Im Rahmen der Hausarbeit zu dem Modul „Forschungsmethode und Statistik“ soll erforscht werden, wie die klassische Konditionierung in der Werbeindustrie sinnvoll genutzt werden kann. Im Detail soll untersucht werden, ob das (Konsum)-Verhalten von bestimmten äußeren Reizen abhängt. Ziel der Arbeit ist es, eben genannte Frage mittels der erhobenen Daten zu beantworten.
Für die genannte Untersuchung liegen folgende Informationen und Daten zugrunde:
Ein Touristikunternehmen, welches Pauschalreisen auf Kreuzfahrtschiffen anbietet, möchte sich zu einem geplanten Werbeauftritt im TV beraten lassen. Das Unternehmen möchte mit einer ruhigen Atmosphäre in Verbindung gebracht werden, welche im Werbespot widergespiegelt werden soll.
Der Leiter der Forschungsgruppe konzipiert zur Erfüllung der Anforderungen ein Experiment, welches im Methodikteil detailliert beschrieben ist. Es wird erwartet, dass die Herzfrequenz signifikant sinkt und zusätzlich das Buchungsverhalten zum Messzeitpunkt 2 ansteigt. Die erfassten Daten werden durch methodische Verfahren der Statistik ausgewertet und analysiert.
Aus den vorliegenden Ergebnissen geht hervor, dass durch den äußeren Reiz kein signifikantes Sinken der Herzfrequenz zwischen den Messzeitpunkten existiert. Jedoch lässt sich ein signifikantes Steigen des Buchungsverhaltens verzeichnen. Auf eine detaillierte Auswertung der Daten und Bedeutung des Ergebnisses wird im folgenden Forschungsbericht eingegangen.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung und Hypothesen
1. Methoden
2. Ergebnisse
2.1 Berechnungen mit deskriptiver Statistik
2.2 Hypothesentests
3. Diskussion
3.1 Interpretation der Daten
3.2 Diskussion der Ergebnisse
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht, inwieweit klassische Konditionierung in der Werbeindustrie genutzt werden kann, um das Buchungsverhalten für Kreuzfahrten durch äußere Reize (hier: Klaviermusik) gezielt zu beeinflussen.
- Grundlagen der klassischen Konditionierung und Lernprozesse
- Anwendung konditionierter Reize in der Werbebranche
- Experimentelle Untersuchung zur Beeinflussung von Herzfrequenz und Buchungsverhalten
- Statistische Überprüfung der Hypothesen mittels t-Test und Mc-Nemar-Chi²-Test
- Kritische Reflexion des Forschungsdesigns und Identifikation von Störvariablen
Auszug aus dem Buch
Die Werbeindustrie macht sich die Konditionierung von positiven Emotionen zu Nutze
Die Werbeindustrie macht sich die Konditionierung von positiven Emotionen zu Nutze, indem sie versucht zwischen dem Produkt und dem Käufer positive Assoziationen zu schaffen, die zu einem erhöhten Konsumverhalten führen sollen. Erwartet wird, dass aus den Werbemaßnahmen, die den „UCS“ repräsentieren, eine positive „UCR“ resultiert (z.B. leidenschaftliche Erregung). Ziel der Werbeindustrie ist nun, dass das Produkt dieses positive Gefühl erzeugt und somit das Produkt selbst zum „CS“ wird, welcher dann eine „CR“ hervorruft und zum Kaufen des Produktes animiert (vgl. Gerrig, Zimbardo, 2008, S.203). Immer öfter wird die evaluative Konditionierung, die sich in den Grundzügen der klassischen Konditionierung ähnelt, in der Werbeindustrie eingesetzt. Hierbei wird der Reiz zusätzlich mit positiven Emotionen „eingefärbt“ und der Konsument somit unterbewusst beeinflusst (vgl. Höpcke, Freyer, 2014).
Bereits eine Untersuchung von Krosnick et al. (1992) zeigte, dass positive Emotionsbilder unbewusst wahrgenommen werden und den Eindruck beeinflussen. Die evaluative Konditionierung wird in der Kritik noch einmal thematisiert.
Auf Grundlage dieses Wissens über die klassische Konditionierung soll nun eine Übertragung auf die vorliegende Untersuchung erfolgen.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung und Hypothesen: Einführung in die Lerntheorie, klassische Konditionierung und Herleitung der Hypothesen zur Wirkung von Klaviermusik auf Entspannung und Buchungsverhalten.
1. Methoden: Beschreibung des experimentellen Aufbaus mit 50 Versuchspersonen und Erläuterung der angewandten statistischen Verfahren zur Datenanalyse.
2. Ergebnisse: Darstellung der deskriptiven Datenanalyse sowie der Ergebnisse des t-Tests für die Herzfrequenz und des Mc-Nemar-Chi²-Tests für das Buchungsverhalten.
3. Diskussion: Interpretation der statistischen Befunde hinsichtlich der Wirksamkeit der Konditionierung und kritische Auseinandersetzung mit dem Forschungsdesign und Verbesserungspotenzialen.
Schlüsselwörter
Klassische Konditionierung, Werbeindustrie, Konsumverhalten, Herzfrequenz, Experiment, Mc-Nemar-Chi²-Test, t-Test, Signifikanz, Stimulus, Reaktion, Habituation, Mere-exposure-Effekt, Markennamen, Evaluative Konditionierung, Datenanalyse
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit untersucht, ob durch gezielte äußere Reize, konkret durch Klaviermusik im Rahmen eines Werbespots, eine klassische Konditionierung beim Konsumenten erreicht werden kann, die dessen Buchungsverhalten positiv beeinflusst.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die zentralen Themen umfassen behavioristische Lerntheorien, speziell die klassische Konditionierung, deren praktische Anwendung in der Werbepsychologie sowie die statistische Validierung experimenteller Daten.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist zu erforschen, ob ein Werbespot als konditionierter Stimulus (CS) fungieren kann, um beim Konsumenten eine konditionierte Reaktion (CR) auszulösen, die sich in einem Anstieg des Buchungsverhaltens niederschlägt.
Welche wissenschaftlichen Methoden wurden verwendet?
Es wurde ein Experiment mit abhängiger Messung (Within-subject-Design) an 50 Personen durchgeführt. Die statistische Auswertung erfolgte mittels deskriptiver Statistik, t-Test für abhängige Stichproben und Mc-Nemar-Chi²-Test.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden zunächst die theoretischen Grundlagen dargelegt, gefolgt von der methodischen Konzeption des Experiments, der anschließenden Präsentation der Daten sowie der kritischen Diskussion der Ergebnisse.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich am besten mit Begriffen wie klassische Konditionierung, Konsumverhalten, statistische Signifikanztests und Werbepsychologie beschreiben.
Warum konnte kein signifikanter Effekt auf die Herzfrequenz nachgewiesen werden?
Der t-Test ergab, dass die Veränderung der Herzfrequenz nicht groß genug war, um die Nullhypothese abzulehnen, was auf eine hohe Streuung der Daten oder unzureichende Kontrolle der Versuchsparameter zurückzuführen sein könnte.
Welche Schwächen des Forschungsdesigns werden vom Autor reflektiert?
Der Autor kritisiert unter anderem das Fehlen einer Kontrollgruppe, das Risiko von Positionseffekten wie dem "Mere-exposure-Effekt" sowie die fehlende Vorabprüfung der Probanden hinsichtlich individueller Entspannungszustände oder Vorerkrankungen.
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- Sabrina Dankert (Author), 2015, Einfluss von äußeren Reizen auf das (Konsum)- Verhalten im Rahmen der klassischen Konditionierung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/517370