Kern und Hauptziel dieser Arbeit ist es, aufzuzeigen, dass der häufig unreflektiert verwendete Begriff des Designs eine extreme Bedeutungsvielfalt auf sich vereint, und dass diese einzelnen Formen des Designs im Unternehmensalltag mannigfaltige und teilweise existentielle Gestaltungs- und Managementmöglichkeiten eröffnen.
Nach einer kurzen Erörterung der Begriffe Design und Intervention wird im weiteren Verlauf dieser Arbeit die Thematik des Designs aus verschiedenen Sichtweisen dargestellt. Dabei wird in Kapitel zwei zunächst der Fokus auf eine eher kunst-geschichtliche Betrachtungsweise gelegt, um anschließend Gemeinsamkeiten mit oder Kontroversen zur ökonomischen Sicht aufzuzeigen. Des Weiteren wird speziell auf Design als Interventionsform bei der Unternehmensentwicklung eingegangen. Dazu erläutert Kapitel drei die Aufgaben des Designmanagements und anschließend geht Kapitel vier auf die Voraussetzungen einer designorientierten Organisation ein. Nach diesen Designformen, die den Fokus auf die unternehmensinterne Gestaltung legen, wird sich die Arbeit denjenigen Ansätzen des Designs widmen, die die Schnittstelle zwischen Unternehmen und dessen Umwelt betreffen. Hierbei werden die Kontaktpunkte zwischen Unternehmen und Kunden im Mittelpunkt stehen. So werden in den Kapiteln fünf bis sieben die Aspekte Corporate Design, Imagedesign und Produktdesign näher betrachtet. Doch auch dies stellt nur eine sehr begrenzte, individuelle Auswahl der Möglichkeiten dar, die Design als Intervention bietet.
Inhaltsverzeichnis
1. Grundlagen, Ziel und Aufgabenstellung der Arbeit
1.1 Ziel und Aufbau der Arbeit
1.2 Design
1.3 Intervention
2. Verschiedene Blickwinkel auf Design
2.1 Design aus Sicht von Kunst und Geschichte
2.2 Design aus Sicht der Ökonomie
3. Design im Sinne von Designmanagement
3.1 Designmanagement als Integrationsleistung
3.2 Design, Marketing und Technik
4. Designorientierte Organisation
5. Corporate Design als Teil der Corporate Identity
5.1 Unternehmensidentität
5.2 Corporate Identity
5.3 Corporate Design
6. Image-Design
6.1 Unternehmens-Image
6.2 Marken-Image und dessen Erfolgsbeitrag am Beispiel PUMA
7. Bionik als Anleitung für Produkt-Design
8. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht den vielschichtigen Begriff des Designs und dessen Potenzial als strategisches Instrument der unternehmerischen Intervention. Ziel ist es aufzuzeigen, wie Design über die reine Ästhetik hinaus als Verbindungsglied zwischen verschiedenen Unternehmensbereichen fungiert, um Entwicklungsprozesse zu steuern, die Marktposition zu festigen und Innovationen zu fördern.
- Design als interdisziplinäres Managementinstrument
- Strukturelle Voraussetzungen in designorientierten Organisationen
- Die Rolle von Corporate Identity und Corporate Design
- Imagebildung und strategisches Markenmanagement am Beispiel PUMA
- Nutzung der Bionik zur Lösung technischer und ästhetischer Produktanforderungen
Auszug aus dem Buch
6.2 Marken-Image und dessen Erfolgsbeitrag am Beispiel PUMA
„Das Image ist ein gezieltes Stimmungsbild, das weniger das zu konsumierende Produkt oder die präsentierte Person in den Vordergrund stellt. Es assoziiert vielmehr ein sich damit verbindendes positives Gefühl wie Lebensfreude, Vitalität oder Jugendlichkeit, Coolness etc. und erreicht so auf sublime Weise sein Ziel.“
Auf dieser Teildefinition des Begriffs Image beruht der Erfolg des Sportartikelherstellers Puma und seines Vorstandsvorsitzenden Jochen Zeitz, der den Nettoumsatz des Unternehmens seit Beginn seiner Amtszeit 1993 von 200 Millionen auf 1,5 Milliarden Euro steigerte, und parallel dazu den Börsenwert Pumas von acht Euro pro Aktie auf aktuell 265 explodieren ließ. Diese imposante Bilanz beruht zum größten Teil auf einer ausgefeilten Imagestrategie, die die Marke Puma vom „Synonym für billige Wühltischware“ zu einer absoluten Trendmarke werden ließ.
Diese Strategie umfasste und umfasst einen breit gefächerten Mix aus Maßnahmen, um die von Zeitz als oberstes Ziel ausgegebene „Markenbegehrtheit“ aufrecht zu erhalten, auf die der Erfolg Pumas gründet.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Grundlagen, Ziel und Aufgabenstellung der Arbeit: Einführung in die Bedeutungsvielfalt des Designbegriffs und Skizzierung des methodischen Vorgehens der Arbeit.
2. Verschiedene Blickwinkel auf Design: Gegenüberstellung von kunstgeschichtlichen und ökonomischen Betrachtungsweisen des Designs.
3. Design im Sinne von Designmanagement: Erläuterung von Designmanagement als Integrations- und Koordinationsinstanz zwischen Marketing und Technik.
4. Designorientierte Organisation: Analyse der organisatorischen Anforderungen und notwendigen Strukturen für eine erfolgreiche Design- und Innovationsstrategie.
5. Corporate Design als Teil der Corporate Identity: Untersuchung der Unternehmensidentität als Basis für ein einheitliches Erscheinungsbild und strategisches Kundenbindungsinstrument.
6. Image-Design: Erörterung der öffentlichen Wahrnehmung als Steuerungsinstrument und Fallbeispiel für die erfolgreiche Transformation einer Marke.
7. Bionik als Anleitung für Produkt-Design: Darstellung der Natur als Vorbild für die Entwicklung funktionaler, ästhetischer und ökologischer Produkte.
8. Fazit: Zusammenfassende Betrachtung der Potenziale von Design als strategische Interventionsform in der Unternehmensentwicklung.
Schlüsselwörter
Design, Designmanagement, Intervention, Unternehmensentwicklung, Corporate Identity, Corporate Design, Unternehmens-Image, Marken-Image, PUMA, Bionik, Produktgestaltung, Innovationsmanagement, Wettbewerbsfähigkeit, Organisationsstruktur, Marketing.
Häufig gestellte Fragen
Was ist das zentrale Anliegen dieser Seminararbeit?
Die Arbeit beleuchtet Design nicht nur als ästhetische Gestaltung, sondern als strategische Interventionsform, die Unternehmen nutzen können, um komplexe Prozesse zu steuern und sich am Markt zu behaupten.
Welche Themenfelder werden abgedeckt?
Die Schwerpunkte liegen auf Designmanagement, der Gestaltung designorientierter Organisationen, dem Bereich Corporate Identity und Corporate Design sowie der Imagegestaltung und bionischen Ansätzen im Produktdesign.
Was versteht die Arbeit unter dem Begriff "Intervention" in Bezug auf Design?
Intervention bezeichnet hier den bewussten und geplanten Eingriff in systemische Prozesse innerhalb eines Unternehmens, um durch Design Schnittstellen zu optimieren oder gezielte Veränderungen herbeizuführen.
Welche wissenschaftliche Methode liegt der Arbeit zugrunde?
Es handelt sich um eine theoretische Untersuchung, die existierende Literatur zum Designmanagement und verwandten Gebieten analysiert und diese durch Fallbeispiele, wie etwa die Entwicklung von PUMA, veranschaulicht.
Welche Rolle spielen Organisation und Struktur für Designprozesse?
Designorientierte Unternehmen benötigen flexible Strukturen mit niedrigen Hierarchien, um Kreativität nicht durch bürokratische Hürden zu behindern und um auf komplexe Anforderungen schnell reagieren zu können.
Wie lässt sich das Design-Image von der Unternehmensidentität abgrenzen?
Während die Identität das Selbstverständnis und den Kern des Unternehmens beschreibt, ist das Image die externe Wahrnehmung durch die Umwelt, die nicht immer deckungsgleich mit der Realität sein muss.
Warum wird im Kontext von Design die Bionik thematisiert?
Die Bionik dient als methodischer Ansatz, um durch das „Lernen von der Natur“ innovative Lösungen für Produktanforderungen zu finden, die Funktionalität, Ästhetik und Ökonomie miteinander vereinen.
Welche Erkenntnisse lassen sich aus dem Beispiel PUMA ableiten?
Das Beispiel PUMA zeigt eindrucksvoll, dass der wirtschaftliche Erfolg durch eine konsequente Imagestrategie, die den Fokus auf Lifestyle und Begehrlichkeit statt nur auf Produkteigenschaften legt, massiv gesteigert werden kann.
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- Diplom-Kaufmann Sascha Häusler (Autor), Torsten Klein (Autor), 2006, Design als Intervention, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/51718