Einfluss von äußeren Reizen auf das (Konsum)- Verhalten im Rahmen der klassischen Konditionierung


Hausarbeit, 2015

29 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Einleitung und Hypothesen

1. Methoden

2. Ergebnisse
2.1 Berechnungen mit deskriptiver Statistik
2.2 Hypothesentests

3. Diskussion
3.1 Interpretation der Daten
3.2 Diskussion der Ergebnisse

4. Literaturverzeichnis

5. Anhang

Kurzfassung / Abstract

Im Rahmen der Hausarbeit zu dem Modul „Forschungsmethode und Statistik“ soll erforscht werden, wie die klassische Konditionierung in der Werbeindustrie sinnvoll genutzt werden kann. Im Detail soll untersucht werden, ob das (Konsum)-Verhalten von bestimmten äußeren Reizen abhängt. Ziel der Arbeit ist es, eben genannte Frage mittels der erhobenen Daten zu beantworten.

Für die genannte Untersuchung liegen folgende Informationen und Daten zugrunde:

Ein Touristikunternehmen, welches Pauschalreisen auf Kreuzfahrtschiffen anbietet, möchte sich zu einem geplanten Werbeauftritt im TV beraten lassen. Das Unternehmen möchte mit einer ruhigen Atmosphäre in Verbindung gebracht werden, welche im Werbespot widergespiegelt werden soll.

Der Leiter der Forschungsgruppe konzipiert zur Erfüllung der Anforderungen ein Experiment, welches im Methodikteil detailliert beschrieben ist. Es wird erwartet, dass die Herzfrequenz signifikant sinkt und zusätzlich das Buchungsverhalten zum Messzeitpunkt 2 ansteigt. Die erfassten Daten werden durch methodische Verfahren der Statistik ausgewertet und analysiert.

Aus den vorliegenden Ergebnissen geht hervor, dass durch den äußeren Reiz kein signifikantes Sinken der Herzfrequenz zwischen den Messzeitpunkten existiert. Jedoch lässt sich ein signifikantes Steigen des Buchungsverhaltens verzeichnen. Auf eine detaillierte Auswertung der Daten und Bedeutung des Ergebnisses wird im folgenden Forschungsbericht eingegangen.

Abbildungsverzeichnis

Abb. E.1 Skizze Stimuli

Abb. 2.1 Buchungsverhalten Messzeitpunkt

Abb. 2.2 Buchungsverhalten Messzeitpunkt

Abb. 2.3 Zuwachs des Buchungsverhalten

Abb. 2.4 Beeinflussung der Herzfrequenz durch Klaviermusik

Abb. 2.5 Streuung der Herzfrequenz

Abb. 2.6 Streuung der Herzfrequenz

Abb. 2.7 Mittelwertsunterschiede zu den Messzeitpunkten

Abb. 2.8 Boxplot Herzfrequenz

Abb. 2.9 Formel Varianz

Abb. 2.10 Formel Standardabweichung

Abb. 2.11 Formel Standardfehler der Mittelwertsdifferenz

Abb. 2.12 Formel empirischer t-Wert

Abb. 2.13 Tabelle Mc-Nemar-Chi²-Test

Abb. 2.14 Formel Mc-Nemar-Chi²

Abb. 2.15 Formel Freiheitsgrade bei Mc-Nemar-Chi²-Test

Abb. 3.1 Linksseitiger Hypothesentest

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Mathematisches Symbolverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Einleitung

Bevor näher auf die Form der klassischen Konditionierung eingegangen wird, soll zunächst auf den Prozess des Lernens eingegangen werden, um ein Grundverständnis zu schaffen.

Lernen ist ein Prozess, welcher auf Erfahrungen basiert und in einer konsistenten Veränderung des Verhaltes oder des Verhaltenspotenzials erfolgt. Diese Veränderung muss über verschiedene Gelegenheiten relativ nachhaltig und beständig auftreten, um als gelernt zu gelten (vgl. Gerrig, Zimbardo, 2008, S.192).

Eine grundlegende Form des Lernens, die im Teil der Diskussion noch einmal aufgegriffen wird, ist die Habituation. Diese Form des Lernens wird auch als Gewöhnung bezeichnet. Es bedeutet, dass die Verhaltensreaktion nachlässt, wenn ein Stimulus (Reiz) wiederholt wird, da sich der Organismus an diesen gewöhnt und somit seine Aufmerksamkeit auf neue Stimuli lenken kann (vgl. Gerrig, Zimbardo, 2008, S. 193).

Mit der Definition Watsons (1878-1958), dem Begründer des Behaviorismus1, das Hauptziel der Psychologie sei „die Vorhersage und Kontrolle des Verhaltens“ (Watson, 1913/ 1968, S. 14) und die Ergänzungen durch Skinner (1904-1990) dient der Behaviorismus als Grundlagen der Verhaltensanalyse, welche sich vor allem mit dem Lernen und Verhalten bis heute befasst. Eine Unterart des Lernens ist die klassische Konditionierung (vgl. Gerrig, Zimbardo, 2008, S. 194 ff.), auf die im folgenden Verlauf näher eingegangen wird.

Bei einer Forschung zum Verdauungsverhalten von Hunden entdeckte der russische Psychologe Ivan Pavlov (1849-1936) durch einen Zufall die heutige klassische Konditionierung. Er stellte fest, dass die Versuchshunde bereits anfingen zu speicheln, noch bevor sie das Futter in den Mund bekamen. Später speichelten sie bereits beim Hören der Schritte des Assistenten. Dies führte dazu, dass Pavlov seiner ursprünglichen Forschung nicht mehr nachging und sich von da an der klassischen oder auch der Pavlov´schen Konditionierung widmete (vgl. Gering, Zimbardo, 2008, S. 195).

Den Mittelpunkt der klassischen Konditionierung bilden Reflexe. Diese sind als ungelernte Reaktion des Organismus zu verstehen, welche durch spezielle Stimuli ausgelöst werden. Jeder Stimulus der einen solchen Reflex auslöst, wird als unkonditionierter Stimulus (UCS) bezeichnet. Das auf den „UCS“ gezeigte Verhalten wird als unkonditionierte Reaktion (UCR) definiert.

Wird ein neutraler Reiz (NS), der alleine keine Reaktion auslöst, wiederholt mit dem „UCS“ gepaart, löst der ehemals „NS“ ein ähnliches Verhalten wie die „UCR“ aus. Somit wird im Verlauf des Konditionierungsprozesses aus dem „NS“ ein konditionierter Reiz (CS), der eine konditionierte Reaktion (CR) auslöst.

Zusammenfassend kann man sagen, dass die Natur von sich aus eine Verbindung zwischen UCS – UCR vorgibt, die sich durch eine gelernte Konditionierung, zu einer erlernten Verbindung CS-CR entwickelt (vgl. Gerrig, Zimbardo, 2008, S. 197).

Das heißt, der „CS“ bekommt einen Einfluss auf das Verhalten einer Person, der vorher nur auf den „UCS“ beschränkt war.

Der „CS“ und der „UCS“ müssen wiederholt gepaart werden, um eine Verbindung CS-CR zu erhalten. Eine Begründung hierfür ist, dass die klassische Konditionierung, wie bereits erwähnt, ein Lernprozess des Organismus darstellt. Des Weiteren ist das Timing von „CS“ und „UCS“ von großer Bedeutung, da nur eine zeitlich enge Präsentation vom Organismus als zusammenhängend wahrgenommen wird. Die verbreiteste Form der klassischen Konditionierung, die auch in der Werbebranche genutzt werden sollte, ist die Darbietung „CS“ vor „UCS“ und wird als verzögernde Konditionierung bezeichnet (vgl. Gerrig, Zimbardo, 2008, S. 198).

Die Werbeindustrie macht sich die Konditionierung von positiven Emotionen zu Nutze, indem sie versucht zwischen dem Produkt und dem Käufer positive Assoziationen zu schaffen, die zu einem erhöhten Konsumverhalten führen sollen. Erwartet wird, dass aus den Werbemaßnahmen, die den „UCS“ repräsentieren, eine positive „UCR“ resultiert (z.B. leidenschaftliche Erregung). Ziel der Werbeindustrie ist nun, dass das Produkt dieses positive Gefühl erzeugt und somit das Produkt selbst zum „CS“ wird, welcher dann eine „CR“ hervorruft und zum Kaufen des Produktes animiert (vgl. Gerrig, Zimbardo, 2008, S.203). Immer öfter wird die evaluative Konditionierung, die sich in den Grundzügen der klassischen Konditionierung ähnelt, in der Werbeindustrie eingesetzt. Hierbei wird der Reiz zusätzlich mit positiven Emotionen „eingefärbt“ und der Konsument somit unterbewusst beeinflusst (vgl. Höpcke, Freyer, 2014). Bereits eine Untersuchung von Krosnick et al. (1992) zeigte, dass positive Emotionsbilder unbewusst wahrgenommen werden und den Eindruck beeinflussen. Die evaluative Konditionierung wird in der Kritik noch einmal thematisiert.

Auf Grundlage dieses Wissens über die klassische Konditionierung soll nun eine Übertragung auf die vorliegende Untersuchung erfolgen.

Im Forschungsbericht wird untersucht, ob das Konsumverhalten durch bestimmte äußere Reize beeinflusst werden kann. Konkret soll die Frage beantwortet werden, ob ein Werbespot als späterer „CS“ auf dem Markt das Buchungsverhalten der Menschen durch eine „CR“ positiv beeinflusst.

Die „CR“ ist im vorliegenden Fall ein Gemütszustand der Entspannung, welcher mit dem Touristikunternehmen im späteren Konditionierungsprozess in Verbindung gebracht werden soll. Daher wird im Vorwege geprüft, ob äußere Reize (UCS) Einfluss auf das Buchungsverhalten und die Herzfrequenz haben, um den Werbespot dementsprechend zu konzipieren und den Konditionierungsprozess erfolgreich zu gestalten.

Für die Zielgruppe von 50-70 Jahren wird als äußerer Reiz ein Klavier-Thema gewählt. Im Folgenden wird nun untersucht, ob dieser äußere Reiz einen signifikanten Effekt auf die Herzfrequenz und das Buchungsverhalten der Versuchspersonen ausübt. Es wird davon ausgegangen, dass durch den „UCS“ ein Entspannungseffekt „UCR“ erfolgt, wodurch die Herzfrequenz signifikant sinkt. Zusätzlich soll durch den „UCS“ ein signifikanter Anstieg des Buchungsverhaltens erfolgen. Um den Effekt auf seine Signifikanz2 zu untersuchen und mathematische Aussagen zu treffen werden folgende Hypothesen aufgestellt:

H0: Durch Klaviermusik sinkt die mittlere Herzfrequenz nicht signifikant zum Messzeitpunkt 2.

H1: Durch Klaviermusik sinkt die mittlere Herzfrequenz signifikant zum Messzeitpunkt 2.

H0: Klaviermusik führt zu keinem erhöhten Buchungsverhalten zum Messzeitpunkt 2.

H1: Klaviermusik führt zu einem erhöhten Buchungsverhalten zum Messzeitpunkt 2.

Um die folgende Arbeit besser nachvollziehen zu können, wird eine Skizze der Stimuli dargestellt:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. E.1 Skizze Stimuli

1. Methode

Die vorliegende Untersuchung stellt eine abhängige Messung dar. Das heißt, dass das Merkmal an einer Stichprobe wiederholt gemessen wird. Da bei dem Forschungsdesign dieselben Personen beide Bedingungen durchlaufen, liegt das „Within-subject-Design“3 vor (vgl. Schäfer, 2015c, S. 27 ff.).

Zur Datenerfassung wird folgendes Experiment konzipiert:

Die 50 Vp (Versuchspersonen) sehen 15 sec. einen Werbespot mit einem glücklich aussehenden Pärchen an Deck eines Kreuzfahrtschiffes. Währenddessen wird die Herzfrequenz erfasst. Anschließend füllen die Vp einige Fragebögen aus, in denen sie unter anderem gefragt werden, ob sie Lust hätten eine Kreuzfahrt zu buchen oder nicht. Nach der Befragung erfolgt 15 sec. lang ein ruhiges Klavier-Thema. Danach sehen die Vp den Spot erneut 15 sec. lang. Wiederholt wird die Herzfrequenz erfasst und der Fragebogen zum Buchungsverhalten ausgefüllt.

Es liegen zwei Variablen mit unterschiedlicher Skalierung vor. Die Herzfrequenz besitzt einen natürlichen Nullpunkt und wird der Verhältnisskala zugeordnet. Bei der Variable „Buchung“ können die Vp nur mit „Ja“ oder „Nein“ antworten, somit liegt die Nominalskala vor. Die gesammelten Daten werden in einer Excel-Tabelle erfasst und jeder Vp wird zur Übersichtlichkeit eine Identifikationsnummer (ID) zugeordnet.

Bei nominalskalierten Daten kann ausschließlich der Modalwert4 ermittelt werden. Da die Verhältnisskala das höchste Messniveau darstellt, können weitere Berechnungen über den Modalwert hinaus erfolgen. Von den deskriptiven Statistiken wird für die Variable der Herzfrequenz zusätzlich der Mittelwert und Median ermittelt, welcher zu den Lagemaßen gehört (vgl. Schäfer, 2015b, S. 16). Statistische Verfahren, die zu den Streuungsmaßen zählen und zur Berechnung für die Variable Herzfrequenz angewandt wurden sind:

- Range (Spannweite)
- Interquartilsabstand
- Varianz
- Standardabweichung (s)

Um die aufgestellten Hypothesen zu überprüfen, werden zwei unterschiedliche Signifikanztests angewandt.

Die nominalskalierte Variable wird mit dem Mc Nemar-Chi²-Test untersucht. Für die verhältnisskalierte Variable wird der t-Test für abhängige Stichproben verwendet. Dieser stellt ein robustes Testverfahren dar. Bei größeren Stichproben (<30 Vp) geht die t-Verteilung in die Standardnormalverteilung über und kann somit für den zugrundeliegenden Datensatz (Vp=50) angewandt werden (vgl. Schäfer, 2015c, S. 10). Durch die ausgewählten Kennwerte, graphischen Analysen und den Signifikanztests, welche unter Punkt 2 erläutert werden, kann der vorliegenden Datensatz ausgewertet und interpretiert werden.

2. Ergebnisse

2.1 Berechnungen mit deskriptiver Statistik

Im Folgenden werden deskriptive Statistiken, Diagramme und Hypothesentest aufgeführt und erläutert.

Häufigkeitsverteilung und Lagemaße

Für einen ersten Überblick über das Buchungsverhalten werden in Abb. 2.1 und 2.2 die Verteilung des Buchungsverhaltens in Prozent dargestellt. In den Abbildungen ist das Verhältnis von „Buchen“ und „Nicht-Buchen“ zu den unterschiedlichen Messzeitpunkten in Form eines Kreisdiagramms demonstriert.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 2.1 Buchungsverhalten Messzeitpunkt 1

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 2.2. Buchungsverhalten Messzeitpunkt 2

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 2.3 Zuwachs des Buchungsverhaltens

Abb. 2.3 zeigt, dass die Anzahl der potenziellen Buchungen zum Messzeitpunkt 2, nachdem das Klavierspiel erfolgte, ansteigt. Zum Messzeitpunkt 2 sind 13 Vp mehr bereit zu buchen, als zum Messzeitpunkt 1.

Zusätzlich zeigt der Modalwert die Steigerung des Buchungsverhaltens, da er zum Messzeitpunkt 1 bei 2 liegt (2= Nicht-Buchen) und zum Messzeitpunkt 2 bei 1 (1= Buchen).

Lagemaße und Streumaße der Herzfrequenz

Mit Hilfe der Identifikationsnummer einer jeden Vp, lassen sich die Herzfrequenzen zu den jeweiligen Messzeitpunkten graphisch darstellen (Abb. 2.4).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 2.4 Beeinflussung der Herzfrequenzen durch Klaviermusik

Anhand der Abb. 2.4 zeigt sich, dass es keinen prägnanten Verlauf der Herzfrequenz zu den unterschiedlichen Messzeitpunkten gibt.

Durch die folgenden Graphiken (Abb. 2.5 und Abb. 2.6) wird die Streuung der Herzfrequenzen um den Mittelwert abgebildet. Die blauen Säulen stellen dabei die einzelnen Herzfrequenzwerte einer Vp dar. Die X-Achse schneidet die Y-Achse bei den jeweiligen Mittelwerten zum Messzeitpunkt.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 2.5 Streuung der Herzfrequenz 1

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 2.6 Streuung der Herzfrequenz 2

Durch die beiden Abbildungen (Abb. 2.5 und Abb. 2.6) wird gezeigt, dass die einzelnen Herzfrequenzen der Vp um den Mittelwert streuen. Bei Messung 1 streuen die Herzschläge vom Mittelwert um 12 Schläge (abgerundet von s=12,09). Auch bei der Postmessung streuen die Werte um den Mittelwert im Schnitt um 11 Schläge (aufgerundet von s=10,81).

Die Spanne der Standardabweichungen von den Mittelwerten in den Ausprägungen nach unten und oben ist jeweils in den Abbildungen (Abb. 2.5 und Abb. 2.6) farblich hervorgehoben.

Darstellung der Mittelwerte der Herzfrequenz zu den beiden Messzeitpunkten

Die Abb. 2.7 zeigt die unterschiedlichen Mittelwerte zum Messzeitpunkt 1 und 2. Es liegt ein durchschnittlicher Mittelwertsunterschied von 3 Herzschlägen (aufgerundet von 2,78) vor.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 2.7 Mittelwertsunterschied zu den Messzeitpunkten

Boxplot für Herzfrequenz

Ein Boxplot spiegelt die Verteilung der Rohwerte wider. Die Box stellt den Interquartilsabstand dar, der die mittleren 50 % der Verteilung repräsentiert. Der Strich, der die Box teilt, repräsentiert den Median, welcher Auskunft über die Form der Verteilung gibt. Ausreißer bezeichnen Werte, die außerhalb der Whiskers liegen. Diese stellen errechnete Zäune (Interquartilsabstand x 1,5) dar, welche rein faktisch in den Rohdaten nicht existieren. Somit stellt der Boxplot die Rohdaten unverzerrt dar und gibt einen Überblick der Verteilung (vgl. Schäfer, 2015b, S. 40 ff.).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 2.8 Boxplot Herzfrequenz

Im Vergleich der beiden Boxen (Abb. 2.8) erkennt man, dass sich diese ähneln. Es gibt keine Ausreißer, die außerhalb der Whiskers liegen. Die etwas höhere Streuung zum Messzeitpunkt 1 zeigt sich in dem minimalen Höhenunterschied der Boxen. Der Median ist bei beiden Boxen nach unten verschoben, was auf einer rechts-schiefen Verteilung hindeutet (vgl. Schäfer, 2015b, S. 42).

2.2 Hypothesentests

Signifikanztest – t-Test für abhängige Stichproben

Der t-Test untersucht, ob sich zwei empirisch gefundene Mittelwerte systematisch voneinander unterscheiden. In dem vorliegenden Datensatz handelt es sich um Mittelwertsunterschiede aus unabhängigen Stichproben. Aus diesem Grund interessieren nicht die einzelnen Mittelwerte für beide Messzeitpunkte, sondern die Mittelwertsunterschiede die sich pro Person ergeben. Zusätzlich gibt die Hypothese eine Vorannahme in eine Richtung an, sodass ein einseitiges Testverfahren erfolgt (vgl. Schäfer, 2015d, S. 15).

Die in der Einleitung ausformulierte Hypothese ist mathematisch dargestellt.

Entscheidung zwischen zwei einfachen Hypothesen:

H0 : µ = µ0 gegen H1 : µ = µ1 mit µ1 < µ0

H0 : p > α 0,05 gegen H1 : p < α 0,05

„Der p -Wert ist die Wahrscheinlichkeit des in einer Stichprobe gefundenen Effekts unter der Annahme, dass die Nullhypothese gilt“ (Schäfer, 2015c, S. 41).

Es errechnet sich ein p-Wert von 0,140311265, somit ist p > α 0,05. Das Ergebnis ist somit nicht signifikant. Der p-Wert beruht auf den mathematischen Excel-Berechnungen des t-Tests (siehe Exceldatei).

Um eine höhere Sicherheit in der Entscheidung der Beibehaltung der H0 zu erhalten wird der t-Wert mit dem kritischen t-Wert verglichen.

Mittelwertsunterschiede bei abhängigen Messungen

Bei den Berechnungen von Mittelwertsunterschieden wird dem Anwender überlassen, ob er den kleineren vom größeren Wert abzieht oder das Gegenteil erfolgt (vgl. Schäfer, 2015d, S, 34).

Da die Erwartungshaltung in die Senkung der Herzfrequenz zum Messzeitpunkt 2 vorangenommen wird, ist die linksseitige Testrichtung vorgegeben und führt zu einer Entscheidung, dass die Werte von Messung 2 mit den der Messungen 1 subtrahiert werden, um einen negativen Mittelwert der Differenzen zu erhalten.

Es wird bei den folgenden Berechnungen auf die zweite Kommastelle gerundet.

Mittelwertsdifferenz = 67,18 – 69,96

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten = - 2,78

Standardabweichung der Mittelwertsdifferenz

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 2.9 Formel Varianz

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 2.10 Formel Standardabweichung

Standardabweichung der Mittelwertsdifferenz

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten= 18,02

Die Nullhypothese behauptet, dass kein signifikanter Unterschied zum Mittelwert in der Population besteht (vgl. Schäfer, 2015d, S. 16).

Somit wird aus:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Die durchschnittliche Differenz wird nun durch den Standardfehler des Mittelwerts (Abb. 2.11) an der Streuung der Differenz relativiert.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 2.11 Formel Standardfehler der Mittelwertsdifferenz

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Berechnung des empirischen t-Werts mit Hilfe des Standardfehlers

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 2.12 Formel empirischer t-Wert

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

[...]


1 Definition Behaviorismus: Der Behaviorismus sieht den Lernprozess als ein Ergebnis von Reaktionen aus äußeren Ereignissen (vgl. Mazur, 2004, S.98).

2 Definition Signifikanz: empirisch gefundene Werte, die kleiner sind als die festgelegte Irrtumswahrscheinlichkeit gelten als signifikant und führen zur Ablehnung der Nullhypothese (vgl. Schäfer, 2015c, S.41).

3 Definition Within-subject-Design: Jede Person nimmt bei diesem Forschungsdesign an allen Ausprägungen der Variable teil (vgl. Schäfer, 2015a, S. 62).

4 Definition Modalwert: Der Modalwert gibt die in einer Verteilung am häufigsten vorkommenden Merkmalsausprägungen an (vgl. Schäfer, 2008b, S.9).

Ende der Leseprobe aus 29 Seiten

Details

Titel
Einfluss von äußeren Reizen auf das (Konsum)- Verhalten im Rahmen der klassischen Konditionierung
Hochschule
Europäische Fernhochschule Hamburg
Note
1,7
Autor
Jahr
2015
Seiten
29
Katalognummer
V517370
ISBN (eBook)
9783346116635
ISBN (Buch)
9783346116642
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Diese Hausarbeit wurde auf Grundlage von gestellten Daten ausgewertet.
Schlagworte
Hypothesentest, deskriptive Statistik, Standardabweichung, Chi²-Test, Standardfehler, Freiheitsgrade, Stimuli, klassische Konditionierung, Statistik, Konsumverhalten, Forschungsmethoden, neutraler Reiz, Datenauswertung
Arbeit zitieren
Sabrina Dankert (Autor), 2015, Einfluss von äußeren Reizen auf das (Konsum)- Verhalten im Rahmen der klassischen Konditionierung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/517370

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