"Soziale Pathologie". Die kritische Dimension von Axel Honneths Gesellschaftstheorie


Hausarbeit, 2019

22 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Zum Verhältnis von Kritischer Gesellschaftstheorie und immanenter Kritik

3. Der „Kampf um Anerkennung“ als normatives Fundament kritischer Gesellschaftstheorie

4. Die „Theorie der Anerkennung“ als kritische Theorie sozialer Gerechtigkeit

5. Soziale Pathologie als Schlüsselbegriff anerkennungstheoretischer Gesellschaftskritik
5.1 Soziale Pathologien erster Ordnung
5.2 Soziale Pathologien zweiter Ordnung

6. Fazit und Ausblick

Literaturverzeichnis

1. Einleitung

„Der Einwand, der Seitensprung, das fröhliche Misstrauen, die Spottlust sind Anzeichen der Gesundheit: alles Unbedingte gehört in die Pathologie.“1

Seit jeher verstand sich Sozialphilosophie als Disziplin in deren Zentrum die Kritik an der soziale Wirklichkeit stand. Dazu rekurrierte sie auf eine Vorstellung der guten Gesellschaft, um anhand dieser solche sozialen Zustände, die dieser Vorstellung widerstrebten, als pathologisch zu kritisieren.2 Doch mit der in dem Aphorismus Friedrich Nietzsches zum Ausdruck kommenden These eines ethischen Relativismus, schien die kritische Aussagekraft der Sozialphilosophie in ihrem universellen Anspruch zerbrochen. Im Zuge dieser und weiterer, meist methodologisch begründeter, Bruchlinien innerhalb der Sozialphilosophie haben sich eine Vielzahl verschiedener Gesellschaftstheorien entwickelt, die auf unterschiedlichste Weise versuchen die entstandenen Probleme zu beantworten.

Eine Gesellschaftstheorie, die aufgrund des Versuchs der Restituierung einer starken, kontexttranszendierenden Kritik, besonders hervortritt, ist die Theorie der Anerkennung des ehemaligen Direktors am Frankfurter Institut für Sozialforschung Axel Honneth. Im Zuge seiner Reinterpretation des Hegelschen Motivs eines „Kampfes um Anerkennung“3, zeichnet sich, durch das Denken der Kritischen Theorie inspiriert, die „Idee einer kritischen Gesellschaftstheorie ab, in der Prozesse des gesellschaftlichen Wandels mit Bezugnahme auf die normativen Ansprüche erklärt werden sollen, die in der Beziehung der wechselseitigen Anerkennung strukturell angelegt sind.“4 Vor dem Hintergrund der dabei konzipierte Theorie der Anerkennung zeichnet sich die Diagnose von sozialen Pathologien, in erster Instanz verstanden als elementare Beeinträchtigung einer ungebrochenen Anerkennung, als Kern der gesellschaftskritischen Dimension seiner Theorie aus. Doch welche kritischen Implikationen resultieren aus der Theorie der Anerkennung im Allgemeinen und welche genaue Bedeutung kommt dem Begriff der sozialen Pathologie schlussendlich zu? Inwiefern lässt sich deshalb sein Status als zentrales Moment sozialphilosophischer Reflexion nachvollziehen und rechtfertigen?

Um dieser Frage nachzugehen, soll in einem ersten Schritt auf methodologischer Ebene die eigene Verortung Honneths in die Tradition der Kritischen Theorie nachgezeichnet werden, um zu zeigen, dass die Übernahme der Idee einer immanent ansetzenden, aber dennoch kontexttranszendierenden Kritik im Zentrum seiner Interpretation steht.5 Dieses von Georg Friedrich Wilhelm Hegel inspirierte Kritikmodell ist allerdings auf die Explikation einer normativ begründeten Gesellschaftstheorie angewiesen, um einen Begründungshorizont für das transzendierende Moment der Kritik bereitzustellen. Daher wird anschließend die Theorie der Anerkennung als ebensolche Gesellschaftstheorie vorgestellt und in ihren Grundzügen erläutert. Denn nur auf Grundlage des normativen Fundaments eines „moraltheoretischen Monismus“6 lässt sich der besondere Anspruch von Honneths Gesellschafts kritik verständlich machen. Die Rekonstruktion der kritischen Implikationen, insbesondere in Hinblick auf ihre gerechtigkeitstheoretischen Konsequenzen, soll daher im vierten Kapitel federführend sein. Anschließend sollen die herausgearbeiteten Implikation mit dem Begriff der sozialen Pathologie in Verbindung gebracht werden und seine Bedeutung für die Interpretation sozialphilosophischer Kritik abschließend resümiert werden. Auf Grundlage der bis dahin erarbeiteten Ergebnisse, soll Honneths kritische Theorie der Gesellschaft nicht nur dahingehend überprüft werden, ob der gesetzte Anspruch auch schlussendlich verwirklicht werden konnte. Über diese Rekapitulation hinaus soll, in Form einer Einbindung in den umliegenden Diskussionszusammenhang, ein Ausblick mit besonderem Augenmerk auf die Potenziale des Konzepts der sozialen Pathologie gewährt werden.

2. Zum Verhältnis von Kritischer Gesellschaftstheorie und immanenter Kritik

„Denn wenn auch kein Zweifel über das »Woher«, so herrscht desto mehr Konfusion über das »Wohin«. Nicht nur, daß eine allgemeine Anarchie unter den Reformern ausgebrochen ist, so wird jeder sich selbst gestehen müssen, daß er keine exakte Anschauung von dem hat, was werden soll. Indessen ist das gerade wieder der Vorzug der neuen Richtung, daß wir nicht dogmatisch die Welt antizipieren, sondern erst aus der Kritik der alten Welt die neue finden wollen.“7

Honneths kritische Theorie der Gesellschaft versteht sich als sozialphilosophische Weiterentwicklung der Kritischen Theorie, wie sie von den Mitgliedern der Frankfurter Schule in den 30er Jahren des letzten Jahrhunderts konzipiert wurde.8 Hierbei zeichnet sich kritische Gesellschaftstheorie, in Anschluss an Honneths eigener Interpretation, allerdings primär durch eine bestimmte Form der „normativen Kritik“9 aus. Vor dem Hintergrund eines linkshegelianischen Erbstückes bestand der Anspruch der Kritischen Theorie bereits bei der Konsolidierung des Instituts für Sozialforschung darin, nicht nur den eigenen normativen, sowie gesellschaftlichen Standpunkt reflexiv mitzudenken, sondern dessen Maßstäbe auch an der gesellschaftlichen Realität ausweisen zu können:

„Die dialektische Theorie übt keine Kritik aus der bloßen Idee. Schon in ihrer idealistischen Gestalt hat sie die Vorstellung von einem an sich Guten, das der Wirklichkeit bloß entgegengehalten wird, verworfen. Sie urteilt nicht nach dem, was über der Zeit, sondern nach dem, was an der Zeit ist:“10

Das Fundament kritischer Gesellschaftstheorie kann dementsprechend nicht in einem unbedingten, von sozialen Praktiken unabhängigen Maßstab begründet liegen, ohne dabei Gefahr zu laufen eine partikuläre Sichtweise, in Form eines elitären Sonderwissens, zu verabsolutieren. Ebenso wenig kann sich Gesellschaftskritik hinsichtlich ihrer normativen Dimension allein auf das moralische Selbstverständnis einer Gesellschaft zurückbesinnen, da dieser relativistische Anspruch eine konservierende, das Bestehende lediglich reproduzierende Tendenz aufweist und damit seine emanzipatorisch-transformative Aussagekraft einbüßt. Daher kann das in Frage kommende Modell der Kritik nur aus dem Aufbrechen und der anschließenden dialektischen Vermittlung dieses traditionellen Dualismus seine Kraft schöpfen; sie muss aus der Kritik der alten Welt die neue finden:

„Die Alternative, Kultur insgesamt von außen, unter dem Oberbegriff der Ideologie in Frage zu stellen, oder sie mit den Normen zu konfrontieren, die sie selber auskristallisierte, kann die kritische Theorie nicht anerkennen. Auf der Entscheidung: immanent oder transzendent zu bestehen, ist ein Rückfall in die traditionelle Logik, der Hegels Polemik an Kant galt: daß jegliche Methode, welche Grenzen bestimmt und in den Grenzen ihres Gegenstands sich hält, eben dadurch über die Grenzen hinausgehe.“11

Während sich dieses Kritikmodell, welches ich in Anschluss an Honneth als immanent beschreiben möchte, „in den Grenzen ihres Gegenstands […] hält“, die zur Kritik herangezogenen Normen inhärent aus der sozialen Wirklichkeit heraus rekonstruiert, so geht es „eben dadurch über die Grenzen hinaus“, transzendiert also in einem kontextübergreifenden Geltungsanspruch. Dieser Anspruch entspringt der „linkshegelianische[n] Prämisse […], der zufolge sich die gesellschaftliche Reproduktion über Formen einer sozialen Praxis vollzieht, in der Vernunftleistungen des Menschen verkörpert sind.“12 Der daraus resultierende historische Prozess einer zunehmenden Verwirklichung menschlicher Vernunft, der sich als emanzipatorisches Interesse innerhalb der sozialen Wirklichkeit niederschlägt, bildet den normativen Referenzrahmen der aus der Gesellschaft rekonstruierten und zur Kritik herangezogenen Ideale. Doch sowohl theorieimmanente Entwicklungen, hier insbesondere die Konsequenzen der Dialektik der Aufklärung13 , als auch die niederschmetternden Erfahrungen des Totalitarismus hatten zur Folge, dass die erste Generation der Kritischen Theorie sich nicht mehr in der Lage sah ein emanzipatorisches Interesse, das Ausdruck eines rationalen menschlichen Fortschritts hätte sein können, in der sozialen Wirklichkeit ausfindig zu machen.14

Daher bestehe die primäre Aufgabe hinsichtlich der Aktualisierung der kritischen Gesellschaftstheorie, und damit auch für Honneths eigenes Unternehmen, darin „die soziale Realität kategorial so zu erschließen, daß in ihr wieder ein Moment der innerweltlichen Transzendenz sichtbar wird.“15 Dies muss verstanden werden als Suche nach einem normativen Maßstab, der auf implizite Weise den sozialen Praktiken einer Gesellschaft zugrunde liegt, darüber hinaus aber ebenfalls in der Lage ist eine gesellschaftliche Dynamik im Sinne eines rationalen Fortschritts voranzutreiben und erklärbar zu machen.16 Damit ergibt sich für das Projekt einer Gesellschaftskritik, im Rahmen einer linkshegelianisch inspirierten, immanenten Kritik, die Notwendigkeit einer auf diesem Maßstab aufbauenden Gesellschaftstheorie17, die in der Lage ist die normative Grundlage so zu formulieren, dass sie abstrakt genug ist um ihren universellen Anspruch nicht zu verlieren, andererseits konkret genug, um diese auch in der gesellschaftlichen Realität ausweisen zu können. Eine ebensolche „normativ gehaltvolle Gesellschaftstheorie“18 legt Axel Honneth mit seiner Theorie der Anerkennung vor, deren Grundzüge im Folgenden dargestellt werden sollen.

3. Der „Kampf um Anerkennung“ als normatives Fundament kritischer Gesellschaftstheorie

Ausgangspunkt von Honneths Theorie der Anerkennung, seiner gesamten Sozialphilosophie, ist die von Hegel inspirierte, jedoch formal-anthropologisch gewendete These, die gesellschaftliche Wirklichkeit konstituiere sich durch intersubjektive Beziehungen der Anerkennung, weil die gelungene Anerkennung durch Andere eine notwendige Bedingung für die individuelle Verwirklichung eines „guten Lebens“ darstelle.19

Hegel hatte in seinen Jenaer Schriften die Perspektive eröffnet die Konflikte des sozialen Gefüges sozialontologisch auf einen Kampf der Subjekte, um die wechselseitige Anerkennung ihrer Identität zurückzuführen.20 Dieser Kampf um Anerkennung affiziere wiederum aufgrund seiner eigenwilligen Dynamik einen Prozess moralischen Fortschritts, „der über verschiedene Stufen eines Kampfes zu immer anspruchsvolleren Verhältnissen der reziproken Anerkennung führ[e]“21 Dabei ergibt sich aus den inhärenten Begrenzungen der jeweiligen Stufen die Notwendigkeit einer anspruchsvoller angereicherten Sphäre der Anerkennung. Dies mündet bei Hegel schließlich in der kategorialen Unterscheidung von drei distinkten, aber dennoch dialektisch miteinander verwobenen Formen der Anerkennung, die Honneth später als Sphäre der Liebe, des Rechts und der Solidarität bezeichnet.22

Doch ergibt sich für Honneth das Problem, dass Hegels Konzept an die Bedingungen des Deutschen Idealismus und der damit verbundenen metaphysischen „Hintergrundgewissheit eines übergreifenden Vernunftgeschehens“23 geknüpft bleibt. Deshalb könne nur die Ersetzung der metaphysischen Präsuppositionen durch ein erfahrungswissenschaftliches Fundament die von Hegel eröffnete Perspektive „empirisch kontrollierbar“24 und damit für die Entwicklung einer modernen kritischen Gesellschaftstheorie fruchtbar machen.

Im Zentrum dieser Aktualisierung des „Kampfes um Anerkennung“ steht die Feststellung Honneths, dass es weniger die positive Dimension einer gelungenen Anerkennung, als die negativen Erfahrungen vorenthaltener Anerkennung sind, die sich erfahrungswissenschaftlich rekonstruieren und ausweisen lassen. Denn es sind die verschiedenen Erfahrungen der Missachtung und die damit einhergehenden Beeinträchtigungen individueller Selbstverwirklichung, die „motivational den Anstoß zu sozialen Widerstand und Konflikt, eben zu einem Kampf um Anerkennung“25 geben und damit als vorwissenschaftliche Instanz „die Tatsache vorenthaltener Anerkennung sozial erfahrbar machen.“26

Anhand der zuvor dargestellten Überlegungen reformuliert Honneth nun die idealistisch-spekulative Kategorisierung der drei Sphären von Seiten Hegels „in Form einer phänomenologisch angelegten Typologie.“27 Er verfolgt hierbei das Ziel „jene drei Anerkennungsmuster so zu beschreiben […], daß sie an einzelwissenschaftlich dargelegten Sachverhalten empirisch kontrollierbar werden.“28 Darüber hinaus soll gezeigt werden, dass sich innerhalb der drei distinkten Anerkennungssphären ebenfalls drei distinkte Typen praktischer Selbstbeziehung herausbilden, die jeweils zu einem Zuwachs der „subjektive[n] Autonomie des Einzelnen“29 beitragen.

Als elementarste Stufe der reziproken Anerkennungsverhältnisse zeichnet Honneth im Zuge dessen jene sich im Modus der Liebe verwirklichenden Beziehungen aus. Honneth stellt allerdings heraus, dass die Vorstellung von Liebe nicht auf die „romantische[…] Aufwertung der sexuellen Intimbeziehungen“ reduziert werden darf, sondern in einem neutralen Sinn als „starke[…] Gefühlsbindungen zwischen wenigen Personen“30 zu verstehen sei. Innerhalb dieses Paradigmas, so versucht er mit Verweis auf die psychoanalytische „Theorie der Objektbeziehung“31 zu verdeutlichen, erkennen sich Individuen als selbstständige Andere an. Das soll bedeuten, dass auf Grundlage „eine[r] durch wechselseitige Individuierung gebrochene[n] Symbiose“32 ein Bewusstsein sowohl für die eigene Unabhängigkeit als auch für die des Gegenübers geschaffen wird in dessen Horizont „die Subjekte wechselseitig zu einem elementaren Vertrauen zu sich selber gelangen.“33 Wie Honneth allerdings betont lässt sich die Anerkennung wie sie in liebevollen Primärbeziehungen zu Tage tritt nicht auf eine rein faktische Respektierung der Unabhängigkeit des Gegenübers reduzieren; vielmehr weitet sich das Vertrauen in sich selbst auch auf den anerkannten Partner aus und mündet in einer „durch Zuwendung begleitete[n], ja unterstützte[n] Bejahung von Selbstständigkeit.“34 Dieses affektive Vertrauen der liebevollen Anerkennung lässt sich allerdings ihrem eigenen Gehalt nach „nicht beliebig auf eine größere Zahl von Interaktionspartnern übertragen.“35 Deshalb verweist diese beschränkte Reichweite der Liebessphäre auf die Notwendigkeit einer darüber hinausgehenden Sphäre, die den „moralischen Partikularismus“36 der Liebe um ein universelles Moment der Anerkennung erweitert.

Innerhalb dieser zweiten Sphäre der Anerkennung, die des modernen Rechts, erkennen sich Subjekte „wechselseitig als Personen an, die in individueller Autonomie über moralische Normen vernünftig zu entscheiden vermögen.“37 Es ist also gerade das universalistische Begründungsprinzip des modernen Rechts, im Gegensatz zur traditionellen Kopplung der Rechte an die soziale Rolle, das einen besonderen Modus der Anerkennung verlangt. Denn nur durch die Anerkennung Anderer allein auf Grundlage ihres Mensch-Seins und dem damit verbundenen Zugeständnis ihres Rechts auf (universelle) Rechte, entwickelt das Individuum analog ein Verständnis für den eigenen berechtigten Anspruch auf dieselben Rechte und damit auch für die Achtung der eigenen Person. Hier wird bereits deutlich, dass sich diese Form der Anerkennung im Unterschied zur affektiven, emotional begründeten Anerkennung der Liebe, einer kognitiven Begründungslogik bedient und damit einer historischen und kulturellen Varianz unterliegt. Die besondere Qualität der rechtlichen Anerkennung, im Sinne Honneths, tritt nämlich erst mit der Entwicklung eines universellen Rechtssystems, das sich von früheren Privilegierungen befreit hat, zu Tage und verweist damit auf den historischen Prozess der Moderne.

[...]


1 Nietzsche, Friedrich: Jenseits von Gut und Böse. Vorspiel einer Philosophie der Zukunft, in: Colli, Giorgio/ Mazzino Montinari (Hrsg.): Friedrich Nietzsche. Kritische Studienausgabe 5, Berlin/New York 1993, S. 100.

2 Vgl. Honneth, Axel: Pathologien des Sozialen. Tradition und Aktualität der Sozialphilosophie, in: Ders. (Hg.): Pathologien des Sozialen. Die Aufgaben der Sozialphilosophie, Frankfurt a. M. 1994, S.49 (im Folgenden zitiert als: Honneth: Pathologien des Sozialen).

3 Vgl. Honneth, Axel: Kampf um Anerkennung. Zur moralischen Grammatik sozialer Konflikte, Frankfurt a. M. 2016, S. 11 - 105 (im Folgenden zitiert als: Honneth: Kampf um Anerkennung).

4 Ibid., S. 8.

5 Im Verlauf der Ideengeschichte des Begriffs kam es zu unterschiedlichen Interpretationen dessen, was immanente Kritik darstellt und welche Prämissen damit verbunden sind. Im Sinne der untersuchten Fragestellung, soll immanente Kritik den Typus von Kritik benennen, den Honneth seiner eigenen Theorie zu Grunde legt und von dem er zu zeigen versucht, dass dieser im Kern eine von Marx und der Kritischen Theorie aufgenommene Hegelsche Tradition darstellt.

6 Fraser, Nancy/ Honneth, Axel: Umverteilung oder Anerkennung? Eine politisch-philosophische Kontroverse, Frankfurt a. M. 2003, S. 186.

7 Marx, Karl: Briefe aus den Deutsch-Französischen Jahrbüchern. Marx an Ruge, in: Ders. /Engels, Friedrich: Werke. Band1, Berlin/DDR 1976, S. 343f.

8 An dieser Stelle wird darauf hingewiesen, dass auf die Schwierigkeiten einer exakten Deutung dessen, was „Kritische Theorie“ ist, wer als ihre „Vertreter“ angesehen werden können und in welchem Maße die Idee einer in Generationen angeordneten „Familiengeschichte“ plausibel ist, im Zuge dieser Arbeit nicht eingegangen werden kann.

9 Honneth, Axel: Die soziale Dynamik von Mißachtung. Zur Ortsbestimmung einer kritischen Gesellschaftstheorie, in: Ders.: Das Andere der Gerechtigkeit. Aufsätze zur praktischen Philosophie, Frankfurt a. M. 2000, S. 88 (im Folgenden zitiert als: Honneth: Die soziale Dynamik von Missachtung).

10 Horkheimer, Max: Traditionelle und kritische Theorie, in: Ders.: Traditionelle und kritische Theorie. Vier Aufsätze, Frankfurt a. M. 1968, S.62.

11 Adorno, Theodor W.: Prismen. Kulturkritik und Gesellschaft, in: Ders.: Gesammelte Schriften 10.1. Kulturkritik und Gesellschaft I, Frankfurt a. M. 1977, S. 25f. An dieser Stelle muss festgestellt werden, dass die Bedeutung von „immanent“ die Adorno hier im Sinn hat, nicht der Interpretation Honneths entspricht. Dieser bezeichnet solche Formen der Kritik als „intern“.

12 Honneth, Axel: Rekonstruktive Gesellschaftskritik unter genealogischem Vorbehalt. Zur Idee der ‚Kritik‘ in der Frankfurter Schule, in: Ders.: Pathologien der Vernunft. Geschichte und Gegenwart der Kritischen Theorie, Frankfurt a. M. 2007, S. 65 (im Folgenden zitiert als: Honneth: Rekonstruktive Gesellschaftskritik).

13 Vgl. Adorno, Theodor W./ Horkheimer, Max: Dialektik der Aufklärung. Philosophische Fragmente, Frankfurt a. M. 2013, S. 1ff.

14 Vgl. Honneth: Die soziale Dynamik von Missachtung, S. 90ff. Hierbei gilt es allerdings auf zwei Einschränkungen hinzuweisen: Zunächst muss konstatiert werden, dass sich Honneth mit seiner Diagnose der „ersten Generation“ primär auf Adorno und Horkheimer bezieht und einräumt, dass von „randständigen Mitarbeitern des Instituts […] theoretische Impulse [hätten] ausgehen können.“, Ibid. Darüber hinaus schränkt Honneth seine Kritik an der Gesellschaftstheorie Adornos dahingehend ein, dass er den Möglichkeiten des Konzepts der „gelungenen Mimesis“ zu wenig Bedeutung eingeräumt habe, vgl. Honneth, Axel: Kritik der Macht. Reflexionsstufen einer kritischen Gesellschaftstheorie, Frankfurt a. M. 1989, S. 386ff.

15 Honneth: Die soziale Dynamik von Missachtung, S. 92.

16 Vgl. Jaeggi, Rahel: Kritik von Lebensformen, Frankfurt a. M. 2014, S. 307f (im Folgenden zitiert als: Jaeggi: Kritik von Lebensformen).

17 Vgl. Ibid., S.278.

18 Honneth: Kampf um Anerkennung, S. 7.

19 Vgl. Ibid., S. 148.

20 Vgl. Ibid., S. 20ff.

21 Ibid., S. 103.

22 Vgl. Sigwart, Hans-Jörg: Axel Honneth, Kampf um Anerkennung (1992), in: Brocker, Manfred (Hg.): Geschichte des politischen Denkens. Das 20. Jahrhundert, Berlin 2018, S.790ff (im Folgenden zitiert als: Sigwart: Honneth).

23 Honneth: Kampf um Anerkennung, S. 108.

24 Ibid., S. 150.

25 Ibid., S. 213f.

26 Ibid., S. 150.

27 Ibid.

28 Ibid.

29 Ibid., S. 151.

30 Honneth: Kampf um Anerkennung, S. 153.

31 Ibid., S. 157ff.

32 Ibid., S. 173.

33 Ibid.

34 Ibid., S. 173.

35 Ibid., S. 174.

36 Ibid.

37 Ibid., S. 177.

Ende der Leseprobe aus 22 Seiten

Details

Titel
"Soziale Pathologie". Die kritische Dimension von Axel Honneths Gesellschaftstheorie
Hochschule
Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen  (Institut für Politikwissenschaft)
Veranstaltung
Politische Anthropologie
Note
1,3
Autor
Jahr
2019
Seiten
22
Katalognummer
V517917
ISBN (eBook)
9783346121042
ISBN (Buch)
9783346121059
Sprache
Deutsch
Schlagworte
kritische Theorie, Axel Honneth, Soziale Pathologie, Immanente Kritik, Kritik, Gesellschaftstheorie, Sozialphilosophie
Arbeit zitieren
Alexander Hermert (Autor), 2019, "Soziale Pathologie". Die kritische Dimension von Axel Honneths Gesellschaftstheorie, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/517917

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