Die Beziehung zwischen der Besteuerung und der Investitionstätigkeit von Unternehmen stellten die Wirtschaftsforschung schon immer vor großen Problemen. Bei der Frage nach langfristigem Wirtschafswachstum steht die Investitionstätigkeit bis Dato im Mittelpunkt der Betrachtung. Diese Investitionsvorhaben werden durch eine etwaige Besteuerung so beeinflusst, dass die Investitions- und Finanzierungsentscheidung selbst bzw. die Höhe von einer möglichen Steuerzahlung in der Zukunft abhängt.
Solche Entscheidungen sind sowohl bei einer Unternehmensgründung als auch im laufenden Geschäftsbetrieb zu treffen, sofern Investitionen oder Finanzierungen zu tätigen sind. Demnach ist es von enormer Wichtigkeit, bei dem Entscheidungsprozess das Thema der Besteuerung nicht außer Acht zu lassen und bei der Überlegung geeigneter vorteilhafter Investitionen zu berücksichtigen.
Das deutsche Steuersystem ist im Vergleich zu Steuersystemen anderer Länder sehr komplex. Bei der Ermittlung von Investitionsentscheidungen müssen daher unterschiedliche Steuerarten berücksichtigt werden. Wird jedoch von der Annahme ausgegangen, dass jede Investitionsalternative in gleicher Weise von einer Steuer betroffen ist, könnte bei der Entscheidungsfindung die Besteuerung unberücksichtigt gelassen werden.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1 Einführung in das Thema
1.2 Problemstellung und Abgrenzung der Untersuchung
1.3 Gang der Untersuchung
2. Themenrelevante Grundlagen
2.1 Begriffsabgrenzung
2.1.1 Steuern und Besteuerung
2.1.2 Investitionen
2.2 Entscheidungssituation und Zielsetzung der Entscheidungsträger
2.3 Verfahren der Investitionsrechnung
2.4 Kapitalwertmethode
2.4.1 Voraussetzungen und Berechnungsmodalitäten / Grundlagen
2.4.2 Kapitalwertermittlung ohne Berücksichtigung von Steuern
2.4.3 Planungszeitraum
2.4.4 Kapitalwertberechnung unter unsicheren Erwartungen
2.4.5 Beeinflussung des Kapitalwertes durch die Besteuerung
2.4.5.1 Notwendigkeit
2.4.5.2 Steuerarten und Steuersätze
2.4.5.3 Steuern in den Zahlungsreihen
2.4.5.4 Steuern im Kalkulationszinsfuß
2.4.5.5 Kapitalwertberechnung nach Steuern
3. Untersuchung der Vorteilhaftigkeit von Investitionen unter Berücksichtigung von Ertragsteuern
3.1 Vorteilhaftigkeitskriterien
3.2 Ertragsteuerliche Effekte
3.2.1 Volumeneffekt
3.2.2 Zinseffekt
3.2.3 Gesamteffekt
3.3 Steuerparadoxon
3.4 Steuerlicher Einfluss bei variierender Nutzungsdauer
3.4.1 Vorüberlegung mit nichtsteuerlicher Betrachtung
3.4.2 Steuerliche Betrachtung
3.5 Steuerlicher Einfluss variierender Kalkulationszinssätze
3.5.1 Vorüberlegung mit nichtsteuerlicher Betrachtung
3.5.2 Steuerliche Betrachtung
4. Ausgewählte Parameter zur Vorteilhaftigkeitsermittlung bei Investitionsentscheidungen
4.1 Kapitalwertänderung infolge variierender Ertragsteuersätze
4.1.1 Vorangegangene Überlegung
4.1.2 Wirkung unterschiedlicher Ertragsteuersätze
4.2 Verlustverwertungsmöglichkeit
4.2.1 Verlustausgleich und Verlustabzug
4.2.2 Berücksichtigung des Verlustabzugs
4.3 Substanzbesteuerung
5. Kurzüberblick und Ergebnisse
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht den Einfluss der Besteuerung auf die Vorteilhaftigkeit von Investitionen. Das primäre Ziel ist es, die steuerlichen Effekte in die Investitionsrechnung, insbesondere in die Kapitalwertmethode, zu integrieren, um deren Auswirkungen auf Investitionsentscheidungen differenziert zu analysieren.
- Grundlagen der Investitionsrechnung und Kapitalwertmethode
- Einfluss von Ertragsteuern auf Investitionskriterien
- Steuerparadoxon und steuerliche Effekte bei variierenden Parametern
- Methoden der Verlustverwertung und deren Auswirkungen
- Berücksichtigung von Substanzbesteuerung in der Entscheidungstheorie
Auszug aus dem Buch
3.3 Steuerparadoxon
In den meisten Fällen wird ein Kapitalwert infolge einer steuerlichen Betrachtung nicht gleichbleiben. Stattdessen wird er sich mit Berücksichtigung der Steuer verringern. Damit gilt: (17) K_s < K.
Ein seltener Fall innerhalb der Investitionsrechnung entsteht jedoch, wenn sich der Kapitalwert im Zuge steuerlicher Betrachtungsweisen erhöht und damit eine relative Vorteilhaftigkeit gegenüber dem vorsteuerlichen Kapitalwert entsteht. Die Veränderung einer unvorteilhaften Investition zu einer vorteilhaften Investition ist damit möglich. Dieser Fall ist allgemein als Steuerparadoxon bekannt.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Relevanz der Besteuerung bei Investitionsentscheidungen ein und definiert die Problemstellung sowie den Gang der Untersuchung.
2. Themenrelevante Grundlagen: Dieses Kapitel erläutert die theoretischen Fundamente, darunter Begriffsabgrenzungen, Entscheidungssituationen, Investitionsrechnungsverfahren sowie die detaillierte Kapitalwertmethode unter Steuereinfluss.
3. Untersuchung der Vorteilhaftigkeit von Investitionen unter Berücksichtigung von Ertragsteuern: Hier wird der Einfluss von Ertragsteuern, wie Volumeneffekt und Zinseffekt, auf die Investitionsvorteilhaftigkeit untersucht, wobei auch das Steuerparadoxon und variierende Nutzungsdauern/Zinssätze betrachtet werden.
4. Ausgewählte Parameter zur Vorteilhaftigkeitsermittlung bei Investitionsentscheidungen: Das Kapitel analysiert spezifische Einflussparameter wie variierende Ertragsteuersätze, Möglichkeiten zur Verlustverwertung sowie die Bedeutung der Substanzbesteuerung.
5. Kurzüberblick und Ergebnisse: Abschließend werden die Untersuchungsergebnisse zusammengefasst und in zehn Hypothesen formuliert, um den steuerlichen Einfluss auf Investitionen systematisch darzustellen.
Schlüsselwörter
Investitionsrechnung, Kapitalwertmethode, Ertragsteuern, Besteuerung, Steuerparadoxon, Vorteilhaftigkeit, Investitionsentscheidung, Nutzungsdauer, Kalkulationszinssatz, Verlustverwertung, Verlustabzug, Substanzbesteuerung, Zahlungsreihen, steuerliche Effekte
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Masterarbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit der Analyse, wie steuerliche Rahmenbedingungen die Vorteilhaftigkeit von betrieblichen Investitionen beeinflussen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Zentrale Themen sind die theoretischen Grundlagen der Investitionsrechnung, die Integration von Steuern in die Kapitalwertmethode und die Untersuchung spezifischer steuerlicher Effekte auf Investitionsentscheidungen.
Welches primäre Ziel verfolgt die Untersuchung?
Ziel ist es aufzuzeigen, wie Steuern die Entscheidungsfindung bei Investitionen beeinflussen und ob Investitionen dadurch vorteilhafter oder unvorteilhafter bewertet werden müssen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt die betriebswirtschaftliche Investitionstheorie und wendet die Kapitalwertmethode als analytisches Instrumentarium an, um steuerliche Wirkungen rechnerisch zu erfassen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil behandelt die detaillierte Herleitung der Kapitalwertmethode unter Berücksichtigung von Steuern, die Analyse von Ertragsteuer-Effekten sowie die Untersuchung variierender Parameter wie Steuersätze, Nutzungsdauern und Verlustverrechnungsmöglichkeiten.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind insbesondere Kapitalwert, Ertragsteuern, Investitionsrechnung, Steuerparadoxon und Vorteilhaftigkeitskriterien.
Was genau ist unter dem im Text erwähnten "Steuerparadoxon" zu verstehen?
Das Steuerparadoxon beschreibt den seltenen Fall, in dem eine vorsteuerlich unvorteilhafte Investition durch die steuerliche Betrachtung erst vorteilhaft wird.
Wie beeinflussen Verlustverrechnungsmöglichkeiten die Investitionsvorteilhaftigkeit?
Verlustverrechnungsmöglichkeiten führen zu einer steuerlichen Entlastung, die den Kapitalwert der Investition erhöhen kann, sofern Steuern in nachfolgenden Perioden durch diese Verluste gemindert werden.
- Arbeit zitieren
- Mahit Akis (Autor:in), 2019, Investitionen von Startups und bestehenden Unternehmen. Welchen Einfluss hat die Besteuerung auf den Nutzen von Investitionen?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/518488