Die lernende Organisation ist ein Konzept, das Unternehmen helfen soll, durch das Zusammenspiel verschiedener Faktoren auf Veränderungen jederzeit erfolgreich reagieren zu können. In der folgenden Ausarbeitung sollen diese Faktoren, speziell im Hinblick auf den Ansatz Senge`s „Die fünfte Disziplin“ erläutert werden.
Zunächst werden wir nach einer Beschreibung von Organisationstheorien auf den Begriff Organisationsentwicklung näher eingehen. Hierbei soll ein erster Bezug zur lernenden Organisation hergestellt werden. Nachdem wir den komplexen Ansatz einer lernenden Organisation von Argyris / Schön näher untersuchen, wird das Konzept der fünf Disziplinen von Senge erläutert. Den Abschluss bildet ein Praxisabgleich, innerhalb dessen wir Parallelen zwischen einem am Markt agierenden Unternehmen zu einer lernenden Organisation nach Senge’s Auffassung erörtern möchten.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Organisationstheorien
2.1 Entwicklung des Organisationsverständnisses
2.2 Der systemtheoretische Ansatz einer Organisation
3. Organisationsentwicklung
3.1 Grundlagen der Organisationsentwicklung
3.2 Organisationsentwicklung und lernende Organisation
4. Lernende Organisation nach Argyris/Schön
5. Senge`s Konzept der fünf Disziplinen
5.1 Lernhemmnisse
5.2 Systemdenken
5.3 Personal Mastery
5.4 Mentale Modelle
5.5 Gemeinsame Vision
5.6 Team Learning
5.7 Zusammenfassung
6. Praxisabgleich
6.1 Vorstellung der Organisation und des Ansprechpartners
6.2 Das Werk Wörth als lernende Organisation im Abgleich mit Senge`s Konzept
6.3 Der „ReZei“-Prozess
7. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Konzept der lernenden Organisation unter besonderer Berücksichtigung der fünf Disziplinen nach Peter M. Senge. Ziel ist es, das theoretische Modell der lernenden Organisation zu erläutern und dessen Praxistauglichkeit anhand eines Fallbeispiels aus der Industrie, dem DaimlerChrysler Werk Wörth, kritisch zu hinterfragen.
- Grundlagen von Organisationstheorien und Organisationsentwicklung
- Analyse der lernenden Organisation nach Argyris und Schön
- Detaillierte Darstellung der fünf Disziplinen von Senge
- Praktische Untersuchung organisationalen Lernens am Beispiel des „ReZei“-Prozesses
Auszug aus dem Buch
5.2 Systemdenken
Als Eckpfeiler seines Konzepts bezeichnet Senge die fünfte Disziplin, das Systemdenken. Es integriert die einzelnen Disziplinen als Werkzeuge auf dem Weg zur Lernenden Organisation.
Bei der fünften Disziplin zielt Senge darauf ab, die Welt mit anderen Augen zu sehen. So will er helfen, die Hebel an den richtigen Stellen anzusetzen und durch Erkennen der Strukturen Verhaltensänderungen bewirken (vgl. Senge 2001, S. 70). Dies ist für Senge ein generativer Prozess, also Lernen im Sinne Argyris’ „deutero learning“.
Senge hat elf typische systemische Gesetze erstellt, die immer wieder die folgenden Ausführungen berühren oder beinhalten werden (vgl. Senge, 2001, S. 75 ff., siehe Anlage 3). Sie spiegeln immer wiederkehrende systemische Realitäten wieder.
So steht für Senge an erster Stelle das Umdenken, wofür er den historisch geprägten Begriff Metanoia verwendet (vgl. Senge, 2001, S. 88 ff.). „In den meisten Managementsituationen liegt die wahre Hebelwirkung in einem Verständnis der dynamischen Komplexität, nicht der Detailkomplexität.“ (Senge 2001, S. 92). Dynamische Komplexität bedeutet hierbei, dass eine Handlung kurzfristig andere Auswirkungen hat als langfristig. Deshalb ist es für Senge wichtig, mit dem Umdenken anzufangen und nicht mehr rein lineare Beziehungsketten zu sehen, sondern Wechselbeziehungen. Somit ist es auch wichtig, nicht mehr Schnappschüsse der Realität zu betrachten, sondern Veränderungsprozesse. Diese zwei Eigenschaften beschreiben das Umdenken, was für Senge „das Wesentliche an der Disziplin des Systemdenkens“ ist (vgl. Senge 2001, S. 94). Durch die tiefgreifende Sinnesänderung bei Metanoia ist für Senge das Umdenken gleichzusetzen mit der weitreichenderen Bedeutung von Lernen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Notwendigkeit des Lernens in Unternehmen als Reaktion auf eine sich wandelnde Umwelt und führt das Konzept der lernenden Organisation ein.
2. Organisationstheorien: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über den geschichtlichen Wandel des Organisationsverständnisses von der klassischen Lehre bis zum systemtheoretischen Ansatz.
3. Organisationsentwicklung: Hier werden die Grundlagen der Organisationsentwicklung und deren Verbindung zum Konzept der lernenden Organisation erörtert.
4. Lernende Organisation nach Argyris/Schön: Der Fokus liegt auf der Untersuchung der Lerntheorien von Argyris und Schön, insbesondere den Arten des Lernens und den defensiven Routinen.
5. Senge`s Konzept der fünf Disziplinen: Dieses Hauptkapitel erläutert Senges Modell, angefangen bei den Lernhemmnissen über die Disziplinen Systemdenken, Personal Mastery, Mentale Modelle und Gemeinsame Vision bis hin zum Team Lernen.
6. Praxisabgleich: Das Kapitel vergleicht Senges theoretische Anforderungen mit der Praxis des DaimlerChrysler Werks Wörth und analysiert den Reorganisationsprozess „ReZei“.
7. Fazit: Das Fazit bewertet die Praxistauglichkeit von Senges Modell als wertvolle Inspirationsquelle, jedoch nicht als eins zu eins umsetzbare Komplettlösung.
Schlüsselwörter
Lernende Organisation, Systemdenken, Organisationsentwicklung, Peter M. Senge, Personal Mastery, Mentale Modelle, Gemeinsame Vision, Team Learning, Argyris und Schön, Veränderungskompetenz, ReZei-Prozess, Systemarchetypen, organisationales Lernen, Feedback, Metanoia.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Seminararbeit im Kern?
Die Arbeit befasst sich mit dem Konzept der lernenden Organisation und untersucht, wie Unternehmen durch systemisches Lernen wettbewerbsfähig bleiben können, wobei Senges fünf Disziplinen im Mittelpunkt stehen.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Zentrale Themen sind die theoretischen Grundlagen des organisationalen Lernens, Senges spezifisches Fünf-Disziplinen-Modell sowie die praktische Anwendung dieser Konzepte in einem industriellen Kontext.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, Senges Konzept der lernenden Organisation theoretisch fundiert darzustellen und dessen Praxistauglichkeit anhand eines realen Fallbeispiels kritisch zu überprüfen.
Welche wissenschaftliche Methodik wurde verwendet?
Die Arbeit nutzt eine Kombination aus Literaturanalyse der einschlägigen Fachliteratur und einem qualitativen Praxisabgleich durch ein Experteninterview mit einem Unternehmensvertreter.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einführung in Organisationstheorien und Organisationsentwicklung, die Analyse der Lernansätze von Argyris/Schön sowie die detaillierte Vorstellung von Senges fünf Disziplinen.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am stärksten?
Wichtige Schlüsselwörter sind unter anderem Systemdenken, Personal Mastery, mentale Modelle, gemeinsame Vision, Team Learning und die Abgrenzung von lernenden Organisationen gegenüber klassischen Ansätzen.
Was unterscheidet Senges Ansatz nach Ansicht des Autors von klassischen Organisationsverständnissen?
Senge betont die systemische Sichtweise und das Umdenken (Metanoia), während klassische Ansätze oft den Menschen als bloßen Produktionsfaktor oder "Maschine" betrachteten und soziale Aspekte vernachlässigten.
Wie bewertet der Autor die Praxistauglichkeit von Senges Modell?
Der Autor kommt zu dem Schluss, dass Senges Modell wichtige Meilensteine liefert, aber nicht eins zu eins als komplettes Lösungskonzept für jede Organisation taugt, sondern situativ angepasst werden sollte.
Welchen Stellenwert nimmt der "ReZei"-Prozess im Praxisabgleich ein?
Der "ReZei"-Prozess dient als konkretes Fallbeispiel, an dem aufgezeigt wird, wie Prinzipien des systemischen Lernens und der Eigenverantwortung in der Produktion des DaimlerChrysler Werks Wörth praktisch umgesetzt werden.
- Quote paper
- Daniel Rieck (Author), 2005, Senge's "Die fünfte Disziplin". Das Unternehmen als lernende Organisation, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/51903