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Dramentheorie: Die Rolle der Frau im Drama

Grotesk? Claire Zachanassian in Friedrich Dürrenmatts: "Der Besuch der alten Dame"

Title: Dramentheorie: Die Rolle der Frau im Drama

Term Paper , 2003 , 19 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Thomas Schiller (Author)

German Studies - Literature of History, Eras
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Es soll geklärt werden, wie Claire Zachanassian im Rahmen des Stückes dargestellt wird und welche Rolle ihr darin zukommt. Dabei soll folgendermaßen vorgegangen werden: Da die Entstehungszeit relevant für das Textverständnis ist, erfolgt zuerst ein kurzer Überblick zu Genese und Rezeption des gesamten Stückes. Danach kann sich der Figur formal genähert und die Mittel der Personendarstellung geklärt werden. In diesen Kontext gehört, auf das Groteske als Stilmittel der Figurencharakterisierung einzugehen. Dies wird in einem gesonderten Kapitel geschehen. Ein Fazit darüber, in welchem Maße die eingangs gestellten Fragen nach dem Formalen und dem Grotesken der alten Dame beantwortet werden konnten und welche Sichtweisen ausgeklammert werden mussten, soll die Arbeit zusammenfassend abschließen.
Zur Auswahl des Themas haben den Verfasser drei Gründe bewogen. Zum einen das Interesse an der Dramentheorie des Schweizer Autors, zum anderen das Anliegen, den Begriff 'grotesk' näher zu untersuchen und letztendlich, eine weibliche Dramengestalt zu fokussieren, da im Rahmen des Seminars der Hauptakzent auf die Rolle der Frau im Drama gelegt wurde.

Als "formale Mittelpunktsfigur des Dramas" [Müller, Rolf: Komödie im Atomzeitalter. Gestaltung und Funktion des Komischen bei Friedrich Dürrenmatt. Frankfurt / Main, Bern, New York, Paris: Lang 1988. S.96.] wird sie beschrieben und als "groteske Zentralfigur des Stückes" [Ebd.]: Claire Zachanassian aus Friedrich Dürrenmatts tragischer Komödie "Der Besuch der alten Dame" [Dürrenmatt, Friedrich: Der Besuch der alten Dame. Eine tragische Komödie. In: Friedrich Dürrenmatt: Gesammelte Werke in sieben Bänden. Band 1: Stücke. Zürich: Diogenes 1991a. S.571-696.]. Andere, wie zum Beispiel Elisabeth Brock- Sulzer meinen, "Claire Zachanassian ist der Katalysator dieses Dramas - kaum mehr." [Brock-Sulzer, Elisabeth: Friedrich Dürrenmatt. Stationen seines Lebens. Mit Fotos, Zeichnungen, Faksimiles. Zürich: Diogenes 1986. S.80.]
Diese gegensätzlichen Aussagen sollen der vorliegenden Hausarbeit als Ansätze dienen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. „Der Besuch der alten Dame“ – Hintergründe

2.1 Entstehungshintergrund

2.2 Aufführung und Rezeption

3. Claire Zachanassian – Personendarstellung

3.1 Äußeres Erscheinungsbild

3.2 Charakteristische Eigenschaften

3.3 Verkörperung von Handlungsfunktionen

3.4 Namenssymbolik

3.5 Mythologische Anspielungen

3.5.1 Medea

3.5.2 Lais

3.5.3 Klotho

3.6 Claire Zachanassians Requisite – Dienerschaft und Gepäck

3.6.1 Die Personen im Gefolge der alten Dame

3.6.1.1 Die Gatten VIII-IX

3.6.1.2 Boby: Akademiker – Oberrichter – Butler

3.6.1.3 Toby und Roby: Gangster – Todeskandidaten – Sänftenträger

3.6.1.4 Koby und Loby – Die blinden Kastraten

3.6.1.5 Der schwarze Panther

3.6.2 Die mitgebrachten Utensilien

4. Claire Zachanassian - Das Groteske in persona ?

4.1 Das Groteske – Versuch einer Standortbestimmung

4.2 Definitionsversuch

4.3 Aspekte des Grotesken bei Claire Zachanassian

4.3.1 Die wesentlichen Unterschiede sind verwischt

4.3.2 „Plötzlichkeit, das überraschende Moment, der Einfall in anderer Bedeutung“

5. Fazit

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht die Darstellung der Titelfigur Claire Zachanassian in Friedrich Dürrenmatts „Der Besuch der alten Dame“. Ziel ist es, ihre Rolle als zentrale Dramenfigur bzw. als Katalysator des Geschehens zu analysieren und zu klären, inwiefern sie und ihr Umfeld als groteske Elemente innerhalb der tragischen Komödie fungieren.

  • Analyse der Personendarstellung und Charakterisierung von Claire Zachanassian.
  • Untersuchung der Namenssymbolik und mythologischer Anspielungen.
  • Deutung der grotesken Züge in Bezug auf das äußere Erscheinungsbild und die Dienerschaft.
  • Erörterung des Grotesken als ästhetisches Mittel zur Darstellung von Zeitfragen und gesellschaftlichen Abgründen.

Auszug aus dem Buch

3.1 Äußeres Erscheinungsbild

Bei ihrer Ankunft in Güllen wird im Nebentext beschrieben, wie die alte Dame erscheint: „zweiundsechzig, rothaarig, Perlenhalsband, riesige goldene Armringe, aufgedonnert, unmöglich, aber gerade darum wieder eine Dame von Welt, mit einer seltsamen Grazie, trotz allem Grotesken.“ Ist Claire mit einem edelsteinbesetzten Lorgnon sehr gut als etwas antiquiert vorstellbar, wirkt ihre Leidenschaft für Zigarren seltsam irritierend. Anders, als Ill sie in Erinnerung hat, „mit wehenden roten Haaren, biegsam, gertenschlank, zart, eine verteufelt schöne Hexe“, stellt sie nun selbst fest: „Auch ich bin alt geworden und fett.“

Dazu scheint sie ihre wichtigsten Körperteile durch diverse Unfälle verloren zu haben und wurde „von den Messern der Chirurgen zerfleischt“. Sie ist sich sicher: „Bin nicht umzubringen.“ So wirkt sie als „wandelndes Ersatzteillager, dessen wesentliche Teile durch künstliche Prothesen ihren menschlich-organischen Charakter verloren haben“ – als konstruiertes „Kunstprodukt“, welches beinahe „statisch“ auf dem Hotelbalkon thront und auf das Güllener Geschehen herabsieht. „Wie ein Karussell, fast wie ein Totentanz, drehen sich die Ereignisse um den Balkon, auf dem Claire Zachanassian mit sicherer Ruhe auf die unfehlbare Erfüllung ihres Verlangens wartet.“ Man kann sie sich dabei als „eine jener berühmten Schauspielerinnen von anno dazumal“ vorstellen, „die in ihrer ehemaligen Kunst völlig versteinert und nur noch spektakuläre Plagiate ihrer selbst sind. Die Versteinerung ihrer Kunst entspräche dann der Versteinerung, die die Seele der Claire Zachanassian erlitten hat.“

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Rezeption von Claire Zachanassian ein und umreißt die methodische Herangehensweise der Untersuchung, inklusive der Gründe für die Themenwahl.

2. „Der Besuch der alten Dame“ – Hintergründe: Dieses Kapitel beleuchtet den Entstehungshintergrund des Dramas in der Nachkriegszeit sowie dessen Uraufführung und Rezeption.

3. Claire Zachanassian – Personendarstellung: Hier werden Merkmale der Protagonistin analysiert, von ihrem Äußeren über ihren Charakter bis hin zu ihrer symbolischen Dienerschaft.

4. Claire Zachanassian - Das Groteske in persona ?: Das Kapitel erörtert das Groteske als literarische Kategorie und prüft dessen Anwendung auf die Hauptfigur.

5. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet die Funktion von Claire Zachanassian als Katalysator sowie den zeitlosen Charakter des Stücks.

Schlüsselwörter

Friedrich Dürrenmatt, Der Besuch der alten Dame, Claire Zachanassian, Groteske, Dramenanalyse, Personendarstellung, Rache, Gerechtigkeit, Macht, Versteinerung, Symbolik, Nachkriegsliteratur, Tragische Komödie, Mensch, Maschine.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der literaturwissenschaftlichen Analyse der Figur Claire Zachanassian in Friedrich Dürrenmatts Drama „Der Besuch der alten Dame“.

Welche thematischen Schwerpunkte werden gesetzt?

Zentral sind die Charakterisierung der Figur, ihre Funktion im Handlungsverlauf sowie die Untersuchung von grotesken Elementen in ihrer Erscheinung und ihrem Handeln.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Es soll geklärt werden, wie die Figur Claire Zachanassian innerhalb des Dramas konstruiert ist und welche spezifische Rolle ihr als „Mittelpunktsfigur“ oder „Katalysator“ zukommt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine literaturwissenschaftliche Analyse, die den Text im Kontext dramentheoretischer Begriffe und unter Berücksichtigung von Rezeptions- sowie Entstehungshintergründen untersucht.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Personendarstellung, die Analyse mythologischer Anspielungen und die Untersuchung des Grotesken anhand von Claires körperlichen Prothesen und ihrem Gefolge.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Groteske, Symbolik, Rache, Macht, Versteinerung sowie der gesellschaftskritische Gehalt des Werkes.

Inwiefern spielt der Name der Protagonistin eine Rolle?

Der Name reflektiert den Wandel von einem bodenständigen Mädchen zu einer weltgewandten Milliardärin und assoziiert durch die Anlehnung an einflussreiche historische Persönlichkeiten Macht und Skurrilität.

Warum wird die Figur Claire Zachanassian als „Katalysator“ bezeichnet?

Sie wird als Katalysator gesehen, da sie selbst kaum eine persönliche Entwicklung durchläuft, aber durch ihr finanzielles Potenzial die moralische Korruption und das Handeln der Güllener Bevölkerung in Gang setzt.

Welche Bedeutung haben die mythologischen Anspielungen für die Figur?

Vergleiche mit Figuren wie Medea, Lais oder Klotho unterstreichen ihre Rolle als unbarmherzige Rächerin und schicksalsbestimmende Macht, die über dem menschlichen Alltag steht.

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Details

Title
Dramentheorie: Die Rolle der Frau im Drama
Subtitle
Grotesk? Claire Zachanassian in Friedrich Dürrenmatts: "Der Besuch der alten Dame"
College
http://www.uni-jena.de/  (Neuere deutsche Literatur)
Course
Einführung in die Dramenanalyse
Grade
1,3
Author
Thomas Schiller (Author)
Publication Year
2003
Pages
19
Catalog Number
V52034
ISBN (eBook)
9783638478441
ISBN (Book)
9783638598354
Language
German
Tags
Figur Claire Zachanassian Friedrich Dürrenmatts Komödie Besuch Dame Unter Berücksichtigung Grotesken Einführung Dramenanalyse
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Thomas Schiller (Author), 2003, Dramentheorie: Die Rolle der Frau im Drama, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/52034
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