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Experimentelle Wirtschaftsforschung. Wie gut eignet sie sich zur Messung sozialer Präferenzen?

Title: Experimentelle Wirtschaftsforschung. Wie gut eignet sie sich zur Messung sozialer Präferenzen?

Master's Thesis , 2019 , 65 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Violetta Kunz (Author)

Economics - Other
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Die Experimentelle Wirtschaftsforschung hat die Volkswirtschaftslehre in den 80er Jahren auf den Kopf gestellt. Diktator- und Ultimatumexperimente zeigten das wahre menschliche Wirtschaftsverhalten abweichend von spieltheoretischen Vorhersagen. Das Menschenbild des Homo Oeconomicus geriet in Wanken. Unzählige experimentelle Spiele zeigten, dass Individuen nicht aus reinem Eigennutz agieren, sondern zusätzlich Nächstenliebe und Aversion gegen Ungleichheit empfinden.

Gleichzeitig ist eine heftige Debatte über die Aussagekraft dieser experimentellen Beobachtungen ausgebrochen. Wie repräsentativ sind diese Ergebnisse? Welchen Verzerrungen, Störungen und Einflüssen unterliegen diese? Zeigen sich im Experiment beobachtete soziale Präferenzen auch im wahren Leben?
Insgesamt: Ist die experimentelle Wirtschaftsforschung ein geeignetes Mittel zur Messung sozialer Präferenzen?

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Motivation

2 Soziale Präferenzen

2.1 Definition

2.2 Messung

2.2.1 Begriff

2.2.2 Beispiel Risikopräferenzen

2.2.3 Vorgehen

2.3 Modelle

2.3.1 Anforderungen

2.3.2 Altruismus

2.3.3 Ungleichheitsaversion

3 Experimentelle Wirtschaftsforschung

3.1 Begriffserklärung und Historische Einordnung

3.2 Experimentelle Spieltheorie

3.2.1 Definition

3.2.2 Diktatorspiele

3.2.3 Ultimatumspiele

4 Experimente als Messinstrument

4.1 Evidenz

4.1.1 Altruismus

4.1.2 Ungleichheitsaversion

4.2 Schwierigkeiten

4.2.1 Verzerrungen

4.2.1.1 Modelle

4.2.1.2 Individuelle Referenzpunkte

4.2.1.3 Präsentationseffekte

4.2.1.4 Selection Bias

4.2.2 Alternative Erklärungen

4.2.2.1 Strategische Fairness

4.2.2.2 Noise

4.2.2.3 Beobachtungseffekt

4.2.2.4 Experimenter Demand Effect

4.2.3 Spielvariationen

4.3 Möglichkeiten

4.4 Eignung

5 Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Masterarbeit untersucht die zentrale Frage, ob und in welchem Umfang die experimentelle Wirtschaftsforschung als methodisches Hilfsmittel zur validen Messung sozialer Präferenzen geeignet ist. Dabei erfolgt eine kritische Gegenüberstellung von methodischen Möglichkeiten und auftretenden Schwierigkeiten bei der Erhebung und Modellierung solcher Präferenzen.

  • Grundlagen und Definitionen sozialer Präferenzen (Altruismus, Ungleichheitsaversion)
  • Methodik der experimentellen Spieltheorie (Diktator- und Ultimatumspiele)
  • Analyse experimenteller Verzerrungen wie Framing, Selection Bias und Noise
  • Untersuchung strategischer Einflüsse (Strategische Fairness, Experimenter Demand Effect)
  • Diskussion der Übertragbarkeit von Laborexperimenten auf die reale Welt

Auszug aus dem Buch

4.2.1.2 Individuelle Referenzpunkte

Individuelle Referenzpunkte spielen in der Messung sozialer Präferenzen eine erhebliche Rolle, weswegen in dem Zusammenhang der Begriff „reference-dependent-preferences“ fällt. Die Bewertung eines Allokationsangebots, die Einteilung einer Geldsumme in einen Verlust oder Gewinnbereich und somit die Zuordnung in fair oder unfair ist abhängig von individuellen Referenzpunkten. Die meisten Entscheidungen involvieren sogar multiple Referenz Level. Überwiegend herrscht in den Literaturquellen die Auffassung, der Referenzpunkt ist der Status Quo und Nachteile einer jeden Alternative zum Status Quo werden in der Handlungsentscheidung stärker gewichtet als Vorteile, was auf Verlustaversion zurückzuführen ist.

Die Verlustaversion, als Bestandteil der Prospect Theory, sagt aus, dass Verluste stärker gewichtet werden als Gewinne, weshalb der Part der S-Förmigen Valuefunktion im Verlustbereich steiler verläuft. Zum Beispiel wird die Differenz aus zwei Gehaltsangeboten von 45.000 und 40.000 Geldeinheiten (GE), aus dem Blickwinkel einer Person mit Ausgangsgehalt von 50.000 GE als Differenz aus Verlusten und aus Perspektive eines Menschen mit einem Gehalt von 35.000 GE als Differenz aus Gewinnen betrachtet. Im ersteren Fall wird der eigentlich äquivalente Betrag von 5.000 GE als viel höher empfunden, als im zweiten Fall. In diesem ersten Fall ist die Akzeptanz des Angebots von 40.000 GE statt 45.000 GE viel schmerzhafter als im Fall des 35.000-Verdieners. Dieses Phänomen tritt in Experimentellen Untersuchungen auf, die Probanden haben jeweils einen individuellen Referenzpunkt abhängig ihrer Stellung, Situation und Erfahrungen und gewichten Verluste regelmäßig stärker als (Entgangene) Gewinne. Sie sind, aufgrund des Referenzpunkts, nicht indifferent zwischen logisch äquivalenten Beschreibungen. Dieses Problem verzeichnen auch Bellemare et al. (2008) bei Erfragung der Beliefs bezüglich Ablehnung und Akzeptanz der Angebote im Messbeispiel der nichtlinearen Ungleichheitsaversion. Individuelle Referenzpunkte gehen in diesem Fall also mit den, im folgenden Kapitel thematisierten, Framing Effekten einher, bzw. kann das eine Phänomen, das andere bedingen.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Motivation: Einführung in die Relevanz der experimentellen Wirtschaftsforschung für die Volkswirtschaftslehre und die Identifikation sozialer Präferenzen.

2 Soziale Präferenzen: Definition der sozialen Präferenztypen Altruismus und Ungleichheitsaversion sowie Darstellung der theoretischen Modellanforderungen.

3 Experimentelle Wirtschaftsforschung: Historische Einordnung der experimentellen Ökonomik und Einführung der spieltheoretischen Spielarten Diktator- und Ultimatumspiel.

4 Experimente als Messinstrument: Umfassende Untersuchung von Evidenzen, Verzerrungseffekten und methodischen Möglichkeiten in der experimentellen Erhebung von Präferenzen.

5 Fazit: Zusammenfassende Beurteilung der Eignung der experimentellen Wirtschaftsforschung als wissenschaftliches Instrument unter Berücksichtigung der bestehenden Kritik.

Schlüsselwörter

Experimentelle Wirtschaftsforschung, Soziale Präferenzen, Altruismus, Ungleichheitsaversion, Diktatorspiel, Ultimatumspiel, Homo Oeconomicus, Framing-Effekte, Referenzpunkte, Verlustaversion, Experimenter Demand Effect, Laborexperimente, Feldexperimente, Validität, Nutzenfunktion.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Masterarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die methodische Eignung der experimentellen Wirtschaftsforschung zur Erfassung und Messung sozialer Präferenzen wie Altruismus und Ungleichheitsaversion.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Zu den zentralen Themen gehören die theoretische Modellierung sozialer Präferenzen, das experimentelle Spieldesign (Diktator-/Ultimatumspiele) sowie die kritische Reflexion methodischer Verzerrungen.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die zentrale Leitfrage ist, ob und in welchem Umfang die experimentelle Wirtschaftsforschung als Hilfsmittel geeignet ist, um soziale Präferenzen valide zu messen.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?

Es erfolgt eine Analyse basierend auf Literaturquellen sowie die Untersuchung ökonometrischer Schätzverfahren von Nutzenfunktionen in experimentellen Settings.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil befasst sich mit der Definition sozialer Präferenzen, der Darstellung experimenteller Spieltheorie und einer detaillierten Analyse von Verzerrungen wie Framing, Selection Bias und strategischem Verhalten.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Experimentelle Wirtschaftsforschung, Soziale Präferenzen, Laborexperimente, Framing-Effekte und die Validitätsdiskussion.

Welchen Einfluss haben Referenzpunkte auf die Messergebnisse?

Individuelle Referenzpunkte verzerren die Bewertung von Allokationen, da Individuen Verluste gegenüber dem Status Quo stärker gewichten als entsprechende Gewinne (Verlustaversion).

Wie unterscheidet sich der kognitive vom sozialen Experimenter Demand Effect?

Der kognitive Effekt basiert auf der individuellen Interpretation der Aufgabenstellung, während der soziale Effekt auf explizitem oder implizitem Druck des Versuchsleiters beruht.

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Details

Title
Experimentelle Wirtschaftsforschung. Wie gut eignet sie sich zur Messung sozialer Präferenzen?
College
Bielefeld University
Grade
1,3
Author
Violetta Kunz (Author)
Publication Year
2019
Pages
65
Catalog Number
V518507
ISBN (eBook)
9783346111951
ISBN (Book)
9783346111968
Language
German
Tags
Experimentelle Wirtschaftsforschung Soziale Präferenzen Diktatorspiele Ultimatumspiele Altruismus Ungleichheitsaversion Selection Bias Experimenter Demand Effect Strategische Fairness Spieltheorie Homo Oeconomicus
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Violetta Kunz (Author), 2019, Experimentelle Wirtschaftsforschung. Wie gut eignet sie sich zur Messung sozialer Präferenzen?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/518507
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