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Ratingagenturen und die Optimierung von Ratingprozessen. Welchen Herausforderungen sehen sich Standard & Poor's und Co. derzeit gegenüber?

Titel: Ratingagenturen und die Optimierung von Ratingprozessen. Welchen Herausforderungen sehen sich Standard & Poor's und Co. derzeit gegenüber?

Fachbuch , 2020 , 136 Seiten

Autor:in: Patrick Odenhausen (Autor:in)

BWL - Investition und Finanzierung
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Ratingagenturen zählen zu den wichtigsten und einflussreichsten Säulen des globalen Finanzmarkts. Sie beurteilen die zukünftige Zahlungs- und Ertragsfähigkeit von Unternehmen und bieten den Akteuren am Finanzmarkt somit Orientierung. In der jüngeren Vergangenheit haben die angesehenen Ratingagenturen jedoch schwerwiegende Probleme ihrer Bewertungspraktiken offenbart.

Welche Ratingarten und -symboliken gibt es? Welche Bedeutung hat die Unternehmensbewertung für die verschiedenen Akteure auf dem Finanzmarkt? Wie läuft der Ratingprozess ab? Welche Praktiken kritisieren Investoren besonders häufig?

Patrick Odenhausen identifiziert die vorherrschenden Problemfelder bei den Ratingagenturen und analysiert den Ratingprozess anhand von zwei Praxisbeispielen. Er arbeitet außerdem heraus, welche Reformvorschläge dazu führen können, die Schwächen zu reduzieren.

Aus dem Inhalt:
- Principal-Agent-Theorie;
- Anreizbezahlung;
- Investor-Pays-Modell;
- Standard & Poor’s;
- Unternehmensbewertung

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Thematische Grundlagen

2.1 Begriffserläuterung

2.1.1 Rating

2.1.2 Ratingagentur

2.2 Zeitliche Entwicklung des Ratinggeschäfts

2.2.1 Entstehung und Geschichte

2.2.2 Aktuelle Situation und marktführende Unternehmen

2.3 Differenzierung unterschiedliche Ratingarten

2.3.1 Externes und internes Rating

2.3.2 Emissions- und Emittentenrating

2.3.3 Solicited- und Unsolicited-Rating

2.3.4 Debt- und Equity-Rating

2.3.5 Branchen- und Länderrating

2.4 Unterschiedliche Ratingsymbolik

2.5 Funktionen von Ratings und Ratingagenturen

2.5.1 Funktionen aus Investorensicht

2.5.2 Funktionen aus Emittentensicht

2.5.3 Funktionen aus Sicht der Aufsichtsbehörden

2.6 Der Ratingprozess bei S&P am Praxisbeispiel der REWE Group

2.6.1 Vorstellung der Unternehmen

2.6.1.1 Vorstellung von S&P

2.6.1.2 Vorstellung der REWE Group

2.6.2 Genereller Ablauf des Ratingprozesses

2.6.2.1 Vorphase

2.6.2.2 Vorbereitungsphase

2.6.2.3 Analyse- und Bewertungsphase

2.6.2.4 Kommunikationsphase

2.6.3 Die Ratingkriterien am Praxisbeispiel der REWE Group

2.6.3.1 Geschäftsrisikoprofil

2.6.3.2 Länderrating ('Country Risk')

2.6.3.3 Branchenrisiko ('Industry Risk')

2.6.3.4 Wettbewerbsposition ('Competitive Position')

2.6.3.5 Bestimmung des Geschäftsrisikoprofils der REWE Group

2.6.3.6 Finanzrisikoprofil

2.6.4 Zusammenführung und Rating-Herleitung

3 Konzeptioneller Rahmen

3.1 Grundzüge der Principal-Agent-Theorie

3.2 Herleitung der Forschungsfrage

4 Methodik

4.1 Literaturanalyse als Forschungsansatz

4.2 Konzeption der Analyse

4.2.1 Datenerhebung

4.2.1.1 Datenbanken

4.2.1.2 Fachportale

4.2.1.3 Bibliotheken

4.2.1.4 Suchmaschinen

4.2.1.5 Deutsch

4.2.1.6 Englisch

4.2.2 Datenanalyse

4.2.2.1 Überkategorie: Problemfelder

4.2.2.2 Überkategorie: Reformvorschläge

5 Ergebnisse

5.1 Problemfelder

5.1.1 Fehlleistungen

5.1.1.1 Asienkrise 1997/98

5.1.1.2 Bilanzskandale 2001/02

5.1.1.3 Finanzkrise 2007/08

5.1.1.4 Eurokrise 2010

5.1.2 Geschäftsmodell

5.1.3 Oligopolistische Marktstruktur

5.1.4 Einfluss und Macht

5.1.5 Personal

5.2 Reformvorschläge

5.2.1 Änderung des Bezahlsystems

5.2.1.1 Anreizbezahlung

5.2.1.2 Government-Utility-Modell

5.2.1.3 Investor-Pays-Modell

5.2.1.4 Plattformmodell

5.2.2 Steigerung des Wettbewerbs

5.2.3 Regulierungsmaßnahmen

5.2.4 Marktalternativen

5.2.4.1 Europäische Ratingagentur

5.2.4.2 Rating-Fonds

5.2.4.3 Rating-TÜV

5.2.4.4 Modell 'Rating 3.0'

5.2.5 Einführung von Haftungsmechanismen

5.3 Kritische Würdigung

5.3.1.1 Rechercheplattformen

5.3.1.2 Suchbegriffe

5.3.1.3 Suchstrategie

5.3.1.4 Zeitraum und Aktualität

5.3.1.5 Zeitschriftenranking

5.3.1.6 Auswertung

6 Schlussbetrachtung und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht systematisch die in der wissenschaftlichen Literatur diskutierten Problemfelder von Ratingagenturen sowie mögliche Reformvorschläge, um deren Schwächen zu reduzieren. Im Zentrum steht dabei die Analyse der Rolle von Ratingagenturen im globalen Finanzmarkt und die Frage, wie Interessenkonflikte sowie strukturelle Mängel des Ratingprozesses überwunden werden können.

  • Analyse der historischen Entwicklung und Bedeutung von Ratingagenturen
  • Untersuchung zentraler Problemfelder wie Fehlleistungen, Geschäftsmodelle und Marktmacht
  • Diskussion von Reformansätzen zur Verbesserung des Wettbewerbs und der Qualität
  • Kritische Würdigung von Regulierungsmaßnahmen und Haftungskonzepten
  • Praxisnahe Anwendung der Ratingmethodik am Beispiel der REWE Group

Auszug aus dem Buch

2.1.1 Rating

Seine sprachlichen Ursprünge hat der Ratingbegriff in der englischen Sprache, abgeleitet aus dem Verb ‚to rate‘, was übersetzt so viel wie abschätzen, einstufen bzw. bewerten bedeutet. Das dazugehörige Substantiv ‚rate‘ bezeichnet eine Quote oder einen Anteil. Der Begriff ‚Rating‘ wird heutzutage in verschiedenen Fachbereichen genutzt und beschreibt im Allgemeinen einen Beurteilungsprozess, bei dem ein bestimmtes Untersuchungsobjekt hinsichtlich einer gewählten Zielsetzung bewertet und in einer Rangfolge eingestuft wird. Der Duden definiert Rating als „Verfahren zur Beurteilung von Personen oder Situationen mithilfe von Ratingskalen“. Diese Auffassung des Ratingbegriffs ist allerdings sehr weit gefasst und kann dementsprechend auf viele unterschiedliche Themengebiete und Arten der Bewertung angewandt werden.

Im wirtschaftswissenschaftlichen und finanztechnischen Kontext wird der Ratingbegriff häufig im Zusammenhang mit der Bonitätsbewertung von Schuldnern genannt. In diesem Bezug wird im deutschen Sprachgebrauch in der Regel der Begriff Kredit-Rating (engl.: Credit Rating) verwendet. Bei Kredit-Ratings handelt es sich grundlegend um ein Instrument zur Beurteilung und Klassifizierung von Finanztiteln an den Finanzmärkten, mit dem Ziel, die Bonität von Finanzinstrumenten sowie von Emittenten anhand von quantitativen und qualitativen Merkmalen zu bewerten. Bezüglich des Bedeutungsinhalts des Ratingbegriffs im Zusammenhang mit dem Finanzwesen kristallisieren sich in der gängigen Literatur zwei unterschiedliche Auffassungen heraus: Zum einen bezeichnet er die Vorgehensweise, mit der die zukünftige Zahlungsfähigkeit eines Unternehmens oder Staates festgestellt wird. Zum anderen beschreibt er das Ergebnis einer solchen Bonitätsanalyse und stellt somit ein Urteil über die Bonität eines Emittenten oder einer Emission dar.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die historische Entwicklung der Ratingbranche und deren zunehmende Bedeutung für den globalen Finanzmarkt, stellt die zentrale Problemstellung dar und formuliert die Forschungsfragen der Arbeit.

2 Thematische Grundlagen: Dieses Kapitel vermittelt grundlegende Begriffsdefinitionen, beleuchtet die Historie der Ratingagenturen und differenziert zwischen verschiedenen Ratingarten sowie Symboliken.

3 Konzeptioneller Rahmen: Hier wird die Principal-Agent-Theorie als theoretischer Bezugsrahmen eingeführt, um die bestehenden Informationsasymmetrien und Interessenkonflikte zwischen Agenturen, Emittenten und Investoren zu erklären.

4 Methodik: Dieses Kapitel beschreibt das methodische Vorgehen der systematischen Literaturanalyse, inklusive der Datenerhebung über verschiedene Datenbanken und der darauf aufbauenden Inhaltsanalyse.

5 Ergebnisse: Die Ergebnisse präsentieren die identifizierten Problemfelder der Ratingagenturen, diskutieren Reformvorschläge zur Bezahlung und Regulierung sowie eine kritische Würdigung der Analyse.

6 Schlussbetrachtung und Ausblick: Der abschließende Teil fasst die wichtigsten Erkenntnisse der Arbeit zusammen und gibt einen Ausblick auf künftige Forschungsnotwendigkeiten im Bereich der Ratingregulierung.

Schlüsselwörter

Ratingagenturen, Kredit-Rating, Finanzmärkte, Informationsasymmetrie, Principal-Agent-Theorie, Regulatorische Reformen, Issuer-Pays-Modell, Rating-Shopping, Unternehmensbonität, Finanzkrise, Eurokrise, Marktmacht, Wettbewerbsintensivierung, Haftungsmechanismen, Literaturanalyse.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der Rolle von Ratingagenturen im globalen Finanzmarkt, deren Schwächen in der Bewertungspraxis und den in der wissenschaftlichen Literatur diskutierten Reformvorschlägen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Schwerpunkte liegen auf den Problemfeldern wie Interessenkonflikten, mangelnder Transparenz und der marktbeherrschenden Stellung der großen Ratingagenturen sowie alternativen Modellen zur Qualitätsverbesserung.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es, durch eine systematische Literaturanalyse die Problemfelder von Ratingagenturen zu identifizieren und mögliche Reformvorschläge zur Reduzierung dieser Schwächen wissenschaftlich aufzuarbeiten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer systematischen Literaturanalyse, bei der relevante wissenschaftliche Aufsätze, Dissertationen und Arbeitspapiere nach der Methode von Mayring qualitativ inhaltsanalytisch ausgewertet werden.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in thematische Grundlagen, einen konzeptionellen Rahmen auf Basis der Principal-Agent-Theorie, die methodische Vorgehensweise sowie die Darstellung der Ergebnisse zu Problemfeldern und Reformansätzen.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Zu den zentralen Begriffen zählen Ratingagenturen, Informationsasymmetrie, Principal-Agent-Theorie, Issuer-Pays-Modell, Marktkonzentration und Regulatorische Reformansätze.

Warum wird die REWE Group als Praxisbeispiel genutzt?

Das Beispiel der REWE Group dient zur praxisnahen Veranschaulichung der Ratingmethodik von Standard & Poor's, um zu zeigen, wie Geschäfts- und Finanzrisikoprofile zur finalen Ratingnote kombiniert werden.

Können Reformen wie die "Euro-Ratingagentur" die Probleme lösen?

Die Literaturdiskussion zeigt, dass solche Alternativen zwar theoretisch Vorteile bieten, aber ebenfalls neuen Interessenkonflikten und Akzeptanzproblemen unterliegen könnten, weshalb keine einfache Lösung existiert.

Ende der Leseprobe aus 136 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Ratingagenturen und die Optimierung von Ratingprozessen. Welchen Herausforderungen sehen sich Standard & Poor's und Co. derzeit gegenüber?
Autor
Patrick Odenhausen (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2020
Seiten
136
Katalognummer
V520337
ISBN (eBook)
9783963560743
ISBN (Buch)
9783963560750
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Rating Ratingagentur S&P Moody's Fitch Analyse REWE REWE Group Ratingprozess Standard & Poor's Bewertung Unternehmensbewertung Principal-Agent-Theorie Anreizbezahlung Investor-Pays-Modell
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Patrick Odenhausen (Autor:in), 2020, Ratingagenturen und die Optimierung von Ratingprozessen. Welchen Herausforderungen sehen sich Standard & Poor's und Co. derzeit gegenüber?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/520337
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