereinen.[10] Besonderen Wert sind bei der Gestaltung auf Material, Farbe, Zweckmäßigkeit und Bedienungskomfort zu legen, wobei jedoch die ästhetische Qualität des Objektes nicht aus den Augen verloren werden darf.[11] Es sollte ein stimmiges Gesamtbild mit besonderer Anmutung und optischen Reizen geschaffen werden, ohne eine einfache und rationale Handhabbarkeit des Gestaltungsgegenstandes zu vergessen.

Bereits im 19. Jh. fand eine Rückbesinnung zu den handwerklichen Qualitäten statt. Auslöser dieses Umdenkens war die damalige Massenfertigung im Zeitalter der Industrialisierung[12]. Dabei wurden die Produkte den handwerklich gerfertigten Erzeugnissen zwar gestalterisch nachempfunden, jedoch wurde zumeist die funktionale Komponente nicht mit in die Massenproduktion übernommen.[13] Die Massenerzeugnisse wurden stattdessen mit historisierenden Dekors versehen. Dieser Prozess der Rückbesinnung zur handwerklichen Qualität ist der Grundstein für das industrielle Design der Postmoderne.[14] Die neuen funktionalen Gegebenheiten und die veränderten Fertigungsmethoden sollten in den Herstellungsprozessen berücksichtigt werden, bei gleichzeitiger Vermeidung des Rückgriffes auf Stile vergangener Epochen.[15] Diese Vorstellung setzte Peter Behrens als einer der ersten in Taten um. Er entwarf zeit- und stilgemäße Möbel und Elektrogeräte für die deutsche Firma AEG. Weiterhin besaß Henry van de Velde mit seinen Möbelentwürfen großen Einfluss und Ansehen in Deutschland.[16] Van de Velde war im Jahre 1919 maßgeblich an der Gründung der berühmten deutschen Schule für Kunst, Design, Architektur und Klassischen Moderne beteiligt: Das Bauhaus.[17] Am deutschen Bauhaus wurden Methoden der Produktgestaltung und die Ausbildung von Formgestaltern systematisch entwickelt.[18]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb.1 und 2: Bauhaus-Design (Quelle: www.classic-design24.com, www.steelform.com)

2.2 Design aus Sicht der Ökonomie

Im 19. Jh. begann Design im Sinne einer kunsthandwerklichen Reformbewegung Einfluss auf die Gesellschaften zu nehmen. In der heutigen Welt hat sich Design weitestgehend als ein strategisches Element in unternehmerischen Lenkungs- und Positionierungsprozessen behauptet.[19] So befindet man sich seit den 1990er Jahren wieder in einer Bewegung hin zum Design-Management. Ein sehr ähnlicher Trend ist bereits in den 1960er Jahren festzustellen gewesen. Der Wandel von der gestalterischen Formgebung[20] zur strategischen Unternehmensplanung scheint geglückt zu sein.[21]

Das Bewusstsein über die Gestalt eines Unternehmens hat sich in den letzten Jahrzehnten geändert. So spricht man zunehmend von Kunden anstatt von Verbrauchern oder Konsumenten. Es werden nicht mehr ausschließlich Aktiv- und Passivposten sowie Arbeitkräftebestände wahrgenommen. Man erkennt seit Mitte der 1970er Jahre differenzierte Käufermärkte und der Markt erscheint nicht mehr nur als Konglomerat aus trägen und passiven Konsumenten. Design ist unter anderem jener Bereich, welcher die Befriedigung des Kunden als Aufgabe sieht.[22] Im Sinne des Designmanagements sollen alle Funktionsbereiche des Unternehmens in den Designprozess eingebunden werden.[23] „Von grundsätzlicher Bedeutung sind dabei die umwelt- und unternehmensspezifischen Anpassungen der Unternehmensziele und das gute Zusammenspiel von Marketing, Technik und Design.“[24]

Eine Definition aus Sichtweise der Designorientierung im Unternehmen ist wie folgt möglich: ,Design ist das Aktionsfeld für jede planvolle, schöpferische Aktivität, die auf der Grundlage eines Arbeitmodells darauf abzielt, zur Ordnung, Verbesserung und Bereicherung des menschlichen Lebens und der menschlichen Umwelt beizutragen.’[25]

In den Bereich des ökonomischen Designs fallen eine Vielzahl an Bewegungsfeldern. Es treffen Wissensgebiete wie Organisationsentwicklung bzw. -gestaltung, Corporate Design, Designmanagement, Produkt-Design, Imagedesign, Interface-Design und viele mehr aufeinander. Einige dieser Bereiche und deren Interventionsmöglichkeiten werden in Kapitel 3 näher analysiert.

[...]


[1] Vgl. Brandes, U. (1998), S. 8.

[2] Vgl. o.V.: Deutsche Gesellschaft für Designtheorie und -forschung e.V. (2005)

[3] Vgl. ebenda und vgl. auch: Rummel, C. (1995), S. 166ff.

[4] Vgl. Bürdek, B.E. (2001), S. 183, vgl. auch: o.V.: Deutsche Gesellschaft für Designtheorie und –forschung e.V.,

[5] Vgl. ebenda

[6] Vgl. Kern, U. (1998), S. I.

[7] Vgl. Kern, U. (1998), S. 1f.

[8] Vgl. http://de.wikipedia.org/wiki/Intervention

[9] Vgl. o.V.: Brockhaus (1983), S. 272.

[10] Vgl. Achilles-Brettschneider, A.; Albert, D.; Anton, F.; u.a. (1988), S. 30.

[11] Vgl. ebenda

[12] Die Industrialisierung begann vornehmlich in England im 18. Jh., um mit einigen Jahrzehnten Verzögerung auch Länder wie Frankreich und Deutschland „einzunehmen“.

[13] Vgl. Achilles-Brettschneider, A.; Albert, D.; Anton, F.; u.a. (1988), S. 30.

[14] Vgl. Achilles-Brettschneider, A.; Albert, D.; Anton, F.; u.a. (1988), S. 30f.

[15] Vgl. ebenda

[16] Vgl. ebenda

[17] Vgl. o.V. : Wikipedia (2005): Bauhaus

[18] Vgl. Achilles-Brettschneider, A.; Albert, D.; Anton, F.; u.a. (1988), S. 30f.

[19] Vgl. Bürdek, B.E. (2001), S. 183f.

[20] Siehe zu dem Begriff der gestalterischen Formgebung auch in Kapitel 2.1 ab S.2

[21] Vgl. Bürdek, B.E. (2001), S. 183f.

[22] Vgl. Bonsiepe, G. (1996), S. 30ff.

[23] Rummel, C. (1995), S. 166.

[24] Rummel, C. (1995), S. 166.

[25] Weber, J. (1996), S. 10. (mit einem Zitat von Müller-Krauspe, G., Design, 1966, S. 27)

Ende der Leseprobe aus 24 Seiten

Details

Titel
Design als Intervention
Hochschule
Universität Siegen
Note
1,7
Autoren
Jahr
2006
Seiten
24
Katalognummer
V51718
ISBN (eBook)
9783638476102
ISBN (Buch)
9783638684743
Dateigröße
578 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Design, Intervention
Arbeit zitieren
Diplom-Kaufmann Sascha Häusler (Autor:in)Torsten Klein (Autor:in), 2006, Design als Intervention, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/51718

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