Diese Arbeit verfolgt das Ziel, aufzuzeigen, welche Maßnahmen in Bezug auf die Lebensdauer und auf die Betriebskosten relevant und welche vernachlässigbar sind. Der Autor möchte darlegen, mit welchen Maßnahmen die Lebensdauer von lufttechnischen Anlagen verlängert werden kann und gleichzeitig die Betriebskosten gesenkt werden können.
Ein Gebäude oder auch eine Anlage wird über Monate hinweg den Wünschen des Eigentümers entsprechend geplant und anschließend realisiert. Mit der Übergabe des fertigen Bauwerkes an den Eigentümer geht die Verantwortung für das Gebäude und die darin installierten technischen Installationen an den Eigentümer/Nutzer über. Das vorhandene Fachwissen von Eigentümer und Nutzer kann in Bezug auf die installierten technischen Anlagen sehr unterschiedlich ausfallen. Professionelle Eigentümer, zum Beispiel eine Versicherungsgesellschaft oder eine öffentliche Institution, haben Personal mit technischem Fachwissen, welches in der Instandhaltung eingebracht werden kann. Einem privaten Eigentümer fehlt in den meisten Fällen das technische Verständnis. Alle Eigentümer haben etwas gemeinsam: Sie wollen, dass die technischen Einrichtungen mit so wenig Aufwand und so lange wie möglich betrieben werden können.
Eine andere Interessengruppe besteht aus Herstellern, Erstellern und auf Wartung spezialisierten Fachfirmen. Sie haben das Interesse, regelmäßig die Instandhaltung an den installierten Anlagen durchzuführen. Für diese Dienstleistungen bieten sie dem Eigentümer Instandhaltungs- oder Wartungsverträge an. Aus Erfahrung des Autors sind diese Verträge meistens nicht transparent und enden oft in einer Pauschale. Die Leistungen werden in den wenigsten Fällen detailliert und verständlich beschrieben. Mit dieser Arbeit soll ermöglicht werden, die Betriebskosten zu senken und die Lebensdauer von lufttechnischen Anlagen zu verlängern. Dieses Dokument soll Eigentümer als Entscheidungshilfe bei der Planung der richtigen Instandhaltungsmaßnahmen unterstützen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1 Ausgangslage
1.2 Ziel der Arbeit
1.3 Fragestellung
1.4 Hypothesen
1.5 Abgrenzung
1.6 Mehrwert
1.7 Aufbau der Arbeit
2. Die Instandhaltung – Theorieteil
2.1 Einleitung
2.2 Geschichte Instandhaltung
2.3 Begrifflichkeiten
2.3.1 Überwachung
2.3.2 Unterhalt
2.3.2.1 Instandhaltung
2.3.2.2 Instandsetzung
2.4 Lebenszyklus
2.5 Technische Anlage
2.5.1 Einleitung
2.5.2 Definition einer Lüftungsanlage
2.5.3 Komponenten Lüftungsgerät
2.5.4 Komponenten System
2.5.4.1 Wärmerückgewinnung
2.5.4.2 Filter
2.5.4.3 Lüftungsklappen
2.5.4.4 Luftkühler
2.5.4.5 Ventilator
2.5.4.6 Wärmetauscher
2.5.4.7 Luftdurchlässe
2.5.4.8 Schalldämpfer
2.6 Rollen
2.6.1 Einleitung
2.6.2 Eigentümer
2.6.3 Ersteller/Fachfirma Instandhaltung
2.6.4 Bauherr
2.6.5 Bauherrenberater
2.6.6 Gerätehersteller
2.6.7 Kundendienst
2.7 Instandhaltungsstrategie
2.8 Instandhaltungsmodelle
2.8.1 Einleitung
2.8.2 Ausfallbehebung
2.8.3 Zeitgesteuerte periodische Instandhaltung
2.8.4 Total Productive Maintenance (TPM)
2.8.5 Lean Maintenance
2.8.6 Knowledge-based Maintenance (wissensbasierte Instandhaltung)
2.9 Normen/Vorschriften
2.9.1 Einleitung
2.9.2 Gesetze
2.9.3 Technische Vorschriften
2.9.3.1 SIA 108
2.9.3.2 SIA 382/1
2.9.4 Hygienevorschriften
2.9.5 Sicherheitsvorschriften
2.9.5.1 SIA 465
2.9.5.2 SUVA
2.10 Zwischenfazit
2.11 Hypothesendeterminierung
2.12 Zusammenfassung
3. Methodenteil
3.1 Einleitung
3.1.1 Fachinterviews
3.2 Durchführung der Untersuchung
3.3 Interviewleitfaden
3.4 Zusammenfassung
3.5 Zeitlicher Ablauf der Arbeit
4. Auswertung
4.1 Einleitung
4.2 Ergebnisse
4.2.1 Einleitung
4.2.2 Instandhaltungsstrategie
4.2.3 Vorschriften
4.2.4 Technik
4.2.5 Freie Äusserungen
4.3 Interpretation
4.3.1 Einleitung
4.3.2 Instandhaltungsstrategie
4.3.3 Vorschriften
4.3.4 Technik
4.3.5 Freie Äusserungen
4.4 Abgrenzung
4.5 Überführung der Hypothese
4.6 Zusammenfassung
5. Fazit/Ausblick
5.1 Einleitung
5.2 Zusammenfassung
5.3 Mehrwert
5.4 Ausblick
6. Quellenverzeichnisse
6.1 Literaturverzeichnis
Zielsetzung & Themen
Diese Masterarbeit untersucht, welche Instandhaltungsmaßnahmen an raumlufttechnischen Anlagen aus Sicht der Eigentümer entscheidend für die Betriebskosten und die Lebensdauer sind. Das primäre Ziel ist es, Eigentümer als Entscheidungshilfe bei der Planung einer optimalen Instandhaltungsstrategie zu unterstützen, da häufig unnötige Dienstleistungen in Wartungsverträgen angeboten werden.
- Analyse verschiedener Instandhaltungsmodelle wie Total Productive Maintenance und Lean Maintenance.
- Untersuchung der technischen Hauptkomponenten von raumlufttechnischen Anlagen.
- Empirische Forschung durch Experteninterviews mit Eigentümervertretern, Ingenieuren und Herstellern.
- Kritische Beleuchtung von Wartungsverträgen hinsichtlich Transparenz und Kosteneffizienz.
- Überprüfung der Relevanz aktueller Normen und Hygienevorschriften im Betrieb.
Auszug aus dem Buch
2.2 Geschichte Instandhaltung
Die wachsende Bedeutung der Instandhaltung ist auf die Globalisierung der Märkte zurückzuführen. Damit diese wettbewerbsfähig bleiben, steigt bei den Unternehmern der Kosten- und Leistungsdruck. Der Fokus wird auf Produkte mit hohen Anforderungen an die Qualität zu günstigsten Kosten gelegt (Pawellek, 2016, p. 1).
Bis 1950 war das Interesse an einer Instandhaltung noch sehr gering, wenn etwas nicht mehr funktionierte, wurde es repariert. Eine Betrachtung aus der energetischen Sicht wurde nicht vollzogen. Seit 1950 fand die Instandhaltung Einzug: Wenn die Maschine einen Ausfall hatte, wurden geringfügige Instandhaltungen durchgeführt. Erst ab 1960 begann man, die Instandhaltung auch an produktiven Anlagen auszuführen. Daraus ergaben sich folgende Vorteile:
– Die Anlagen liefen zuverlässiger und wiesen eine höhere Verfügbarkeit auf
– Grössere Sicherheit für die Produktion und die Mitarbeiter
– Die Qualität der Produkte wurde gesteigert
– Weniger Auswirkungen auf die Umwelt
– Anlagen konnten länger betrieben werden
– Die Rentabilität wurde erhöht
Ab circa dem Jahr 2000 kam eine zusätzliche Betrachtungsweite hinzu. Die Unternehmer begannen, Nachhaltigkeitsziele in ihre Struktur zu implementieren. Dies führte dazu, dass die Anlagebewirtschaftung eine zentrale Rolle einnahm.
Im Jahr 2012 wurde ein Zukunftsprojekt mit der «Industrie 4.0» initialisiert. Darin geht es darum, die Anlagen mit zentraler autonomer Intelligenz zu betreiben. Das bedeutet, die Anlagen so zu steuern, dass sie sich anbahnende Störungen erkennen direkt an interne oder externe Partner melden (Pawellek, 2016, pp. 3–4).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Beschreibt die Ausgangslage, das Ziel der Arbeit, die Forschungsfrage sowie die Hypothese zum fehlenden technischen Verständnis bei Eigentümern.
2. Die Instandhaltung – Theorieteil: Erläutert grundlegende Begriffe, Rollen, verschiedene Instandhaltungsmodelle sowie die relevanten Normen und Vorschriften für den Betrieb von raumlufttechnischen Anlagen.
3. Methodenteil: Dokumentiert das Forschungsdesign, inklusive der Durchführung von Experteninterviews mit verschiedenen Stakeholdern und dem zeitlichen Ablauf der Masterarbeit.
4. Auswertung: Fasst die Ergebnisse der Interviews zusammen, interpretiert diese im Kontext der Theorie und beantwortet die Forschungsfrage unter Prüfung der Hypothese.
5. Fazit/Ausblick: Fasst die zentralen Erkenntnisse der Arbeit zusammen, leitet Handlungsempfehlungen für Eigentümer ab und gibt einen Ausblick auf potenzielle weiterführende Forschungsbereiche.
Schlüsselwörter
Instandhaltung, Raumlufttechnische Anlagen, RLT-Anlagen, Betriebskosten, Lebensdauer, Eigentümer, Wartungsvertrag, Instandhaltungsstrategie, Facility Management, Hygiene, Gebäudetechnik, Energieeffizienz, Normen, SIA 382/1, Experteninterviews.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit den relevanten Instandhaltungsmaßnahmen an raumlufttechnischen Anlagen aus Sicht der Eigentümer, um Betriebskosten zu senken und die Lebensdauer der Anlagen zu verlängern.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Zentrale Themen sind die Instandhaltungsmodelle, technische Anforderungen an Lüftungsanlagen, rechtliche Normen und Vorschriften sowie die Praxis von Wartungsverträgen.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Die zentrale Frage ist, welche Instandhaltungsmaßnahmen bei raumlufttechnischen Anlagen aus Sicht der Eigentümer hinsichtlich Betriebskosten und Lebensdauer tatsächlich relevant sind.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wurde ein qualitativer Forschungsansatz gewählt, der auf Experteninterviews mit Eigentümervertretern, Ingenieuren, Fachfirmen und Anlagenherstellern basiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden neben den theoretischen Grundlagen zu Instandhaltungsstrategien die empirischen Ergebnisse aus den Interviews ausgewertet und kritisch interpretiert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Instandhaltung, RLT-Anlagen, Betriebskosten, Lebensdauer und Wartungsverträge zusammenfassen.
Welche Rolle spielt das technische Verständnis der Eigentümer bei Wartungsverträgen?
Die Hypothese der Arbeit lautet, dass aufgrund eines Mangels an technischem Wissen bei Eigentümern oft unnötige Leistungen in Wartungsverträgen verkauft werden.
Welches Fazit zieht der Autor bezüglich des Instandhaltungsaufwands?
Der Autor kommt zu dem Schluss, dass ein Fokus auf Hygiene entscheidend ist, während bei anderen Maßnahmen oft "weniger mehr ist", da nicht jeder vorausschauende Austausch von Verschleißteilen wirtschaftlich sinnvoll ist.
Welchen Stellenwert nimmt die Hygiene ein?
Hygiene wird als der kritischste Aspekt bewertet, da die Luft als lebenswichtiges Gut für den Menschen angesehen wird und die Instandhaltung primär die einwandfreie Luftqualität sicherstellen muss.
- Quote paper
- Adrian Biggel (Author), 2019, Instandhaltungsmaßnahmen an raumlufttechnischen Anlagen. Wie können die Lebensdauer verlängert und die Betriebskosten gesenkt werden?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/518534