In meinem Portfolio habe ich mich mit den Themen des Seminars „Interkulturelle Pädagogik in der Migrationsgesellschaft“ auseinandergesetzt und bin insbesondere auf gewinnbringende Diskussionen des Seminars eingegangen. Die Auswahl der Seminarinhalte und Diskussionsthemen ist nach ihrer Bedeutung für meinen eigenen Lernprozess erfolgt. Bei der Auseinandersetzung mit dem Thema erfolgen ergänzende Exkurse in weitere wissenschaftliche Werke und Veranstaltungen.
Die Themen, die im Seminar „Interkulturelle Pädagogik in der Migrationsgesellschaft“ behandelt wurden, beschreiben verschiedene – teils konkurrierende – Konzepte interkultureller Pädagogik und Betrachtungsweisen der Migrationsrealität. Diese kommen dadurch zustande, dass die Definitionen von Bildung und Kultur durch die in der Gesellschaft herrschende Norm- und Normalitätsvorstellung determiniert werden.
Inhaltsverzeichnis
1. Einführung
2. Migrationspädagogik: Informelle Festlegung
2.1. Diskussion: „Wo kommst du ursprünglich her?“
2.2. Analyse der Diskussionsfrage: „Wo kommst du ursprünglich her?“
2.3. Fazit: Informelle Festlegung und Diskriminierung
3. Mecheril et al.: Schlechterstellung und Sprachförderung
3.1. Diskussion: Förderung und Einbindung der Muttersprache in der Schule
3.2. Analyse: Förderung und Einbindung der Muttersprache in der Schule
3.3. Fazit: Förderung und Einbindung der Muttersprache in der Schule
4. Mecheril et al.: Interkulturelle Kompetenz
4.1. Nohl: Kollektive Zugehörigkeiten und pädagogische Professionalität
4.2. Diskussion und Analyse: Haben Lehrer*innen mit Migrationshintergrund bessere Kompetenzen?
4.3. Fazit: Haben Lehrer*innen mit Migrationshintergrund bessere Kompetenzen?
5. Selbstreflexion und Fazit zu den Seminarinhalten
Zielsetzung & Themen
Das Ziel dieses Portfolios ist die kritische Auseinandersetzung mit zentralen Themen des Seminars „Interkulturelle Pädagogik in der Migrationsgesellschaft“ unter Einbeziehung wissenschaftlicher Fachliteratur, um den eigenen Lernprozess zu dokumentieren und zu reflektieren.
- Informelle Festlegungen und Diskriminierungsprozesse im Alltag
- Die Rolle der Muttersprache und Sprachförderung in Bildungseinrichtungen
- Konzepte interkultureller Kompetenz und pädagogischer Professionalität
- Kritische Analyse von Zuschreibungen an Lehrkräfte mit Migrationshintergrund
- Reflexion über die Vereinbarkeit theoretischer Konzepte mit der Schulpraxis
Auszug aus dem Buch
2.1. Diskussion: „Wo kommst du ursprünglich her?“
Nach der Vorstellung einer Textpassage zum Unterthema „Normalität und Zugehörigkeitsordnung“ (vgl. Mecheril et al. 2010, S.41) wird im Seminarkurs eine Diskussion darüber angeregt, ob Person A des vorliegenden Dialogs diskriminierend gegenüber ihrem Gesprächspartner agiert. Bei der Textpassage handelt es sich um die folgende:
„‘Woher kommst du?‘ - ‚Aus Essen.‘
‚Nein, ich meine, ursprünglich?‘ - ‚Ich bin in Essen geboren.‘
‚Aber deine Eltern?‘ - ‚Meine Mutter kommt auch aus Essen.‘
‚Aber dein Vater?‘ - ‚Mein Vater ist Italiener.‘
‚Aha ....‘ - ‚...‘ (ebd.).
Die Meinungen zu diesem Textabschnitt sind gespalten: Zum einen gibt es die Ansicht, dass die (wiederholte) Konfrontation mit der Frage „Woher kommst du ursprünglich her?“ diskriminierend und kränkend auf die betroffene Personen wirkt. Dies geht mit der Annahme einher, dass die Zugehörigkeit des/der Befragten angezweifelt wird, da der Fragesteller mit der ersten Antwort seines Gegenübers nicht zufrieden ist. Zum anderen gibt es aber auch die Annahme, dass die betroffene Person sich womöglich über das Interesse an ihrer ursprünglichen Herkunft freut und man lediglich an der Intention bzw. am Kontext festmachen kann, ob tatsächlich eine Ausgrenzung stattfindet.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einführung: Das Kapitel erläutert die Zielsetzung des Portfolios und gibt einen Überblick über die behandelte Literatur sowie den persönlichen Lernprozess im Rahmen des Seminars.
2. Migrationspädagogik: Informelle Festlegung: Es wird analysiert, wie informelle Alltagspraktiken und Fragen nach der Herkunft zur Ausgrenzung führen und Zugehörigkeitsordnungen konstruieren.
3. Mecheril et al.: Schlechterstellung und Sprachförderung: Das Kapitel untersucht die Debatte um Sprachförderung und hinterfragt, inwiefern der Umgang mit der Muttersprache von Migrantenkindern schulisches Handeln prägt.
4. Mecheril et al.: Interkulturelle Kompetenz: Es werden Konzepte interkultureller Kompetenz sowie die Professionalisierung pädagogischen Handelns diskutiert, insbesondere im Kontext von Lehrkräften mit Migrationshintergrund.
5. Selbstreflexion und Fazit zu den Seminarinhalten: Der Autor resümiert den persönlichen Erkenntnisgewinn und reflektiert die Schwierigkeiten, theoretische Seminarinhalte mit der Praxis in Verbindung zu bringen.
Schlüsselwörter
Migrationspädagogik, Interkulturelle Kompetenz, Informelle Festlegung, Diskriminierung, Zugehörigkeitsordnung, Sprachförderung, Muttersprache, Pädagogische Professionalität, Migrationshintergrund, Schulpraxis, Inklusion, Identität, Normalitätsvorstellungen, Bildungsbenachteiligung, Reflexion.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in diesem Portfolio grundsätzlich?
Das Portfolio dokumentiert die Auseinandersetzung des Autors mit den Inhalten des Seminars „Interkulturelle Pädagogik in der Migrationsgesellschaft“ und verknüpft dabei wissenschaftliche Literatur mit Seminardiskussionen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die Schwerpunkte liegen auf Mechanismen der informellen Ausgrenzung, der Bedeutung der Muttersprache im Unterricht sowie der kritischen Hinterfragung von Professionalitätskonzepten bei Lehrkräften.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Ziel ist es, den eigenen Lernprozess durch kritische Reflexion zu strukturieren und zu bewerten, inwieweit theoretische Konzepte (z.B. von Mecheril oder Nohl) für aktuelle Fragen der Schulpraxis relevant sind.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine literaturbasierte Analyse in Verbindung mit der Reflexion von Gruppendiskussionen aus dem Seminarkontext.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in Analysen zu Diskriminierungspraktiken, sprachpädagogischen Ansätzen sowie der Rolle von Lehrkräften mit Migrationshintergrund.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind insbesondere Migrationspädagogik, Interkulturelle Kompetenz, Zugehörigkeitsordnung und pädagogische Professionalität.
Wie bewertet der Autor die Frage nach der Herkunft im Alltag?
Der Autor kommt zu dem Schluss, dass die Frage „Wo kommst du ursprünglich her?“ trotz unterschiedlicher Intentionen häufig eine unbewusste Ausgrenzung darstellt und die Identifikation des Gegenübers gefährden kann.
Welche kritische Sichtweise nimmt der Autor zu Lehrkräften mit Migrationshintergrund ein?
Er warnt davor, Lehrkräften allein aufgrund ihrer Herkunft „bessere Kompetenzen“ zuzuschreiben, und betont, dass diese Erwartungshaltung die betroffenen Personen überfordern kann.
- Citation du texte
- Anonym (Auteur), 2018, Portfolio. Interkulturelle Pädagogik in der Migrationsgesellschaft, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/520081