Die Bedeutung der Farbgenetik in der Splashed White-Zucht


Facharbeit (Schule), 2018

23 Seiten, Note: 1,7

Anonym


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1. Einleitung

2. Grundlagen der Farbgenetik
2.1 Der dominant-rezessive und der intermediäre Erbgang
2.2 Epigenetik
2.3 Die Entstehung der Fellfarbe
2.3.1 Die Grundfarbe
2.3.2 Aufhellung und Verdunkelung der Grundfarbe
2.4 Wie entsteht eine Scheckung?
2.4.1 Verschiedene Scheckmuster
2.4.4.1 Tigerschecken
2.4.1.2 Tobiano
2.4.1.3 Overo

3. Farbzuchten
3.1 Splashed White
3.1.1 Probleme in der Splashed White-Zucht und deren Lösungsansätze

4. Fazit

Literaturverzeichnis

Internetquellen

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Dominant-rezessiver Erbgang: Parental- und 1. Filialgeneration

Abbildung 2: 1.und 2. Filialgeneration

Abbildung 3: Intermediärer Erbgang

Abbildung 4: Rappe

Abbildung 5: Fuchs

Abbildung 6: Brauner

Abbildung 7: Fellfarben mit schwarz als Grundfarbe

Abbildung 8: Fellfarben mit rot als Grundfarbe

Abbildung 9: Fellfarben mit braun als Grundfarbe

Abbildung 10: Voll-Tigerschecke

Abbildung 11: Tobiano-Schecke

Abbildung 12: Frame Overo-Schecken

Abbildung 13: Fuchs mit SW

Abbildung 14: Schwarzbrauner mit SW

Abbildung 15: Gambling Man, SW Vollbluthengst

Abbildung 16: Windfarbener Isländer mit SW

1. Einleitung

In dieser Facharbeit beschäftige ich mich mit der Bedeutung der Farbgenetik für die Zucht von gescheckten Pferden der Musterung „Splashed White“, die hauptsächlich beim amerikanischen Paint Horse auftritt.

Ich habe mir dieses Thema ausgesucht, weil mich die Genetik, vor allem Farbgenetik und Tierzucht im Allgemeinen sehr interessiert und ich durch das Westernreiten vor einigen Jahren bereits mit amerikanischen Pferderassen wie dem Quarter (bzw. Paint-) Horse und deren vielen verschiedenen englischen Farbbezeichnungen in Kontakt gekommen bin.

Zuerst erkläre ich die allgemeine Vererbungslehre und gehe auf die Grundfarben, sowie die diese beeinflussenden Gene zur Aufhellung, Verdunkelung und Musterung beim Pferd ein. Da es den Rahmen dieser Facharbeit sprengen würde, alle möglichen Farbgene, die die Fellfarbe des Pferdes beeinflussen können, aufzuzählen und ihre Wirkung zu erläutern, werde ich mich auf die wichtigsten beschränken, welche auch schon gut erforscht sind und die für dieses Thema besonders wichtige Entstehung von Scheckungen in einem eigenen Kapitel näher behandeln.

Im zweiten Teil erläutere ich kurz die Geschichte der Farbpferdezuchten und stelle einige Beispiele kurz dar, bevor ich das Aussehen, die Varianten und die Entstehung der Splashed Whites beschreibe. Außerdem zeige ich auf, welche Probleme bei dieser Farbzucht entstehen und wie man sie vermeiden kann oder könnte.

2. Grundlagen der Farbgenetik

Das Aussehen eines Pferdes wird durch seine Erbanlagen, also die Gene, welche aus je zwei Allelen bestehen, bestimmt. Ein Allel kommt von seinem Vater, das andere von der Mutter und beide ergeben, nachdem sie bei der Befruchtung miteinander verschmolzen sind, eine neue Kombination.

Die Farben des Fells und des Langhaars eines Pferdes werden aber nicht von einem Gen allein bestimmt. Wissenschaftler gehen davon aus, dass durchaus zwölf Gene die Farbe definieren können.[1]

2.1 Der dominant-rezessive und der intermediäre Erbgang

Bei einem dominant-rezessiven Erbgang wird das sich durchsetzende, also das andere unterdrückende Allel als dominant bezeichnet; das unterdrückte Allel ist rezessiv. Dominante Allele schreibt man in Großbuchstaben (A), rezessive in Kleinbuchstaben (a). Wenn beide Allele eines Gens dominant oder rezessiv sind, ist das Lebewesen, in diesem Fall das Pferd in diesem Merkmal reinerbig oder auch „homozygot“.[2] Es trägt beispielsweise die Erbinformation „AA“ oder „aa“. Mischerbige Lebewesen sind mit der Erbinformation „Aa“ ausgestattet. Welches Merkmal bei ihnen im Phänotyp, also in der äußeren Erscheinung ausgeprägt wird, ist abhängig davon, welches dominant ist. Rezessive Informationen findet man nur im Genotyp.[3]

In der 1. Mendelschen Regel, der Uniformitätsregel, heißt es, dass wenn man zwei reinerbige Lebewesen (Parentalgeneration) miteinander kreuzt, die sich in nur einem Merkmal unterscheiden, die Mischlinge der ersten Tochtergeneration (Filialgeneration) in diesem Merkmal alle gleich sind. Wenn man also beispielsweise ein schwarzes Pferd mit der Erbinformation „AA“ und ein weißes Pferd mit der Erbinformation „aa“ miteinander verpaart, wird das Fohlen immer mit der Erbinformation „Aa“ immer schwarz sein, weil „A“ dominant ist.[4]

Will man nun das Pferd mit der Erbinformation „Aa“ mit einem weiteren mischerbigen (heterozygoten) Pferd „Aa“ kreuzen, könnte deren Fohlen (zweite Filialgeneration) mit einer Wahrscheinlichkeit von 25% reinerbig schwarz „AA“, zu 50% mischerbig schwarz „Aa“ und 25% reinerbig weiß „aa“ sein.5

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1: Dominant-rezessiver Erbgang: Abb. 2: 1. und 2. Filialgeneration[6] Parental- und 1. Filialgeneration[7]

In Abbildung 1 und 2 sieht man am Beispiel der schwarzen und weißen Mäuse, wie die Vererbung im dominant-rezessiven Erbgang funktioniert.

Neben dem dominant-rezessiven Erbgang gibt es noch die Möglichkeit des intermediären Erbgangs, bei dem die Nachkommen der ersten Filialgeneration nach einer Verpaarung von „AA schwarz“ und „aa weiß“ im Genotyp ebenfalls „Aa“ sind, im Phänotyp wären die Farben Schwarz und Weiß jedoch zur Mischfarbe Grau verbunden. Da keines der beiden Allele dominant oder rezessiv ist, wird dieser Erbgang auch als unvollständig dominanter Erbgang bezeichnet.[8] In Abbildung 3 wird gezeigt, wie aus der mischerbig grauen Parentalgeneration 25% reinerbig weiße, zu 50% mischerbig graue und zu 25% reinerbig schwarze Mäuse entstehen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 3: Intermediärer Erbgang.9

2.2 Epigenetik

Nach dem aktuellen wissenschaftlichen Stand weiß man, dass der Phänotyp nicht allein durch den Genotyp bestimmt wird. Chromosomen können von verschiedenen Modifikatoren so verändert werden, dass sie anders wirken als vorgesehen. Diese Modifikatoren spielen besonders bei Pferden mit Scheckungen und Mustern eine große Rolle, weil sie dafür sorgen, dass die Musterung unterschiedlich und nicht steuerbar verteilt wird. Sie sind der Grund, warum bei Klonen oder eineiigen Zwillingen zwar nahezu identische Erbanlagen vorliegen, die Scheckung der Fohlen (oder auch Kälber) aber unterschiedlich ist.[10]

2.3 Die Entstehung der Fellfarbe

Die Fellfarbe eines Pferdes entsteht aus 3 „Bausteinen“: der Grundfarbe, der Aufhellung oder Verdunkelung und – bei einem Schecken – die Musterung durch spezifische Gene und Leuzismus.

2.3.1 Die Grundfarbe

Als Grundfarben existieren beim Pferd nur Rappen (schwarzes Fell und Langhaar; englisch: Black), Füchse (rotes Fell und Langhaar; englisch: Sorrel oder Chestnut) und Braune (braunes Fell, schwarzes Langhaar, meist schwarze Beine; englisch: Bay). Diese sind abhängig von den Genen B (Black) und A (Agouti).11

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 4: Rappe12

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 5: Fuchs13

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 6: Brauner14

Das Black-Gen bestimmt das Vorhandensein oder Nicht-Vorhandensein einer Schwarzfärbung, tritt also beim Rappen und beim Braunen als BB oder Bb auf, während beim Fuchs keine Schwarzfärbung vorliegt und der Genotyp bei ihm also immer bb ist.

Das Agouti-Gen beschränkt die Schwarzfärbung auf Mähne, Schweif und Beine, kann sich aber nur im Phänotyp zeigen, wenn überhaupt Schwarzfärbung vorhanden ist. Die Allelkombinationen AA und Aa bedeuten eine Beschränkung, das heißt, dass bei einer Kombination mit dem Genotyp BB oder Bb immer ein braunes Pferd entsteht. Lautet der Genotyp im Bezug auf den Agouti-Faktor aa, ist die Schwarzfärbung nicht beschränkt, was bedeutet, dass bei ihrem Vorhandensein in Form von BB oder Bb das Fell des Pferdes vollständig schwarz bleibt. Ist keine Schwarzfärbung vorhanden (bb), kann sie auch nicht beschränkt werden und das Pferd ist ein Fuchs.[15]

„Betrachtet man also beide Gene zugleich, so können folgende Allelkombinationen bei den Genotypen den entsprechenden Phänotypen zugeordnet werden:

Brauner: AABB, AABb, AaBB, AaBb; Rappe: aaBB, aaBb; Fuchs: AAbb Aabb aabb.“[16]

2.3.2 Aufhellung und Verdunkelung der Grundfarbe

Die drei Grundfarben können durch viele weitere Farbgene (Dilute-Gene) aufgehellt, verdunkelt oder anderweitig verändert werden, indem sie beispielsweise den Aalstrich eines Falben, das helle Langhaar der Haflinger oder vereinzelte weiße oder schwarze Stichelhaare entstehen lassen. Weil die Namen der Fellfarben im Deutschen nur das Aussehen und – im Gegensatz zum Englischen – den Genotyp nicht miteinbeziehen, nenne ich oft nur die englischen Namen, weil z.B. Palominos, Perlinos, und die verschiedenen Champagne-Töne im Deutschen alle als Isabellen bezeichnet werden und es hier zu Verwirrungen kommen könnte.

Die wichtigsten der die Grundfarbe verändernden Dilute-Gene sind:

- G-Faktor (Gray, Schimmel): GG oder Gg = Schimmel; lässt die Grundfarbe bei zunehmendem Alter weiß werden (ausschimmeln);, gg = kein Schimmel
- Cr-Faktor (Cream): CC = keine Veränderung, CCcr = einfache Aufhellung, CcrCcr = doppelte Aufhellung. Aus einem Rappen wird ein Smoky Black bzw. Smoky Cream, aus einem Fuchs ein Palomino bzw. Cremello und aus einem Braunen ein Buckskin bzw. Perlino.
- Ch-Faktor (Champagne): ChCh oder Chch = Champagne-Aufhellung, rosane Haut mit farbigen Haaren, chch = keine Aufhellung. Aus einem Rappen kann so ein Classic Champagne, aus einem Fuchs ein Gold Champagne und aus einem Braunen ein Amber oder Sable Champagne werden.
- Z-Faktor (Silver): ZZ oder Zz= starker Silbereffekt, zz = normale Grundfarbe. Rappen werden Silver Black (silbergrau), Braune Silver Bay (silberbraun). Bei Füchsen wirkt das Silver-Gen nicht. Die deutsche Bezeichnung ist „Windfarben“.
- Rn-Faktor (Roan): RnRn oder Rnrn = Roan, d.h. weisse Stichelhaare in farbigem Fell. rnrn = kein Roan. Je nach Grundfarbe wird das Pferd als Blue/Black Roan, Bay Roan oder Red/Strawberry Roan bezeichnet.
- Sty-Faktor (Sooty): StySty und Stysty = verdunkelte Grundfarbe durch schwarze Stichelhaare, stysty = keine Verdunkelung. Hier gibt es keine besondere Farbbezeichnung.
- F-Faktor (Flaxen): ff = aufgehelltes Langhaar, FF oder Ff = normale Farbe. Bei Rappen und Braunen werden Mähne und Schweif nur leicht aufgehellt, bei Füchsen dagegen sehr stark, wie es z.B. bei Haflingern der Fall ist.
- D-Faktor (Dun, Falbe): DD und Db = typische Falbfärbung mit Aalstrich, Zebrastreifen an den Beinen, teilweise Schulterkreuz und dunklerem Langhaar. Dd = kein Falbe. Je nach Grundfarbe gibt es Graufalben (englisch: Grulla), Rotfalben (Red Dun) und Braunfalben (Bay Dun).[17]

[...]


[1] www.barnboox.de

[2] www.pferdefarben.eu

[3] H.-G. Beuck u.a., Erlebnis Biologie 2, 2001

[4] www.pferdefarben.eu 2

[5] ebd.

[6] www.autoimmunbuch.de

[7] ebd.

[8] www.pferdefarben.eu

[9] www.autoimmunbuch.de 3

[10] www.pferdefarben.eu

[11] www.ingo-schendel.de

[12] www.pinterest.de

[13] ebd.

[14] www.icewood.com.au 4

[15] www.ingo-schendel.de

[16] ebd. 5

[17] www.pferdefarben.eu

Ende der Leseprobe aus 23 Seiten

Details

Titel
Die Bedeutung der Farbgenetik in der Splashed White-Zucht
Note
1,7
Jahr
2018
Seiten
23
Katalognummer
V519971
ISBN (eBook)
9783346140050
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Pferd, Reiten, Pferdesport, Paint Horse, Zucht, Pferde, Genetik, Agrar, Landwirtschaft, Pferdewirtschaft
Arbeit zitieren
Anonym, 2018, Die Bedeutung der Farbgenetik in der Splashed White-Zucht, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/519971

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