In dieser Arbeit soll der Bereiche der Notfallmedizin, also die Notaufnahme und der Rettungsdienst, besonders betrachtet und auf seine rechtlichen Strukturen hin aufgeschlüsselt werden. In diesem Zusammenhang soll ebenfalls erörtert werden, welche rechtlichen Rahmenbedingungen vorhanden sind, um eine Delegation oder gar die Substitution ärztlicher Maßnahmen auf nicht-ärztliches Personal zu übertragen, beziehungsweise welche Bedingungen noch dafür geschaffen und erprobt werden müssen
Seit vielen Jahren gibt es in Deutschland im Gesundheitsbereich zahlreiche verschiedene Professionen und Berufe mit unterschiedlichen Aufgaben, Fachbereichen und Kompetenzen. Der Gesetzgeber hat versucht, und versucht noch immer, diese einzelnen Bereiche voneinander zu unterscheiden und für diese Rechte und Pflichten, Aufgaben- und Kompetenzbereiche zu definieren. Dabei kommt es zwischen den einzelnen Bereichen zu Überschneidungen und auch Unklarheiten, gerade dort, wo mehrere Berufe unterschiedlicher Qualifikationen zusammenarbeiten.
Dabei werden die rechtlichen Aspekte von Delegation, Substitution und die Übernahme heilkundlicher Tätigkeiten zwischen den verschiedenen Berufsgruppen der Ärzte, Heilpraktiker, Notfallsanitäter und der Gesundheits- und Krankenpflege erörtert.
Inhaltsverzeichnis
1 Einführung
1.1 Begriffserklärung
1.1.1 Ärztliche Tätigkeit
1.1.2 Pflegerische Tätigkeit
1.1.3 Notfall, medizinisch
2 Delegation und Substitution
2.1 Delegation
2.2 Substitution
2.3 Juristische Lage
2.4 Häufig delegierte Maßnahmen
3 Gesundheits- und Krankenpflege
4 Notfallsanitäter
5 Heilpraktiker
6 Ärzte
7 Fachqualifikationen
7.1 Advanced Nursing Practice
7.2 Fachpflege Anästhesie- und Intensivmedizin
7.3 Fachpflege Notfallmedizin
8 Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die rechtlichen Strukturen sowie die Aufgabenbereiche von Gesundheits- und Krankenpflege, Notfallsanitätern, Ärzten und Heilpraktikern in Deutschland. Das primäre Ziel ist es, die Möglichkeiten zur Delegation und Substitution ärztlicher Tätigkeiten zu erläutern, die bestehende rechtliche Grauzone zu beleuchten und notwendige Entwicklungen für eine zukunftsorientierte Patientenversorgung zu erörtern.
- Rechtliche Grundlagen der Delegation und Substitution ärztlicher Leistungen
- Vergleich der Kompetenzen und Verantwortungsbereiche verschiedener Gesundheitsberufe
- Analyse aktueller Herausforderungen in der Notfallversorgung
- Bedeutung der Akademisierung und Fachqualifikationen wie Advanced Nursing Practice
- Diskussion über Gesetzesanpassungen und neue Versorgungskonzepte
Auszug aus dem Buch
1 Einführung
Seit vielen Jahren gibt es in Deutschland im Gesundheitsbereich zahlreiche verschiedene Professionen und Berufe mit unterschiedlichen Aufgaben, Fachbereichen und Kompetenzen. Der Gesetzgeber hat versucht, und versucht noch immer, diese einzelnen Bereiche voneinander zu unterscheiden und für diese Rechte und Pflichten, Aufgaben- und Kompetenzbereiche zu definieren. Dabei kommt es zwischen den einzelnen Bereichen zu Überschneidungen und auch Unklarheiten, gerade dort, wo mehrere Berufe unterschiedlicher Qualifikationen zusammenarbeiten.
In dieser Arbeit soll der Bereiche der Notfallmedizin, also die Notaufnahme und der Rettungsdienst, besonders betrachtet und auf seine rechtlichen Strukturen hin aufgeschlüsselt werden. In diesem Zusammenhang soll ebenfalls erörtert werden, welche rechtlichen Rahmenbedingungen vorhanden sind, um eine Delegation oder gar die Substitution ärztlicher Maßnahmen auf nicht-ärztliches Personal zu übertragen, beziehungsweise welche Bedingungen noch dafür geschaffen und erprobt werden müssen.
Wie Dreier et al in ihrem Journal von 2012 beschreiben, besteht in Deutschland ein zunehmender Versorgungsbedarf an medizinischen und pflegerischen Leistungen, der jedoch mit dem aktuellen Stand der Versorgungsstrukturen nicht gedeckt werden kann. Eine Möglichkeit der Verbesserung, sowohl in qualitativer als auch quantitativer Hinsicht, wäre es, der Pflege erweiterte Kompetenzen einzuräumen und sie so mehr in den gesamten Versorgungsprozess zu integrieren. Weiter beschreiben Dreier et al, dass es laut Blum und Löffert im ambulanten Versorgungsbereich rund 3.600 nicht besetzte ärztliche Stellen existieren und in den Kliniken sogar 6.000 Stellen offen bleiben werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einführung: Die Einleitung beleuchtet die aktuelle Problematik der Kompetenzabgrenzung im deutschen Gesundheitswesen und den Bedarf an erweiterten Pflegerollen zur Deckung des Versorgungsbedarfs.
2 Delegation und Substitution: Dieses Kapitel definiert die Begriffe der ärztlichen Delegation und Substitution, erläutert deren juristische Rahmenbedingungen und führt häufig delegierte medizinische Maßnahmen auf.
3 Gesundheits- und Krankenpflege: Es werden die gesetzlichen Grundlagen für Pflegefachkräfte sowie deren Handlungsspielräume und Aufgaben in der Notfallversorgung beschrieben.
4 Notfallsanitäter: Das Kapitel befasst sich mit der Ausbildung, den Kompetenzen und dem rechtlichen Tätigkeitsrahmen von Notfallsanitätern im Rettungsdienst.
5 Heilpraktiker: Hier wird der Status des Heilpraktikers, dessen gesetzliche Grundlage aus dem Jahr 1939 und die strikten Grenzen seiner medizinischen Handlungsmöglichkeiten analysiert.
6 Ärzte: Dieses Kapitel skizziert die Ausbildung, die Approbation und die uneingeschränkte heilkundliche Zuständigkeit des Arztes.
7 Fachqualifikationen: Es werden verschiedene Fachweiterbildungen sowie das Konzept des Advanced Nursing Practice (ANP) als Möglichkeiten zur Kompetenzerweiterung in der Pflege dargestellt.
8 Ausblick: Der abschließende Teil diskutiert notwendige professionelle Weiterentwicklungen, Gesetzesanpassungen und neue Versorgungsmodelle für die Zukunft.
Schlüsselwörter
Delegation, Substitution, Notfallmedizin, Gesundheits- und Krankenpflege, Notfallsanitäter, Arzt, Heilpraktiker, Advanced Nursing Practice, Fachweiterbildung, Versorgungsbedarf, Kompetenzentwicklung, Rechtliche Grauzone, Modellvorhaben, Patientensicherheit, Notaufnahme
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die unterschiedlichen Rechte, Vorbehaltsaufgaben und Tätigkeitsfelder der Berufsgruppen Pflege, Notfallsanitäter, Ärzte und Heilpraktiker in Deutschland.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Zentral sind die Themen Delegation und Substitution ärztlicher Tätigkeiten, die rechtliche Einordnung dieser Maßnahmen sowie der Bedarf an professioneller Weiterentwicklung und Akademisierung in der Pflege.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, die rechtlichen Möglichkeiten und Hindernisse bei der Übertragung heilkundlicher Aufgaben auf nicht-ärztliches Personal zu beleuchten und Wege für eine effizientere Versorgung aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturrecherche und der juristischen Analyse aktueller Gesetze, Verordnungen und Modellvorhaben im Gesundheitswesen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der verschiedenen Berufsgruppen, die Analyse von Fachweiterbildungen, die Erläuterung der Konzepte zur Kompetenzerweiterung (ANP) sowie einen direkten tabellarischen Vergleich der Berufsbilder.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Delegation, Substitution, Notfallmedizin, Advanced Nursing Practice und die rechtliche Abgrenzung von Vorbehaltsaufgaben.
Warum wird das Heilpraktikergesetz als problematisch angesehen?
Die Arbeit weist darauf hin, dass das Gesetz aus dem Jahr 1939 stammt, sprachlich veraltet ist und kaum Reglementierungen zur Ausbildung oder Kompetenz vorsieht, was im modernen medizinischen Kontext kritisch zu bewerten ist.
Welche Bedeutung hat das Modellvorhaben nach §63.3c SGB V?
Es dient als gesetzlicher Rahmen für Modellvorhaben, in denen Nicht-Ärzte heilkundliche Tätigkeiten eigenverantwortlich übernehmen können, und stellt einen zentralen Ansatz für die Substitution dar.
- Arbeit zitieren
- Christina Decken (Autor:in), 2018, Wer darf was in der Notfallmedizin? Recht und Vorbehaltsaufgaben der berufsgrupplichen Heilkundler im Vergleich, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/517947