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Roelant Savery - Orpheus unter den Tieren (1610)

Title: Roelant Savery - Orpheus unter den Tieren (1610)

Term Paper , 2005 , 12 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Patricia Schellenberger (Author)

Art - Painting
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Summary Excerpt Details

Aus dem riesigen Fundus des Städels ein Bild auszuwählen ist nicht sehr einfach. Das Angebot ist groß und alle Bilder haben ihre besondere und interessante Geschichte. Ich habe meine Auswahl schlicht und ergreifend nach persönlichem Gefallen, nach Bauchgefühl, getroffen. Unter den vielen doch sehr bedrückenden und dunkel-negativ wirkenden Gemälden ist mir ‚Orpheus unter den Tieren’ in seiner Farbigkeit und Ausstrahlung förmlich ins Auge gestochen. Dieses Bild erinnert mich spontan an ein Märchenbuch oder Kinderbuch über Tiere, an eine paradiesische Szene. Unzählige Tiere verschiedenster Herkunft verweilen ruhig in einer üppigen Waldszene. Die Szene ist irgendwie unwirklich bzw. unrealistisch, denn die Zusammenstellung der Tiere – Exoten mit heimischen Arten - passt nicht, sie gehören so nicht in diesen Laubwald und sie würden in der Realität niemals so friedlich nebeneinander sein. Diese Tatsache macht das Bild interessant, ich fange an nach den Gründen für diese Situation zu suchen. Auch, weil die Titelfigur ja Orpheus ist. Aber wo ist er eigentlich und welche Rolle spielt er?

Die Stimmung wirkt friedvoll, positiv und absolut harmonisch, fast schon romantisch. Das Bild hat nichts Böses oder Aggressives, es strahlt Ruhe aus. Trotz der warmen harmonisch abgestimmten Farben strahlt es für mich neben den anderen Gemälden heraus. Es sieht aus wie ein Schnappschuss vom Paradies.

Nachdem die Auswahl getroffen war, musste ich leider feststellen, dass mir kein so üppiges Literaturmaterial wie für viele andere Gemälden zur Verfügung steht. Ich versuche mich dem Bild und seinem Hintergrund daher auf Basis des vorhanden Materials und vor allem meiner persönlichen Eindrücke zu nähern.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1.) Grunddaten des Gemäldes

2.) Erster Eindruck und Motivation zur Bildauswahl

3.) Bildbeschreibung

4.) Relevant erscheinende Aspekte aus der Lebensgeschichte von Roelant Savery und seiner Zeit

5.) Die Tier- und Orpheusdarstellung in Relation zu Zeitgeist und Umfeld

6.) Schlussbetrachtung

Zielsetzung und Themen

Die vorliegende Arbeit verfolgt das Ziel, das Gemälde „Orpheus unter den Tieren“ (1610) von Roelant Savery einer kunsthistorischen Analyse zu unterziehen und die symbolische sowie motivische Bedeutung der Darstellung vor dem Hintergrund des zeitgenössischen wissenschaftlichen Naturalismus und des höfischen Umfelds zu entschlüsseln.

  • Grundlegende Beschreibung und formale Analyse des Gemäldes
  • Biografische Einordnung von Roelant Savery und der kulturelle Zeitgeist
  • Die Darstellung von Mensch und Natur im Übergang von Spätrenaissance zum Barock
  • Symbolik der Orpheus-Figur und deren Bedeutung als friedensstiftendes Motiv

Auszug aus dem Buch

3.) Bildbeschreibung

Auf einer Lichtung am Waldrand sind unzählige Tiere verschiedener Art und Herkunft versammelt. Kulissenartig werden Sie umrahmt vom Wald rechts und links des Bildes, der im oberen Bildrand zusammentrifft und verhältnismäßig wenig Blick auf den Himmel und den Horizont freigibt. Es handelt sich um einen Mischwald, vornehmlich Eichen. Auffällig sind die Lichtflecken, die im Bild verteilt einzelne Partien hervorheben und dem Ganzen eine warme Vorabendstimmung verleihen.

Das Gemälde wird dominiert von den Tieren und dem üppigem Wald, der die Szene umrahmt. Die Tiere sind ausschließlich in der unteren Bildhälfte, die obere Bildhälfte besteht aus Laubwerk und etwas Himmel. Das Auge wandert im ersten Moment unruhig hin und her, nimmt die Vielfalt der Tiere wahr und weiß nicht, wo es haften bleiben soll. Es gibt so viele Details. Sofort fällt auf, dass die Tiere gar nicht zusammen passen – sie stammen aus verschiedenen Kontinenten und scheinen auf der Lichtung am Waldrand zusammengetragen. Im Mittelpunkt des Bildes erkennt man sofort einen Elefant an seiner prägnanten exotischen Form und der Haltung des Rüssels. Schräg rechts unter ihm, weiter vorne im Schatten, sitzt Orpheus, gekleidet in ein grau-blaues wallendes Gewand, am Boden des leicht ansteigenden Hügels. Orpheus spielt auf einer Harfe und singt, die Tiere scheinen bewegungslos zu lauschen. Direkt über ihm ein kleiner Schwarm fliegender Vögel, sie wirken transparent und bilden in ihrer Formation einen zarten Kreis über Orpheus’ Haupt. Die Figur ist im Verhältnis zum Restbild sehr unscheinbar, sie taucht unter in der Masse der Tiere und im Schatten des Waldes. Orpheus steht nicht im Mittelpunkt der Darstellung, sonder die Vielzahl der um ihn versammelten Tiere.

Zusammenfassung der Kapitel

1.) Grunddaten des Gemäldes: Dieser Abschnitt liefert die essenziellen technischen Informationen zum Werk, wie Künstler, Maße, Entstehungsjahr und Aufbewahrungsort.

2.) Erster Eindruck und Motivation zur Bildauswahl: Die Autorin begründet ihre Wahl des Gemäldes durch dessen harmonische Ausstrahlung und ihre persönliche Faszination für die paradiesisch anmutende, wenn auch unrealistische Tierszene.

3.) Bildbeschreibung: Hier erfolgt eine detaillierte formale Untersuchung der Komposition, der Anordnung der Tiere, der Lichtführung sowie der Rolle der zentralen Orpheus-Figur im Waldambiente.

4.) Relevant erscheinende Aspekte aus der Lebensgeschichte von Roelant Savery und seiner Zeit: Dieses Kapitel bettet das Werk in den historischen Kontext der Spätrenaissance und des aufkommenden Barocks ein und beleuchtet die Biografie des Künstlers am Prager Hof unter Kaiser Rudolph II.

5.) Die Tier- und Orpheusdarstellung in Relation zu Zeitgeist und Umfeld: Hier werden die Ergebnisse der Analyse verknüpft, um die Intention des Künstlers, das Zusammenspiel von Naturstudium und Phantastik sowie die mythologische Symbolik des Orpheus zu deuten.

6.) Schlussbetrachtung: Das Fazit fasst zusammen, dass Orpheus als Motiv primär als Bindeglied fungiert, um die wissenschaftlich motivierte Fülle an Tieren in eine harmonische, wenn auch phantastische Ordnung zu bringen.

Schlüsselwörter

Roelant Savery, Orpheus unter den Tieren, Kunstgeschichte, Spätrenaissance, Barock, Prager Hof, Kaiser Rudolph II., Naturstudium, Tiermalerei, Mythologie, Bildanalyse, Komposition, Harmonielehre, Exotik, Staffage

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert das Gemälde „Orpheus unter den Tieren“ von Roelant Savery aus dem Jahr 1610 und untersucht die kompositorische sowie inhaltliche Struktur des Werkes.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Im Zentrum stehen die künstlerische Darstellung von Flora und Fauna im 17. Jahrhundert, die Biografie des Malers am Prager Hof und die Verbindung von naturwissenschaftlichem Beobachtungsinteresse mit mythologischen Inhalten.

Was ist das primäre Ziel der Analyse?

Das Ziel ist es zu verstehen, warum Savery die Figur des Orpheus gewählt hat und wie das Gemälde das Spannungsfeld zwischen wissenschaftlicher Genauigkeit der Tierdarstellung und einer phantastischen, harmonisierten Bildwelt überbrückt.

Welche wissenschaftliche Methode wurde angewandt?

Die Autorin kombiniert eine formale Bildbeschreibung mit einer historisch-kontextuellen Einordnung und greift dabei auf kunsthistorische Fachliteratur sowie eigene visuelle Analysen des Bildaufbaus zurück.

Was ist der Kern des Hauptteils?

Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Bildbeschreibung, die historische Einbettung in die Zeit von Kaiser Rudolph II. sowie eine tiefgreifende Interpretation der symbolischen Bedeutung von Orpheus und der Tierzusammenstellung.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Roelant Savery, Naturstudium, Spätrenaissance, Bildkomposition, Hofmalerei und der Orpheus-Mythos.

Warum wirkt die Zusammenstellung der Tiere laut Autorin unrealistisch?

Die Autorin stellt fest, dass Tiere aus völlig unterschiedlichen Kontinenten und Lebensräumen in einer Weise kombiniert wurden, die in der Realität niemals friedlich nebeneinander möglich wäre, was auf eine gezielte phantastische Inszenierung hindeutet.

Welche Rolle spielt die Orpheus-Figur innerhalb des Gemäldes?

Orpheus nimmt trotz seiner Funktion als Namensgeber des Bildes nur einen vergleichsweise unscheinbaren Platz ein; er dient primär als sinnstiftendes, friedensbringendes Bindeglied, um die vielfältigen Tiere zu einer harmonischen Gemeinschaft zu vereinen.

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Details

Title
Roelant Savery - Orpheus unter den Tieren (1610)
College
Academy of Design Offenbach am Main
Grade
1,3
Author
Patricia Schellenberger (Author)
Publication Year
2005
Pages
12
Catalog Number
V51868
ISBN (eBook)
9783638477208
Language
German
Tags
Roelant Savery Orpheus Tieren
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Patricia Schellenberger (Author), 2005, Roelant Savery - Orpheus unter den Tieren (1610), Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/51868
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