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Die zweite Türkenbelagerung Wiens - dargestellt an Feldaufzeichnungen und Augenzeugenberichten

Title: Die zweite Türkenbelagerung Wiens - dargestellt an Feldaufzeichnungen und Augenzeugenberichten

Term Paper , 2005 , 17 Pages , Grade: 2,8

Autor:in: Jennifer Brei (Author)

Orientalism / Sinology - Miscellaneous
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Bei der Erforschung der Vergangenheit gibt es generell 2 Arten von Quellen zur Rekonstruktion der Geschichte: Überlieferungen oder auch Traditionen und Überreste. Bei der ersten Kategorie handelt es sich um schriftliche Aufzeichnungen, Inschriften, oder verbale Überbleibsel, wie Sagen und Legenden. Zu Letzterer zählen abstrakte Informationen, wie Volkstänze oder Sprichwörter, die über einen längeren Zeitraum weitergegeben wurden. Befasst man sich mit der inhaltlichen Struktur verschiedener Überlieferungen, so stößt man häufig auf das Problem, zu einem bestimmten Ereignis mehrere subjektive Darstellungen aufzufinden, die das Geschehnis aus völlig verschiedenen Blickwinkeln wiedergeben. Daraus im Nachhinein eine neutrale Zusammenfassung zu erstellen, ist quasi unmöglich.
In dieser Hausarbeit möchte ich mich auf den folgenden Seiten mit der zweiten Belagerung Wiens durch die Osmanen im Jahr 1683 beschäftigen und dabei als Quellen die Berichte direkter Augenzeugen beider Parteien - Belagerer sowie Verteidiger - heranziehen. Anhand ausgewählter Beispiele werde ich dabei versuchen die unterschiedliche Wiedergabe einzelner Ereignisse und das Verhältnis der teilweise konträren Darstellungen in späteren geschichtlichen Zusammenfassungen, zu erarbeiten.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

I. „Objektive“ Zusammenfassung der zweiten osmanischen Belagerung Wiens 1683

II. Analyse der Quellen

1. Die chronologische und mehrperspektivische Darstellung der Belagerung in Walter Sturmingers Die Türken vor Wien in Augenzeugenberichten

2. Die von Richard F. Kreutel übersetzten Berichte des anonymen Zeremonienmeisters der hohen Pforte

III. Die Darstellung der Belagerung aus der Perspektive von Augenzeugen beider Parteien anhand ausgewählter Ereignisse

1. Ankunft der Osmanen und Beginn der Belagerung

2. Die Darstellung Kara Mustafas

3. Der Krieg und die konträre Perspektive auf einzelne Feldereignisse

4. Die Erklärung für das Scheitern der Osmanen

a. Aus osmanischer Perspektive

b. Aus der Sicht der Verteidiger und Entsatzer

IV. Bewertung des Umganges mit den historischen Quellen in späteren Zusammenfassungen

Schluss

Literaturnachweis

Zielsetzung & Themen

Die Hausarbeit untersucht die Problematik der historischen Vergangenheitsrekonstruktion am Beispiel der zweiten Wiener Türkenbelagerung von 1683. Ziel ist es, anhand von Augenzeugenberichten beider Kriegsparteien die teils konträren Darstellungen einzelner Ereignisse herauszuarbeiten und deren Wertung in späteren historischen Zusammenfassungen kritisch zu hinterfragen.

  • Vergleichende Analyse zeitgenössischer Augenzeugenberichte und militärischer Dokumente.
  • Kontrastierung osmanischer und christlich-europäischer Perspektiven auf den Belagerungsverlauf.
  • Untersuchung der Darstellung zentraler Akteure wie Kara Mustafa.
  • Kritische Reflexion der "Objektivität" in geschichtlichen Zusammenfassungen.

Auszug aus dem Buch

3. Der Krieg und die konträre Perspektive auf einzelne Feldereignisse

Gerade beim Vergleich der Schilderungen einzelner militärischer Aktionen zeigt sich die Subjektivität der Darstellung dieser Erlebnisse besonders deutlich: so werden beispielsweise in fast allen Fällen die Verluste eigener Soldaten von beiden Parteien kaum erwähnt, während die Opfer des Gegners große Betonung finden. Daraus ergibt sich eine generelle Diskrepanz in der Schilderung der Kriegsgeschehnisse. So wird beispielsweise ein Ausfall der von den Osmanen als „Giauren“ bezeichneten Wiener am 19. Juli von Letzteren als „voller Erfolg“ verbucht, während der Zeremonienmeister darüber vermerkt „mit Gottes Huld mussten die meisten von ihnen ins Gras beißen“.

Auch der von Zeugen der Belagerten beschriebene Waffenstillstand, den die Osmanen wohl am 24. Juli aufgrund „[...] der vielen Toten und des abscheulichen Gestanks halber [...]“ erbaten, wird von diesen anders begründet. So steht hier: „[...] auf beiden Seiten brannte die Flamme des Kampfes und Streites nicht sonderlich [...]“ und in einer weiteren Passage wird das schlechte Wetter als Begründung für die rege Kampftätigkeit angegeben. Und auch die Minenzündungen der Wiener werden in den Aufzeichnungen des Zeremonienmeisters immer als harmlos abgetan, so findet sich fast immer der Zusatz „[...] sie schlug aber zurück und fügte niemandem im Heere des Islams irgendeinen Schaden zu“, so dass demnach fasst angenommen werden müsste, die Verteidiger wären des Minierens gar nicht fähig gewesen.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Einführung in die Problematik der subjektiven Vergangenheitsrekonstruktion und Zielsetzung der Arbeit.

I. „Objektive“ Zusammenfassung der zweiten osmanischen Belagerung Wiens 1683: Kurze historische Rekapitulation der Ereignisse von März bis September 1683 aus heutiger Sicht.

II. Analyse der Quellen: Methodische Vorstellung der zwei zentralen Quellengrundlagen: Sturmingers Werk und die Aufzeichnungen des osmanischen Zeremonienmeisters.

III. Die Darstellung der Belagerung aus der Perspektive von Augenzeugen beider Parteien anhand ausgewählter Ereignisse: Detaillierter Vergleich der Sichtweisen zu Belagerungsbeginn, Führungsfiguren, Feldereignissen und den Ursachen der osmanischen Niederlage.

IV. Bewertung des Umganges mit den historischen Quellen in späteren Zusammenfassungen: Kritische Prüfung, wie moderne Zusammenfassungen die einseitige Quellenlage verarbeiten.

Schluss: Zusammenfassende Reflexion über die Problematik objektiver Geschichtsschreibung und den Nachhall der Ereignisse in der heutigen Erinnerungskultur.

Literaturnachweis: Verzeichnis der verwendeten Quellen.

Schlüsselwörter

Zweite Türkenbelagerung, Wien 1683, Augenzeugenberichte, osmanische Perspektive, Quellenkritik, Kara Mustafa, Zeremonienmeister, Vergangenheitsrekonstruktion, Subjektivität, Geschichtsschreibung, Kriegsberichterstattung, Belagerung, Historische Quellen, Erinnerungskultur.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die historische Darstellung der zweiten Wiener Türkenbelagerung von 1683, wobei der Fokus auf dem Vergleich subjektiver Augenzeugenberichte beider Seiten liegt.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Zentrum stehen die Quellenkritik, der Vergleich von osmanischen und christlich-europäischen Sichtweisen auf militärische Ereignisse sowie die kritische Reflexion über die Objektivität historischer Zusammenfassungen.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, die Problematik der Rekonstruktion historischer Ereignisse aufzuzeigen, da diese fast immer auf subjektiven und teilweise widersprüchlichen Quellen basieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine quellenkritische Methode angewandt, bei der Texte direkt gegenübergestellt werden, um Diskrepanzen und unterschiedliche Sichtweisen bei der Schilderung derselben Ereignisse zu identifizieren.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil befasst sich mit der Analyse konkreter Ereignisse, wie der Ankunft der Osmanen, der Darstellung von Kara Mustafa, der Bewertung einzelner Feldereignisse und den Erklärungsmodellen für den Ausgang der Belagerung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind Türkenbelagerung, Augenzeugenberichte, Quellenkritik, historische Rekonstruktion und osmanische Perspektive.

Welche Rolle spielt der anonyme Zeremonienmeister in der Analyse?

Er dient als die wichtigste, wenn auch hinsichtlich der Authentizität kritisch zu betrachtende, osmanische Primärquelle zur Belagerung aus der Sicht des Großwesirs Kara Mustafa.

Warum wird die Darstellung von Kara Mustafa als konträr bezeichnet?

Während er im Tagebuch des Zeremonienmeisters als "hochmächtig" oder "fromm" idealisiert wird, kritisieren andere osmanische Autoren oder europäische Berichte seine strategischen Entscheidungen und sein Scheitern scharf.

Wie unterscheidet sich die Erinnerung heute in Wien und in der Türkei?

In Wien wird das Ereignis heute eher mit einem Augenzwinkern betrachtet, während in der Türkei bei Gesprächen über dieses Thema oft noch ein gewisser Stolz mitschwingt.

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Details

Title
Die zweite Türkenbelagerung Wiens - dargestellt an Feldaufzeichnungen und Augenzeugenberichten
College
LMU Munich  (Institut für Orientalistik)
Course
Einführung in das Studium der Orientalistik
Grade
2,8
Author
Jennifer Brei (Author)
Publication Year
2005
Pages
17
Catalog Number
V51956
ISBN (eBook)
9783638477840
ISBN (Book)
9783656781967
Language
German
Tags
Türkenbelagerung Wiens Feldaufzeichnungen Augenzeugenberichten Einführung Studium Orientalistik
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Jennifer Brei (Author), 2005, Die zweite Türkenbelagerung Wiens - dargestellt an Feldaufzeichnungen und Augenzeugenberichten, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/51956
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