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Wie demokratisch ist die Europäische Union?

Demokratietheoretische, rechtswissenschaftliche, historische und wirtschaftspolitische Aspekte des EU-Demokratiedefizits

Title: Wie demokratisch ist die Europäische Union?

Essay , 2017 , 8 Pages , Grade: 1

Autor:in: Josef Muehlbauer (Author)

Politics - Topic: European Union
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Der Schwerpunkt dieser Arbeit liegt in der Frage: Wie demokratisch ist die Europäische Union und welche Demokratiedefizite sind festzuhalten? Peripher werde ich auf den historischen Kontext der "EU-Demokratie" eingehen.

Die EU ist ein einzigartiges wirtschaftspolitisches Konstrukt ("sui generis"), welches nach dem Zweiten Weltkrieg mit dem friedlichen Ziel der wirtschaftlichen Zusammenarbeit begann. Die EU entwickelte sich in verschiedenen Etappen. 1993 wurden zahlreiche Politikfelder in der europäischen Zusammenarbeit abgedeckt und die EWG wurde schließlich zur EU. Diese beruft sich auf die Rechtsstaatlichkeit und auf freiwillige und demokratische Vereinbarungen von Verträgen der Mitgliedsstaaten. Da die EU ein Gebiet von 28 Staaten und rund 500 Millionen Menschen umfasst, ist die Frage nach der demokratischen Legitimation dieser supranationalen Institution von enormer Bedeutung.

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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

1.1 Zentrale Fragestellung

1.2 Methodologie

1.3 Begriffsbestimmung

2. Historischer Kontext

2.1 Qualitätskriterien der EU-Demokratie

2.1.1 Transparenz

2.1.2 Partizipation und Repräsentation

2.1.3 Machtkontrolle und Zurechenbarkeit von Entscheidungen

3. Conclusio

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Das primäre Ziel dieses Essays ist die Untersuchung der demokratischen Legitimation der Europäischen Union, wobei insbesondere die Identifikation und Analyse bestehender Demokratiedefizite im Vordergrund steht.

  • Historische Entwicklung und Einordnung der EU-Demokratie
  • Analyse von Transparenzdefiziten im europäischen Entscheidungsprozess
  • Problematiken der politischen Partizipation und Repräsentation
  • Rolle der Technokratie und gesellschaftspolitischer Einflussnahme
  • Wechselwirkungen zwischen EU-Integration und demokratischen Standards

Auszug aus dem Buch

2.1.1 Transparenz:

„Im Zentrum dieser Kritik steht, dass der Europäische Rat Entscheidungen zur Stabilisierung der Eurozone in der Krise getroffen habe, ohne das Europäische Parlament zu beteiligen. Diese Entscheidungen fielen zunächst hinter verschlossenen Türen, dann stimmten die Parlamente der Nationalstaaten zu.“ (Wissels, 2014).

Mit anderen Worten: Der europäische Rat ist die weltweit einzige Legislative, welche Entscheidungen im geheimen trifft (Wallace, 1995). Oder mit den Worten von Bodandy „ähnelt der EU-Rat dem König des Frühkonstitutionalismus“ (2009: 44). Gegen dieses Argument stellt sich Andrew Moravcsik in dem er behauptet, dass die Technokraten zahlreichen sozialen Interessen gehorchen und dass es sehr wohl einen Einblick seitens des EuGH und des EU-Parlaments gibt (Hix, 2005: 179). Die Intransparenz ergibt sich jedoch auch aus der Art der Organisation des Beratungswesens der Kommission und des ungeregelten Lobbying. Das Gegenargument hierzu äußert Majone, in dem er darauf hinweist, dass die Pareto-Effizienz höher liegt, sobald eine Regulationspolitik (von Experten) geführt wird. Ähnlich wie Gerichte unabhängig von der Legislative und Exekutive agieren und ähnlich wie Zentralbanken unabhängig von Staaten die Banken regulieren, so sollte auch die EU Regulationspolitik führen – so Majone (Hix, 2005: 178). Wie (in-)effektiv die Zentralbanken agieren können, sah man anhand der Weltwirtschaftskrise 2007/8 deutlich. Außerdem bleibt, wie Majone zugibt (Hix, 2005: 178), das Problem der Legitimation trotz der hoch gepriesenen Effizienz bestehen.

Zusätzlich kommt noch die „strukturelle Kompliziertheit (Mehrebenensystem) und die gegenständliche Komplexität (EU-Recht), welche die Urteilskraft des Individuums beeinträchtigt (Kaiser, 1966: 1f, 23; Vgl. Kaufmann, 1997: 273). Auch diese Art der fehlenden Transparenz spiegelt sich in der geringen Beteiligung an den Europa-Wahlen wieder.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in das Konstrukt der Europäischen Union ein und definiert die zentrale Fragestellung sowie die methodische Herangehensweise zur Untersuchung des Demokratiedefizits.

2. Historischer Kontext: Hier wird die Entwicklung der EU von einem Elitenprojekt hin zu einer komplexen politischen Einheit beleuchtet und der Einfluss wirtschaftlicher Faktoren sowie der Demokratieentwicklung diskutiert.

2.1 Qualitätskriterien der EU-Demokratie: In diesem Abschnitt werden zentrale Kriterien wie Transparenz, Partizipation und Machtkontrolle analysiert, um die Qualität der demokratischen Prozesse innerhalb der EU zu bewerten.

2.1.1 Transparenz: Das Kapitel thematisiert die Intransparenz der Entscheidungsfindungen im Europäischen Rat und setzt diese in Bezug zu technokratischen Effizienzargumenten.

2.1.2 Partizipation und Repräsentation: Hier wird erörtert, warum das Fehlen einer europäischen Öffentlichkeit und die Entpolitisierung der Politik durch Sachzwänge die demokratische Teilhabe erschweren.

2.1.3 Machtkontrolle und Zurechenbarkeit von Entscheidungen: Dieses Kapitel kritisiert die Rolle des Europäischen Gerichtshofs und die schwer nachvollziehbaren Verantwortlichkeiten innerhalb des Mehrebenensystems der EU.

3. Conclusio: Das abschließende Kapitel fasst das Dilemma zwischen EU-Integration und demokratischer Legitimation zusammen und plädiert für eine demokratische Reform des Systems.

Schlüsselwörter

Europäische Union, Demokratiedefizit, Politische Partizipation, Repräsentative Demokratie, Transparenz, Technokratie, Mehrebenensystem, Europäischer Rat, Europäisches Parlament, Legitimation, Sozialstaat, Neoliberalismus, Entpolitisierung, EU-Verträge, Reformbedarf

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das sogenannte Demokratiedefizit der Europäischen Union und hinterfragt kritisch, inwieweit die EU demokratisch legitimiert ist.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die zentralen Themen umfassen historische Entwicklungen, rechtswissenschaftliche Rahmenbedingungen, wirtschaftspolitische Einflussfaktoren und die Analyse demokratischer Grundprinzipien in der EU.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage des Essays?

Die zentrale Fragestellung lautet: Wie demokratisch ist die Europäische Union und welche spezifischen Demokratiedefizite lassen sich dabei festhalten?

Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Verfasser?

Es wird ein interdisziplinärer Ansatz gewählt, der deskriptive Analysen mit der Untersuchung rechtswissenschaftlicher, wirtschaftspolitischer und demokratietheoretischer Aspekte verbindet.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden der historische Kontext, spezifische Qualitätskriterien der Demokratie (wie Transparenz und Partizipation) sowie die Kritik an Machtstrukturen und der Rolle des EuGH vertieft.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?

Wichtige Begriffe sind insbesondere Demokratiedefizit, europäische Integration, politische Partizipation, Transparenz und die Ambivalenz der EU-Demokratie.

Wie bewertet der Autor die Rolle des Europäischen Rates hinsichtlich der Transparenz?

Der Autor kritisiert den Europäischen Rat scharf als eine Legislative, die Entscheidungen oft intransparent und hinter verschlossenen Türen trifft, was das demokratische Grundverständnis gefährdet.

Welche Reformperspektive verfolgt der Autor am Ende der Arbeit?

Der Verfasser schließt sich einer Forderung nach einer umfassenden „Demokratisierung der Demokratie“ an und unterstützt diesbezüglich das Reformprojekt Diem25 von Yanis Varoufakis.

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Details

Title
Wie demokratisch ist die Europäische Union?
Subtitle
Demokratietheoretische, rechtswissenschaftliche, historische und wirtschaftspolitische Aspekte des EU-Demokratiedefizits
College
University of Vienna
Grade
1
Author
Josef Muehlbauer (Author)
Publication Year
2017
Pages
8
Catalog Number
V519998
ISBN (eBook)
9783346122179
Language
German
Tags
EU Demokratie
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Josef Muehlbauer (Author), 2017, Wie demokratisch ist die Europäische Union?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/519998
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