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Ein Ansatz zur Begründung der Revolution von 1848

Title: Ein Ansatz zur Begründung der Revolution von 1848

Term Paper , 2001 , 14 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Julia Sommerhäuser (Author)

History of Germany - 1848, Empire, Imperialism
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„Es war nicht so, dass die Revolution kommen musste, und schon gar nicht im Frühjahr 1848 [...]“. Bei den Worten des Historikers Thomas Nipperdey stellt sich die Frage, aus welchen Gründen die deutsche Revolution gerade im Jahr 1848 - und nicht etwa schon 1830 - ausbrach.
Diese Frage erfährt ihre Berechtigung, wenn man bedenkt, dass es in der deutschen Geschichte vor 1830 und vor 1848 parallele Entwicklungen gibt. An den Jahren 1815 bis 1830 lassen sich Ereignisse festmachen, die sich in ähnlicher Weise in der Zeit zwischen 1830 und 1848 wiederholen.
1817 findet auf der Wartburg eine politische Versammlung statt, 1832 in Hambach. Folge dieser Feste ist jeweils eine Radikalisierung der liberalen Bewegung, die sich 1819 im Kotzebue-Mord und 1833 im Frankfurter Wachensturm manifestiert. Darauf reagiert die Obrigkeit mit scharfen Sanktionen. 1819 wird in den Karlsbader Beschlüssen die Aufhebung der Presse- und Versammlungsfreiheit und die Überwachung der Studierenden beschlossen. 1834 werden diese Maßnahmen in den Wiener Ministerratsbeschlüssen wieder eingeführt oder verschärft.
Anhand dieser Beispiele wird deutlich, dass es bereits 1830 ähnliche Voraussetzungen für eine Revolution gegeben hat wie 1848. Warum es 1830 lediglich bei verschiedenen Tumulten in einzelnen deutschen Staaten blieb und es nicht zu einer gesamtdeutschen Revolution wie im Jahr 1848 kam, stelle ich in meiner Arbeit heraus.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die politische Öffentlichkeit

2.1 Das Wartburgfest

2.2 Das Hambacher Fest

3. Die gesellschaftlich – politische Situation

3.1 Das Bürgertum

3.2 Die Bauern

3.3 Das Handwerk

4. Vergleich der Umstände beider Feste

5. Konsequenzen für die Revolution 1848

6. Abschlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Gründe, warum die deutsche Revolution erst im Jahr 1848 und nicht bereits 1830 ausbrach, indem sie die gesellschaftlichen Voraussetzungen und die Entwicklung der politischen Öffentlichkeit im Vormärz analysiert.

  • Vergleich des Wartburgfestes (1817) und des Hambacher Festes (1832)
  • Analyse des gesellschaftlichen Wandlungsprozesses vom Stand zur Klasse
  • Untersuchung der Lebensbedingungen von Bürgertum, Bauern und Handwerkern
  • Bewertung der wachsenden Konflikte zwischen Obrigkeit und Gesellschaft
  • Identifikation der Faktoren, die 1848 eine breite revolutionäre Basis ermöglichten

Auszug aus dem Buch

2.1 Das Wartburgfest

Am 18./19. Oktober 1817 findet auf der Eisenacher Wartburg ein Fest zur „300-jährige[n] Wiederkehr der lutherischen Reformation und [zum] vierte[n] Jahrestag der Völkerschlacht bei Leipzig“ (Malettke o.J., 17) statt. Rund 500 Studenten und einige Professoren von den verschiedensten Universitäten im Deutschen Bund nehmen teil. Neben Jura- und Theologie sind auch Medizin- und Philologiestudenten vertreten – unter den Anwesenden dominieren „die Angehörigen des Bildungsbürgertums“ (ebd., 18).

Man hat sich versammelt, um „gemeinschaftlich das Bild der Vergangenheit uns vor die Seele zu rufen [und] um aus ihr Kraft zu schöpfen für die lebendige That in der Gegenwart“ (Steiger 1991, 250).

In zahlreichen Reden werden die Forderungen nach politischer Einheit des Deutschen Bundes und mehr bürgerlichen Freiheiten propagiert. Das jedoch geschieht in „durchaus moderatem Ton“ (Malettke o.J., 19). Es geht den Studenten nicht darum, den Staat zu verändern, sondern die Anwesenden sollen vielmehr auf ihre Zeit warten und schon jetzt darüber nachdenken, „wie ihr einst im Staat handeln sollt, und wie ihr euch dazu würdig vorbereitet“ (Steiger 1991, 115). Die angestrebte Realisierung nationaler Einheit und konstitutioneller Freiheit soll „auf dem Wege friedlicher Vereinbarungen mit den Regierungen“ (Malettke o.J., 21) durchgesetzt werden.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Arbeit hinterfragt, warum die deutsche Revolution erst 1848 und nicht 1830 ausbrach, und stellt den Vergleich von Wartburg- und Hambacher Fest als methodischen Zugang vor.

2. Die politische Öffentlichkeit: Dieses Kapitel vergleicht die studentisch geprägte Wartburgversammlung mit der als Massendemonstration angelegten Hambacher Versammlung hinsichtlich ihrer politischen Zielsetzung und Rhetorik.

3. Die gesellschaftlich – politische Situation: Es wird der Übergang von einer ständischen hin zu einer Klassengesellschaft sowie die damit verbundenen sozioökonomischen Belastungen für Bürgertum, Bauern und Handwerk analysiert.

4. Vergleich der Umstände beider Feste: Der Autor zeigt auf, warum das Hambacher Fest trotz ähnlicher gesellschaftlicher Grundvoraussetzungen eine deutlich breitere soziale Resonanz als das Wartburgfest erzielen konnte.

5. Konsequenzen für die Revolution 1848: Hier wird dargelegt, wie sich nach 1830 durch die Überkreuzung politischer und sozialer Konflikte das revolutionäre Potenzial für 1848 entscheidend aufbaute.

6. Abschlussbetrachtung: Das Fazit stellt fest, dass 1830 die notwendigen Voraussetzungen für einen breiten gesellschaftlichen Umbruch fehlten, während sich dieser durch die Entwicklungen bis 1848 manifestieren konnte.

Schlüsselwörter

Revolution 1848, Wartburgfest, Hambacher Fest, Vormärz, Politische Öffentlichkeit, Bürgertum, Bauernbefreiung, Handwerk, Klassengesellschaft, Liberalismus, Restauration, Gesellschaftlicher Wandel, Deutscher Bund, Protestbewegung, Reformzeit

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Ursachen für das Ausbleiben einer gesamtdeutschen Revolution im Jahr 1830 und deren erfolgreiches Eintreten im Jahr 1848 im Kontext der gesellschaftlichen Veränderungen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind die Entwicklung der politischen Öffentlichkeit, der sozioökonomische Wandel des Vormärz sowie die Radikalisierung verschiedener gesellschaftlicher Schichten.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, durch einen Vergleich des Wartburgfestes mit dem Hambacher Fest nachzuweisen, wie sich gesellschaftliche Strukturen veränderten und warum diese 1848 die Basis für eine Revolution bildeten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit verwendet eine vergleichende historische Methode, um politische Versammlungen und gesellschaftliche Schichtungen in den Zeiträumen 1815–1830 und 1830–1848 gegenüberzustellen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil widmet sich der politischen Öffentlichkeit, der soziologischen Analyse von Bürgertum, Bauern und Handwerk sowie einem direkten Vergleich der beiden Feste.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Revolution 1848, Vormärz, politische Öffentlichkeit, Klassenbildung und Liberalismus geprägt.

Inwiefern unterschied sich die Radikalität des Hambacher Festes von jener des Wartburgfestes?

Während auf der Wartburg Forderungen noch moderat formuliert wurden und man auf Einvernehmen mit den Regierungen hoffte, wurde in Hambach die radikale Rhetorik einer gesetzlichen Revolution geprägt.

Welchen Einfluss hatten die wirtschaftlichen Krisen der 1840er Jahre auf die Revolution?

Besonders die Notlage der Handwerker und Bauern, wie etwa beim schlesischen Weberaufstand, verschärfte das soziale Konfliktpotenzial und führte zu einer unzufriedenen Masse, die für revolutionäre Bewegungen empfänglich war.

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Details

Title
Ein Ansatz zur Begründung der Revolution von 1848
College
University of Münster  (Historisches Seminar)
Grade
2,0
Author
Julia Sommerhäuser (Author)
Publication Year
2001
Pages
14
Catalog Number
V51962
ISBN (eBook)
9783638477895
ISBN (Book)
9783656809531
Language
German
Tags
Ansatz Begründung Revolution
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Julia Sommerhäuser (Author), 2001, Ein Ansatz zur Begründung der Revolution von 1848, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/51962
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