Die Kontrollgesellschaft und ihre Vereinbarkeit mit dem Rhizom

Die Zusammenführung zweier Deleuze‘scher Konzepte


Hausarbeit, 2019

23 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Vor der Nachschrift
2.1 Die Disziplinargesellschaft
2.2 Begriffsbildung der Kontrolle bei Deleuze

3 Postskriptum über die Kontrollgesellschaften
3.1 Von der Fabrik zum Unternehmen
3.2 Die Informationsmaschinen der Kontrolle

4 Das Konzept des Rhizoms in der Kontrollgesellschaft
4.1 Merkmale des Rhizoms
4.2 Das Rhizom und die Kontrolle

5 Fazit

6 Literaturverzeichnis

1 Einleitung

Gilles Deleuze (1925-1995), ein französischer Philosoph und Poststrukturalist, führt mit seinem Text Postskriptum über die Kontrollgesellschaften (1990) in soziale, technische und ökonomische Formationen einer neuen Gesellschaft ein. Er charakterisiert etwas, was heute immer noch nicht abgeschlossen ist. „Er versucht nämlich Machtformen zu beschreiben, die schon gegenwärtig sind, aber noch keine Form haben; die schon anfangen zu wirken, aber für die es noch keinen Begriff gibt“1, so Joseph Vogl, Philosoph und Übersetzer von Deleuze.

Es handelt sich beim Postskriptum, wie der Titel bereits sagt, um einen Nachtrag zu bereits formulierten Gedanken. Meist ungeachtet bleiben Deleuzes frühere Äußerungen zur Kontrollgesellschaft. Denn schon längst vor dem Postskriptum verwendet er den Begriff der Kontrolle. Dies geschieht im Zuge einer Rezension von Michel Foucaults Werk Überwachen und Strafen (1975).2 Deleuze erklärt, dass die von Foucault eingeführte Disziplinargesellschaft bereits in neue Modalitäten eingetreten sei. „Bald werden die Formen geschmeidig, verstreut, beweglich und bilden eher ein allgemeines Netz als eine Kette aus getrennten Gliedern“, schreibt er.3

Die Idee des Verbindens vom einst Getrennten, mit spontaner und modularer Form, erinnert an ein weiteres Konzept, welches Deleuze kurz darauf mit dem Psychoanalytiker Félix Guattari veröffentlicht. Unter dem Titel Rhizom (1977) entwerfen sie ein Gegenmodell zum starren strukturalistischen Denken, welches bei binären und kategorischen Einteilungen verharrt. Sie fordern die Wissenschaften dazu auf, sich von ihren Dualismen und absoluten Begriffen abzuwenden. Anstelle von Bedeutungstiefen sollen sie Verkettungen schaffen, „Maschinen bauen, die vor allem demontierbar sind; ein Milieu schaffen, wo mal dies und mal jenes auftauchen kann.“4 Diese Maschinen nennen Guattari und Deleuze Rhizom.

Der eigentlich botanische Begriff führt in eine neue Denk- und Wissensorganisation ein, welche als „unterirdische[r] Spross“ voller Verzweigungen auftritt und sich in „Knollen und Knötchen“ verdichten kann.5

Trotz der Parallelen ist im Postskriptum keine Rede von einem Rhizom. Diese Hausarbeit wird daher die Frage verfolgen, inwiefern die Kontrollgesellschaft in ihren Funktionsweisen und Merkmalen rhizomatische Züge aufweist. Das Postskriptum bildet dabei das zentrale Werk, dessen Thesen durch ergänzende Autoren konkretisiert werden. Weiterführende Überlegungen, die das 21. Jahrhundert betreffen, werden dabei nicht thematisiert.

Zunächst wird es im zweiten Kapitel eine Einführung in die Werke vor dem Postskriptum geben, um den Kontrollbegriff besser einordnen zu können. Dies beinhaltet zum einen Foucaults Disziplinargesellschaft als Ausgangspunkt von Deleuzes Überlegungen, und zum anderen eine etymologische Herleitung des Begriffs Kontrolle sowie dessen Begriffsbildung bei Deleuze. Im dritten Kapitel folgt die Betrachtung des Postskriptums. Hierbei werden der Wandel des Kapitalismus und die Theorie der Kybernetik betrachtet, die in die Mitte des 20. Jahrhunderts fallen und die Merkmale sowie Instrumente der Kontrollgesellschaft prägen. Das vierte Kapitel beleuchtet die zentrale Frage, inwiefern das Rhizom mit Deleuzes Kontrollgesellschaft in Beziehung tritt. Um die Merkmale des Rhizoms verständlich zu machen, wird das Konzept zunächst unabhängig vom Kontrollbegriff vorgestellt, um es anschließend mit ihm in Verbindung zu setzen. Das fünfte Kapitel bildet das Fazit.

2 Vor der Nachschrift

2.1 Die Disziplinargesellschaft

Die Kontrollgesellschaft knüpft an die Disziplinargesellschaft an, die Foucault auf das 18. - 19. Jahrhundert datiert. Diese soll die Souveränitätsgesellschaft ablösen und das zu disziplinierende Subjekt anstelle des absoluten Monarchen ins „Licht der Macht“6 rücken.7 Diese Macht funktioniert nicht über Abgaben und Treue zu den Feudalherren, sondern über Produktion und Dienstleistung.8 „Es galt, von den Individuen in ihrem konkreten Leben produktive Leistungen zu erhalten“, erklärt Foucault, „daher die Bedeutung von Methoden wie der schulischen Disziplinierung, der es gelungen ist, den Körper der Kinder zum Gegenstand höchst komplexer Manipulation und Konditionierung zu machen.“9 So durchläuft das Individuum verschiedene Einschließungsmilieus, die ihn verpflichten, dressieren und zwingen, sich an feste Normen zu halten. Zu den Milieus zählen unter anderem die Fabrik, das Gefängnis, die Schule, das Krankenhaus, die Kirche oder das Militär. Dort bildet die Arbeitskraft des Individuums das Herzstück, welches es zu organisieren gilt.10

Für Deleuze zeigt sich dies am besten an der Fabrik. Sie ist der Körper, in der die einzelnen Individuen ins Gleichgewicht gebracht werden: „konzentrieren; im Raum verteilen; in der Zeit anordnen; im Zeit-Raum eine Produktivkraft zusammensetzen, deren Wirkung größer sein muß, als die Summe der Einzelkräfte“, schreibt Deleuze.11 Diese Aussage impliziert mehrere Punkte: Individuen treten in einer Masse auf, in der jedem Einzelnen ein Platz zugeteilt wird. Das Individuum soll seine individuellen Qualitäten beibehalten, jedoch nur solange die Zuordnung zur Masse garantiert bleibt. Oder, um es mit Deleuzes Worten zu sagen: „Die Macht ist gleichzeitig vermassend und individuierend.“12 Hilfsmittel dafür sind unter anderem feste Formationen oder uniforme Arbeitskleidungen.

Disziplinargesellschaften formieren so etwas wie Routinen und Karrieren, die „dem Leben eine klare Form geben, in dem auch Anfang und Ende in irgendeiner Weise absehbar sind“13, sagt Vogl. In den Kontrollgesellschaften allerdings, beginnen sich Riten aufzulösen, während sich die Milieus ineinander verschieben. Dies macht sich an den wiederkehrenden Reformen bemerkbar, die die Lebenszeit der Institutionen nur künstlich verlängern, meint Deleuze.14

2.2 Begriffsbildung der Kontrolle bei Deleuze

Kontrolle als deutsche Vokabel ist bis zum ersten Weltkrieg noch ein Fremdwort. In Meyers Großem Konversations-Lexikon von 1905 wird es vom französischen contrôle abgeleitet, das so viel wie Gegenregister bedeutet, also die Gegenprüfung eines Sachverhalts in der Verwaltung. Der französische Begriff wiederum ist dem anglonormannischen to control entlehnt, welcher zusätzlich eine legislative und exekutive Bedeutung besitzt. Im deutschen Gebrauch sind die zwei Seiten, eine Sache substanziell zu beeinflussen und eine Sache auf Richtigkeit zu prüfen, ungefähr seit dem zweiten Weltkrieg miteinander verbunden. In den Sechzigerjahren entwickelt sich Kontrolle schließlich zu einem Modewort, welches laut Dietmar Kammerer „immer dann eingesetzt werde, wenn es gelte, die Undurchschaubarkeit oder Verworrenheit der Herrschafts- oder Machtverhältnisse anzuzeigen.“15 In Frankreich jedoch werden Kontrollieren als verwaltende und Handeln als politische Maßnahme strikt voneinander getrennt.16 Warum in der Deleuze’schen Kontrollgesellschaft jedoch beide Seiten eine Rolle spielen, zeigt der Einfluss des Autors William S. Burroughs auf Deleuze.

Burroughs sieht die Sprache als den Grundstein einer manipulierenden Kontrolle. „Language as he found it, however, was rigged to serve the enemy, an ambush disguised as an oasis – the West, language had become the ‘word virus,’ the dead heart of the control machine”, schreibt Ann Douglas im Vorwort des Burroughs-Readers Word Virus (1998).17 Kontrolle tritt für Burroughs häufig als Maschinerie auf, zu denen er das Bildungswesen und die Polizei zählt, die ihren Einfluss auf den Menschen mittels hierarchischer Unterdrückung zu erhalten versuchen und den Menschen durch Befehle oder Täuschung konditionieren.18 Kontrolle wird bei Burroughs durch Kommunikationsmedien ausgeübt. Als Beispiel nennt er Textlayouts, die die Blicke des Lesers lenken und die Wichtigkeit von Informationen vorprägen. Um der Kontrolle zu entkommen, müsse man die Mechanismen zerstückeln und Assoziationsketten auflösen.19 „Cut word lines – Cut music lines – Smash the control images – Smash the control machine – Burn the books – Kill the priests – Kill! Kill! Kill!“20, schreit einer von Burroughs Protagonisten, als er den Kalender der Maya zerstört. Dieser ist Burroughs ein Rohmodell der Kontrollmaschine. Der Kalender plant Landwirtschaft und religiöse Feste, sodass die Priester das Verhalten des Volkes akkurat berechnen können. Mit Hilfe des Kalenders können sie steuern, was das Volk sieht, hört und welche Effekte dabei hervorgerufen werden sollen. So ist Kontrolle bei Burroughs operativ steuernd und manipulierend.21

Ebenfalls für Deleuze stellen Kommunikationsmedien, und vor allem Massenmedien, eine neue Kontrollform dar. In einem Brief an Filmkritiker Serge Daney beschreibt er das Fernsehen als eine Form, „in der die neuen Kontroll-Mächte unmittelbar und direkt werden.“22 Dies geschieht etwa zehn Jahre nach der Rezension zu Foucaults Werk. In einem späteren Vortrag an einer Pariser Filmhochschule, im Jahr 1987, verwendet er schließlich zum ersten Mal den Begriff der Kontrollgesellschaften und deklariert die Informationsgesellschaft als eine neue Kontrollmacht. Für Deleuze wird Information durch Kommunikation übermittelt und besteht aus einer verdichteten Masse an Slogans, Befehlen und Parolen.23 „Wenn man Sie informiert, sagt man Ihnen, was Sie glauben sollen“, erklärt er und erinnert damit an Burroughs Überlegungen zur Sprache, „man kommuniziert uns Informationen, man sagt uns, was zu glauben wir imstande oder verpflichtet oder gehalten sind. Man verlangt nicht, dass wir glauben, sondern dass wir uns so verhalten, als glaubten wir.“24 Dass Kontrolle auf das sichtbare Verhalten abzielt, ist einer der Kerngedanken, wenn es um die Frage der Macht nach der Disziplinargesellschaft geht.25

Einen weiteren Aspekt der Kontrolle schildert Deleuze an Hand der Autobahn. Diesmal geht es ihm um Bewegung. Laut ihm befindet sich ein Autobahnfahrer in einem Zustand der Ewigkeit, mit einer immerwährend gleichen Umgebung, bis eine Abfahrt den einzigen Ausweg bietet. Deleuze referiert hierbei auf Paul Virilio, der eine Geschwindigkeitserhöhung als „rasenden Stillstand“26 beschreibt. „Diese Sichtweise kann man eine schwache Variante von Kontrolle nennen“27, meint Kammerer, da sie der Einschließung sehr nahe kommt. Er versucht daraufhin Deleuzes Äußerungen weiter auszuführen: „Kontrolle ist, wenn Subjekte in einer Bewegung eingeschlossen werden, wenn sie zur Zirkulation, zur Kreisbewegung verdammt sind.“28 Zusammen mit der zunehmenden „Informatisierung der Mobilität“29, worunter automatische Mauterfassung sowie Standort- oder Nummernschilderkennung zählen, bildet die Autobahn „ein Ensemble von Information, Kommunikation und Zirkulation, den [sic] man als ein eine starke Variante von Kontrolle erkennen kann.“30

3 Postskriptum über die Kontrollgesellschaften

Anders als Foucault verfasst Deleuze keine materialreiche Studie zu seinen Erkenntnissen. Auch sein Postskriptum über die Kontrollgesellschaften ist eher als Versuchsskizze zu verstehen. „Deleuze schert sich im Postskriptum wenig um argumentative Ausarbeitung, begriffliche Schärfe oder um empirische Belege seiner Thesen“, schreibt Kammerer.31 Dennoch bleibt dieser Aufsatz die bisher ausführlichste Ausarbeitung zu diesem Thema.32 Der Text gliedert sich in drei Teile: Historik, Logik und Programm. Der erste Teil führt in Foucaults Disziplinar- und Souveränitätsgesellschaft ein. Anschließend folgt ein Vergleich der Disziplinar- mit der Kontrollgesellschaft bezüglich ihrer Merkmale und Funktionsweisen. Der Text endet mit offenen Anknüpfungspunkten und der Frage nach neuen Widerstandsformen. Deleuze betont, dass es sich bei seiner Auseinandersetzung mit der Kontrollgesellschaft nur um eine anfängliche Überlegung handelt. Nicht auszuschließen sei eine Rückkehr von transformierten Methoden alter Gesellschaftsformen.33

Deleuzes Schwerpunkt liegt auf wirtschaftlichen Beispielen, wie der Herausbildung einer Marktwirtschaft. So wird der Kapitalismus im Folgenden dazu dienen, zunächst die Mechanismen und anschließend die Instrumente der Kontrolle herauszuarbeiten.

3.1 Von der Fabrik zum Unternehmen

Nach dem zweiten Weltkrieg verliert die Fabrik, als Eigentum und Produktionsstätte und Ort des Widerstands, an Bedeutung. Statt Rohstoffen werden Aktien gekauft und das Produkt wird durch die Dienstleistung ersetzt.34 „Dieser Kapitalismus ist nicht mehr für die Produktion da“, schreibt Deleuze, „sondern für das Produkt, das heißt für Verkauf oder Markt.“35

Vogl ergänzt, dass damit ein Übergang vom Industrie- zum Finanzkapital verbunden ist. Dies wird von Deleuze zwar nicht direkt erwähnt, lässt sich laut Vogl aber gut mit ihm vereinbaren. Fabriken werden nicht mehr gebaut, sondern geleast. Es wird versucht sich von den „Verpflichtungen des Kapitals“36 zu lösen.37

Deleuze erwähnt diesbezüglich das Outsourcen der Produktion an Entwicklungs- und Schwellenländer, welches für ihn das zentrale Merkmal der neuen Formen bildet, die sich durch Öffnung und Streuung der Einschließungsmilieus auszeichnen. Die Öffnung lässt alle Milieus ineinander verschwimmen. So auch staatliche und private Anliegen.38

Vogl illustriert dies am deutschen Versicherungssystem, bei dem bereits viel auf Privatmärkten gehandelt wird. Auf diese Weise trägt jeder Mensch, der einfach nur existiert und sein Leben versichern muss, zur Kapitalakkumulation bei.39 Dienstleistungen lassen den eigentlichen Kunden zur Arbeitskraft werden - „unmittelbar und ohne, dass man es weiß und ohne dass man es tatsächlich will“40, erklärt Vogl.

[...]


1 Sprechsaal Interviews: Sprechsaal Talks, Joseph Vogl, 1.04.2017, Deleuze. Post Scriptum, Wieder-holung als Revolution. Youtube, 12.04.2017. Aufgerufen unter: youtu.be/0QddENsLFlI, TC: 43:00-43:20.

2 Vgl. Kammerer, Dietmar: „Das Werden der ‚Kontrolle‘: Herkunft und Umfang eines Deleuze’schen Begriffs“. In: Zurawski, Nils (Hg.): Überwachungspraxen - Praktiken der Überwachung. Analysen zum Verhältnis von Alltag, Technik und Kontrolle. Opladen 2011a, S. 22f.

3 Deleuze, Gilles: „Ein neuer Kartograph“. In: ders, Michel Foucault (Hg.): Der Faden ist gerissen. Berlin 1977, S. 122. Zit. in Kammerer 2011a, S. 23.

4 Deleuze, Gilles und Guattari, Félix: Rhizom. Berlin 1977, S. 40.

5 Beide Zitate: Ebd., S. 11. Anmerkung J.D.

6 10 VOR 11: Baustellen der Macht. Die französischen Philosophen Foucault und Deleuze über die „Rhizome der Gewalt“. Ein Interview mit Joseph Vogl. Dctp.tv, 10.11.2013. Aufgerufen unter: www.dctp.tv/filme/10-vor-11-10-11-2003/, TC: 13:10-13:25.

7 Vgl. Kammerer, Dietmar: Bilder der Überwachung. Frankfurt a. M. 2011b, S. 118. Macht ist für Foucault nicht gleichzusetzen mit einer unterdrückenden Herrschaft, die jemand besitzen kann. Dennoch ist sie ein Teil von ihr, der die „Körper durchdringt, Dinge produziert, Lust verursacht, Wissen hervorbringt, Diskurse produziert; man muß sie als ein produktives Netz auffassen, das den ganzen sozialen Körper überzieht und nicht so sehr als negative Instanz.“ (Fontana, Allessandro und Pasquino, Pasquale: „Wahrheit und Macht. Interview mit Michel Foucault.“ In: Michel Foucault. (Hg.): Dispositive der Macht. Über Sexualität, Wissen und Wahrheit. Berlin 1978, S. 34f.)

8 Vgl. Fontana/Pasquino 1978, S. 42.

9 Ebd.

10 Vgl. Sprechsaal Interviews 2017, TC: 14:30-14:40.

11 Deleuze, Gilles: „Postskriptum über die Kontrollgesellschaften.“ In: ders. (Hg.): Unterhandlungen 1972-1990. Frankfurt a. M. 1993a, S. 254. Der marxistische Begriff der Produktivkraft meint die effiziente Zusammensetzung von Arbeitskraft, Arbeitsmittel und Arbeitsgegenständen in einem Prozess. (Vgl. Mader, Elke und Seiser, Gertraud: Theoretische Grundlagen der Ökonomischen Anthropologie. Aufgerufen unter: www.univie.ac.at/ksa/elearning/cp/oeku/theogrundlagen/theogrundlagen-49.html.)

12 Deleuze 1993a , S. 257f.

13 Sprechsaal Interviews 2017, TC: 9:57-10:16.

14 Vgl. Deleuze 1993a, S. 255.

15 Kammerer 2011a, S. 22. Foucault bezeichnet Herrschaft als eine Machtbeziehung, die in einen unveränderlich starren Zustand eingetreten ist und die Produktivität der Individuen einschränkt, indem sie Gewalt systematisch anwendet. (Vgl. KRASS kritische assoziationen: Macht (in der Theorie Michel Foucaults). Aufgerufen unter: http://www.krass-mag.net/macht-in-der-theorie-michel-foucaults.)

16 Vgl. ebd., S. 20ff.

17 Douglas, Ann: „Punching a Hole in the Big Lie: The Achievement of William S. Burroughs.” In: The William S. Burroughs Trust (Hg.): Word Virus: the William S. Burroughs reader. New York 1998, S. xxiii.

18 Vgl. Burroughs 1969-1970, S. 340f.

19 Vgl. ebd., S. 317f. In den Sechzigerjahren veröffentlicht Burroughs eine Trilogie, die er mit der Cut-Up-Methode verfasst. Diese soll den Autor und Leser von den Fesseln der Sprache lösen, indem Manuskriptseiten zerschnitten und neu angeordnet werden. Daraus entsteht eine neue, assoziative Erzählstruktur. Der Leser kann anschließend an einem, für ihn beliebigen, Punkt des Buches einsteigen und von dort aus weiterlesen.

20 Burroughs 1957-1960, In: The William S. Burroughs Trust (Hg.): Word Virus: the William S. Burroughs reader. New York 1998, S. 199.

21 Vgl. Burroughs 1969-1970, S. 313ff.

22 Deleuze, Gilles: „Brief an Serge Daney: Optimismus, Pessimismus und Reisen.“ In: ders. (Hg.): Unterhandlungen 1972-1990, 1993b, Frankfurt a. M., S. 111. Zit. in Kammerer, 2011b, S. 131.

23 Vgl. Kammerer, 2011a, S. 26.

24 Deleuze, Gilles: „Was ist der Schöpfungsakt?“ In: ders. (Hg.): Schizophrenie und Gesellschaft. Texte und Gespräche von 1975 bis 1995. Suhrkamp, 2005, S. 305. Zit. in Kammerer, 2011a, S. 26.

25 Kammerer 2011a, S. 27.

26 Virilio, Paul: Rasender Stillstand. München 1992. Zit. in Kammerer 2011a, S. 27.

27 Kammerer 2011a, S. 27.

28 Ebd.

29 Ebd., S. 28.

30 Beide Zitate: Ebd.

31 Ebd., S. 20.

32 Vgl. Kammerer 2011b, S. 131.

33 Deleuze, 1993a, S. 254ff.

34 Vgl. ebd., S. 259f.

35 Ebd.

36 Sprechsaal Interviews 2017, TC: 44:00-46:15. Zu den Verpflichtungen des Kapitals zählen unter anderem Fixkapital, wie feste Kosten und Industrieanlagen, aber auch Kosten, die „lebende Arbeit“ (ebd.) mit sich bringt. Darunter zählt u.a. die Versicherung der Arbeitskräfte. Den Extremfall findet man in Unternehmen wie Facebook oder Uber, die im Gegensatz zu ihrem tatsächlichen Materialwert einen immensen Börsenwert besitzen und lediglich als Makler oder Zwischenhändler fungieren. Ökonomen sprechen hier vom Plattformkapitalismus. (Vgl. ebd.)

37 Vgl. ebd. und TC: 11:15-11:40.

38 Vgl. Deleuze 1993a, S. 260.

39 Vgl. ebd., TC: 47:25-47:55.

40 Ebd., TC: 48:05-48:15.

Ende der Leseprobe aus 23 Seiten

Details

Titel
Die Kontrollgesellschaft und ihre Vereinbarkeit mit dem Rhizom
Untertitel
Die Zusammenführung zweier Deleuze‘scher Konzepte
Hochschule
Universität Potsdam  (Institut Künste und Medien)
Note
1,0
Autor
Jahr
2019
Seiten
23
Katalognummer
V520160
ISBN (eBook)
9783346119445
ISBN (Buch)
9783346119452
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Kontrollgesellschaft, Gilles Deleuze, Deleuze, Kybernetik, Rhizom, Disziplinargesellschaft, Kontrolle, Felix Guattari, Guattari, Soziologie, Kontrollbegriff, Postskriptum, Panopticon
Arbeit zitieren
Julia Dembowski (Autor), 2019, Die Kontrollgesellschaft und ihre Vereinbarkeit mit dem Rhizom, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/520160

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