Instructional Design hat zum Ziel, wissenschaftliche Erkenntnisse auf den Bereich des Lehrens und Lernens anzuwenden. Gerade für Online-Kurse sehr relevant ist dabei die kognitive Theorie multimedialen Lernens von Richard E. Mayer. Diese postuliert eine ganze Reihe von empirisch abgeleiteten Prinzipien, nach welchen multimediales Lernen optimiert werden kann: „People learn better from multimedia messages when they are designed in ways that are consistent with how the human mind works and are consistent with research based principles“ (Mayer, 2014). In der vorliegenden Arbeit geht es darum, einen Schulungsentwurf zu entwickeln, der Instruktionsdesigner dazu befähigen soll, Online-Kurse nach den Prinzipien multimedialen Lernens zu erstellen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1 Zielsetzung
1.2 4CID-Modell
1.3 Szenario
1.4 Überblick
2. Theoretischer Exkurs
2.1 Pfadabhängigkeit
2.2 Unterschied zwischen Didaktik und Instruktionsdesign
2.3 Bezugstheorie des 4CID-Modells
3. Hierarchische Kompetenzanalyse
3.1 Hierarchiefunktion
3.2 Hierarchieerstellung
3.3 (Non-)Rekurrente Fähigkeiten
4. Bildung von Aufgabenklassen
4.1 Funktion
4.2 Vereinfachende Annahmen und Aufgabenklassen
5. Entwicklung von Lernaufgaben
5.1 Lernaufgaben
5.2 Variabilität
5.3 Mediale Umsetzung
6. Prozedurale und unterstützende Informationen
6.1 Unterstützende Informationen
6.2 Prozedurale Informationen
7. Part-task Practice
8. Didaktische Szenarien
8.1 Umsetzungsmöglichkeiten
8.2 Fidelity
9. Fazit
9.1 Verortung im ADDIE-Phasenmodell
9.2 Stärken-Schwächen-Abschätzung
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel der Arbeit ist die Entwicklung eines Schulungsentwurfs, der Instruktionsdesigner dazu befähigen soll, Online-Kurse nach den Prinzipien multimedialen Lernens systematisch zu konzipieren. Die Forschungsfrage konzentriert sich dabei auf die Anwendung des Vier-Komponenten-Instruktionsdesign-Modells (4CID) zur Gestaltung einer effektiven Lernumgebung für diese komplexe kognitive Fähigkeit.
- Anwendung der Kognitiven Theorie Multimedialen Lernens (CLT)
- Strukturierung komplexer Lernaufgaben mittels 4CID-Modell
- Hierarchische Analyse der Teilfertigkeiten zur Erstellung multimedialer Online-Kurse
- Strategien zur kognitiven Entlastung und Förderung von Transfer
- Vergleich und Bewertung didaktischer Szenarien (Fallmethode vs. Famulatur)
Auszug aus dem Buch
1.1 Zielsetzung
Online-Kurse erfreuen sich seit Jahren immer stärkerer Beliebtheit (Stavredes & Herder, 2014, S. 3 f) und werden in den verschiedensten Bildungsbereichen durchgeführt – von Yogalehrern über Marketingspezialisten bis hin zu Universitätsprofessoren (z.B. an der FernUniversität in Hagen) tragen diverse Akteure zu einem breitem Angebot bei. Instructional Designer gehören dabei zu den Spezialisten, die sich professionell mit „design, development, utilization, and evaluation of processes and resources for learning“ (Seels & Richey, 1994, S. 1) auseinandersetzen und für die das e-Learning-Gebiet ein wichtiges Beschäftigungsfeld darstellt.
Instructional Design hat zum Ziel, wissenschaftliche Erkenntnisse auf den Bereich des Lehrens und Lernens anzuwenden (Bastiaens, Deimann, Schrader & Orth, 2009, S. 53). Gerade für Online-Kurse sehr relevant ist zum Beispiel die Kognitive Theorie Multimedialen Lernens von Richard E. Mayer (2014a). Diese postuliert eine ganze Reihe von empirisch abgeleiteten Prinzipien, nach welchen multimediales Lernen optimiert werden kann, und kann mit folgendem Satz zusammengefasst werden: „People learn better from multimedia messages when they are designed in ways that are consistent with how the human mind works and are consistent with research based principles“ (Mayer, 2014b). Es ist besonders sinnvoll, gerade Instruktionsdesignern im e-Learning-Bereich diese Prinzipien näher zu bringen, so dass sie zu einer stetigen Professionalisierung der Branche beitragen können.
In der vorliegenden Arbeit geht es entsprechend darum, einen Schulungsentwurf zu entwickeln, der Instruktionsdesigner dazu befähigen soll, Online-Kurse nach den Prinzipien multimedialen Lernens zu erstellen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in das Thema der Gestaltung von Online-Kursen ein und legt die Zielsetzung sowie das verwendete theoretische 4CID-Modell fest.
2. Theoretischer Exkurs: Dieses Kapitel erläutert die Hintergründe des Instruktionsdesigns im Vergleich zur Allgemeinen Didaktik und führt in die Cognitive Load Theory als Basis des 4CID-Modells ein.
3. Hierarchische Kompetenzanalyse: Hier wird die Zielkompetenz in Teilfertigkeiten zerlegt, um eine strukturierte Basis für den gesamten Schulungsentwurf zu schaffen.
4. Bildung von Aufgabenklassen: Die Einteilung der Lernaufgaben in Schwierigkeitsgrade zur Vermeidung kognitiver Überforderung steht in diesem Kapitel im Zentrum.
5. Entwicklung von Lernaufgaben: Dieses Kapitel detailliert die Gestaltung der Lernaufgaben sowie deren mediale Umsetzung und Variabilität zur Transferförderung.
6. Prozedurale und unterstützende Informationen: Fokus auf die Bereitstellung notwendiger mentaler Modelle und Just-in-time-Informationen für die Lernenden.
7. Part-task Practice: Hier wird diskutiert, unter welchen Bedingungen die Automatisierung einzelner Fertigkeiten außerhalb des Whole-task-Prinzips sinnvoll ist.
8. Didaktische Szenarien: Diskussion verschiedener Settings wie Fallmethode und Famulatur zur Realisierung der Lernaufgaben.
9. Fazit: Zusammenfassende Einbettung in das ADDIE-Phasenmodell sowie eine kritische Reflektion der Stärken und Schwächen des Entwurfs.
Schlüsselwörter
Instruktionsdesign, 4CID-Modell, multimediales Lernen, Online-Kurs, Cognitive Load Theory, Kompetenzanalyse, Lernaufgaben, Scaffolding, Didaktik, E-Learning, Transfer, Wissensaufbau, Instruktionsdesign-Prozess, Fertigkeitshierarchie, Didaktische Szenarien.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Entwicklung eines strukturierten Schulungsentwurfs, um Online-Kurse unter Berücksichtigung der Prinzipien multimedialen Lernens effizient zu gestalten.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die zentralen Felder sind die Anwendung des 4CID-Modells, die Kognitive Theorie Multimedialen Lernens, Kompetenzanalysen sowie didaktische Strategien zur Vermittlung komplexer Fähigkeiten.
Was ist das primäre Ziel des Schulungsentwurfs?
Das Ziel ist es, Instruktionsdesigner durch einen systematischen Entwurf dazu zu befähigen, multimediale Lernprinzipien fundiert auf die Erstellung von Online-Kursen anzuwenden.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt das 4CID-Instruktionsdesign-Modell von Jeroen van Merriënboer, kombiniert mit der Cognitive Load Theory und Ansätzen der allgemeinen Didaktik.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil umfasst die Kompetenzanalyse, die Bildung von Aufgabenklassen, die Ausarbeitung der Lernkomponenten sowie die Diskussion didaktischer Szenarien und deren Realisierungsmöglichkeiten.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wesentlichen Begriffe umfassen Instructional Design, 4CID-Modell, multimediales Lernen, E-Learning, Kompetenzanalyse und Transfer.
Warum spielt das 4CID-Modell eine zentrale Rolle für den Schulungsentwurf?
Es ist besonders geeignet, um komplexe kognitive Fähigkeiten, wie das Erstellen multimedialer Kurse, ganzheitlich zu trainieren, statt die Fertigkeiten nur isoliert zu betrachten.
Welche Rolle spielt die Fallmethode im vorgeschlagenen Design?
Die Fallmethode dient als didaktisches Szenario, um durch die Bearbeitung von Praxisfällen die Urteils- und Entscheidungsfähigkeit der Kursteilnehmer zu fördern.
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- Malwina Ulrych (Author), 2015, Einen Online-Kurs nach den Prinzipien multimedialen Lernens erstellen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/517310